Bremsprobleme und ABS-Fehler beim VW T-Roc

Bremsprobleme und ABS-Fehler beim VW T-Roc

Der Volkswagen T-Roc hat regelmäßig mit Bremsproblemen zu kämpfen, vor allem mit der ATE-MK100-Einheit (einem ABS-Bremssteuergerät). Leuchtende ABS-Kontrolllampen, ruckelnde Bremspedale und Ausfälle der ESP-Systeme (elektronische Stabilitätsregelung) treten häufig bei Modellen ab 2017 auf. Diese Störungen stellen ein Sicherheitsrisiko dar, das sofortige Aufmerksamkeit erfordert. Lies weiter und erfahre, was du selbst überprüfen kannst und wann professionelle Hilfe nötig ist.

ABS-Kontrollleuchte leuchtet: das sind die Anzeichen

Eine leuchtende ABS-Kontrollleuchte (Antiblockiersystem, verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen) auf dem Armaturenbrett ist oft das erste Anzeichen für Probleme. Beim T-Roc erscheint diese Warnung regelmäßig in Kombination mit Fehlercodes wie 01201 oder 00301. Diese Codes weisen auf Probleme mit der Versorgungsspannung oder der Rücklaufpumpe der ABS-Einheit hin (elektronisches Steuergerät, das das Antiblockiersystem ansteuert).

Neben der Kontrollleuchte bemerkst du oft auch andere Symptome. Das Bremspedal kann beim Bremsen zu ruckeln beginnen, als würde das System ständig eingreifen. Manchmal schalten sich ESP (elektronische Stabilitätsregelung), ASR (Traktionskontrolle) oder PSM (Porsche Stability Management, ein Stabilitätsregelsystem) ohne erkennbaren Grund ab. In einigen Fällen arbeitet das ABS unregelmäßig: An einem Tag funktioniert alles einwandfrei, am nächsten Tag erscheinen die Warnmeldungen erneut.

Diese Unbeständigkeit erschwert die Diagnose, deutet aber häufig auf einen verschleißenden Pumpenmotor in der ABS-Einheit hin. Dieses Problem tritt nicht nur beim T-Roc auf, sondern auch bei mehreren Modellen des Volkswagen-Konzerns, die dieselbe ATE-MK100-Einheit verwenden.

„Eine durchgebrannte Sicherung wirkt simpel, aber diese Fehler sind überraschend schwer zu entdecken.“

Häufige Ursachen von ABS-Störungen

Die meisten ABS-Probleme beim T-Roc haben eine der folgenden Ursachen:

  • Defekte ABS-Einheit durch Verschleiß des Pumpenmotors oder Feuchtigkeitseintritt
  • Gebrochene Verbindungsdrähtchen an Sensoren durch Vibrationen und Temperaturschwankungen
  • Durchgebrannte Sicherungen, insbesondere die 40A-Sicherung an der Batterie oder unter dem Armaturenbrett
  • Verschmutzte oder beschädigte Raddrehzahlsensoren (Sensoren, die die Geschwindigkeit der Räder messen)
  • Defekter Bremslichtschalter unter dem Armaturenbrett

Die ABS-Einheit selbst ist ein empfindliches Bauteil. Die ATE MK100 enthält winzige Drähte, die durch ständige Erschütterungen brechen können. Auch Feuchtigkeitseintritt spielt eine Rolle, insbesondere bei Autos, die viel bei Nässe gefahren werden oder bei denen die Stoßstange beschädigt ist.

Elektrische Probleme bilden eine zweite Hauptursache. Eine durchgebrannte Sicherung wirkt zwar simpel, aber diese Fehler sind überraschend schwer zu entdecken. Der Bruch versteckt sich manchmal im Inneren der Sicherung. Von außen ist das nicht immer erkennbar.

Volkswagen T-Roc Volkswagen T-Roc

Schwammiges Bremspedal: wie entsteht das?

Ein „spongy“ oder schwammiges Bremspedal fühlt sich weich an. Es erfordert mehr Kraftaufwand als gewöhnlich. Dieses Symptom tritt beim T-Roc regelmäßig auf und hat meist eine der folgenden Ursachen.

