Worauf Sie bei einem gebrauchten BMW X5 achten sollten

Worauf Sie bei einem gebrauchten BMW X5 achten sollten

Beim Kauf eines gebrauchten BMW X5 müssen Sie genau auf technische Details achten. Ölundichtigkeiten, Turboladerprobleme, Elektronikstörungen und Ausfälle des Kühlsystems kommen regelmäßig vor. Das gilt vor allem für Modelle mit hoher Laufleistung. Modelle aus dem Zeitraum 2007–2013 haben die meisten bekannten Defekte. Mit der richtigen Inspektion und einer lückenlosen Wartungshistorie vermeiden Sie teure Überraschungen. Erfahren Sie, worauf Sie im Detail achten sollten.

Motor und Kühlsystem prüfen hat Priorität

Der Motorblock und das Kühlsystem sind beim X5 empfindliche Punkte. Motorstillstände während der Fahrt kommen vor. Das passiert häufig bei niedrigen Geschwindigkeiten. Defekte Motorkomponenten oder Überhitzung verursachen dieses Problem. Wasserpumpen und Ausgleichsbehälter verlieren oft Kühlflüssigkeit. Das führt zu niedrigem Stand und potenziellen Motorschäden.

Kontrollieren Sie bei der Besichtigung den Kühlflüssigkeitsstand und suchen Sie unter dem Fahrzeug nach Spuren von Undichtigkeiten. Achten Sie auf weiße oder grüne Flüssigkeitsflecken. Wasserpumpen fallen häufig frühzeitig aus und müssen komplett ersetzt werden. Das bedeutet eine kostspielige Reparatur. Fordern Sie immer das Serviceheft an und prüfen Sie, ob Wasserpumpe und Ausgleichsbehälter rechtzeitig ersetzt wurden.

Modelle mit mehr als 100.000 Kilometern benötigen oft eine komplette Überholung des Kühlsystems. Besitzer berichten, dass dies die Zuverlässigkeit deutlich verbessert. Für weitere Informationen über häufig auftretende technische Probleme besuchen Sie die Seite Autoprobleme BMW X5.

„Wasserleckagen zerstören Elektronik“

Ölverluste sind ab 60.000 Kilometern weit verbreitet

Undichte Ventildeckeldichtungen sind ein bekanntes Problem beim X5. Ab etwa 60.000 Kilometern entstehen Ölflecken unter dem Auto. Sie riechen dann Brandgeruch, weil Öl in die Abgasanlage gelangt. Inspizieren Sie den Bereich des Ventildeckels sorgfältig auf Risse oder Ölansammlungen.

Diese Probleme treten vor allem bei der E70-Generation (Baujahre 2007–2013) auf. Bei neueren G05-Modellen (ab 2019) mit dem B58-Motor ist der Austausch von Ventildeckel und Ölwannendichtung oft um 100.000 Kilometer herum nötig. Fragen Sie den Verkäufer nach kürzlich durchgeführten Reparaturen an diesen Bauteilen. Ein guter Händler oder Verkäufer hat das bereits behoben oder kann ein Angebot vorlegen.

Wasserleckagen zerstören Elektronik

Verstopfte Abläufe des Schiebedachs lassen Wasser in den Innenraum laufen. Das beschädigt die Elektronik und kann zu kostspieligen Reparaturen führen. Modelle aus 2008 sind hierfür besonders anfällig. Öffnen Sie bei der Besichtigung das Handschuhfach und kontrollieren Sie es auf Feuchtigkeitsflecken oder Wasserpfützen.

Testen Sie das Schiebedach, indem Sie es vollständig öffnen und schließen. Achten Sie auf ungewöhnliche Geräusche. Die Türträger (die Kunststoffhalter, die die Tür in Position halten) brechen regelmäßig. Kühlflüssigkeit kann auch über die Unterbodenwannen (die Kunststoffschutzplatten unter dem Motor) austreten. Prüfen Sie außerdem Fußmatten und Teppich auf Feuchtigkeit. Startprobleme durch Nässe kommen bei Modellen aus 2008 und 2011 vor.

