Gebrauchten Qashqai kaufen ohne böse Überraschungen

Gebrauchten Qashqai kaufen ohne böse Überraschungen

Ein gebrauchter Nissan Qashqai bietet viel Gegenwert für dein Geld. Achte aber genau auf die Steuerkette (dieses Bauteil steuert das Timing des Motors), das CVT-Getriebe (stufenloses Automatikgetriebe) und den Zustand des Fahrwerks (das gesamte System aus Aufhängung, Achsen und Radaufhängungsteilen).

Mit den richtigen Schwerpunkten bei der Kontrolle vermeidest du teure Reparaturen. So fährst du jahrelang sorglos in diesem beliebten Crossover. Finde heraus, worauf du achten musst, bevor du deine Unterschrift setzt.

Warum der Qashqai eine gute Wahl ist

Der Nissan Qashqai schneidet als Familienauto sehr gut ab. Das Fahrverhalten ist komfortabel und der Kofferraum bietet mindestens 504 Liter. Die hohe Sitzposition sorgt für guten Überblick. Durch die umklappbare Rücksitzbank wächst das Ladevolumen auf bis zu 1.593 Liter.

Für weniger als 10.000 Euro findest du gepflegte Exemplare aus der Zeit vor 2010. Jüngere Modelle mit zusätzlichen Extras kosten etwa 15.000 bis 16.000 Euro.

Bekannte Nissan-Qashqai-Probleme treten vor allem bei bestimmten Motoren und beim CVT-Getriebe auf. Führe während der Probefahrt und beim Werkstattcheck eine gezielte Kontrolle durch. So bist du gut vorbereitet.

Die Wartungshistorie ist dabei dein bester Freund. Vor allem bei frühen Baujahren führt vernachlässigte Wartung schnell zu Defekten.

Steuerkette und Motorprobleme

Der 1.5 dCi-Diesel ist für Probleme mit dem Zahnriemen bekannt. Dieser Motor ist anfällig für Verschleiß. Vor allem bei viel Stadtbetrieb mit kurzen Strecken verschärft sich dieses Problem.

Der Riemen kann ohne Vorwarnung reißen. Das führt zu schweren Motorschäden. Frage daher immer nach dem letzten Wechsel und kontrolliere die Servicehefte.

Meide den 1.5 dCi, wenn du hauptsächlich in der Stadt unterwegs bist. Bessere Alternativen sind:

  • 1.6 dCi: sparsam, flott und zuverlässig mit gutem Schaltverhalten
  • 1.6 DIG-T: geeignet für mehr Leistung und zum Ziehen eines Wohnwagens
  • 1.3 DIG-T: moderner Benzinmotor mit guter Balance zwischen Leistung und Verbrauch

Diese Motoren verursachen deutlich weniger Probleme. Sie eignen sich für verschiedene Einsatzbereiche. Prüfe bei jedem Motor trotzdem den Zustand der Dichtungen und achte auf mögliche Undichtigkeiten.

CVT-Automatik bei der Probefahrt prüfen

Die CVT-Automatik ist ein häufiges Thema bei gebrauchten Qashqai-Modellen. CVT steht für ein stufenloses Automatikgetriebe ohne feste Gänge.

Dieses Getriebe kann Probleme bereiten. Mögliche Ursachen sind:

  • Rutschender Schubriemen
  • Aussetzende Kraftübertragung
  • Defekte Lager

Ein Druckverlust im Ölkreislauf verursacht schleifende Geräusche. Außerdem kann die Automatik ruckartig arbeiten.

Achte während deiner Probefahrt auf folgende Hinweise:

  • Unerwartete Drehzahlsprünge beim Beschleunigen
  • Quietschende oder schleifende Nebengeräusche aus dem Getriebe
  • Verzögerte Reaktion beim Gasgeben
  • Rucke oder Vibrationen beim Gangwechsel

Reparaturen an der CVT-Automatik sind teuer. Das CVT ist ein empfindliches System, bei dem Komponenten oft nicht einzeln ersetzt werden können. Bevorzuge deshalb eine handgeschaltete Version mit Frontantrieb. Diese Kombination ist zuverlässiger und bietet bessere Kontrolle über das Auto.