Luft im Bremssystem ist die häufigste Erklärung. Es können zuvor Arbeiten an der Bremsanlage durchgeführt worden sein. Ebenso kann eine Undichtigkeit aufgetreten sein. In beiden Fällen gelangt Luft in die Leitungen. Da Luft kompressibel ist, baut sich der Bremsdruck weniger effektiv auf. Ein Entlüften des Systems behebt das in der Regel.

Verschlissene Bremsbeläge oder Bremsscheiben können ebenfalls zu einem weichen Pedalgefühl führen. Die Bremsscheiben können zu dünn werden, ebenso können die Beläge stark abnutzen. In beiden Situationen verändert sich der Pedalweg. Das geschieht schleichend, sodass du es oft erst nach längerer Zeit bemerkst.

Beim T-Roc spielt auch der Bremslichtschalter eine Rolle. Dieser Schalter sitzt unter dem Armaturenbrett am Bremspedal. Der Schalter kann defekt werden. Dann treten Fehler in der Kommunikation zwischen Bremspedal und ESP-System auf. Die Folge: ein Pedal, das sich anders anfühlt, und ABS-Warnmeldungen im Kombiinstrument.

Prüfe zuerst die Sicherungen

Bevor du teure Reparaturen einplanst, kontrolliere zunächst die 40A-Sicherung an der Batterie oder unter dem Lenkrad. Dieser einfache Schritt löst in vielen Fällen das Problem. Verwende einen Schraubendreher, um vorsichtig auf die Sicherung zu drücken. Verborgene Brüche werden so häufig sichtbar.

Beachte jedoch: Wenn die Sicherung wiederholt durchbrennt, weist das auf ein tieferliegendes Problem in der ABS-Einheit selbst hin. In diesem Fall ist eine weitergehende Diagnose erforderlich.

Elektrische Parkbremse reagiert nicht

Die elektrische Parkbremse des T-Roc kann festhängen oder überhaupt nicht reagieren. Dieses Problem steht oft im Zusammenhang mit den allgemeinen ABS-Problemen. Das ABS-Steuergerät (ECU) kann möglicherweise nicht mehr über den CAN-Bus kommunizieren (internes Kommunikationsnetzwerk, das verschiedene elektronische Systeme im Fahrzeug verbindet). Dann funktioniert auch die Parkbremse nicht mehr.

Manchmal hilft ein Zurücksetzen des Systems, indem die Batterie für einige Minuten abgeklemmt wird. In anderen Fällen liegt die Ursache am Aktuator der Parkbremse selbst, der durch Korrosion oder mechanischen Verschleiß festgehen kann.

„Ein Lager, das komplett festläuft, kann zum Kontrollverlust über das Auto führen.“

Dröhngeräusche weisen auf defekte Radlager hin

Geräusche während der Fahrt können ebenfalls auf Bremsprobleme hinweisen, auch wenn die Ursache häufig bei den Radlagern (Lager, auf denen die Räder laufen) liegt. Ein brummendes oder dröhnendes Geräusch, das mit steigender Geschwindigkeit zunimmt, ist ein typisches Anzeichen für verschlissene Radlager.

Defekte Radlager beeinflussen indirekt auch das Bremssystem. Die Raddrehzahlsensoren, die die Geschwindigkeit jedes Rads messen, sitzen in unmittelbarer Nähe der Radlager. Wenn ein Lager zu viel Spiel hat, liest der Sensor falsche Werte aus. Das führt zu ABS-Fehlern, obwohl die ABS-Einheit selbst noch in Ordnung ist.

Defekte Radlager rechtzeitig erkennen

Teste, ob ein Radlager defekt ist, indem du während der Fahrt leicht nach links und rechts lenkst. Nimmt das Geräusch bei einem Linksschwenk zu, liegt das Problem wahrscheinlich auf der rechten Seite. Wird es beim Rechtslenken lauter, befindet sich der Defekt vermutlich links.

Tausche Radlager immer rechtzeitig aus. Ein Lager, das komplett festläuft, kann zum Kontrollverlust über das Fahrzeug führen. Außerdem können ABS-Fehler bestehen bleiben, solange die Lager nicht erneuert wurden.

