Ford Focus Focus ST und RS probleme

Ford Focus Focus ST und RS probleme

Der Ford Focus ST und RS haben mit denselben grundlegenden Problemen zu kämpfen wie normale Focus-Modelle, aber der sportliche Motor und das Getriebe sorgen für zusätzliche Belastungen. Der RS hat außerdem spezifische Feuchtigkeitsprobleme in der Rückfahrkamera und besonders korrosionsanfällige Kühlergrills. Planst du, einen dieser Hot Hatches zu kaufen? Lies dann zuerst, mit welchen Problemen du rechnen musst und wie du sie vermeidest.

Motorprobleme bei erhöhter Belastung

Der Turbobenzinmotor von Ford (EcoBoost) im ST und RS liefert beeindruckende Leistung, aber nicht ohne Risiko. Beide Modelle teilen sich eine Reihe wiederkehrender Motorprobleme, die vor allem bei intensiver Nutzung sichtbar werden.

Pre-Facelift-ST-Modelle aus dem Zeitraum 2012–2018 haben Probleme mit schwankenden Drehzahlen oder einem absterbenden Motor. Ursache sind defekte Kabelverriegelungen. Ford hat dazu Rückrufe für eine kostenlose Reparatur herausgegeben. Prüfe, ob dieser Rückruf bei deinem Kandidatenfahrzeug durchgeführt wurde.

Das Kraftstoffdampf-Entlüftungssystem (das sogenannte Purge Valve und der EVAP-Canister) fällt regelmäßig aus. Das führt zu einer leuchtenden Check-Engine-Kontrollleuchte, Startproblemen und Kraftstoffaustritt beim Tanken. Auch hierfür gibt es einen Rückruf, bei dem Ford die Teile kostenlos ersetzt.

RS-spezifische Motorrisiken

Der RS hat zusätzliche Motorprobleme, die direkt mit der höheren Leistungsabgabe zusammenhängen. Zylinderkopfdichtungen können durchbrennen, Zylinderköpfe reißen und Überhitzung ist für den Motor fatal. Das sind kostspielige Reparaturen, die sich oft auf mehrere tausend Euro belaufen.

Bei Turbomotoren wie im RS tritt frühzeitige Verbrennung bei niedrigen Drehzahlen (Low Speed Pre-Ignition) regelmäßig auf. Das geschieht, wenn du bei niedrigen Drehzahlen Vollgas gibst. Die frühzeitige Verbrennung verursacht Kohlenstoffablagerungen und kann den Motor schwer beschädigen. Vermeide das, indem du bei niedrigen Drehzahlen sanft beschleunigst.

  • Motoröl alle 10.000 Kilometer mit Qualitätsöl wechseln
  • Nur Premiumkraftstoff verwenden, um Kohlenstoffablagerungen zu begrenzen
  • Auf Abgasrauch, Kühlmittelverlust und niedrigen Ladedruck achten
  • Prüfen, ob Rückrufe für Kabelverriegelungen und Kraftstoffdampf-Entlüftungssystem durchgeführt wurden

„ Erhöhtes Drehmoment und Leistung beschleunigen den Verschleiß von Getriebe und Kupplung erheblich. “

Getriebe und Kupplung unter Druck

Das manuelle Sechsganggetriebe ist nicht für dauerhaft hohe Belastung ausgelegt. Synchronringe brechen Laschen ab, was zu harten Schaltvorgängen und mahlenden Geräuschen führt. In schweren Fällen kann das Getriebe blockieren.

Die Kupplung rutscht bei hoher Belastung, vor allem in den höheren Gängen. Teste das bei einer Probefahrt, indem du bei niedrigen Drehzahlen stark beschleunigst. Wenn du merkst, dass die Drehzahl steigt, ohne dass die Geschwindigkeit im gleichen Maß zunimmt, ist die Kupplung reif für den Austausch.

Meide Fahrzeuge mit starker Leistungssteigerung durch Tuning. Erhöhtes Drehmoment und mehr Leistung beschleunigen den Verschleiß von Getriebe und Kupplung erheblich. Wähle immer Exemplare mit lückenloser Wartungshistorie.

Ford Focus Ford Focus

Aufhängung und Bremsen verschleißen schneller

Die sportlichere Aufhängung von ST und RS ist straffer abgestimmt für besseres Fahrverhalten. Das erhöht jedoch den Verschleiß von Stoßdämpfern, Querlenkern und Federn. Sportliche Fahrweise beschleunigt diesen Prozess zusätzlich.