Fahrwerk und Aufhängung gründlich prüfen

Gerissene Achsmanschetten kommen regelmäßig vor. Achsmanschetten sind Gummiteile, die die Antriebswelle schützen und das Schmiermittel halten. Risse lassen Schmutz und Feuchtigkeit in die Antriebswelle eindringen.

Ölende Stoßdämpfer erkennst du an quietschenden Geräuschen. Stoßdämpfer dämpfen die Bewegung der Federung und sorgen für komfortables und stabiles Fahrverhalten. Das tritt vor allem bei Modellen vor 2010 auf. Die hinteren Stoßdämpfer sind besonders verschleißanfällig.

Kontrolliere auch die Querlenkerlager auf Risse und Spiel. Querlenkerlager sorgen für die flexible Verbindung zwischen Fahrwerk und Karosserie.

Unregelmäßig abgenutzte Bremsscheiben deuten auf Probleme hin. Mögliche Ursachen sind:

  • Probleme mit den Bremssätteln
  • Probleme mit der Spur- und Achsgeometrie

Spur- und Achsgeometrie bezeichnet die Einstellung von Rädern und Lenkung. Lass das Fahrwerk von einem Mechaniker auf lose oder verschlissene Teile prüfen.

Bei einem Qashqai mit Allradantrieb musst du besonders auf die Reifengrößen achten. Falsche oder ungleich abgefahrene Reifengrößen beschleunigen den Verschleiß des AWD-Systems. AWD steht für All Wheel Drive (Allradantrieb). Das führt zu kostspieligen Reparaturen.

„Damit sparst du dir möglicherweise Hunderte Euro an Reparaturkosten.“

Karosserie und Innenraum beurteilen

Der Heckklappengriff kann sich bei älteren Modellen lösen. Das Problem erkennst du oft daran, dass der Griff lose in deiner Hand bleibt. Dies ist ein bekanntes Manko, für das es Reparatursätze gibt. Reparatursätze lassen sich einfach online bestellen und montieren.

Schau dir den Zustand der Sitzpolster genau an. Die Stoffsitze der Vor-Facelift-Modelle sind besonders verschleißanfällig. Vor-Facelift bedeutet: Modelle vor einer Modellpflege.

Die Kopffreiheit im Fond ist für größere Mitfahrer begrenzt. Passagiere ab etwa 1,85 Meter empfinden das als unbequem. Teste das während deiner Probefahrt, indem du dich auch hinten hinsetzt.

Der Schalthebel wirkt bei manchen Exemplaren billig. Das hat jedoch keinen Einfluss auf seine Funktion.

Prüfe die Klimaanlage gründlich. Kontrolliere, ob die Klimaanlage schnell und gleichmäßig kühlt. Der Kondensator kann undicht werden. Der Kondensator ist ein Teil der Klimaanlage, das das Kältemittel abkühlt. Das führt zu schlechterer Kühlleistung.

Eine Kontrolle kostet wenig Zeit. Damit sparst du dir möglicherweise Hunderte Euro an Reparaturen.

Welches Baujahr und welche Ausführung wählen

Ab Baujahr 2014 bekommst du die J11-Generation. Der J11 ist die zweite Generation des Qashqai. Diese Modelle bieten ein verbessertes Fahrverhalten und Safety Shield-Systeme. Safety Shield ist ein Paket aus Fahrassistenzsystemen für mehr Sicherheit.

Diese Modelle bieten:

  • Verkehrszeichenerkennung
  • Notbremsfunktion

Die Sicherheit und die Fahreigenschaften sind deutlich besser als bei früheren Generationen. Vor allem die Stabilität in Kurven und die Effektivität der Bremsen sind verbessert.

