Der Volkswagen Sharan hat mit strukturellen Rostproblemen zu kämpfen, die bereits nach vier Jahren auftreten können. Laut objektiven TÜV-Berichten weist der Sharan in allen Baujahren im Vergleich zu anderen Fahrzeugen aus demselben Zeitraum überdurchschnittlich viel Rostbildung auf. Die Probleme konzentrieren sich vor allem auf das Fahrwerk. Auch der Unterboden, die Türen und die Radkästen sind anfällig. Bei einigen Exemplaren ist der Rost so stark, dass man mit einem Finger durch bestimmte Teile durchstoßen kann. Dies ist kein Einzelfall, sondern ein Qualitätsproblem, das von vielen Besitzern bestätigt wird.
Warum rostet der Sharan so schnell?
Der Kern des Problems liegt im unzureichenden werksseitigen Unterbodenschutz. Der Sharan wurde in Spanien gebaut und erhielt nur eine dünne Grundierung als Korrosionsschutz. Viele Sharan-Modelle sind auf salzgestreuten Straßen und unter normalen Witterungsbedingungen unterwegs. Diese minimale Behandlung ist dafür grundsätzlich unzureichend. Während Konkurrenten wie der Ford Galaxy aus derselben Zeit deutlich weniger rostempfindlich sind, fällt der Volkswagen Sharan negativ auf. Die Produktion bot eine unzureichende Korrosionsbehandlung. Außerdem beschleunigt die intensive Nutzung als Familienauto die Rostbildung erheblich.
Ein weiteres spezifisches Problem ist Flugrost. Das sind kleine Rostpartikel, die sich in der Lackschicht absetzen und zu typischen Rostpünktchen führen. Besitzer entdecken dies vor allem an beiden hinteren Türen an ähnlichen Stellen. Das weist auf ein systematisches Produktionsproblem hin.
„ Rostbildung kann hier die Sicherheit unmittelbar beeinträchtigen. “
Welche Bauteile sind am stärksten betroffen?
Die Rostbildung konzentriert sich auf verschiedene Teile der Karosserie. Die Seitenschweller (die Schweller an den Fahrzeugseiten) weisen regelmäßig Korrosion auf. Auch der Heckbereich rund um den Kraftstofftank ist eine problematische Zone. Die Radkästen und Unterbodenverkleidungen sind durch ihre ständige Belastung durch hochspritzendes Wasser und Steinschlag besonders anfällig.
Darüber hinaus sind die folgenden Bauteile besonders rostanfällig:
- Türen, insbesondere die hinteren Türen
- Kofferraum und Klappenbereiche
- Bereich unter den Dichtungen der Heckscheibe
- Unterbodenschutz und Fahrwerk
Das Fahrwerk ist besonders bedenklich. Rostbildung kann hier die Sicherheit direkt beeinflussen. Kontrolliere diese Bauteile daher regelmäßig, insbesondere bei Exemplaren, die älter als vier Jahre sind.

Wie lässt sich Rostbildung verhindern?
Für neue oder relativ junge Sharan-Modelle ist vorbeugende Wartung die beste Strategie. Eine professionelle Behandlung des Unterbodens mit Wachs direkt nach dem Kauf bietet Schutz vor Rost. Diese Wachsschicht wird als versiegelnde Schutzschicht aufgetragen. Die Behandlung kostet mindestens 500 Euro, verhindert aber deutlich höhere Reparaturkosten zu einem späteren Zeitpunkt. Angesichts des eingeschränkten Werkschutzes ist diese Investition sinnvoll.
Gegen Flugrost gibt es spezielle Flugrostentferner. Du kannst diese saisonal nach dem Winter anwenden. Diese Mittel entfernen die oberflächlichen Rostpünktchen, bevor sie tiefer in die Lackschicht eindringen können. Regelmäßiges Waschen des Unterbodens, insbesondere in den Wintermonaten, hilft zudem, Salzablagerungen zu entfernen.
Achte außerdem auf Folgendes:
- Kontrolle der Dichtungen rund um Türen und Scheiben
- Regelmäßige Inspektion der Radkästen und der Unterseite des Fahrzeugs
- Direkte Behandlung kleiner Steinschlagschäden, um Ausbreitung zu verhindern
Check beim Kauf eines gebrauchten Sharan
Denkst du über einen gebrauchten Sharan nach? Dann ist eine gründliche Inspektion der Unterseite des Fahrzeugs (Chassis und Karosserieunterseite) absolut unerlässlich. Bitte den Verkäufer, das Fahrzeug auf eine Hebebühne zu stellen, damit du dir den Unterboden ansehen kannst. Achte dabei besonders auf bräunliche Verfärbungen, abblätternde Schutzschichten sowie weiche oder bröselige Stellen im Metall.