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Getriebe und Fahrwerk erfordern Aufmerksamkeit

Raues Schaltverhalten weist auf Probleme mit dem Getriebe hin. Vibrationen entstehen durch verschlissene Verteilergetriebe (die Bauteile, die die Kraft auf Vorder- und Hinterachse verteilen) oder defekte mechatronische Sensoren (elektronische Steuereinheiten im Getriebe). Machen Sie eine Probefahrt und achten Sie auf Rucke beim Schalten, insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten oder beim Beschleunigen aus dem Stand.

Die Luftfederung macht oft Probleme durch undichte Luftbälge (die Bälge, die die Luftfederung tragen). Das Fahrzeug sackt dann auf einer Seite ab oder steht nach längerer Standzeit schief. Die Hinterräder haben übermäßigen Sturz, was sich bei großen Felgen verstärkt. Das führt zu ungleichmäßigem Reifenverschleiß. Kontrollieren Sie die Reifen auf ungewöhnliche Verschleißmuster an Innen- oder Außenseite.

Elektrische Störungen sind frustrierend

Sporadisch auftretende elektrische Probleme kommen häufig vor. Das Infotainmentsystem friert ein, Warnlampen leuchten ohne klaren Grund und Gebläseventilatoren machen seltsame Geräusche. Diese Störungen sind schwer zu diagnostizieren, weil sie nicht ständig auftreten.

Fragen Sie den Verkäufer nach Fehlercodes, die in der Vergangenheit aufgetreten sind. Lassen Sie im Zweifel eine unabhängige Diagnose durchführen. Viele elektrische Probleme sind bei zertifizierten Händlern durch eine Garantie abgedeckt. Bei Dieselmotoren tritt bei Kaltstart ein rasselndes Geräusch vom Wastegate (dem Ventil, das den Ladedruck steuert) auf. Das führt zu Leistungsverlust. Dieses Geräusch ist laut, aber oft harmlos.

Diese Baujahre erfordern zusätzliche Kontrolle

Bestimmte Produktionsjahre haben mehr bekannte Defekte als andere. Die E70-Generation (Baujahre 2007–2013) hat das höchste Risiko für Wastegate-Probleme, Kühlmittelundichtigkeiten, Ölverluste und Belüftungsprobleme. Modelle aus 2008 und 2011 kämpfen mit Wasserleckagen und Motorstillständen.

Die Baujahre 2012–2013 haben Getriebeschwingungen und Sensor-Ausfälle. Modelle mit mehr als 150.000 Kilometern haben bei V8-Motoren häufig verschlissene Steuerkettenschienen (Kunststoffführungen, die die Steuerkette auf Spannung halten). Das verursacht rasselnde Geräusche beim Kaltstart. Neuere G05-Modelle (ab 2019) sind zuverlässiger, haben aber um 100.000 Kilometer herum dennoch spezifische Wartungspunkte.

„Viele Probleme sind nicht gravierend, aber teuer zu reparieren.“

Praktische Tipps für den Kauf

Verwenden Sie bei der Besichtigung eine klare Checkliste für die Inspektion. So vermeiden Sie, dass Sie wichtige Punkte übersehen:

  • Kontrollieren Sie Kühlflüssigkeits- und Ölstand, bevor Sie losfahren
  • Suchen Sie nach Leckagespuren unter dem geparkten Fahrzeug
  • Starten Sie den Motor kalt und achten Sie auf Rasseln oder Klopfgeräusche
  • Machen Sie eine Probefahrt mit kräftigem Beschleunigen, Bremsen und Schalten
  • Testen Sie alle elektrischen Funktionen, inklusive Infotainment und Klimaanlage
  • Öffnen Sie das Schiebedach und prüfen Sie die Abläufe auf Verstopfungen
  • Prüfen Sie im Serviceheft, ob kritische Bauteile rechtzeitig ersetzt wurden

Garantie und Wartungshistorie sind entscheidend

Eine vollständige Wartungshistorie ist beim Kauf eines gebrauchten X5 unverzichtbar. Fordern Sie immer Rechnungen zu durchgeführten Reparaturen und Wartungen an. So sehen Sie, wie das Fahrzeug behandelt wurde und welche Probleme bereits behoben wurden.

