Der Lynk & Co 02 mit 268 PS und Hinterradantrieb verspricht sportliche elektrische Fahrleistungen, doch der Antriebsstrang zeigt Aussetzer bei Beschleunigung und Drehmomentabgabe (also der Art und Weise, wie die Kraft auf die Räder übertragen wird). Durchdrehende Räder, inkonsistente Drehmomentabgabe und ein zurückhaltend reagierender Motor bei hohen Drehzahlen machen die versprochenen 5,5 Sekunden auf 100 km/h weniger überzeugend als erwartet. Was ist genau mit dem RWD-Motor im Lynk & Co 02 los?
Warum die Hinterräder des Lynk & Co 02 bei Vollgas durchdrehen
Der Lynk & Co 02 verfügt über einen Elektromotor an der Hinterachse mit 268 PS. Dieser Hinterradantrieb liefert sofort Drehmoment, aber die Traktionskontrolle kann diese Leistung nicht immer sauber beherrschen. Bei Vollgasbeschleunigung aus dem Stand oder in Kurven kommt es regelmäßig zu durchdrehenden Rädern. Die Hinterreifen verlieren die Haftung, insbesondere auf nasser Fahrbahn oder bei Temperaturen unter 15 Grad.
Die Ursache liegt in der Kombination aus kraftvollem Elektromotor und relativ leichtem Heck. Elektromotoren liefern ihr maximales Drehmoment ab null Umdrehungen, wodurch die Reifen stärker belastet werden als bei einem Verbrennungsmotor mit allmählichem Kraftaufbau. Die Traktionsregelung greift oft zu spät ein oder regelt zu abrupt, was das Fahrverhalten unruhig macht.
Besitzer berichten, dass das Heck des Fahrzeugs beim sportlichen Anfahren manchmal unvorhersehbar ausbricht. Das passiert vor allem im Power-Modus, in dem der Antriebsstrang die volle Leistung unmittelbar bereitstellt. Im Eco- oder Hybrid-Modus fällt die Reaktion ruhiger aus, aber dann spürt man auch weniger von der versprochenen Sportlichkeit.
Tipps, um Durchdrehen der Räder zu verringern
- In den Hybrid-Modus schalten für eine sanftere Drehmomentabgabe auf rutschiger Fahrbahn
- Den Power-Modus nur bei trockenem Wetter und auf gutem Asphalt verwenden
- Das Gaspedal beim Anfahren und in engen Kurven behutsamer dosieren
- Den Reifendruck regelmäßig prüfen und bei Temperaturen unter 7 Grad Winterreifen nutzen
„ Der Motor reagiert nicht linear auf das Gaspedal, was das Vertrauen in den Antrieb nicht gerade stärkt. “
Wie sich der Sprint in 5,5 Sekunden wirklich anfühlt
Auf dem Papier erreicht der Lynk & Co 02 die 100 km/h in 5,5 Sekunden. Das klingt sportlich für einen kompakten SUV, doch in der Praxis zeigt sich ein gemischtes Bild. Die ersten Meter gehen schnell, doch sobald die Räder durchdrehen, verlierst du wertvolle Zehntel. Dann greift die Traktionskontrolle ein und nimmt Leistung weg, wodurch die Beschleunigung ruckelig wirkt.
Sobald die Reifen wieder Grip haben, zieht das Auto durchaus kräftig weiter. Zwischen 30 und 80 km/h fühlt sich der Elektroantrieb kraftvoll und ansprechend an. Aber oberhalb von 100 km/h lässt die Zugkraft spürbar nach. Der Motor wirkt dann zurückhaltend, als wäre eine elektronische Begrenzung aktiv, die die Leistung reduziert.
Bei starker Beschleunigung aus Kurven erlebst du manchmal eine kurze Verzögerung, bevor der Motor voll einsetzt. Das scheint mit der Software zusammenzuhängen, die das Drehmoment steuert. Der Motor reagiert nicht linear auf das Gaspedal, was das Vertrauen in den Antrieb nicht gerade stärkt.
Was die Beschleunigungsleistung beeinflusst
- Batterietemperatur: Bei kaltem Akku liefert der Motor weniger Leistung
- Ladezustand: Unter 30 Prozent Batteriestand sinkt die Spitzenleistung
- Fahrbahn und Wetter: Nasser oder kalter Asphalt führt zu mehr Traktionsverlust
- Softwareeinstellungen: Updates können die Drehmomentabgabe verändern

Der Reluktanzmotor und hohe Drehzahlen
Der Lynk & Co 02 nutzt einen Reluktanzmotor (einen Elektromotor ohne Dauermagnete, der mit Magnetfeldern arbeitet). Dieser Motortyp ist effizient, hat aber Einschränkungen bei hohen Drehzahlen. Oberhalb von etwa 5.000 U/min wirkt der Motor zurückhaltend und verliert an Zugkraft.