Volkswagen T-Roc Volkswagen T-Roc

Was du bei Bremswarnungen selbst tun kannst

Bestimmte Kontrollen und kleinere Arbeiten kannst du selbst durchführen. Das Reinigen der Raddrehzahlsensoren ist ein einfacher Schritt, der oft hilft. Entferne die Räder und kontrolliere die Sensoren auf Schmutz, Rost und Beschädigungen. Reinige die Steckverbindungen vorsichtig mit Kontaktspray.

Auch der Austausch des Bremslichtschalters ist mit einfachem Werkzeug möglich. Entferne die Verkleidungen unter dem Lenkrad und suche den Schalter am Bremspedal. Ersetze das Bauteil und prüfe anschließend, ob die Bremslichter korrekt funktionieren.

Zum Auslesen von Fehlercodes verwendest du einen OBD2-Scanner (Diagnosegerät zum Auslesen von Fahrzeugfehlercodes). Dieser zeigt an, welche Codes aktiv sind, sodass du gezielt nach der Ursache suchen kannst. Nach der Reparatur kannst du die Codes löschen und kontrollieren, ob sie wieder auftreten.

Wann professionelle Hilfe notwendig ist

Manche Probleme solltest du nicht selbst angehen. Die Reparatur oder der Austausch der ABS-Einheit erfordert spezielles Fachwissen und geeignete Ausrüstung. Auch das Entlüften des Bremssystems bei Fahrzeugen mit ABS verlangt nach einem Entlüftungsgerät, das Druck aufbauen kann.

Fahre niemals mit leuchtenden ABS-Warnungen weiter, ohne die Ursache zu kennen. Das ABS ist ein Sicherheitssystem, das bei einer Notbremsung den entscheidenden Unterschied machen kann. Vereinbare unmittelbar einen Termin bei einer Werkstatt, die Erfahrung mit VAG-Modellen hat.

Problemen vorbeugen mit regelmäßiger Wartung

Vorbeugung hilft, viele Bremsprobleme zu vermeiden. Kontrolliere regelmäßig die Raddrehzahlsensoren, insbesondere nach Fahrten unter winterlichen Bedingungen mit Streusalz. Salz beschleunigt Korrosion an Sensoren und Steckverbindungen.

Stelle das Fahrzeug nach Möglichkeit trocken ab, vor allem wenn die Stoßstange beschädigt ist und Feuchtigkeit die ABS-Einheit erreichen kann. Lass die Bremsflüssigkeit alle zwei Jahre wechseln, da alte Flüssigkeit Wasser aufnimmt und dadurch Probleme im Bremssystem verursachen kann.

Achte auf frühe Anzeichen wie ungewöhnliche Geräusche, Veränderungen im Pedalgefühl oder Warnlampen. Je schneller du Probleme angehst, desto günstiger fällt die Reparatur in der Regel aus.

Auf der Website von Carnews findest du weitere Informationen zu häufigen Problemen bei modernen Autos, Wartungstipps und praktische Reparaturanleitungen. Entdecke, welche anderen Modelle ähnliche Beschwerden zeigen und wie du damit umgehst.

Häufig gestellte Fragen

Du erkennst Bremsprobleme oder ABS-Fehler bei einem VW T-Roc vor allem an einer leuchtenden ABS-Warnleuchte, oft zusammen mit dem Ausfall von Systemen wie ESP oder ASR. Beim Bremsen kannst du ein ruckelndes oder pulsierendes Bremspedal spüren oder feststellen, dass das Pedal ungewöhnlich weit einsinkt. Auch können sich die Bremslichter merkwürdig verhalten (dauerhaft leuchten oder gar nicht funktionieren), oder das Fahrzeug zeigt beim Auslesen Fehlercodes wie 01201 und 00301 an. Außerdem fällt auf, dass das ABS manchmal zu funktionieren scheint und manchmal nicht – zum Beispiel bei starken Bremsungen auf nasser oder glatter Fahrbahn.

