Hoher Preis im Verhältnis zur Leistung des ID. Buzz

Hoher Preis im Verhältnis zur Leistung des ID. Buzz

Der Volkswagen ID. Buzz hat mit einem ernsthaften Imageproblem zu kämpfen: Der Preis rechtfertigt die Leistung schlichtweg nicht. Mit einem Einstiegspreis von rund 60.000 Euro und mäßigen technischen Daten meiden Käufer den elektrischen Bus in großer Zahl, sodass Händler inzwischen Rabatte von bis zu 30 % anbieten, um die Lagerbestände abzubauen. Das wirft eine grundlegende Frage auf: Was bekommt man eigentlich für sein Geld?

Zu teuer für das, was man bekommt

Der ID. Buzz startet offiziell bei 49.990 Euro für die Pure-Variante, doch das ist irreführend. Für diesen Betrag erhältst du einen 125-kW-Motor und ein begrenztes 59-kWh-Batteriepaket. Die Reichweite von 331 Kilometern nach WLTP klingt schon nicht beeindruckend. In der Praxis fällt sie noch geringer aus. Im Winter sinkt die Reichweite auf ungefähr 295 Kilometer. Für ein Familienauto in dieser Preisklasse ist das schlicht enttäuschend.

Die Pro-Variante kostet 53.990 Euro. Dann bekommst du 210 kW Leistung. Der Akku fasst 79 kWh. Das klingt besser, doch auch hier bleibt die Reichweite mit 459 Kilometern hinter der Konkurrenz zurück. Im Winter musst du mit rund 385 Kilometern rechnen. Der Wagen richtet sich an Familien, die lange Strecken zurücklegen wollen. Für diese Zielgruppe ist diese Reichweite problematisch.

„ Elektrische SUVs und Vans anderer Marken bieten vergleichbare oder bessere Spezifikationen zu deutlich niedrigeren Preisen. “

Konkurrenten bieten mehr für weniger

Der Markt lässt den ID. Buzz gnadenlos hinter sich. Elektrische SUVs und Vans anderer Marken bieten vergleichbare oder bessere Spezifikationen zu deutlich niedrigeren Preisen. Das Problem liegt vor allem im Verhältnis zwischen Preis und dem, wofür du dich entscheidest:

  • Begrenzte Reichweite, die hinter den Rivalen zurückbleibt
  • Ein Batteriepaket, das im Segment nicht konkurrenzfähig ist
  • Leistungen, die die Investition nicht rechtfertigen
  • Versionen mit längerem Radstand, deren Preis sich 70.000 Euro nähert

Die GTX-Version erreicht sogar Preise um 71.190 Euro. Das ist Tesla-Model-X-Terrain. Tesla bietet jedoch mehr Leistung, einen besseren Ruf und eine deutlich besser ausgebaute Ladeinfrastruktur.

Volkswagen ID. Buzz Volkswagen ID. Buzz

Händler drehen an der Preisschraube

Das deutlichste Warnsignal kommt aus den Showrooms selbst. Händler haben große Mühe, den ID. Buzz zu verkaufen, und greifen zu drastischen Rabatten. Im Jahr 2026 kommen Preisnachlässe von bis zu 30 % auf den Listenpreis vor. Ein Modell für 60.000 Euro kostet dich dann nur noch etwa 42.000 Euro.

Das klingt verlockend, erzählt aber auch eine klare Geschichte: Das Auto ist nicht das wert, was Volkswagen dafür verlangt. Der Hersteller hat den Preis im Verhältnis zur gebotenen Technik zu aggressiv angesetzt. Der Markt korrigiert das nun mit kräftigen Preissenkungen. Diese Preissenkungen untergraben das Vertrauen in den langfristigen Werterhalt des Fahrzeugs.

Wofür zahlst du eigentlich?

Der ID. Buzz hat zweifellos seine Stärken. Der Platz ist beeindruckend: 1.121 Liter Kofferraumvolumen serienmäßig und 2.205 Liter mit umgeklappter Rückbank. Der Innenraum wirkt modern. Es gibt einen 32,8 cm großen Touchscreen, kabelloses Laden und eine solide Ausstattung an Sicherheitssystemen. Die DC-Schnellladeleistung von 170 kW ist alltagstauglich. So lädst du von 5 % auf 80 % in einer halben Stunde.

Doch das sind Eigenschaften, die du auch bei Konkurrenten findest, die mehrere tausend Euro günstiger sind. Die Pure-Variante sprintet in 7,9 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde. Nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Der GTX schafft das in 6,1 Sekunden, ist aber auch die Version, deren Preis sich 70.000 Euro nähert.

„ Das frisst binnen weniger Jahre jeden Vorteil bei Kraftstoff- und Wartungskosten komplett auf. “

Die tatsächlichen Kosten auf lange Sicht

Befürworter verweisen häufig auf die niedrigeren Betriebskosten des elektrischen Fahrens. Der ID. Buzz verursacht tatsächlich keine Kraftstoffkosten und hat einen geringeren Wartungsbedarf. Klassische Verbrennungsmotoren benötigen mehr Pflege. Ölwechsel, Zahnriemen und Auspuffanlagen gehören der Vergangenheit an. Die Kfz-Steuer liegt zwischen 347 und 379 Euro pro Jahr.