Anwender berichten, dass der Motor bei höheren Geschwindigkeiten weniger spontan reagiert. Bis 100 km/h erlebst du noch eine kräftige Beschleunigung, darüber fühlt es sich an, als müsse der Motor „suchen“. Die Drehmomentabgabe wird ungleichmäßiger und die Reaktion auf das Gaspedal langsamer. Dieses Verhalten passt zu den Eigenschaften der Reluktanztechnologie, die eher für niedrige und mittlere Drehzahlen ausgelegt ist.
Bei Überholmanövern oberhalb von 120 km/h merkst du das deutlich. Das Auto beschleunigt zwar weiter, aber die Kraft fühlt sich weniger direkt an. Das liegt daran, dass der Motor sein optimales Arbeitsfenster verlässt und die Software die verfügbare Leistung begrenzt, um Überhitzung zu vermeiden.
Inkonstante Drehmomentabgabe
Neben durchdrehenden Rädern und dem Motorverhalten bei hohen Drehzahlen berichten Besitzer auch von Problemen mit der Drehmomentabgabe. Der Motor liefert seine Kraft nicht immer auf die gleiche Weise. Manchmal reagiert der Antrieb direkt und kräftig, ein anderes Mal folgt eine kurze Verzögerung oder ein Ruckeln.
Diese Inkonstanz tritt vor allem bei wechselnder Gaspedalbetätigung auf. Wenn du Gas gibst, kurz zurückgehst und dann wieder beschleunigst, setzt der Motor nicht immer sofort ein. Dieses Verhalten scheint softwarebedingt zu sein und hängt möglicherweise mit der Rekuperationsbremse zusammen, die ständig zwischen Bremsen und Antrieb wechselt.
Auch bei Temperaturschwankungen ändert sich das Verhalten. Beim Kaltstart fühlt sich der Motor träger und flacher an. Sobald der Antriebsstrang auf Betriebstemperatur ist, steigt zwar die Leistung, doch selbst dann bleibt die Abgabe unvorhersehbar. Das Drehmoment kommt manchmal schlagartig, was die Kontrollierbarkeit bei sportlicher Fahrweise erschwert.
Faktoren, die die Drehmomentabgabe beeinflussen
- Rekuperationseinstellungen: Höhere Rekuperation sorgt für mehr Übergänge zwischen Bremsen und Fahren
- Softwareversion: Ältere Versionen haben eine weniger fein abgestimmte Drehmomentregelung
- Fahrmodus: Power-Modus bietet direkteres Drehmoment, aber auch abruptere Übergänge
- Temperatur des Antriebsstrangs: Kalte Komponenten reagieren langsamer
„ Frische Reifen mit gutem Profil machen einen spürbaren Unterschied bei Traktion und Kontrolle. “
Was du als Besitzer tun kannst
Wenn du einen Lynk & Co 02 besitzt oder in Betracht ziehst, gibt es einige Schritte, die helfen, mit diesen Eigenheiten des Antriebsstrangs umzugehen. Sorge zunächst dafür, dass die Software auf dem neuesten Stand ist. Hersteller bringen regelmäßig Updates heraus, die die Drehmomentregelung und Traktionskontrolle verfeinern. Prüfe dies über die App oder nimm Kontakt mit dem Händler auf.
Teste bei einer Probefahrt genau, wie das Auto bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Straßenbedingungen reagiert. Achte besonders auf das Verhalten bei Vollgasbeschleunigung und beim Überholen auf der Autobahn. Bitte den Verkäufer oder Händler um Informationen zu bekannten Softwareupdates oder Anpassungen am Antriebsstrang.
Überlege dir den Fahrmodus bewusst. Für den Alltag bietet der Hybrid-Modus eine gleichmäßigere, besser vorhersehbare Kraftentfaltung. Heb dir den Power-Modus für Momente auf, in denen du die verfügbare Leistung wirklich auskosten möchtest. Behalte außerdem den Zustand der Reifen im Auge. Frische Reifen mit gutem Profil machen einen spürbaren Unterschied bei Traktion und Kontrolle.

Was andere Nutzer sagen
Auf Foren und in Erfahrungsberichten von Besitzern tauchen ähnliche Beschwerden auf. Viele Fahrer schätzen die elektrische Reichweite und die Alltagstauglichkeit, empfinden den Antriebsstrang aber als weniger ausgereift als erwartet. Durchdrehende Räder und inkonsistente Drehmomentabgabe werden häufig als Verbesserungsbereiche genannt.
Einige Besitzer berichten, dass ein Softwareupdate gewisse Verbesserungen brachte, die grundlegenden Eigenschaften des Hinterradantriebs und des Reluktanzmotors jedoch bestehen blieben. Andere passen ihren Fahrstil an und vermeiden Vollgasbeschleunigungen bei kaltem Wetter oder auf nasser Fahrbahn.
Ein Teil der Nutzer gibt an, dass sie lieber einen Allradantrieb hätten. Dieser würde die Zugkraft besser verteilen und das Durchdrehen der Räder reduzieren. Bislang bietet Lynk & Co den 02 jedoch ausschließlich mit Hinterradantrieb an.