Für Familien ist der Qashqai+2 interessant. Das ist eine verlängerte Version mit dritter Sitzreihe und sieben Sitzplätzen. Diese Version ist für rund 13.000 Euro zu finden. Das Auto bietet zusätzlichen Platz für gelegentliche Mitfahrer. Die hinterste Sitzreihe ist vor allem für Kinder geeignet.

Ein frischer Qashqai aus 2016 oder 2017 mit Extras bietet das beste Verhältnis aus Preis und Qualität. Mit „frisch“ meinen wir ein Auto mit geringer Laufleistung und lückenloser Wartungshistorie. Du profitierst von moderner Technik und zahlst gleichzeitig nicht den höchsten Wertverlust eines Neuwagens.

Suche nach Exemplaren mit vollständiger Wartungshistorie für mehr Sicherheit. Vollständige Wartungshistorie bedeutet, dass alle Wartungen dokumentiert sind.

Praktische Kauftipps

Lass vor dem Kauf immer eine Werkstattprüfung durchführen. Eine Werkstattprüfung ist eine unabhängige technische Kontrolle durch einen Mechaniker. Ein Mechaniker erkennt Probleme, die du bei einer Probefahrt übersiehst – etwa am Fahrwerk, Verschleiß von Motorkomponenten und versteckte Undichtigkeiten.

Die Investition von 100 bis 150 Euro kann sich stark auszahlen. Du sparst dir möglicherweise mehrere Tausend Euro an Reparaturen.

Stimme deine Wahl auf dein Fahrprofil ab. Überlege zuerst, ob du überwiegend in der Stadt oder auf der Autobahn unterwegs bist. Vermeide für vorwiegenden Stadtverkehr den 1.5 dCi und wähle in diesem Fall einen Benziner.

Planst du regelmäßig längere Autobahnfahrten oder möchtest du einen Wohnwagen ziehen? Dann ist der DIG-T-Benziner die bessere Option.

Prüfe diese Unterlagen und Bauteile:

  • Vollständige Servicehefte mit Werkstattstempeln
  • HU-/TÜV-Historie auf wiederkehrende Mängel (das ist die Übersicht früherer Hauptuntersuchungen)
  • Zustand von Reifen und Bremsscheiben
  • Alter und Zustand der Batterie
  • Motorraum auf Undichtigkeiten

Foren von Qashqai-Besitzern berichten von zuverlässigen Fahrten bei korrekter Wartung. Das sind Nutzererfahrungen und keine offiziellen Statistiken. Trotzdem sind die CVT-Automatik und der 1.5 dCi bekannte Schwachpunkte. Diese Kombinationen erhöhen das Risiko teurer Reparaturen.

Wähle bewusst die passende Kombination aus Motor und Getriebe. Dieser Text empfiehlt insbesondere einen handgeschalteten 1.6 dCi oder einen 1.3 DIG-T.

Mehr über den Qashqai erfahren

Auf der Website von Carnews findest du ausführliche Informationen zu bestimmten Nissan-Modellen. Außerdem findest du dort:

  • Häufige Probleme
  • Wartungstipps

Möchtest du mehr über andere Crossover oder vergleichbare Modelle wissen? Dann schau dir unsere weiteren Artikel an.

Nutze die HU-/TÜV-Historie und die Servicehefte als Grundlage deiner Entscheidung. So kaufst du mit mehr Sicherheit und weniger Risiko.

Häufig gestellte Fragen

Im Allgemeinen gelten die Benzinvarianten 1.6 DIG-T und 1.3 DIG-T sowie der 1.6 dCi-Diesel als die zuverlässigsten Optionen, sofern sie gut gewartet wurden. Frühe 1.5 dCi-Diesel sind für Probleme mit dem Zahnriemen und erhöhten Verschleiß bekannt, insbesondere bei vielen Kurzstrecken. Auch Qashqai-Modelle mit CVT-Automatik (stufenloses Automatikgetriebe) verursachen regelmäßig teure Getriebeprobleme und sind daher risikoreicher. Am besten wählst du einen handgeschalteten Qashqai ab der J11-Generation (ab 2014) mit einem der genannten, zuverlässigen Motoren.