Trotzdem wiegt das den Wertverlust nicht auf. Käufer erwerben ein Auto mit 30 % Rabatt. Dieses Fahrzeug verliert damit bereits beim Kauf einen enormen Teil seines Anschaffungswerts. Das frisst binnen weniger Jahre jeden Vorteil bei Kraftstoff- und Wartungskosten komplett auf. Auch der Gebrauchtwagenmarkt wird diese hohen Rabatte künftig einpreisen, was den Restwert zusätzlich unter Druck setzt.

Volkswagen ID. Buzz Volkswagen ID. Buzz

Warum Volkswagen den Preis nicht anpasst

Volkswagen hielt an diesem hohen Preis fest. Aber warum eigentlich? Der ID. Buzz trägt das Erbe des ikonischen T1-Busses, und die Marke versucht, diese Nostalgie zu Geld zu machen. Technik und Leistung müssen diese Emotion stützen – nur dann funktioniert das. Das Auto ist technisch jedoch nicht außergewöhnlich genug, um diesen Aufpreis zu rechtfertigen.

Die hohen Händlerrabatte deuten darauf hin, dass Volkswagen lieber die Vertriebskanäle bluten lässt, als den Listenpreis selbst zu senken. Das schützt das Markenimage auf dem Papier. Käufer, die den vollen Preis bezahlt haben, verlieren dadurch jedoch das Vertrauen.

Für wen eignet sich der ID. Buzz überhaupt?

Wenn du den ID. Buzz mit einem kräftigen Rabatt kaufen kannst, wird das Angebot plötzlich interessanter. Rund 42.000 Euro für ein Pro-Modell mit 459 Kilometern Reichweite sind akzeptabel, vor allem, wenn du hohen Wert auf Platz und Design legst. Familien fahren überwiegend kurze bis mittlere Strecken und können zu Hause laden. Für sie kann das Auto gut funktionieren.

Zum offiziellen Listenpreis bleibt der ID. Buzz jedoch ein schlechtes Geschäft. Du zahlst zu viel für zu wenig Reichweite, zu wenig besondere Technik und ein Batteriepaket, das hinter der Konkurrenz zurückbleibt. Die hohen Rabatte im Jahr 2026 bestätigen, dass der Markt das genauso sieht.

Auf der Website von Carnews findest du viele weitere Vergleiche, technische Daten und Erfahrungsberichte zu Elektroautos und ihren Konkurrenten. Entdecke, welche Modelle ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis bieten – und welche du besser meiden solltest.

Häufig gestellte Fragen

Ja, der hohe Anschaffungspreis des ID. Buzz kann durch seine einzigartige Kombination aus ikonischem Design, vollelektrischem Antrieb und sehr großzügigem, praktischem Innenraum gerechtfertigt werden. Das Auto bietet moderne Technik, eine umfangreiche Sicherheits- und Komfortausstattung sowie relativ niedrige Betriebs- und Wartungskosten. Vor allem die Pro-Variante liefert dank zusätzlicher Reichweite und Leistung ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für Käufer, die Wert auf Nachhaltigkeit, Platzangebot und Charakter legen, ist der Aufpreis in diesem Licht vertretbar.

Mit einer WLTP-Reichweite von 331–459 km bietet der ID. Buzz im Vergleich zu vielen Elektro-SUVs in derselben Preisklasse eine ähnliche oder leicht geringere Reichweite, liegt aber oft über der von konkurrierenden Elektro-Vans, die meist bei rund 300–400 km bleiben. In der Praxis entspricht seine Reichweite der vieler großer, weniger aerodynamischer Elektrofahrzeuge: deutlich niedriger als die von effizienten Crossovern wie dem Tesla Model Y, aber vergleichbar mit Fahrzeugen wie der Mercedes EQV oder dem Kia EV9. Mit bis zu 170 kW DC-Ladeleistung ist die Ladeschnelligkeit für einen Van überdurchschnittlich und mit vielen Elektro-SUVs in dieser Preisklasse vergleichbar oder besser. Dank 11 kW AC-Ladung liegt er auch beim Laden zu Hause auf dem Niveau der meisten direkten Konkurrenten.

Ja, für den anspruchsvollen Autoliebhaber kann der ID. Buzz die Investition rechtfertigen, insbesondere in den Pro- und GTX-Ausführungen. Die Kombination aus kräftigem Elektroantrieb, flotter Beschleunigung sowie leisem, geschmeidigem Fahrverhalten sorgt für eine moderne Form von Fahrspaß. Gleichzeitig bieten der großzügige, gut durchdachte Innenraum und die üppige Ausstattung hohen Alltagskomfort. Wer Fahrfreude vor allem mit roher Sportlichkeit oder messerscharfem Kurvenverhalten verbindet, wird allerdings weniger überzeugt sein.

Durch die niedrigeren Wartungs- und Energiekosten liegen die Gesamtnutzungskosten des ID. Buzz deutlich unter denen eines vergleichbaren Verbrenner-Vans, trotz des höheren Listenpreises. Die Kfz-Steuer bleibt relativ moderat, und Kostenpunkte wie Öl, Riemen und viele Verschleißteile entfallen. Die ordentliche Reichweite und der praktische Innenraum erhöhen die Alltagstauglichkeit, was die wahrgenommene Wertigkeit über die Nutzungsjahre stärkt. In Kombination mit seinem ikonischen Status und der wachsenden Nachfrage nach geräumigen elektrischen Familienautos ist von einer relativ guten Wertstabilität auszugehen.