Der Kia Picanto ist ein günstiger Stadtwagen, der auf dem Gebrauchtwagenmarkt reichlich verfügbar ist, aber nicht jedes Exemplar ist gleich zuverlässig. Bei Fahrzeugen aus dieser Klasse sieht man häufig Verschleiß durch intensiven Stadtverkehr, während bestimmte Schwachstellen wie Injektoren, Kurbelwelle und Kupplung bei bestimmten Baujahren besondere Aufmerksamkeit erfordern. Wenn du weißt, worauf du achten musst, findest du einen zuverlässigen Picanto zu einem fairen Preis.
Warum der Picanto als Gebrauchtwagen so beliebt ist
Der Kia Picanto spricht Käufer mit begrenztem Budget an. Die Preise beginnen bereits bei 2.500 Euro für ältere Exemplare der zweiten Generation. Für ein Modell der dritten Generation zahlst du mindestens 6.000 Euro. Die große Auswahl auf dem Markt bietet dir reichlich Vergleichsmöglichkeiten. Aktuell sind in den Niederlanden über 1.948 Gebrauchtwagen verfügbar. Dieses große Angebot macht es leichter, ein gut gewartetes Exemplar zu finden.
Beachte jedoch, dass der Kia Picanto bekannte Autoprobleme hat, die mit intensivem Einsatz im Stadtverkehr zusammenhängen. Viele Exemplare haben hohe Laufleistungen, weil die Besitzer das Auto täglich für kurze Strecken nutzen. Kupplung, Injektoren und Klimaanlage verschleißen dadurch schneller.
„ Ein gut gewarteter Motor kann deutlich über 150.000 Kilometer halten. “
Checkliste für Verschleiß durch Stadtverkehr
Stadtautos werden stärker beansprucht, als man oft denkt. Schalten, Bremsen und Beschleunigen belasten bestimmte Bauteile besonders. Kontrolliere deshalb diese Punkte beim Picanto sorgfältig.
Kupplung und Getriebe
Die Kupplung ist ein häufiges Thema bei gebrauchten Picanto-Modellen. Vor allem Exemplare mit vielen Stadtkilometern zeigen frühen Verschleiß. Teste während der Probefahrt, ob die Kupplung weich und gleichmäßig greift. Achte auf Durchrutschen beim Anfahren oder ruckartige Schaltvorgänge. Frage den Verkäufer, wann die Kupplung zuletzt erneuert wurde. Der Austausch einer Kupplung kostet schnell einige Hundert Euro – berücksichtige das in deinem Kaufpreis.
Prüfe bei Automatikgetrieben, ob die Gangwechsel sanft verlaufen. Achte dabei auf Ruckeln oder Aussetzer. Automatikgetriebe kosten bei neuen Modellen rund 2.000 Euro Aufpreis, weshalb gebrauchte Automaten teurer sind als handgeschaltete Versionen. Bist du dir über den Zustand des Getriebes unsicher, lass einen Mechaniker mitprobefahren.
Injektoren und Motorleistung
Bei älteren Picanto-Modellen können Injektoren ausfallen. Das tritt vor allem bei Autos auf, die viele Kurzstrecken gefahren sind. Unruhiger Leerlauf, zähes Starten oder Leistungsverlust sind häufige Symptome. Auch kann der Motor schlecht anspringen.
Überprüfe während der Probefahrt, ob der Motor sauber anspringt und ob beim Beschleunigen ungewöhnliche Geräusche zu hören sind. Die meisten Gebrauchtwagen sind mit dem 1.0 DPi-Benzinmotor mit 68 PS ausgestattet. Dieser Motor ist sparsam und für den Stadtverkehr geeignet, benötigt aber regelmäßige Wartung. Kontrolliere die Wartungshistorie und frage, wann die letzte große Inspektion durchgeführt wurde. Ein gut gewarteter Motor kann deutlich über 150.000 Kilometer halten.
Klimaanlage und Klimasystem
Probleme mit der Klimaanlage kommen bei gebrauchten Stadtautos häufig vor. Das System wird oft vernachlässigt, weil Reparaturen teuer sind. Teste, ob die Klimaanlage wirklich kalte Luft bläst und ob ungewöhnliche Gerüche auftreten. Funktioniert die Klimaanlage nicht richtig, kann das auf ein Leck oder einen defekten Kompressor hinweisen. Reparaturen gehen schnell in die Hunderte Euro.

Technische Schwachstellen, die speziell den Picanto betreffen
Neben allgemeinem Verschleiß durch Stadtbetrieb hat der Picanto einige modellspezifische Schwachpunkte. Diese Probleme treten bei bestimmten Baujahren häufiger auf und erfordern daher eine besonders gründliche Kontrolle.
Kurbelwelle und Motorprobleme
Bei einigen Exemplaren werden Probleme im Zusammenhang mit der Kurbelwelle gemeldet. Das kann sich in Motorgeräuschen, Vibrationen oder nachlassender Leistung äußern. Lass den Motor während der Probefahrt gut warm werden. Höre auf ungewöhnliche Geräusche. Starte das Auto mehrmals im kalten und warmen Zustand. So deckst du mögliche Anlaufprobleme auf.