Unregelmäßiger Reifenverschleiß weist auf Probleme mit der Achsgeometrie oder verschlissene Komponenten hin. Vergleiche das Fahrverhalten während einer Probefahrt mit mehreren Exemplaren. Achte auf Poltern über Bodenwellen oder ein schwammiges Lenkgefühl.

Bremsscheiben verziehen sich durch die höheren Bremskräfte. Bremsleitungen rosten stark, insbesondere bei Fahrzeugen, die regelmäßig im Winter gefahren werden. Inspiziere die Bremsen gründlich und ersetze rostige Leitungen vorsorglich.

  • Reifenprofile auf ungleichmäßigen Verschleiß prüfen
  • Eine Probefahrt über schlechte, holprige Straßen machen
  • Felgen auf Bordsteinschäden oder abgeplatzten Lack kontrollieren
  • Bremsscheiben und Leitungen auf Rost prüfen

Elektrische Probleme und Verschleiß im Innenraum

Bei manchen Modellen flackert das Tagfahrlicht. Ein Softwareupdate kann das beheben, aber nicht immer. Scheinwerfer fallen regelmäßig aus und stehen manchmal schief. Teste die gesamte Beleuchtung bei einer Tages- und einer Nachtfahrt.

Die 12V-Batterie verschleißt schneller als bei normalen Focus-Modellen. Das liegt am höheren Stromverbrauch der zusätzlichen Elektronik. Prüfe die Ladespannung und frage, wann die Batterie zuletzt ersetzt wurde.

Der Innenraum verkratzt leicht und Zierteile sitzen locker, wenn das Auto häufig für Modifikationen zerlegt wurde. Elektronik wie Tempomat und Warnleuchten zeigt Aussetzer. Teste alle Funktionen während der Probefahrt gründlich.

„ Der Grill des RS rostet schneller als bei anderen Focus-Modellen. “

RS-spezifische Feuchtigkeitsprobleme

Die Rückfahrkamera des RS ist anfällig für Feuchtigkeitseintritt. Das führt zu einem verschwommenen Bild oder komplettem Ausfall der Kamera. Prüfe die Funktion bei feuchtem Wetter.

Der Grill des RS rostet schneller als bei anderen Focus-Modellen. Das ist vor allem an der Unterseite und rund um die Befestigungspunkte sichtbar. Inspiziere den Grill gründlich auf Rostbildung und abblätternden Lack.

Ford Focus Ford Focus

Sind ST und RS zuverlässiger als die normalen Modelle?

ST und RS sind nicht zuverlässiger als normale Focus-Modelle. Sie haben dieselben grundlegenden Probleme mit Getriebe, Motor und Kühlung, werden aber zusätzlich durch höhere Belastung strapaziert. Die Wahrscheinlichkeit von Defekten steigt, je härter das Auto genutzt wird.

Besitzer berichten, dass die Autos bei guter Wartung zuverlässig sein können. Häufige Ölwechsel, Qualitätskraftstoff und rechtzeitiger Austausch von Verschleißteilen sind dafür Voraussetzung. Fahrzeuge ohne vollständige Wartungshistorie sind ein größeres Risiko.

Wartungskosten liegen höher

Die Wartung eines ST oder RS ist teurer als bei einem normalen Focus. Bremsen, Reifen und Fahrwerkskomponenten verschleißen schneller und sind kostspieliger. Ein Kupplungswechsel kostet schnell zwischen 800 und 1.200 Euro. Motorprobleme wie defekte Zylinderkopfdichtung oder Zylinderkopfreparaturen können sich auf 3.000 Euro oder mehr summieren.

Plane zusätzlich Budget für vorbeugende Wartung ein. Häufigere Ölwechsel sowie die Kontrolle von Kühlsystem, Turbo und Getriebe verhindern teure Schäden. Rechne im Schnitt mit 30 bis 50 Prozent höheren Wartungskosten als bei einem normalen Focus.

„ Mit gezielten Kontrollen und vorbeugender Wartung genießt du diese leistungsstarken Hot Hatches sicher. “

Worauf solltest du beim Kauf achten?

Suche nach Exemplaren mit vollständiger Wartungshistorie und frage nach durchgeführten Rückrufen. Meide Fahrzeuge mit Unfallschäden oder solche, die als gestohlen registriert waren. Achte auf Anzeichen von laienhaftem Tuning oder Umbauten ohne fachgerechte Installation.

Teste das Auto gründlich auf unterschiedlichen Straßenarten. Achte auf Schaltprobleme, Kupplungsrutschen und Motorleistung. Prüfe, ob der Motor sauber anspringt und beim Beschleunigen keine ungewöhnlichen Geräusche macht.

