Die Servolenkungspumpe des Audi A2 schneidet bei der Zuverlässigkeit schwach ab und verursacht häufig unnötigen Lärm. Das führt zu eingeschränkter Lenkbarkeit, weniger Fahrkomfort und vermehrten Reparaturen. Vor allem Besitzer älterer A2-Modelle kennen dieses Problem. Aber was macht diese Pumpe so problematisch – und welche Lösungen gibt es?
Warum macht die Servolenkung des A2 so viel Lärm?
Eine laute Servolenkung ist eine häufige Beschwerde beim Audi A2. Die Ursache liegt meist in der hydraulischen Pumpe, die ständig unter Druck arbeitet. Bei dieser Pumpe entstehen Quietsch- oder Klopfgeräusche durch verschiedene Faktoren.
- Der Flüssigkeitsstand im Vorratsbehälter ist zu niedrig, sodass die Pumpe Luft ansaugt
- Der Antriebsriemen ist verschlissen oder zu lose gespannt
- Im hydraulischen System befindet sich Luft durch kleine Undichtigkeiten in Schläuchen
- Die Flüssigkeit ist verschmutzt und arbeitet weniger effektiv
Vor allem bei kaltem Wetter klingt die Pumpe lauter. Die Hydraulikflüssigkeit ist dann zähflüssiger und strömt schwerer. Unter Volllast, zum Beispiel beim Einparken, hört man häufig ein hohes Pfeifgeräusch. Die Pumpe arbeitet dann am Limit. Dadurch drehen sich die Räder.
„ Die begrenzte Kapazität verkürzt außerdem die Lebensdauer von internen Bauteilen wie den rotierenden Teilen und Dichtungen. “
Das schwache Glied im Lenksystem
Die Servopumpe des A2 ist kleiner und weniger leistungsstark als bei vergleichbaren Modellen. Audi entwickelte diese kompakte Version, um Gewicht zu sparen und die Aluminiumkonstruktion des Fahrzeugs zu unterstützen. Der Nachteil: Die Pumpe arbeitet dadurch häufiger an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit.
Bei niedrigen Motordrehzahlen liefert die Pumpe nicht genug Druck. Dadurch fühlt sich die Lenkung beim langsamen Rangieren schwerer an. Viele Besitzer bemerken dies vor allem beim Einparken auf Gefällen oder bei voll beladenem Auto. Die begrenzte Kapazität verkürzt außerdem die Lebensdauer von internen Bauteilen wie den rotierenden Teilen und Dichtungen.
Einige Modelle zeigen bereits nach 80.000 Kilometern spürbaren Verschleiß. Die Pumpe läuft nämlich ständig mit dem Motor mit, auch wenn du geradeaus fährst und keine Unterstützung benötigst. Diese dauerhafte Belastung beschleunigt den Verschleiß erheblich.

Symptome, die du nicht ignorieren solltest
Probleme mit der Servolenkung beim A2 machen sich auf verschiedene Weise bemerkbar. Erkennst du diese Anzeichen, ist Handeln gefragt:
- Das Lenkrad fühlt sich schwer an, besonders bei langsamer Fahrt oder im Stand
- Du hörst quietschende oder klopfende Geräusche beim Lenken
- Das Lenkgefühl schwankt: mal leichtgängig, dann wieder schwergängig
- Unter dem Auto tropft Flüssigkeit ab, oft grün oder gelb gefärbt
- Das Lenkrad vibriert oder rattert während der Fahrt
Diese Beschwerden entwickeln sich schleichend. Viele Besitzer gewöhnen sich an die schwerere Lenkung und merken erst später, wie groß der Unterschied eigentlich ist. Warte nicht zu lange mit Gegenmaßnahmen. Eine defekte Servolenkung erhöht nicht nur die körperliche Belastung, sondern auch das Risiko für gefährliche Situationen im Straßenverkehr.
Hydraulische Servolenkung braucht Wartung
Der A2 nutzt ein hydraulisches System mit einer Pumpe. Der Motor treibt diese Pumpe über einen Riemen an. Die Pumpe baut Druck in einer Flüssigkeit auf. Die Flüssigkeit strömt über Schläuche zum Lenkgetriebe. Das Lenkgetriebe enthält ein Ventil. Dieses Ventil verteilt den Druck auf eine Seite eines Kolbens. Dadurch drehen sich die Räder.