Kaufen Sie nach Möglichkeit einen X5 mit Restgarantie oder schließen Sie eine Zusatzgarantie ab. Viele Probleme sind zwar nicht gravierend, aber teuer zu reparieren. Eine gute Garantie deckt elektrische Störungen und mechanische Defekte ab. Vermeiden Sie bei älteren Dieseln Kaltstarts ohne Warmfahren, das verstärkt den Verschleiß an Kunststoffkomponenten.

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Ein Budget für Wartung ist unerlässlich

Der BMW X5 erfordert ein realistisches Wartungsbudget. Kunststoffkomponenten wie Laufräder und Führungen verschleißen schneller als Metallteile. Folgen Sie dem BMW-Wartungsplan strikt, um Probleme zu vermeiden. Besitzer berichten, dass gute Pflege den X5 problemlos über 100.000 Meilen hinausbringt.

Nehmen Sie Warnleuchten immer ernst. Eine Überholung des Kühlsystems um 100.000 Kilometer herum verhindert größere Schäden. Vanos-Rasseln (ein rasselndes Geräusch des variablen Ventilsteuersystems) bei V8-Motoren ist harmlos, aber laut. Das muss kein Grund sein, von einem Kauf abzusehen. Achten Sie auf dicke A‑Säulen, die die Sicht einschränken. Das erschwert das Einparken.

Auf der Website von Carnews finden Sie ausführliche Informationen zu speziellen Modellen, häufigen Defekten und Wartungs­empfehlungen. Entdecken Sie weitere Tipps und Erfahrungen, um Ihren nächsten Fahrzeugkauf erfolgreich zu machen.

Häufig gestellte Fragen

Für Zuverlässigkeit und Leistung werden meist die Sechszylinder-Motoren (wie die Reihensechser-Benziner und -Diesel) mit dem serienmäßigen ZF-Automatikgetriebe empfohlen, da sie sich in der Praxis robuster und weniger problematisch zeigen als viele V8-Varianten. Achten Sie bei jedem X5 genau auf bekannte Schwachstellen wie Ölverluste (Ventildeckel, Ölwanne), Kühlflüssigkeitsleckagen (Wasserpumpe, Ausgleichsbehälter) und bei höheren Laufleistungen verschlissene Steuerkettenschienen, insbesondere bei V8-Motoren. Prüfen Sie das Automatikgetriebe auf sanfte Schaltvorgänge und das Ausbleiben von Vibrationen, da ein verschlissenes Getriebe oder Verteilergetriebe sehr teuer werden kann. Zusätzlich sind verstopfte Schiebedachabläufe und Probleme mit der Luftfederung (undichte Bälge) bekannte Schwachpunkte, die Sie vor dem Kauf prüfen lassen sollten.