Kontrolliere die Seitenschweller, indem du mit der Hand an der Unterseite entlangfährst. Rostblasen oder ausgefranste Kanten sind Alarmsignale. Wirf einen Blick in die Radkästen. So erkennst du oftmals sofort, ob Rost vorhanden ist. Vergiss auch nicht, die Innenseiten der Türen zu kontrollieren, wenn diese geöffnet sind. Feuchtigkeit oder Rostspuren an den Unterkanten der Türen deuten auf beginnende Probleme hin.
Zögere im Zweifel nicht, einen unabhängigen Spezialisten mitzunehmen. Die Kosten für eine professionelle Inspektion stehen in keinem Verhältnis zu den möglichen Reparaturkosten, die später entstehen können. Exemplare aus der Zeit vor 2010 sind statistisch gesehen am stärksten betroffen, aber auch neuere Modelle können Rostprobleme aufweisen.
„ In diesem Fall solltest du abwägen, ob sich eine Instandsetzung im Verhältnis zum Fahrzeugwert noch lohnt. “
Reparatur vorhandener Rostschäden
Bei bereits angerosteten Sharan sind intensivere Maßnahmen erforderlich. Das Vorgehen hängt vom Ausmaß der Rostbildung ab. Bei oberflächlichem Rost kannst du selbst aktiv werden. Entferne zunächst den Rost mechanisch. Trage anschließend eine Behandlung mit Phosphorsäure auf (eine Säurelösung, die Rost in eine nicht weiterrostende Schicht umwandelt). Danach bringst du einen schützenden Lackaufbau auf. Diese Methode eignet sich nur bei beginnender Rostbildung und erfordert sorgfältiges Arbeiten.
Bei schwereren Rostproblemen ist professionelle Hilfe unvermeidlich. Eine vollständige Entrostung und Konservierung beginnt bei etwa 1.000 Euro. Die Kosten steigen je nach Umfang des Schadens. Einige Werkstätten bieten spezielle Pflegepakete für den Unterboden an. Diese kombinieren gründliche Reinigung, Behandlung und Versiegelung.
Für durchgerostete Bereiche muss unter Umständen neues Blech eingeschweißt werden. Diese Schweißarbeiten sind zeitaufwendig und teuer, insbesondere wenn tragende Teile wie Fahrwerksaufnahmen betroffen sind. Bei extremer Rostbildung können die Reparaturkosten auf mehrere tausend Euro ansteigen. In einem solchen Fall solltest du genau abwägen, ob eine Reparatur im Verhältnis zum Fahrzeugwert noch sinnvoll ist.

Garantie und Reaktion der Händler
Leider stufen viele Händlerbetriebe das Rostproblem als normal ein. Diese Haltung ist angesichts der strukturellen Natur des Problems und der Auswirkungen auf die Fahrzeugintegrität nicht akzeptabel. Einige Besitzer haben versucht, Garantieansprüche im Rahmen der zwölfjährigen Durchrostungsgarantie geltend zu machen, jedoch werden solche Fälle uneinheitlich behandelt.
Dokumentiere Rostprobleme immer mit Fotos und lass die Feststellungen von der Werkstatt schriftlich festhalten. Bei Ablehnung von Garantieleistungen kannst du dich direkt an Volkswagen Deutschland wenden oder gegebenenfalls rechtliche Schritte prüfen. Der Vergleich mit konkurrierenden Vans zeigt deutlich, dass die Rostempfindlichkeit des Sharan kein normales Altersphänomen ist.
Verschleiß an Beleuchtung und Fahrwerk
Neben Rostproblemen leidet der Sharan auch unter erhöhtem Verschleiß an Beleuchtung und Fahrwerk. Bei der Beleuchtung kommt es häufig zu Feuchtigkeitseintritt in den Rückleuchten und zu Kondensbildung in den Scheinwerfern. Dies hängt mit gealterten Dichtungen zusammen und kann in Kombination mit Rost zu weiteren Schäden führen.
Am Fahrwerk zeigen viele Exemplare frühzeitigen Verschleiß an Gummilagern, Buchsen (die Gummiringe in Fahrwerksteilen) und Querlenkerbauteilen. Zusätzlich tritt Rost an Fahrwerksaufnahmen auf. Das macht das Problem besonders gravierend. Ein quietschendes oder polterndes Fahrwerk kann auf verschlissene Gummiteile hinweisen, dennoch solltest du immer auch auf Rost an den Befestigungspunkten achten. Ersetze verschlissene Fahrwerksteile rechtzeitig, um weitere Schäden an der karosserieseitigen Befestigung zu verhindern.
„ Je früher du beginnenden Rost entdeckst, desto einfacher und günstiger ist die Behandlung. “
Praktische Tipps für aktuelle Besitzer
Du hast bereits einen Sharan? Dann gibt es konkrete Schritte, mit denen du weitere Schäden begrenzen kannst. Wasche das Fahrzeug regelmäßig, insbesondere im Winter. Widme der Unterseite und den Radkästen besondere Aufmerksamkeit. Viele Waschanlagen bieten ein Unterbodenwaschprogramm an, das Streusalz und Schmutz entfernt.