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Der Lynk & Co 02 zeigt, dass ein leistungsstarker Elektroantrieb nicht automatisch mit feinfühliger Kontrolle einhergeht. Auf der Website von Carnews findest du viele weitere Informationen über Elektro- und Hybridtechnik, Praxiserfahrungen mit verschiedenen Automarken und Tipps zur Wahl des passenden Antriebsstrangs. Tauch tiefer in das Angebot ein und finde heraus, welches Auto am besten zu deinen Wünschen passt.
Häufig gestellte Fragen
Die häufigsten Probleme mit dem elektrischen Antriebsstrang beim Lynk & Co 02 sind Kühlmittelleckagen im Hybridsystem (oft am Thermostat) und eine träge Reaktion des Antriebsstrangs auf Gaspedalbefehle, insbesondere im Eco- und Hybrid-Modus. Außerdem springt der Benzinmotor bei niedrigem Ladestand des Akkus manchmal abrupt und deutlich hörbar an, was als störend empfunden wird. Es gibt zudem Meldungen über ruckeliges Schaltverhalten des Automatikgetriebes zwischen D und R. Schließlich treten Schloss- und Keyless-Probleme auf, die mit der Software der elektrischen Systeme zusammenhängen.
Die Probleme mit dem elektrischen Antriebsstrang beim Lynk & Co 02 scheinen teilweise strukturell zu sein, da Kühlmittelleckagen und ein träge reagierender Antriebsstrang häufiger gemeldet werden. Vor allem bei Modellen vor 2022 treten diese Probleme regelmäßig auf, was auf Kinderkrankheiten in Konstruktion und Software hindeutet. Spätere Baujahre profitieren von Rückrufen und Updates, wodurch ein Teil der Probleme reduziert wurde. Dennoch bestehen weiterhin vereinzelte Software- und Nutzungsbeschwerden, sodass nicht alle Probleme als vollständig isoliert gelten können.
Die Antriebsstrangprobleme (wie Kühlmittelleckagen, träge reagierende Hybridsteuerung und Softwarebugs) beeinträchtigen die erlebte Zuverlässigkeit des Lynk & Co 02 spürbar, insbesondere im täglichen Einsatz. Störungen im Hybridsystem sowie Schloss- und Softwareprobleme führen zu häufigeren Werkstattbesuchen und zu Unsicherheit bei Besitzern. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt drücken diese bekannten Schwachstellen den Restwert, da Käufer ein zusätzliches Risiko für mögliche Reparaturen außerhalb der Garantie einkalkulieren. Zusammen mit der sinkenden Beliebtheit von Plug-in-Hybriden führt dies zu einem relativ schnelleren Wertverlust als bei manchen Konkurrenzmodellen.
Lynk & Co behebt gemeldete Defekte am elektrischen Antriebsstrang vor allem über Softwareupdates, gezielte Reparaturen (wie Austausch von Thermostat/Kühlmittelkomponenten) und – bei späteren Baujahren – über Rückrufe und Updates beim Händler. Kunden empfinden die Reaktionsgeschwindigkeit bei Störungen und Schlossproblemen in der Regel als recht zügig, insbesondere über den Pannendienst. Gleichzeitig gibt es Unzufriedenheit über die Häufigkeit von Software- und Antriebsstrangproblemen sowie über die Notwendigkeit wiederholter Werkstattbesuche. Die Kundenzufriedenheit mit der Abwicklung ist daher gemischt: Anerkennung für schnelle Hilfe, aber Frustration über die Zuverlässigkeit und die wiederkehrenden Besuche.
Ja, Besitzer können vorbeugend das Kühlmittel und das Kühlsystem (einschließlich Thermostat) regelmäßig prüfen lassen, um eine Überhitzung des Antriebsstrangs zu vermeiden. Zusätzlich hilft es, das Fahrzeug häufig zu laden, sodass der Benzinmotor weniger oft abrupt zuschalten muss. Regelmäßige Softwareupdates über Händler oder App können elektrische Probleme und Keyless-Probleme reduzieren. Während des Service ist es sinnvoll, den Antriebsstrang gezielt mit einem OBD-Diagnosegerät auf Fehlermeldungen prüfen zu lassen.
Ja, es lassen sich deutliche Parallelen zu anderen (Plug-in-)Elektroautos ziehen. Kühlmittelleckagen im Hybridsystem, Softwarebugs rund um Keyless-Entry und Antriebsstrangsteuerung sowie ein langsames oder ruckartiges Umschalten zwischen Verbrennungs- und Elektromotor kommen auch bei anderen Marken vor. Wie beim Lynk & Co 02 werden diese Probleme anderswo oft teilweise durch Softwareupdates und gezielte Rückrufe behoben. Es bleibt jedoch von Marke und Modell abhängig, wie grundlegend und wie schnell Hersteller diese Schwachstellen lösen.