Kabelbruch und elektrische Störungen
Kabelbruch ist weniger bekannt, aber ein wichtiges Prüfkriterium. Vor allem bei älteren Exemplaren können Kabel durch Verschleiß oder fehlerhafte Montage beschädigt werden. Prüfe, ob alle elektrischen Funktionen tadellos arbeiten. Teste Fensterheber, Zentralverriegelung, Beleuchtung und Instrumente im Armaturenbrett. Fehlermeldungen im Cockpit können auf Kabelbrüche oder lose Kontakte hindeuten.
Die besten Baujahre und Generationen für Gebrauchtkäufer
Der Picanto hat mehrere Generationen mit jeweils eigenen Merkmalen. Die zweite Generation lief von 2011 bis 2016 und ist heute am günstigsten zu bekommen. Die Preise beginnen bei rund 2.500 Euro, allerdings haben diese Exemplare oft schon hohe Laufleistungen. Achte bei diesen älteren Autos besonders auf den Wartungszustand.
Die dritte Generation startete 2017 und ist moderner, mit besserer Ausstattung und mehr Sicherheit. Für diese Exemplare zahlst du ab 6.000 Euro. Modelle aus den Jahren 2020 bis 2023 kosten zwischen 8.000 und 22.000 Euro. Der Preis hängt von Ausstattung und Kilometerstand ab. Diese Preisklasse ist modern und trotzdem bezahlbar. Außerdem bieten diese Autos ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Aktuelle Modelle aus den Jahren 2024 und 2025 kosten mindestens 21.000 Euro. Das liegt nah am Neupreis von 21.995 Euro, wodurch die Entscheidung für ein nagelneues Exemplar mit voller Garantie oft attraktiver wird.
„ Diese Ausführung hat weniger Extras, ist mechanisch aber identisch mit teureren Versionen. “
Ausstattungsvarianten und ihre Preisunterschiede
Den Picanto gibt es in verschiedenen Ausstattungsvarianten, die sich deutlich im Preis unterscheiden. Die DynamicLine ist die Basisversion und auf dem Gebrauchtwagenmarkt am günstigsten. Diese Ausführung bietet weniger Ausstattung, ist mechanisch aber identisch mit den teureren Versionen.
Die DynamicPlusLine bietet mehr Komfort und zusätzliche Extras. Die GT-Line ist die Topversion mit sportlichen Details und Vollausstattung. Diese Varianten kosten oft 25.000 Euro oder mehr – das gilt auch für Gebrauchtwagen. Prüfe genau, ob dir die zusätzlichen Extras den Aufpreis für deine Nutzung wert sind.

Häufige Fehler beim Kauf eines gebrauchten Picanto
Käufer übersehen oft kleine, aber kostspielige Details. Die HU-Fälligkeit (APK-Datum) zu prüfen, klingt selbstverständlich, trotzdem schließen viele den Kauf ab, ohne dies zu kontrollieren. Eine abgelaufene Hauptuntersuchung bedeutet sofort zusätzliche Kosten und möglicherweise unerwartete Reparaturen.
Ein weiterer häufiger Fehler ist der Verzicht auf eine Probefahrt. Gerade bei Stadtautos mit hoher Laufleistung erfährst du beim Fahren viel über den Zustand des Fahrzeugs. Teste die Kupplung gründlich, indem du in verschiedenen Gängen beschleunigst. Prüfe, ob sich der Motor sauber hochdrehen lässt und ob beim Bremsen ungewöhnliche Geräusche auftreten.
Die Wartungshistorie wird oft unterschätzt. Verlange immer das Serviceheft oder Rechnungen über durchgeführte Arbeiten. Ein gut gewarteter Picanto mit 120.000 Kilometern ist zuverlässig. Ein schlecht gewartetes Exemplar mit 80.000 Kilometern ist es oft nicht.
Verhandlungstipps und zusätzliche Vorteile
Einige Händler bieten derzeit Eintauschprämien an. Der Vorteil liegt zwischen 1.000 und 1.500 Euro. Verhandle darüber, auch wenn du kein Auto in Zahlung gibst. Mitunter lässt sich dieser Vorteil auch als direkter Rabatt aushandeln.
Die Laufleistung ist ein starkes Verhandlungsargument. Vergleiche ähnliche Exemplare und weise den Verkäufer anschließend auf Preisunterschiede hin. Autos mit einem Tankvolumen von 35 Litern sind günstig im Unterhalt, aber erwähne eventuelle Mängel, die du bei der Besichtigung gefunden hast, um den Preis zu drücken.
Prüfe, ob noch Restgarantie vorhanden ist. Kia bietet bei bestimmten Modellen bis zu 10 Jahre Garantie. Selbst eine verbleibende Garantie von einigen Monaten gibt dir Sicherheit und ist bei den Verhandlungen bares Geld wert.
