BMW i3: Diese Probleme treten beim elektrischen BMW auf
Der BMW i3 ist seit 2013 ein Pionier im elektrischen Fahren – mit einer Karosserie aus Kohlefaser und einem wendigen Stadt-Charakter. Dieses Elektroauto hat jedoch auch einige spezifische Schwachstellen. Dazu gehören Softwarefehler, Ladeprobleme und teure Reparaturen durch das einzigartige CFRP-Chassis (Carbon-Fiber Reinforced Plastic, also kohlefaserverstärkter Kunststoff). Besitzer eines gebrauchten i3 tun gut daran, sich gründlich über häufige Probleme und den Wartungsbedarf zu informieren. Weißt du, worauf du bei diesem innovativen Elektroauto achten musst?
BMW brachte den i3 2013 auf den Markt. Das Fahrzeug wurde als radikal anderes Elektroauto konzipiert. Das Chassis besteht zum großen Teil aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, kurz CFRP. Dieses Material ist rund 30 Prozent leichter als Stahl. Dadurch liegt das Gewicht des i3 zwischen 1.280 und 1.320 Kilogramm. Das geringe Gewicht kombiniert BMW mit einem Elektromotor an der Hinterachse. In der Stadt verleiht das dem i3 einen spielerischen Charakter.
Das Design fällt sofort ins Auge. Die gegenläufig öffnenden Türen – vorne und hinten – erleichtern das Einsteigen in engen Parklücken. Im Innenraum kommen nachhaltige Materialien wie Kenaf-Pflanzenfasern zum Einsatz. Diese Entscheidungen machen das Auto unverwechselbar. Gleichzeitig stellen sie eine Herausforderung bei Reparaturen und Wartung dar. CFRP erfordert bei einem Schaden spezielles Know-how und Spezialwerkzeug. Das treibt die Kosten in die Höhe.
Eigentümer berichten im Allgemeinen von guten Erfahrungen mit dem i3. Die Zuverlässigkeit liegt laut Nutzerforen nach 100.000 Kilometern bei über 95 Prozent. Der elektrische Antriebsstrang hat weniger bewegliche Teile als ein herkömmlicher Verbrennungsmotor. Dadurch ist der Antrieb weniger anfällig für Verschleiß. Das schlägt sich in relativ niedrigen Wartungskosten nieder.
Trotzdem gibt es Hinweise auf spezifische Probleme. Vor allem im Bereich Elektronik und Software treten regelmäßig Beschwerden auf. Auch das Ladesystem verlangt Aufmerksamkeit. Wer mehr Hintergrund zu Autoproblemen bei BMW sucht, sollte wissen: Elektrische Modelle haben andere Schwachstellen als klassische Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
Der Elektromotor selbst gilt im Großen und Ganzen als zuverlässig. Er benötigt wenig Wartung. Es gibt Meldungen über Motorschäden bei älteren i3-Modellen. Das kommt nicht häufig vor. Tritt es jedoch ein, sind die Kosten hoch. Der Austausch eines Elektromotors geht schnell in die Tausende Euro.
Die Reichweite ist ein wichtiger Punkt. Der i3 mit 120-Ah-Batterie (eine technische Angabe zur Kapazität) erreicht laut WLTP (Worldwide harmonised Light vehicles Test Procedure, also der europäischen Testmethode) zwischen 285 und 310 Kilometer. In der Praxis liegt dieser Wert niedriger. Im Mischbetrieb sind etwa 200 bis 250 Kilometer realistisch. Im Winter kann der Verbrauch trotz der serienmäßigen Wärmepumpe um 10 bis 15 Prozent steigen. Ziehst du ein älteres Modell mit einer 60-Ah- oder 94-Ah-Batterie in Betracht? Dann solltest du eher mit 160 bis 200 Kilometern Reichweite rechnen.
Die Degradation der Batterie ist bei Elektroautos ein bekanntes Phänomen. Für den i3 gilt in der Regel eine Garantie von 8 Jahren oder 160.000 Kilometern auf den Akku. Nach diesem Zeitraum kann die Kapazität allmählich abnehmen. Eine geringere Reichweite ist die Folge. Prüfe bei einem gebrauchten i3 daher immer den Batteriestatus und erkundige dich nach der verbleibenden Kapazität.
Das Ladesystem des i3 weist verschiedene Schwachstellen auf. Die Ladebuchse kann mit der Zeit defekt werden. Witterungseinflüsse und häufige Nutzung sind die Ursache. Feuchtigkeit und Korrosion führen zu Kontaktproblemen. Das Auto lässt sich dann nicht mehr laden. Dieses Problem tritt besonders häufig bei Fahrzeugen auf, die oft im Freien stehen.
