Eine Störung im ERAD-System (Electric Rear Axle Drive) des Volvo V60 Plug-in Hybrid bedeutet, dass die elektrische Hinterachse ausfällt und du nur noch mit dem Benzinmotor fahren kannst. Dieses System sorgt für den elektrischen Antrieb der Hinterräder. Diese Hybrid-System-Service-Meldung – ein Warnhinweis im Display, dass das Hybridsystem Wartung benötigt – wird häufig durch Feuchtigkeitseintritt, einen defekten Elektromotor oder verschlissene Kupplungen ausgelöst und kann zu Reparaturen von mehr als 10.000 Euro führen. Wisse, was zu tun ist, wenn diese Störung auftritt.
Was ist das ERAD-System (Electric Rear Axle Drive) im V60 Plug-in Hybrid?
Das ERAD-System steht für Electric Rear Axle Drive und sorgt für den elektrischen Antrieb der Hinterräder. Beim Volvo V60 Twin Engine – die Bezeichnung von Volvo für ihre Plug-in-Hybridmodelle mit zwei Antriebssträngen – treibt der Benzinmotor die Vorderräder an, während der ERAD-Elektromotor die Hinterachse unabhängig antreibt. Dieses System ermöglicht Allradantrieb ohne Kardanwelle, was Kraftstoff spart und die Beschleunigungsleistung verbessert.
Volvo hat verschiedene Versionen dieses Systems gebaut. Die ERAD1-Variante (erste Generation des ERAD-Systems) wurde 2016 und 2017 verbaut, zeigte aber mehrere Probleme mit Kupplungen und Sensoren. Die ERAD2-Version (zweite Generation) folgte von 2018 bis 2022, später kam ERAD3 (dritte Generation). Jede Version erhielt technische Verbesserungen, doch alle Varianten weisen bei höheren Laufleistungen ähnliche Schwachstellen auf.
‘ „Sobald die Fehlermeldung erscheint, ist es sinnvoll, das Fahren sofort einzustellen, bis die Ursache bekannt ist.“ ’
Wie erkennt man eine ERAD-Störung?
Eine Störung des ERAD-Systems macht sich durch verschiedene Signale bemerkbar. Die häufigsten sind:
- Fehlermeldung „Hybridsystem erfordert Service“ im Display
- Warnleuchte für den Antriebsstrang, die nicht erlischt
- Verlust des elektrischen Antriebs an der Hinterachse
- Erhöhter Kraftstoffverbrauch, weil nur noch der Benzinmotor arbeitet
- Klick-, Klopf- oder Mahlgeräusche von der Hinterachse beim Beschleunigen
- Ungewöhnliche Geräusche beim Wechsel zwischen elektrischem und Benzinbetrieb
- Schwierigkeiten beim Beschleunigen oder deutlich spürbarer Leistungsverlust
Diese Symptome beginnen oft schleichend. Besitzer berichten, dass sie zunächst leichte Geräusche hörten, die innerhalb weniger tausend Kilometer in einen vollständigen Ausfall der Hinterachse übergingen. Sobald die Fehlermeldung erscheint, ist es ratsam, sofort mit dem Fahren aufzuhören, bis die Ursache geklärt ist.

Häufige Ursachen für ERAD-Probleme
Mehrere Faktoren können eine Störung im ERAD-System verursachen. Die wichtigsten Ursachen sind:
- Verschleiß der Kupplung in der ERAD-Einheit, der Metallpartikel im Öl verursacht
- Defekte Temperatursensoren, die falsche Informationen an das System senden
- Verschmutztes oder gealtertes Öl, das Motor und Differential beschädigt
- Feuchtigkeitseintritt in den Elektromotor durch undichte Dichtungen
- Gebrochene Sicherungsringe (Circlips), die eine Kettenreaktion von Schäden auslösen
- Ausfall des Elektromotors durch Überlastung oder Produktionsfehler
Volvo bezeichnet das Öl im ERAD-System als „Lifetime Fluid“, in der Praxis erweist sich das jedoch als nicht haltbar. Gealtertes Öl sammelt Metallspäne und bildet Schlamm, der die internen Komponenten angreift. Dieser Prozess beschleunigt sich nach etwa 50.000 Kilometern, vor allem bei frühen ERAD1-Modellen.