Dieses System arbeitet effektiv, hat aber Nachteile. Die Pumpe läuft immer mit, auch wenn du keine Lenkbewegungen machst. Das erhöht den Kraftstoffverbrauch und belastet den Motor dauerhaft. Außerdem kann die Hydraulikflüssigkeit bei verschlissenen Schläuchen oder Verbindungen austreten.
Kontrolliere daher regelmäßig den Flüssigkeitsstand im Vorratsbehälter. Mach das bei kaltem, abgestelltem Motor. Fülle mit der richtigen Spezifikation nach, meist ATF oder spezieller Power-Steering-Fluid. Erneuere die Flüssigkeit alle 50.000 bis 80.000 Kilometer, um Verschmutzungen und Verstopfungen zu vermeiden.
„ Regelmäßige Wartung verhindert teure Reparaturen. “
Kosten einer Servolenkungsreparatur
Die Kosten variieren je nachdem, welches Teil defekt ist. Eine neue Servolenkungspumpe für den A2 kostet zwischen 300 und 600 Euro, zuzüglich Arbeitslohn. Für den Einbau und das Entlüften des Systems kommen meist noch einmal 150 bis 300 Euro hinzu.
Bei kleineren Problemen bleibst du oft im Bereich von 100 bis 200 Euro. Dazu gehören zum Beispiel der Austausch von Schläuchen, das Auffüllen und Entlüften der Flüssigkeit oder das Spannen des Antriebsriemens. Eine komplette Überholung des Lenkgetriebes kann bis zu 800 Euro oder mehr kosten.
Regelmäßige Wartung verhindert teure Reparaturen. Lass das System jährlich überprüfen und fülle die Flüssigkeit rechtzeitig nach. Kleine Investitionen in die Prävention sparen dir am Ende hohe Kosten. Einige Besitzer entscheiden sich bei hoher Laufleistung für eine Überholung der Pumpe, was die Lebensdauer verlängert und ungefähr 400 Euro kosten kann.

Praktische Tipps für Besitzer
Du kannst viele Anzeichen selbst bemerken, bevor die Probleme ernst werden. Achte genau auf Geräusche beim Lenken. Pfeift es vor allem unter Volllast? Überprüfe dann die Riemenspannung und den Flüssigkeitsstand. Klopft es beim Einparken? Kontrolliere, ob Undichtigkeiten vorhanden sind oder Luft im System ist.
Entlüften des Hydrauliksystems: Starte den Motor und drehe das Lenkrad mehrfach von Anschlag zu Anschlag. So lassen sich Luftblasen aus dem System arbeiten. Fülle die Flüssigkeit nach, wenn der Stand dabei sinkt.
Viele Besitzer berichten, dass Probleme gerade nach der Winterpause auftreten. Stelle das Auto auf einer Schräge ab, um Undichtigkeiten schneller zu entdecken. Kontrolliere nach längeren Standzeiten immer den Flüssigkeitsstand, bevor du losfährst.
Bei anhaltenden Beschwerden: Lass eine Diagnose durchführen. Ein Spezialist kann den Druck im System messen und feststellen, ob Pumpe, Schläuche oder Lenkgetriebe defekt sind. Erzwinge niemals Lenkbewegungen, wenn die Lenkung schwer geht. Das nutzt nicht nur die Reifen ab, sondern schädigt auch Zahnstange und andere Komponenten.
Alternative Lösungen
Manche Besitzer denken über ein Upgrade auf eine elektrische Servolenkung nach. Dieses System arbeitet mit einem Elektromotor statt mit einer hydraulischen Pumpe. Der Vorteil: kein ständiger Energieverlust, weniger Wartung und kein Risiko von Leckagen.
Eine solche Umrüstung kostet zwischen 1.000 und 1.500 Euro und erfordert individuelle Anpassungen. Nicht alle Werkstätten bieten diese Option an. Sprich mit einer spezialisierten Werkstatt darüber, ob das für deinen A2 machbar ist.
Eine andere Möglichkeit ist der Einbau einer überholten Pumpe oder eines gebrauchten Exemplars aus einem jüngeren Modell. Das senkt die Kosten deutlich, bietet aber weniger Sicherheit in Bezug auf die Lebensdauer.
