Der Renault Kadjar mit TCe-Motor hat ein bekanntes Problem: einen erhöhten Ölverbrauch. Dieser wird durch verschlissene Kolbenringe oder verschmutzte Zylinder verursacht, wodurch Öl in den Brennraum gelangt und dort verbrennt. Wenn du dieses Problem zu lange ignorierst, riskierst du schwere Motorschäden mit hohen Reparaturkosten. Erkennst du die Symptome rechtzeitig, kannst du mit den richtigen Schritten Schlimmeres verhindern.
Warum verbraucht der Kadjar TCe zu viel Öl?
Der erhöhte Ölverbrauch beim Renault Kadjar tritt vor allem bei den 1.2 TCe- und 1.3 TCe-Turbobenzinmotoren auf. Autoproblemen Renault Kadjar-Modelle sind insbesondere ab Baujahr 2015 für diese Beschwerde bekannt. Die Hauptursache liegt in verstopften Ölabstreifringen oder verschlissenen Kolbenringen. Diese Bauteile sorgen normalerweise dafür, dass das Öl in der Ölwanne bleibt und nicht in den Zylinder gelangt.
Wenn die Ölabstreifringe verschmutzen oder die Kolbenringe verschlissen sind, gleitet Öl an den Kolben nach oben. Dort verbrennt es zusammen mit dem Kraftstoff. Dieser Prozess führt zu Kohlenstoffablagerungen in den Zylindern und an den Einlassventilen. Die Kompression nimmt ab und der Motor läuft schlechter. Bei den 1.3 TCe-Varianten mit 130 PS und 150 PS tritt dieses Problem im Stadtverkehr besonders stark auf, weil der Motor nicht ausreichend warm wird und die Schmierung unzureichend ist.
Auch der Turbolader kann unter dem erhöhten Ölverbrauch leiden. Der Turbo benötigt eine gute Schmierung, um auf Temperatur zu bleiben und einwandfrei zu funktionieren. Zu wenig Öl sorgt für Überhitzung und Verschleiß. Die Folge sind Leistungsverlust oder blauer Rauch aus dem Auspuff. Probleme mit der Steuerkette und der Kühlung kommen ebenfalls vor und können den Ölverbrauch indirekt verstärken.
„ Je früher du eingreifst, desto geringer ist das Risiko schwerer Motorschäden. “
Erkennst du die Symptome?
Das erste Anzeichen für erhöhten Ölverbrauch ist oft ein sinkender Ölstand. Wenn du wöchentlich oder alle zwei Wochen Öl nachfüllen musst, stimmt wahrscheinlich etwas nicht. Bei einem gesunden Motor ist ein Nachfüllen in der Regel nur einmal zwischen zwei Wartungsintervallen nötig. Kadjar-Besitzer melden dieses Problem vor allem zwischen 50.000 und 100.000 Kilometern.
Achte auf diese Warnsignale:
- Bläulicher Rauch aus dem Auspuff, insbesondere beim Anfahren oder Gasgeben
- Klappernde oder tickende Geräusche aus dem Motor
- Leistungsverlust, vor allem beim Beschleunigen
- Erhöhter Kraftstoffverbrauch
- Ölkontrollleuchte, die häufiger aufleuchtet
Diese Symptome deuten auf fortgeschrittenen Verschleiß hin. Wenn du blauen Rauch siehst, verbrennt der Motor aktiv Öl. Das bedeutet, dass sich Kohlenstoffablagerungen ansammeln und die Zylinder weiter geschädigt werden. Ignoriere diese Signale nicht. Je früher du eingreifst, desto geringer ist die Gefahr schwerer Motorschäden.

Wie misst du den Ölverbrauch?
Kontrolliere den Ölstand regelmäßig, um festzustellen, ob dein Kadjar tatsächlich zu viel Öl verbraucht. Mach das auf ebenem Untergrund und warte ein paar Minuten, nachdem der Motor abgestellt wurde. Ziehe den Peilstab heraus, wische ihn sauber und stecke ihn wieder hinein. Ziehe ihn erneut heraus und lies den Stand ab.
Notiere bei jeder Messung den Kilometerstand und halte fest, wie viel Öl du nachfüllst. Normalerweise verbraucht ein Benzinmotor maximal einen halben Liter auf 10.000 Kilometer. Alles darüber hinaus gilt als erhöht. Beim Kadjar TCe berichten Besitzer teilweise von einem Verbrauch von 1 bis 2 Litern auf 5.000 Kilometer. Das ist deutlich zu viel und verlangt nach Maßnahmen.
Kontrolliere den Ölstand wöchentlich, besonders wenn du viele Kurzstrecken fährst oder überwiegend in der Stadt unterwegs bist. Dann wird der Motor nicht richtig warm und die Kolbenringe arbeiten weniger effektiv. Halte deine Messwerte in einem Heft oder einer App fest. So kannst du Muster erkennen und der Werkstatt belegen, dass ein Problem vorliegt.