Die häufigsten Ursachen sind eine defekte oder intern verschlissene ABS-Einheit (insbesondere die ATE MK100), was zu Fehlercodes, Ausfall von ABS/ESP und einem ruckelnden Bremspedal führt. Darüber hinaus verursachen durchgebrannte oder korrodierte Sicherungen (oft 40A an der Batterie oder unter dem Armaturenbrett) sowie schlechte elektrische Kontakte regelmäßig Spannungs- und Kommunikationsprobleme mit der ABS-Pumpe. Auch verschmutzte oder defekte Raddrehzahlsensoren und Drucksensoren lösen ABS-Störungen und Fehlermeldungen aus. Schließlich kann ein defekter Bremslichtschalter am Bremspedal sowohl ABS- als auch Bremsprobleme sowie nicht funktionierende Bremslichter verursachen.

Du kannst die Sicherungen (insbesondere die 40A-Sicherung an der Batterie oder unter dem Armaturenbrett) visuell auf versteckte Brüche kontrollieren und diese bei Bedarf ersetzen. Prüfe, ob deine Bremslichter korrekt funktionieren, und inspiziere den Bremslichtschalter am Pedal auf lose Kontakte oder Beschädigungen. Sieh dir die Raddrehzahlsensoren rund um die Radnaben an, ob Schmutz, Korrosion oder beschädigte Kabel sichtbar sind, und reinige sie oder stecke die Stecker erneut fest. Lass schließlich mit einem einfachen OBD-Scanner Fehlercodes (wie 01201 oder 00301) auslesen und notiere sie für die Werkstatt.

Bei einem VW T-Roc liegen die Kosten für einfache Ursachen wie einen defekten Bremslichtschalter, eine Sicherung oder einen einzelnen Raddrehzahlsensor meist bei etwa 100–250 € in einer freien Werkstatt. Wenn die ABS-Einheit (ATE MK100) instand gesetzt wird, berechnen spezialisierte Betriebe in der Regel rund 300–600 € inklusive Aus- und Einbau. Der vollständige Austausch der ABS/ESP-Einheit beim Vertragshändler kann je nach Teilepreisen und Arbeitszeit zwischen etwa 800 und 1.500 € kosten. Das Auslesen und Zurücksetzen von Fehlercodes kostet meist zusätzlich 40–100 €, sofern es nicht in der Reparatur enthalten ist.

Es sind keine großen, weltweiten Rückrufaktionen bekannt, die sich ausschließlich auf die Bremsen oder das ABS-System des VW T-Roc beziehen, aber in der Praxis werden bei T-Roc-Modellen ab 2017 regelmäßig Probleme mit der ATE-MK100-ABS-Einheit gemeldet. Zu den Beschwerden gehören unter anderem eine leuchtende ABS-Kontrollleuchte, ein ruckelndes Bremspedal und der Ausfall von Systemen wie ESP oder ASR. Die Ursachen liegen häufig in einer defekten ABS-Pumpe/ECU, schlechten Sicherungen oder defekten Raddrehzahlsensoren. Bei anhaltenden ABS- oder Bremswarnungen ist es daher ratsam, das Fahrzeug auslesen zu lassen und ABS-Einheit sowie Sicherungen gezielt prüfen zu lassen.

Kontrolliere und reinige regelmäßig die ABS-Raddrehzahlsensoren und ihre Steckverbindungen, insbesondere nach Fahrten durch Schnee, Schlamm oder Streusalz, um Störungen durch Schmutz und Korrosion zu verhindern. Untersuche die Sicherungen (vor allem Hochstromsicherungen an der Batterie) regelmäßig auf Oxidation, Haarrisse und schlechte Kontakte und ersetze sie rechtzeitig. Lass bei wiederkehrenden ABS- oder ESP-Warnungen die ATE-MK100-Einheit frühzeitig testen und bei Bedarf vorbeugend überholen, anstatt weiterzufahren, bis ein Totalausfall eintritt. Vermeide außerdem Feuchtigkeitseinwirkung rund um die ABS-Einheit (beschädigte Stoßstange, Undichtigkeiten) und halte dich strikt an die vorgeschriebenen Intervalle für Bremsflüssigkeit und Bremsenwartung.