Behandle kleine Steinschlagschäden sofort mit einem Lackstift, um Rostbildung zu verhindern. Kontrolliere den Unterboden mindestens zweimal pro Jahr auf neue Roststellen. Je früher du beginnenden Rost erkennst, desto einfacher und kostengünstiger ist die Behandlung. Bist du dir über den Zustand unsicher, kannst du eine HU/“TÜV“-Station bitten, beim periodischen Check gezielt auf Rost zu achten.
Ziehe bei älteren Exemplaren eine jährliche professionelle Unterbodeninspektion in Betracht. Die Kosten hierfür sind überschaubar und verschaffen dir Klarheit über den Zustand. Ersetze verschlissene Fahrwerksteile rechtzeitig. Das erhöht die Sicherheit und verhindert zudem weitere Schäden an rostempfindlichen Befestigungspunkten.
Auf der Website von Carnews findest du viele weitere Informationen zu häufigen Problemen bei verschiedenen Volkswagen-Modellen sowie praktische Wartungstipps. Erfahre, welche Kontrollen du selbst durchführen kannst und wann du besser einen Spezialisten für dein Auto hinzuziehst.
Häufig gestellte Fragen
Die häufigsten Roststellen beim Volkswagen Sharan sind die Schweller, die Unterkanten und Ecken der Türen (insbesondere der hinteren Türen), die Radkästen, der Unterboden rund um den Kraftstofftank sowie der Bereich unter den Dichtungen der Heckscheibe. Achte frühzeitig auf Blasenbildung im Lack, bräunliche Pünktchen an Kanten und Nähten, sich lösenden Steinschlagschutz sowie Feuchtigkeits- oder Rostspuren an der Türinnenseite und in den Schwellern. Vorbeugen kannst du, indem du rechtzeitig eine professionelle Unterboden- und Hohlraumversiegelung (Wachs/Tectyl) durchführen lässt und das Fahrzeug mindestens einmal jährlich gründlich reinigst, insbesondere nach dem Winter. Behandle beginnenden Rost sofort: reinigen, leicht anschleifen, Rostumwandler verwenden und anschließend neu grundieren und lackieren, um weitere Schäden zu stoppen.
Typische Rostreparaturen am Sharan reichen grob von einigen Hundert Euro für lokale Instandsetzung (schleifen, entrosten, spachteln und lackieren) bis deutlich über tausend Euro, wenn Blechteile eingeschweißt oder größere Flächen neu konserviert werden müssen. Der Aufwand reicht von relativ einfachen kosmetischen Arbeiten an Türen und Radläufen bis hin zu aufwendigen Schweiß- und Karosseriearbeiten an Schwellern, Unterboden und rund um den Tank. Eine Eigenreparatur ist bei leichter Oberflächenkorrosion realistisch, wenn du Grundwerkzeug, Rostumwandler und Lackmaterial hast und bereit bist, Zeit zu investieren. Bei strukturellem Rost, durchgerosteten Bereichen oder tragenden Teilen ist eine professionelle Reparatur in der Regel die deutlich bessere und oft aus Sicherheits- und TÜV-Gründen zwingend notwendige Lösung.
Rost kann tragende Teile wie Schweller, Radläufe und Fahrwerksaufnahmen angreifen, wodurch die strukturelle Sicherheit (Crashstabilität und Fahrwerk) beeinträchtigt wird und der Restwert durch hohe Reparaturkosten stark sinkt. Achte bei der Inspektion insbesondere auf die Unterseite (Schweller, Längsträger, rund um den Kraftstofftank, Hilfsrahmen), die Radkästen, die Kanten von Türen und Heckklappe sowie die Bereiche unter Gummidichtungen und Zierleisten. Prüfe nicht nur Oberflächenrost, sondern auch Blasenbildung unter dem Lack, weiche Metallbereiche und bereits ausgeführte Schweiß- oder Spachtelreparaturen. Starker Rost an tragenden Teilen oder an Brems- und Kraftstoffleitungen ist meist ein Grund, vom Kauf abzusehen oder einen deutlich niedrigeren Preis zu fordern.
Der Volkswagen Sharan gilt in nahezu allen Baujahren als überdurchschnittlich rostempfindlich, vor allem wegen unzureichendem werksseitigem Unterbodenschutz und mäßiger Korrosionsbehandlung in der Produktion. Es ist daher nicht so, dass nur einzelne Jahrgänge problematisch wären – die Rostprobleme werden vielmehr als modell- bzw. generationsbedingt angesehen. Typische konstruktive Schwächen sind unter anderem die dünne Schutzschicht an der Unterseite sowie Details an Schwellern, Radkästen, den hinteren Türen und im Bereich um den Kraftstofftank, wo sich Schmutz und Feuchtigkeit leicht ansammeln. Dadurch können bereits relativ junge Exemplare ernsthafte Karosserie- und Rostschäden aufweisen, wenn sie nicht zusätzlich behandelt wurden.