Welche Lösungen gibt es?
Die Vorgehensweise bei erhöhtem Ölverbrauch hängt von der Ursache ab. Auch der Schweregrad des Problems spielt eine Rolle. Bei leichter Verschmutzung kann eine professionelle Motorspülung helfen. Dabei wird der Motor mit speziellen Mitteln gereinigt, die Kohlenstoffablagerungen und Verunreinigungen lösen. Das funktioniert gut als vorbeugende Maßnahme oder bei beginnenden Beschwerden.
Liegt ein Verschleiß der Kolbenringe oder eine Beschädigung der Zylinder vor, ist eine Reparatur unumgänglich. Ein Mechaniker baut die Kolben aus und ersetzt die Ringe. Manchmal müssen auch die Zylinder gehohnt oder plan geschliffen werden (das bedeutet, dass die Oberseite der Zylinder bearbeitet wird, um wieder eine glatte, plane Fläche herzustellen). Dieser Eingriff ist kostspielig, verhindert aber weitere Schäden. Bei starkem Verschleiß kann sogar ein Austausch des gesamten Motorblocks nötig sein. Dann gehen die Kosten in die Tausende Euro.
Besitzer, die rechtzeitig gehandelt haben, berichten nach der Reparatur von positiven Erfahrungen. Der Motor läuft wieder rund, der Ölverbrauch normalisiert sich und der Leistungsverlust verschwindet. Warte also nicht zu lange. Bitte deine Werkstatt um einen Kompressionstest. Dieser zeigt, ob die Kolbenringe noch richtig arbeiten und ob die Zylinder ausreichend Druck aufbauen.
„ Sorgfältige Ölpflege macht den Unterschied. “
Praktische Tipps, um Schäden zu vermeiden
Du kannst selbst Maßnahmen ergreifen, um den Ölverbrauch zu begrenzen und den Motor gesund zu halten. Diese Tipps helfen dabei:
- Verwende hochwertige synthetische Motoröle mit der richtigen Spezifikation für deinen Kadjar
- Wechsle das Öl häufiger als vom Hersteller vorgeschrieben, zum Beispiel alle 10.000 bis 15.000 Kilometer
- Fahre regelmäßig mit etwas höheren Drehzahlen, um Kohlenstoffablagerungen abzubrennen
- Vermeide Kurzstrecken, bei denen der Motor nicht richtig warm wird
- Lass den Ölstand wöchentlich kontrollieren und fülle rechtzeitig nach
- Ziehe eine professionelle Motorreinigung als vorbeugende Maßnahme in Betracht
Sorgfältige Ölpflege macht den Unterschied. Verwende synthetische Öle und wechsle sie regelmäßig, damit der Motor sauber bleibt und der Verschleiß begrenzt wird. Synthetische Öle schützen besser vor Verschleiß und halten den Motor sauberer. Wenn du häufiger als üblich wechselst, entfernst du Verschmutzungen und Verbrennungsrückstände, bevor sie Schäden verursachen. Fährst du häufig in der Stadt, plane gelegentlich eine längere Autobahnfahrt ein. Der Motor erreicht dann seine Betriebstemperatur und brennt Ablagerungen ab.

Spezifikationen der TCe-Motoren
Der Renault Kadjar mit 1.2 TCe hat einen Hubraum von 1.198 cm³ und leistet 130 PS bei 5.500 Umdrehungen pro Minute. Das Drehmoment beträgt 205 Nm ab 2.000 Umdrehungen. Der durchschnittliche Verbrauch liegt zwischen 5,8 und 6,8 Litern pro 100 Kilometer. Der CO2-Ausstoß variiert von 126 bis 130 Gramm pro Kilometer. Die Beschleunigung von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde dauert 10,1 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit beträgt 192 Kilometer pro Stunde.
Diese Motoren bieten gute Fahrleistungen und sind sparsam im Verbrauch. Viele Besitzer schätzen den Fahrkomfort und die Motorleistung. Der erhöhte Ölverbrauch bleibt jedoch ein wichtiger Punkt. Mit steigender Laufleistung nimmt das Risiko von Problemen mit Ölabstreifringen und Kolbenringen zu. Bleib wachsam und lass den Motor regelmäßig warten.
Erfahrungen von Besitzern
Kadjar-Fahrer berichten von unterschiedlichen Erfahrungen mit dem Ölverbrauch. Manche haben kaum Probleme und füllen nur gelegentlich nach. Andere kämpfen mit dauerhaft hohem Verbrauch und müssen jeden Monat einen Liter nachfüllen. Der 1.2 TCe 130 Intens aus dem Jahr 2015 wird in Foren häufig erwähnt, mit Beschwerden über Probleme an den Ölabstreifringen bei Laufleistungen über 80.000 Kilometern.
