Begrenzte Reichweite des ID. Buzz in der Praxis

Begrenzte Reichweite des ID. Buzz in der Praxis

Die begrenzte Reichweite des Volkswagen ID. Buzz fällt in der Praxis deutlich enttäuschend aus. Während der Hersteller 410 Kilometer verspricht, bleibst du oft bei rund 300 Kilometern hängen, vor allem auf der Autobahn. Der Verbrauch schießt dort auf 28–30 kWh pro 100 Kilometer hoch, insbesondere im GTX-Modus. Die Wirklichkeit weicht also deutlich von der Theorie ab. Aber wie schlimm ist das wirklich – und was kannst du dagegen tun?

Der WLTP-Normwert im Vergleich zum Alltag

Volkswagen verspricht für den ID. Buzz mit 77‑kWh‑Batterie eine Reichweite von 410 bis 415 Kilometern nach WLTP-Norm. Diese Norm geht von einem Mix aus Stadt-, Landstraßen- und Autobahnverkehr unter idealen Bedingungen aus. In der Praxis erreichst du diese Werte nicht. Tests zeigen, dass du eher zwischen 300 und 385 Kilometern liegst – je nachdem, wie du fährst und wie das Wetter ist.

Die größeren Batterien mit 79 bis 86 kWh in der Version mit langem Radstand schneiden auf dem Papier besser ab. Diese erreichen bis zu 487 Kilometer nach WLTP. Auch hier bleibt die tatsächliche Reichweite zurück, sobald du schneller fährst oder die Heizung einschaltest.

„ Die Aerodynamik ist bei hohen Geschwindigkeiten einfach nicht optimal. “

Wie weit kommst du wirklich mit einer vollen Ladung

Bei einer konstanten Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde schneidet der Wagen noch recht ordentlich ab. Tests messen dann eine Reichweite von etwa 342 Kilometern bei einem Verbrauch von 33 kWh pro 100 Kilometer. Das ist für längere Fahrten ohne Extreme akzeptabel.

Sobald du so fährst, wie viele es auf der Autobahn tun – mit 130 Kilometern pro Stunde –, sinkt die Reichweite auf 233 bis 250 Kilometer. Der Verbrauch steigt dann auf 30 bis 33 kWh pro 100 Kilometer. Die Kastenform des ID. Buzz wirkt sich hier negativ aus. Die Aerodynamik ist bei hohen Geschwindigkeiten einfach nicht optimal.

Bei gemischter Nutzung – zum Beispiel Stadt, Stadtring und etwas Autobahn – kommst du auf 300 bis 350 Kilometer. Unter kalten Bedingungen von rund 7 Grad Celsius misst du im Stadtverkehr etwa 20,5 kWh pro 100 Kilometer. Das ist günstig, aber auf der Autobahn geht der Verbrauch deutlich nach oben.

Testergebnisse im Überblick

  • 100 km/h: ca. 342 Kilometer Reichweite bei 33 kWh/100 km
  • 130 km/h: ca. 233–250 Kilometer Reichweite bei 30–33 kWh/100 km
  • Gemischter Verkehr: ca. 300–385 Kilometer bei 20–25 kWh/100 km
Volkswagen ID. Buzz Volkswagen ID. Buzz

Warum erreicht der ID. Buzz weniger Reichweite als versprochen

Der wichtigste „Bösewicht“ ist die Autobahn. Die große, kantige Form des ID. Buzz sorgt bei höheren Geschwindigkeiten für viel Luftwiderstand. Je schneller du fährst, desto mehr Energie brauchst du, um diesen Widerstand zu überwinden. Bei 130 Kilometern pro Stunde frisst der Motor schlichtweg deutlich mehr Strom als bei 100.