Auf der Website von Carnews findest du weitere Informationen zu häufigen Problemen bei verschiedenen Automarken, Wartungstipps und praktische Ratschläge für Reparaturen. Entdecke, wie du mehr aus deinem Auto herausholst und welche Warnsignale du nicht ignorieren darfst.
Häufig gestellte Fragen
Du erkennst eine ausfallende Servolenkung daran, dass das Lenkrad plötzlich (deutlich) schwerer zu drehen ist, vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten oder beim Einparken. Häufig hörst du dabei quietschende, heulende oder klopfende Geräusche beim Lenken, zum Beispiel durch einen verschlissenen Riemen, eine defekte Pumpe oder Luft im System. Bei hydraulischen Systemen kannst du auch austretende oder stark verfärbte Servolenkungsflüssigkeit (oder feuchte Stellen unter dem Auto) sehen. Bei elektrischer Servolenkung leuchtet meist eine Warnlampe auf, und die elektrische Unterstützung fällt ganz oder teilweise aus.
Die häufigsten Ursachen für Servolenkungsprobleme sind ein zu niedriger Flüssigkeitsstand oder Undichtigkeiten im hydraulischen System sowie eine defekte Servolenkungspumpe oder ein beschädigter Antriebsriemen. Auch veraltete oder verschmutzte Servolenkungsflüssigkeit kann für schwere oder ruckartige Lenkbewegungen sorgen. Darüber hinaus treten Verschleiß oder Defekte im Lenkgetriebe, an Ventilen oder der Torsionsstange regelmäßig auf. Bei elektrischer Servolenkung sind Störungen an Sensoren, Elektromotor, Verkabelung oder Steuergerät (ECU) häufige Ursachen.
Du kannst selbst grundlegende Kontrollen durchführen, etwa den Stand der Servolenkungsflüssigkeit prüfen und auffüllen, nach Undichtigkeiten suchen und auf ungewöhnliche Geräusche beim Lenken achten. Bei hydraulischen Systemen kannst du manchmal auch Luft aus dem System helfen zu entfernen, indem du bei laufendem Motor das Lenkrad langsam von Anschlag zu Anschlag drehst. Bei elektrischer Servolenkung kannst du mit einem OBD-Scanner Fehlercodes auslesen und Batterie/Spannung prüfen. Komplexe Probleme an Pumpe, Lenkgetriebe, Sensoren oder Elektronik gehören jedoch in die Hände eines Fachbetriebs, weil falsche Eingriffe die Sicherheit ernsthaft beeinträchtigen können.
Nein, es ist nicht sicher, weiterzufahren, wenn deine Servolenkung ausfällt, da das Lenken dann deutlich schwerer wird und du weniger Kontrolle hast, insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten oder in Notsituationen. Versuche, ruhig zu einer sicheren Stelle am Straßenrand zu fahren und dort anzuhalten. Fahre möglichst nicht weiter, bevor das System überprüft und repariert wurde.
Hydraulische Servolenkung nutzt eine mechanisch vom Motor angetriebene Pumpe und Hydraulikflüssigkeit, um Druck auf das Lenkgetriebe auszuüben, während elektrische Servolenkung mit einem Elektromotor und Sensoren arbeitet, die über eine ECU die benötigte Unterstützung regeln. Bei hydraulischen Systemen zeigen sich Störungen häufig durch Leckagen, einen niedrigen Flüssigkeitsstand, quietschende oder klopfende Geräusche und plötzlich deutlich schwereres Lenken, vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten oder kaltem Wetter. Bei elektrischer Servolenkung treten eher Warnlampen im Kombiinstrument auf, es lassen sich Fehlercodes in der ECU auslesen, die Lenkunterstützung fällt aus oder schwankt, und manchmal kommt es zu einem direkt spürbaren Übergang zu vollständig schwerem, „nicht unterstütztem“ Lenken. Hydraulische Probleme sind meist mechanisch bzw. flüssigkeitsbedingt, während EPS-Störungen häufiger in der Elektronik, bei Sensoren, Verkabelung oder der Spannungsversorgung (Batterie) zu finden sind.