„ Das kostet nur ein paar Dutzend Euro, kann dir aber Hunderte Euro an Reparaturkosten ersparen. “
Clevere Kaufstrategie im Überblick
Wähle, wenn es dein Budget zulässt, ein Exemplar der dritten Generation. Diese Autos haben weniger Kinderkrankheiten und sind besser ausgestattet. Ist dein Budget stark begrenzt, entscheide dich für ein gut gewartetes Exemplar der zweiten Generation mit lückenloser Wartungshistorie.
Führe immer eine gründliche Inspektion durch oder lass einen unabhängigen Mechaniker mitprüfen. Das kostet nur ein paar Dutzend Euro, kann dir aber Hunderte Euro an Reparaturkosten ersparen. Achte gezielt auf Kupplung, Injektoren, Klimaanlage, Kurbelwelle und elektrische Systeme.
Vergleiche mehrere Exemplare, bevor du dich entscheidest. Mit fast 2.000 verfügbaren Gebrauchtwagen auf dem Markt hast du reichlich Auswahl. Lass dir Zeit und triff deine Entscheidung ohne Hektik, um das passende Fahrzeug zu finden.
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Häufig gestellte Fragen
Prüfe, ob der Motor im Leerlauf ruhig läuft, keine tickenden oder rasselnden Geräusche macht und nicht aus dem Auspuff raucht (blauer oder weißer Rauch). Achte auf Motorölundichtigkeiten rund um Ventildeckel, Ölwanne und an den Kurbelwellendichtringen. Teste das Schalt- oder Automatikgetriebe auf sanfte Gangwechsel ohne Ruckeln, rutschendes Kupplungsgefühl oder Nebengeräusche. Unternimm eine Probefahrt mit Autobahngeschwindigkeit, um auf ungewöhnliche Brumm- oder Vibrationsgeräusche von Motor, Getriebe oder Antriebswellen zu achten.
Die dritte Generation des Kia Picanto (ab 2017) gilt allgemein als zuverlässiger und moderner als ältere Generationen, unter anderem dank verbesserter Technik und Verarbeitung. Auch gut gewartete Exemplare der zweiten Generation (2011–2016), insbesondere mit dem 1.2-CVVT-Motor, können noch viele Kilometer problemlos absolvieren. Probleme oder höhere Kosten treten relativ häufiger bei Fahrzeugen mit schlechter oder unvollständiger Wartung auf – unabhängig von der Generation. Achte daher immer auf eine lückenlose Wartungshistorie und lass eine Kaufinspektion durchführen.
Achte während der Probefahrt auf ein direktes und präzises Lenkgefühl: Wie schnell reagiert die Lenkung um die Mittellage, wie viel Rückmeldung gibt sie über Grip und Fahrbahnoberfläche und fühlt sie sich bei höherem Tempo natürlich an? Beurteile das Fahrwerk hinsichtlich des Gleichgewichts zwischen Komfort und Kontrolle: Karosseriebewegungen in Kurven, über Bodenwellen und Schlaglöcher sowie die Stabilität des Wagens bei hoher Geschwindigkeit und schnellen Ausweichmanövern. Teste die Bremsen auf den ersten „Biss“, die Dosierbarkeit und den Pedaldruck bei einer kräftigen Vollbremsung, am besten mehrmals hintereinander, um Fading zu erkennen. Achte dabei auch auf die Spurtreue beim starken Bremsen und auf mögliche Vibrationen oder ein Ziehen zur Seite.
Untersuche die Schweller, Radläufe (insbesondere die Kanten an den Kotflügeln) und die Unterkanten der Türen gründlich, da sich hier häufig Feuchtigkeit und Schmutz sammeln. Achte besonders auf die Befestigungspunkte der Hilfsrahmen, die Aufhängung und die Federbeindome, wo Steinschlag und Spritzwasser Rost verursachen können. Kontrolliere den Kofferraumboden und die Karosserienähte rund um die Heckklappe, weil eindringendes Wasser hier oft zu versteckter Korrosion führt. Sieh dir auch Auspuffanlage und Hitzeschilde an, da diese durch Temperaturschwankungen und Spritzwasser schnell rosten können.
Es sind keine großen, modellübergreifenden Rückrufaktionen bekannt, die den Kia Picanto als besonders riskantes Gebrauchtmodell einstufen würden. Wichtig ist jedoch, für jedes einzelne Fahrzeug zu prüfen, ob alle Serviceaktionen und kleineren Rückrufe durchgeführt wurden – zum Beispiel über den Markenhändler anhand Kennzeichen und Fahrgestellnummer. Bitte den Verkäufer ausdrücklich um Unterlagen zu Rückrufaktionen und Wartungsarbeiten. Lass bei Unsicherheit eine Kaufinspektion durchführen, damit eventuell versäumte Rückrufaktionen oder Mängel ans Licht kommen.