Winterliche Bedingungen verschlimmern das Ganze noch. Bei Temperaturen von 1 bis 2 Grad Celsius sinkt die Reichweite aus mehreren Gründen. Die Batterie selbst arbeitet in der Kälte weniger effizient. Zusätzlich verbraucht die Heizung ordentlich Energie. Winterreifen erhöhen außerdem den Rollwiderstand. In Kombination mit 130 Kilometern pro Stunde kann deine Reichweite so um rund 60 Kilometer schrumpfen.

Nutzt du den ID. Buzz zum Ziehen eines Anhängers oder Wohnwagens, kostet dich das weitere 20 bis 30 Prozent Reichweite. Das zusätzliche Gewicht und der erhöhte Luftwiderstand fordern ihren Tribut.

Tipps für mehr Reichweite mit dem ID. Buzz

Fahr auf der Autobahn ruhiger. Bleib bei 100 Kilometern pro Stunde statt mit 130 „Vollgas“ zu fahren. So gewinnst du leicht 100 Kilometer zusätzliche Reichweite. Das klingt langweilig, bringt beim Verbrauch aber enorm viel.

Heize Batterie und Innenraum vor der Abfahrt vor, wenn der Wagen zu Hause noch an der Ladesäule hängt. Dann nutzt das Auto Strom aus dem Netz und nicht aus der Batterie. Das lohnt sich besonders im Winter.

Plane deine Route clever. Halte dir immer mindestens 20 Prozent Batteriestand als Reserve. Das entspricht etwa 50 bis 70 Kilometern. Such bei längeren Fahrten Schnellladestationen im Abstand von maximal 200 Kilometern. Der ID. Buzz lädt von 10 auf 80 Prozent in etwa 28 bis 30 Minuten bei einer Spitzenleistung von 142 kW. Das ist schnell genug, um die Reise zügig fortzusetzen.

Wähle, wo möglich, eher Stadtfahrten. In der Stadt liegt der Verbrauch oft unter 21 kWh pro 100 Kilometer. Das ist deutlich günstiger als auf der Autobahn. Die Cargo-Modelle sind hier ideal, mit einer Reichweite von gut 300 Kilometern im gemischten Verkehr.

Praktische Tipps im Überblick

  • Fahr auf Autobahnen maximal 100 km/h für optimale Reichweite
  • Heize Auto und Batterie vor, während der Wagen zu Hause lädt
  • Halte mindestens 20 % Batteriereserve ein
  • Plane Schnellladestopps alle 200 Kilometer bei langen Fahrten
  • Vermeide, wenn möglich, Fahren mit hoher Zuladung oder Anhängerbetrieb

„ Die Autobahnreichweite ist enttäuschend, lässt sich mit cleverer Planung aber gut managen. “

Ist der ID. Buzz dann überhaupt noch eine gute Wahl

Der ID. Buzz glänzt im Vergleich zu elektrischen Limousinen nicht gerade mit seiner Reichweite. Für alle, die hauptsächlich in der Stadt und im Umland unterwegs sind, ist das aber kein Problem. Mit 300 bis 350 Kilometern kommst du im Alltag gut zurecht. Fährst du regelmäßig lange Autobahnetappen, musst du allerdings häufiger laden.

Die Version mit langem Radstand und der größeren 86‑kWh‑Batterie bietet mehr Luft. Sie kommt nach WLTP auf bis zu 473 Kilometer, was in der Praxis rund 380 bis 420 Kilometern entspricht. Für Familien, die in den Urlaub fahren oder oft lange Strecken zurücklegen, ist das die bessere Option.

Besitzer berichten durchweg von einem Verbrauch von 20 bis 25 kWh pro 100 Kilometer im normalen Betrieb. Das ist für einen großen Elektrobus akzeptabel. Die Autobahnreichweite ist zwar enttäuschend, lässt sich mit durchdachter Planung aber gut beherrschen.