  • Um eine vollständige Wartungshistorie bitten
  • Prüfen, ob Rückrufe durchgeführt wurden
  • Stark getunte Exemplare meiden
  • Kupplung und Getriebe während der Probefahrt testen
  • Fahrwerk, Bremsen und Reifen gründlich inspizieren
  • Alle Elektronikfunktionen und die Beleuchtung prüfen

Der Ford Focus ST und RS bieten fantastische Fahrleistungen, verlangen dafür aber Aufmerksamkeit. Mit gezielten Kontrollen und vorbeugender Wartung genießt du diese leistungsstarken Hot Hatches sicher. Auf der Website von Carnews findest du mehr Informationen über andere Ford-Modelle und ihre bekannten Probleme. Entdecke, welches Auto am besten zu deinen Wünschen passt.

Häufig gestellte fragen

Die häufigsten technischen probleme beim Ford Focus ST und RS sind Motorprobleme wie Abgasrauch, Kühlmittelverlust, Verlust des Ladedrucks und beim RS speziell undichte Zylinderkopfdichtungen und rissige Zylinderköpfe. Außerdem fallen defekte Purge Valves und EVAP-Canister häufig auf, was zu Warnleuchten und Problemen beim Tanken führt. Das 6-Gang-Getriebe kann unter verschlissenen Synchronringen und rutschenden Kupplungen bei hoher Belastung leiden. Zudem verschleißen Fahrwerksteile, Bremsen und Beleuchtung relativ schnell, nicht zuletzt durch sportliche Nutzung.

Beim Focus RS mk3 sind speziell probleme mit durchgebrannten Zylinderkopfdichtungen, rissigen Zylinderköpfen und Überhitzung bekannt, oft in Zusammenhang mit LSPI (Low Speed Pre-Ignition) bei starkem Beschleunigen aus niedrigen Drehzahlen. Bei den EcoBoost-Motoren sowohl im Focus ST als auch im RS treten Beschwerden wie Rauch aus dem Auspuff, Kühlmittelverlust und niedriger Ladedruck auf. Für die ST-Modelle ist darüber hinaus das ausfallende Purge Valve/EVAP-Canister ein bekanntes problem, das Startschwierigkeiten und Fehlercodes verursacht. Auch schwankende Leerlaufdrehzahlen und gelegentliches Absterben des Motors bei Pre-Facelift-STs sind typische, wiederkehrende probleme.

Diese probleme erhöhen die wartungskosten erheblich, da Bauteile wie Zylinderkopfdichtung, Getriebe-Synchronringe, Fahrwerk und Bremsen häufiger ersetzt oder überholt werden müssen. Wiederkehrende themen wie EVAP- und Kühlprobleme können zu teuren Folgeschäden führen (Überhitzung, Motorschäden). Langfristig sinkt die allgemeine zuverlässigkeit, insbesondere bei harter Beanspruchung oder mangelhafter Wartung. Nur strikte, vorbeugende Wartung und das rechtzeitige Beheben bekannter Schwachstellen halten die zuverlässigkeit auf einem akzeptablen niveau.

Achte bei einem gebrauchten Focus ST oder RS vor allem auf Motorprobleme: Prüfe auf Kühlmittelverlust, Rauch aus dem Auspuff, niedrigen Ladedruck und (beim RS) Anzeichen einer durchgebrannten Zylinderkopfdichtung oder Überhitzung. Teste das manuelle Getriebe und die Kupplung auf schwergängiges oder kratzendes Schalten sowie auf eine rutschende Kupplung bei starkem Beschleunigen. Kontrolliere Fahrwerk und Bremsen auf klappernde oder polternde Geräusche, unregelmäßigen Reifenverschleiß, verzogene Bremsscheiben und rostige Bremsleitungen. Bestehe auf einer lückenlosen Wartungshistorie und sei besonders kritisch bei getunten oder stark beanspruchten (Trackday-)Exemplaren.

Ja, Besitzer können verschiedene vorbeugende maßnahmen ergreifen, um probleme zu begrenzen. Regelmäßige Ölwechsel mit hochwertigem Öl und die ausschließliche Nutzung von Premiumkraftstoff verringern Verschleiß und Kohlenstoffaufbau. Das vorsorgliche Ersetzen bekannter Schwachstellen wie Purge Valve, Bremsleitungen und verschlissener Fahrwerksteile hilft, Ausfälle zu vermeiden. Außerdem ist es entscheidend, Vollgas bei niedrigen Drehzahlen zu meiden und ein Fahrzeug mit vollständiger Wartungshistorie zu wählen.