Häufige Probleme beim BMW X5 sind Ölverluste (Ventildeckeldichtung, Ölwanne), Undichtigkeiten am Kühl- und Wasserpumpensystem, ein defekter Ausgleichsbehälter, Wassereintritt über die Schiebedachabläufe, elektrische Störungen sowie Verschleiß an Automatikgetriebe, Verteilergetriebe und Luftfederung. Teure Verschleißteile sind u. a. Wasserpumpe/Teile des Kühlsystems, Luftfederbälge und -kompressor, Ventildeckel, Turbo/Wastegate (Diesel) und bei V8-Motoren die Steuerkettenschienen. Prüfen Sie beim Kauf auf Ölspuren rund um den Motor und unter dem Fahrzeug, den Kühlflüssigkeitsstand und -flecken, Wasser in den Fußräumen, Fehlermeldungen im Kombiinstrument und lassen Sie das Fahrzeug mit einem Diagnosegerät auslesen. Machen Sie eine längere Probefahrt (mit kaltem und warmem Motor), um auf Rasseln, Vibrationen beim Schalten, ein absackendes Heck (Luftfederung), Überhitzungstendenzen und auffällige elektronische Funktionen zu achten, und verlangen Sie nachweisliche Wartung mit Austausch von Kühlsystemteilen und Dichtungen.

Testen Sie die Luftfederung und adaptiven Dämpfer, indem Sie in allen Fahrmodi (Comfort/Sport) fahren, über Bodenschwellen und schlechte Straßenabschnitte, und achten Sie auf Knarzen, ungleichmäßigen Federungskomfort, Schieflage oder Fehlermeldungen im Kombiinstrument. Lassen Sie das Fahrzeug im Stand mehrmals die Höhe verstellen und kontrollieren Sie, ob es nach einiger Zeit auf einer Seite absackt (mögliche undichte Bälge oder Ventilblock). Bedienen Sie das iDrive-Infotainmentsystem ausführlich: Navigation, Radio/Bluetooth, Telefon, Kameras und Fahrzeugeinstellungen, und achten Sie auf Einfrieren, träge Reaktionen, ausfallenden Bildschirm oder Pixelfehler. Lesen Sie nach Möglichkeit mit einem BMW-spezifischen Diagnosegerät die Fehlercodes des Fahrwerks/Luftfahrwerks und des Headunits aus, um versteckte Probleme aufzuspüren.

Prüfen Sie, ob die Wartungshistorie vollständig und nachvollziehbar ist: ein ausgefülltes (digitales) BMW-Serviceheft mit Stempeln von BMW-Händler oder anerkanntem BMW-Spezialisten in den vorgeschriebenen Intervallen. Fordern Sie Rechnungen mit Datum, Kilometerstand und den ausgeführten Arbeiten an und kontrollieren Sie diese, mit besonderem Augenmerk auf bekannte X5-Schwachpunkte (Kühlsystem, Ölverluste, Luftfederung, Getriebeöl). Unverzichtbar sind eine lückenlose NAP- oder Car-Pass-Kilometerregistrierung, aktuelle HU-/TÜV-Berichte ohne schwerwiegende Mängelhinweise und idealerweise ein Gebrauchtwagencheck mit schriftlichem Bericht. Ein BMW Premium Selection-Zertifikat oder ein anderes anerkanntes Garantie-/Qualitätssiegel eines seriösen Anbieters bietet zusätzliche Sicherheit, weil das Fahrzeug technisch und rechtlich überprüft wurde.

Achten Sie während der Probefahrt genau auf das Schaltverhalten und den Antriebsstrang: Die Automatik muss weich schalten, ohne Rucke, Vibrationen oder Durchrutschen, auch bei kräftigem Beschleunigen und Verzögern. Testen Sie Fahrwerk und Luftfederung (falls vorhanden) über Bodenschwellen und schlechte Straßen auf Geräusche, Härte oder schwammiges Schaukeln und achten Sie auf Spurstabilität und Geradeauslauf. Prüfen Sie die Motorleistung bei kaltem und warmem Motor auf gleichmäßige Kraftentfaltung, kein Verschlucken, keine Rauchentwicklung oder Überhitzungstendenzen, und hören Sie auf Rasseln (z. B. Wastegate/Steuerkette). Fahren Sie verschiedene Geschwindigkeiten und führen Sie mehrere Bremsmanöver durch, um Bremskraft, Pedalgefühl und eventuelle Vibrationen im Lenkrad oder in der Karosserie zu beurteilen.