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Häufig gestellte Fragen

Die angegebene WLTP-Reichweite des ID. Buzz (ca. 410–415 km für 77 kWh und 461–487 km für die größeren Akkus) fällt in der Praxis meist niedriger aus. Im gemischten Betrieb liegst du in der Regel bei etwa 300–385 km, abhängig von Fahrstil, Temperatur und Beladung. Bei konstant 100 km/h sind rund 340 km realistisch, während bei 130 km/h die Reichweite auf ungefähr 230–250 km sinkt. Unter kalten Bedingungen, bei hohen Geschwindigkeiten oder beim Ziehen eines Anhängers kann die Reichweite zusätzlich um 20–30 % zurückgehen.

Wichtige Faktoren sind deine Geschwindigkeit (oberhalb von etwa 100 km/h nimmt der Luftwiderstand stark zu), dein Fahrstil (starkes Beschleunigen, häufiges Bremsen und viele Kurzstrecken kosten viel Energie) sowie Beladung/Anhänger (zusätzliches Gewicht und Luftwiderstand verringern die Reichweite). Auch die Reifen (Winter- oder breite Reifen und ein falscher Luftdruck) sowie die Nutzung der Klimatisierung (insbesondere Heizung im Winter) haben großen Einfluss. Steuern kannst du das, indem du ruhiger mit etwa 100 km/h fährst, vorausschauend bremst, den Reifendruck im Sollbereich hältst und Eco- oder B‑Modus nutzt. Konditioniere den Innenraum an der Ladesäule vor, verzichte auf unnötige Zuladung und plane deine Fahrten und Ladestopps mit einem Routenplaner, der Geschwindigkeit, Höhenprofil und Wetter berücksichtigt.

Plane deine Route mit einem speziellen EV-Routenplaner (z. B. ABRP oder das eingebaute Navi) auf Basis deines tatsächlichen Verbrauchs. Rechne zur Sicherheit mit 25–30 kWh/100 km und plane Ladestopps alle 200–250 km, mit 15–20 % Restkapazität als Puffer. Wähle Schnellladestationen entlang der Autobahn, an denen du von 10–80 % in etwa 30 Minuten laden kannst, und vermeide dauerhaftes Fahren mit 130 km/h, um deine Reichweite nicht unnötig zu verkleinern. Für eine Urlaubsfahrt von rund 1000 km solltest du realistisch mit etwa 3 bis 4 Ladestopps und einer Gesamtfahrzeit von 11–13 Stunden rechnen – abhängig von Geschwindigkeit, Wetter und Andrang an den Ladern. Im Winter sowie mit Dachbox, Fahrrädern oder Anhänger ist zusätzliche Reserve sinnvoll, da deine Reichweite dann um 20–30 % geringer sein kann.

Ja, es gibt verschiedene praktische Tipps, um die Reichweite zu maximieren: Fahr möglichst um die 100 km/h statt 130 km/h, nutze einen effizienten Fahrstil und konditioniere Batterie und Innenraum vor, solange das Auto noch an der Ladesäule hängt (vor allem im Winter). Vermeide unnötiges Gewicht und Dachträger und nutze, wo möglich, den Eco- oder Effizienzmodus. Eine effiziente Ladestrategie für lange Fahrten ist, häufiger, aber kürzer zwischen etwa 10–80 % an Schnellladern zu laden, statt jedes Mal bis 100 % aufzuladen. Plane Ladestopps alle rund 200 km und halte etwa 20 % Batteriereserve ein.

Der größte Fallstrick ist, dass die offizielle WLTP-Reichweite optimistischer ist als die Praxis – vor allem bei 120–130 km/h, kaltem Wetter und voller Beladung –, sodass du früher und häufiger laden musst als erwartet. Die Busform und der hohe Luftwiderstand sorgen bei Autobahntempo für überraschend schnell sinkende Reichweite (teils in Richtung 230–250 km bei 130 km/h). Auch Heizung, Winterreifen und ein möglicher Anhänger oder Caravan haben einen deutlich negativen Effekt auf das erreichbare Kilometerpensum. Autoliebhaber sollten daher Fahrstil und Reisetempo bewusst anpassen und die Ladestopps sorgfältig planen, um Frust oder „Reichweitenangst“ zu vermeiden.