Was kosten Reparaturen am ERAD-System?
Eine ERAD-Störung kann zu hohen Kosten führen. Der komplette Austausch der ERAD-Einheit kostet oft zwischen 8.000 und 10.000 Euro oder mehr. Dieser Betrag umfasst die neue Einheit, die Demontage der Hinterachse und die Arbeitszeit in einer spezialisierten Werkstatt.
Kleinere Reparaturen sind manchmal möglich, wenn das Problem frühzeitig entdeckt wird. Ein Ölwechsel mit Kontrolle kostet einige Hundert Euro. Der Austausch von Sensoren oder Dichtungen liegt meist im Bereich von 500 bis 1.500 Euro, abhängig von Zugänglichkeit und benötigten Teilen.
Prüfe, ob dein Auto noch unter Garantie fällt. Einige Besitzer konnten bei Volvo eine kostenreduzierte Reparatur im Rahmen von Kulanz erreichen, insbesondere bei bekannten Konstruktionsfehlern der ERAD1-Modelle. Das erfordert allerdings Abstimmung mit dem Händler und mitunter Durchhaltevermögen.
‘ Wechsel das Öl im ERAD-System alle 50.000 bis 100.000 Kilometer, auch wenn Volvo dies nicht vorschreibt ’
Wie lassen sich ERAD-Störungen verhindern?
Vorbeugende Wartung senkt das Risiko teurer ERAD-Reparaturen deutlich. Unternimm folgende Schritte:
- Wechsle das Öl im ERAD-System alle 50.000 bis 100.000 Kilometer, auch wenn Volvo dies nicht vorschreibt
- Lass bei jeder großen Inspektion eine Diagnose der Fehlerspeicher des Hybridsystems durchführen
- Lass das Hinterachsöl von einem Spezialisten auf Metallpartikel prüfen
- Fahre nicht weiter, wenn Warnmeldungen aktiv sind, um Folgeschäden zu vermeiden
- Verwende immer die richtige Ölspezifikation für das ERAD-System
Beim Kauf eines gebrauchten V60 Plug-in Hybrid ist besondere Vorsicht geboten. Verlange immer die vollständige Servicehistorie und lass das ERAD-Öl auf Verunreinigungen prüfen. Frühe ERAD1-Modelle aus den Jahren 2016 und 2017 haben die höchste Ausfallrate, daher solltest du den Kauf sorgfältig gegen mögliche zukünftige Kosten abwägen.

Was tun bei einer ERAD-Warnung?
Erscheint die Meldung „Hybridsystem erfordert Service“ im Display, solltest du sofort reagieren. Fahre so schnell wie möglich zu einer Werkstatt, die auf Volvo-Hybridtechnik spezialisiert ist. Vermeide hohe Geschwindigkeiten und starke Belastung des Systems.
Mit einem Diagnosegerät lassen sich die genauen Fehlercodes auslesen, die anzeigen, welche Komponente Probleme bereitet. Das hilft zu erkennen, ob es sich nur um einen kleinen Sensorfehler handelt oder um einen schweren Schaden an der ERAD-Einheit selbst. Warte nicht darauf, dass die Meldung von alleine verschwindet, denn Weiterfahren mit einer Störung kann den Schaden vergrößern.
Manche Besitzer versuchen, das Öl selbst über die Ablassschraube zu kontrollieren, doch für einen vollständigen Wechsel ist die Demontage der Hinterachse nötig. Diese Arbeit solltest du Fachleuten mit der richtigen Erfahrung und Ausrüstung überlassen. Eine falsche Diagnose oder Reparatur kann zu noch höheren Kosten führen.
Erfahrungen von V60-Plug-in-Hybrid-Besitzern
Besitzer schätzen den V60 Plug-in Hybrid für seine Fahrleistungen und Sparsamkeit, doch viele äußern Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit des ERAD-Systems. Mechaniker warnen, dass ERAD-Störungen oft schleichend beginnen – mit subtilen Geräuschen, die sich innerhalb weniger Monate zu einem vollständigen Ausfall entwickeln.