Positive Rückmeldungen kommen von Besitzern, die rechtzeitig etwas unternehmen ließen. Nach der Instandsetzung der Kolbenringe oder einer gründlichen Reinigung läuft der Motor wieder wie neu. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch bleibt günstig, häufig bei rund 6,8 Litern pro 100 Kilometer im Eco-Modus. Das macht den Kadjar weiterhin zu einer attraktiven Wahl, vorausgesetzt, du hältst die Wartung konsequent ein.
Auf der Website von Carnews findest du noch mehr Informationen zu Renault-Modellen und häufig auftretenden technischen Problemen. Erfahre, worauf du bei deinem Auto achten solltest und welche Wartungstipps wirklich helfen, Motorschäden zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Die häufigsten technischen Ursachen sind verstopfte oder festsitzende Ölabstreifringe und verschlissene Kolbenringe, wodurch mehr Öl in den Brennraum gelangt. Das führt zu zusätzlichen Kohlenstoffablagerungen in den Zylindern und an den Einlassventilen, was das Problem weiter verschärfen kann. Besonders beim 1.3 TCe kann unzureichende Schmierung, zum Beispiel durch viel kurzen Stadtverkehr, auch den Turbolader schädigen und so den Ölverbrauch erhöhen. Probleme mit Steuerkette und Kühlung kommen ebenfalls vor und können den Ölverbrauch indirekt verstärken.
Wirksame Lösungen sind unter anderem die Verwendung hochwertiger, vollsynthetischer Motoröle mit der richtigen Spezifikation und die Verkürzung des Ölwechselintervalls auf etwa alle 10.000–15.000 km. Bei dauerhaft hohem Verbrauch solltest du einen Kompressionstest und eine Kontrolle der Kolben- und Ölabstreifringe durchführen lassen, damit Verschleiß rechtzeitig behoben werden kann. Fahre regelmäßig längere Strecken bei Betriebstemperatur mit etwas höheren Drehzahlen, um Kohlenstoffablagerungen zu reduzieren, und vermeide vor allem viele Kurzstrecken. Ziehe zudem eine professionelle interne Motorreinigung (zum Beispiel Reinigung der Ölabstreifringe und des Ansaugtrakts) als vorbeugende oder korrigierende Maßnahme in Betracht.
Ob du Anspruch auf (erweiterte) Garantie oder Kulanz von Renault hast, hängt von Baujahr, Kilometerstand, Wartungshistorie und davon ab, ob das Problem bereits früher gemeldet wurde; dies wird vom Händler bzw. Importeur jeweils im Einzelfall geprüft. Bei anerkannten Problemen mit erhöhtem Ölverbrauch ist manchmal (teilweise) Kulanz möglich, insbesondere bei nachweislicher Wartung beim Vertragshändler. Wenn Renault nichts übernimmt, können die Kosten für eine interne Instandsetzung des Motors (Kolben-/Ölabstreifringe, Zylinderkopf) grob von einigen Tausend Euro variieren – je nach konkretem Schaden und Arbeitsaufwand. Lass daher zunächst eine Diagnose und gegebenenfalls einen Kulanzantrag über einen offiziellen Renault-Händler erstellen, um eine detaillierte Kosteneinschätzung zu erhalten.
Erhöhter Ölverbrauch führt langfristig häufig zu beschleunigtem Verschleiß von Kolbenringen, Zylinderlaufbahnen und Ventilen und damit zu einem Verlust an Kompression und Motorleistung. Durch verbrennendes Öl entstehen Kohlenstoffablagerungen im Brennraum und an den Einlassventilen, was die Verbrennung verschlechtert und den Kraftstoffverbrauch erhöht. Auch Bauteile wie der Turbolader können durch unzureichende oder verschmutzte Schmierung schneller verschleißen. Unbehandelt kann dies letztlich zu schweren Motorschäden und einer deutlich verkürzten Motorlebensdauer führen.
Ja, du kannst vorbeugende Maßnahmen ergreifen, zum Beispiel den Ölstand wöchentlich kontrollieren und stets das vorgeschriebene, hochwertige synthetische Öl verwenden. Lass Öl und Ölfilter häufiger wechseln (zum Beispiel alle 10.000–15.000 km), um Verschmutzung und Kohlenstoffablagerungen zu begrenzen. Fahre regelmäßig längere Strecken bei Betriebstemperatur und vermeide überwiegend Kurzstrecken, um den Motor innerlich sauberer zu halten. Ziehe bei beginnenden Beschwerden einen Kompressionstest und gegebenenfalls eine professionelle Reinigung der Ölabstreifringe in Betracht, um schwerwiegenden Verschleiß frühzeitig zu verhindern.