Achte beim Nissan Qashqai vor allem auf Verschleiß am Fahrwerk: gerissene Achsmanschetten, ölende oder quietschende Stoßdämpfer (insbesondere hinten) und Spiel in den Querlenkern sowie ungleichmäßig abgenutzte Bremsscheiben und Reifen. Kontrolliere die CVT-Automatik auf Durchrutschen, ruckartiges Schalten, Drehzahlsprünge und Nebengeräusche, und lass dir Nachweise zu Wartung und Ölwechsel zeigen. Achte auf einen sich lösenden Heckklappengriff, abgenutzte oder beschädigte Stoffsitze (besonders bei älteren Baujahren) und mögliche Undichtigkeiten der Klimaanlage am Kondensator. Bei Dieselmodellen (vor allem 1.5 dCi) ist eine zusätzliche Kontrolle des Zahnriemens (Verschleiß, Wechselzeitpunkt) sowie auf Motorgeräusche und Leistungsverlust wichtig.

Eine vollständige Wartungshistorie ist bei einem gebrauchten Qashqai sehr wichtig, weil bekannte Schwachstellen (wie CVT-Getriebe, 1.5 dCi-Zahnriemen und Fahrwerk) dann nachweislich behoben und rechtzeitig gewartet wurden. Prüfe insbesondere, ob der Zahnriemen beim 1.5 dCi fristgerecht gewechselt wurde, ob die CVT-Automatik gewartet und gegebenenfalls repariert wurde und ob Verschleißteile wie Stoßdämpfer, Querlenker und Bremsen in jüngerer Zeit erneuert wurden. Sieh außerdem nach, ob Klimaprobleme (undichter Kondensator) und ein sich lösender Heckklappengriff bereits behoben worden sind. Kontrolliere schließlich beim Händler, ob es offene Rückrufaktionen zu Sicherheitssystemen oder Antrieb gibt und ob diese durchgeführt wurden.

Die CVT-Automatik ist eines der teuersten Bauteile in der Reparatur oder im Austausch, daher solltest du bei einer Probefahrt besonders auf Durchrutschen, ruckartiges Schalten, Nebengeräusche und stark schwankende Drehzahlen achten. Beim 1.5 dCi-Dieselmotor ist der Zahnriemen kritisch und kostspielig: Frage genau nach, wann er gewechselt wurde, und meide Autos, die überwiegend Kurzstrecken gefahren sind. Das Fahrwerk verdient zusätzliche Aufmerksamkeit: Kontrolliere Stoßdämpfer (vor allem hinten), Querlenker, Achsmanschetten und Bremsscheiben auf Verschleiß oder Undichtigkeiten. Schließlich kann ein undichter Klimakondensator eine teure Klimareparatur nach sich ziehen – teste die Klimaanlage daher gründlich auf eine gute und gleichmäßige Funktion.

Ja, es gibt deutliche Unterschiede: Die erste Generation (bis 2013) wirkt etwas weicher und wankanfälliger, mit mehr Karosseriebewegungen in Kurven und weniger feinfühliger Dämpfung über Bodenwellen. Die zweite Generation (ab 2014) lenkt präziser, ist leiser und insgesamt komfortabler auf langen Strecken, kann aber mit großen Felgen etwas härter über kurze Unebenheiten abrollen. Achte bei der Probefahrt auf quietschende oder ölende Stoßdämpfer bei älteren Exemplaren sowie auf eventuelle Unruhe oder Vibrationen in Lenkung und Fahrwerk. Prüfe außerdem, ob die gewählten Reifengrößen und -typen nicht zu viel Komfort kosten, insbesondere bei sportlicheren Ausstattungen.