Ein häufig gehörter Tipp erfahrener Besitzer: Lass im Zweifel immer das Öl kontrollieren und warte nicht, bis die Fehlermeldung erscheint. Vorbeugendes Handeln spart schnell zehntausende Euro an Reparaturkosten. Mehrere Besitzer berichten, dass sie nach einem Ölwechsel keine Probleme mehr hatten, während andere bei aufgeschobener Wartung sehr hohe Schäden erlitten.
Die Hybridtechnik bietet viele Vorteile, verlangt aber auch spezielle Aufmerksamkeit und Wartung. Wer sich der Schwachstellen des ERAD-Systems bewusst ist und rechtzeitig handelt, kann noch jahrelang sorglos diesen Plug-in-Hybrid fahren.
‘ Finde heraus, welche Systeme anfällig sind und wie du teure Reparaturen vermeidest. ’
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Häufig gestellte Fragen
Eine ERAD-Systemstörung bei einem Volvo V60 Plug-in Hybrid bedeutet, dass der elektrische Hinterachs-Antrieb (Electric Rear Axle Drive) nicht richtig funktioniert oder (teilweise) ausgefallen ist. Dadurch verliert das Fahrzeug (vorübergehend) den elektrischen Antrieb der Hinterräder und der Allradantrieb arbeitet nicht mehr wie vorgesehen. Das Fahrverhalten ändert sich damit faktisch zu reinem Frontantrieb – mit weniger Traktion und einer anderen Balance in Kurven oder bei nassen/glatten Bedingungen. Außerdem können Leistung und Beschleunigung nachlassen und ungewöhnliche Geräusche oder Fehlermeldungen auftreten.
Häufige Ursachen einer ERAD-Systemstörung sind Verschleiß oder Beschädigung der Kupplung, defekte Temperatursensoren sowie verschmutztes oder gealtertes Öl in Motor und Differential, oft mit Metallpartikeln. Zu den Symptomen zählen der Verlust des Hinterradantriebs, eine schlechtere Kraftstoffeffizienz und deutlich spürbarer Leistungsverlust, insbesondere im elektrischen oder hybriden Fahrmodus. Fahrer bemerken zudem ungewöhnliche Geräusche (Klicken, Klopfen, Mahlen) von der Hinterachse beim Beschleunigen oder bei Schaltvorgängen. Außerdem erscheinen häufig Fehlermeldungen im Display wie „propulsion system failure“ oder hartnäckige Fehlercodes, die auch nach einem Softwareupdate nicht verschwinden.
Die zu erwartenden Reparaturkosten bei einer ERAD-Systemstörung können – je nach Schadensumfang – auf über 10.000 € steigen, insbesondere wenn ein vollständiger Austausch der Hinterachse oder des Elektromotors erforderlich ist. Die Instandsetzungsoptionen reichen von relativ begrenzten Maßnahmen wie Ölwechsel und Reinigen von Metallpartikeln bis hin zum Austausch defekter Sensoren oder Kupplungen. In schwereren Fällen ist eine Überholung oder der Austausch der kompletten ERAD-Einheit notwendig. Eine rechtzeitige Diagnose und Wartung kann die endgültigen Kosten erheblich begrenzen.
Ja, du kannst vorsorglich das ERAD-Öl etwa alle 50.000–100.000 km wechseln lassen, anstatt dich auf „Lifetime Fluid“ zu verlassen. Lass bei Wartungsarbeiten das Hinterachsöl auf Metallpartikel prüfen und Fehlermeldungen oder Warnhinweise sofort auslesen und beheben. Nimm ungewöhnliche Geräusche oder Leistungsverlust beim elektrischen Hinterradantrieb immer ernst und fahre nicht weiter damit. Ziehe eine regelmäßige Kontrolle bei einem Spezialisten in Betracht, der Erfahrung mit Volvo-Plug-in-Hybriden und speziell mit ERAD-Systemen hat.