Auch das interne Ladegerät kann Störungen zeigen. Das Auto erkennt das Ladekabel nicht. Der Ladevorgang wird abgebrochen. Das sind zwei typische Symptome. Der Austausch des internen Ladegeräts kostet je nach Typ und Reparaturmethode zwischen 1.000 und 2.000 Euro.
Ladekabel sind anfällig für Verschleiß. Vor allem die Stecker an beiden Enden können beschädigt werden. Unsachgemäßer Gebrauch ist eine Ursache. Häufige Belastung durch Regen und Schmutz ist eine weitere. Untersuche das Kabel regelmäßig auf Risse und Wackelkontakte.
- Reinige die Ladebuchse einige Male pro Jahr mit einem trockenen Tuch
- Bewahre das Ladekabel trocken und sauber auf
- Treten Ladeprobleme auf? Lass dann das interne Ladegerät bei einem BMW-Spezialisten überprüfen
- Nutze eine 11-kW-Wallbox für optimalen Wirkungsgrad und schnelleres Laden
Der i3 REx (Range Extender, eine Version mit kleinem Zusatzmotor) verfügt über einen 647-ccm-Benzinmotor. Dieser kleine Benziner kann die Reichweite auf über 330 Kilometer verlängern. Der Motor arbeitet als Generator. Er lädt die Batterie nach. Das Konzept klingt attraktiv. Es bringt jedoch zusätzliche Komplexität – und damit weitere mögliche Probleme – mit sich.
Der Benzinmotor benötigt reguläre Wartung. Ölwechsel, Filter und Zündkerzen müssen nach Intervall ersetzt werden. Nutzt du den REx nur selten, besteht das Risiko, dass der Kraftstoff altert. Alte Kraftstoffreste können zu Verstopfungen führen – etwa im Kraftstoffsystem. Tanke deshalb immer mindestens bis zu einem Viertel auf, wenn du den Range Extender einsetzt.
Bei einigen REx-Modellen gibt es Berichte über Startprobleme mit dem Motor. Die Batterie des Extenders kann die Ursache sein. Auch Zündkerzen können defekt sein. Ein defekter Anlasser ist eine dritte mögliche Ursache. Lass diese Komponenten im Zweifel von einer spezialisierten Werkstatt prüfen. Die Reparaturkosten für den Extender liegen höher als für die normale Wartung. BMW-Spezialisten sind erforderlich, und Originalteile sind Pflicht.
Das Fahrwerk des i3 ist im Allgemeinen solide. Es gibt jedoch einige typische Verschleißteile. Stoßdämpfer können nach 80.000 bis 100.000 Kilometern verschlissen sein. Intensiver Einsatz auf schlechten Straßen beschleunigt den Verschleiß. Das Auto federt dann schwammig. Vibrationen nehmen zu. Der Bremsweg wird länger. Das sind drei Anzeichen für verschlissene Stoßdämpfer.
Traggelenke und Querlenker sind ebenfalls verschleißanfällig. Beim Fahren über Unebenheiten hörst du Klappergeräusche. Das Lenkgefühl wird unpräziser. Eine regelmäßige Kontrolle dieser Teile bei der Hauptuntersuchung oder einem Service-Termin ist empfehlenswert.
Reifen nutzen sich beim i3 schneller ab als bei manchen anderen Autos. Das hohe Drehmoment schon ab dem Stillstand ist ein Grund. Das relativ hohe Gewicht ist ein zweiter. Wähle Reifen mit geringem Rollwiderstand, um den Verbrauch zu senken und die Reichweite zu optimieren. Überprüfe den Reifendruck regelmäßig, denn er hat direkten Einfluss auf den Energieverbrauch.
Die Elektronik im i3 ist fortschrittlich, aber nicht immer zuverlässig. Das Infotainmentsystem mit iDrive kann einfrieren. Das System reagiert träge. Manchmal hilft ein Reset. In anderen Fällen ist ein Software-Update beim Händler nötig. Diese Updates sind meist kostenlos, solange das Auto noch in der Garantiezeit ist.
Navigationssystem und ConnectedDrive funktionieren nicht immer einwandfrei. Besitzer berichten von Problemen bei der Smartphone-Kopplung. Das Smartphone wird nicht erkannt. Online-Dienste fallen aus. Prüfe, ob die Software auf dem neuesten Stand ist. Halten die Probleme an, wende dich an einen BMW-Händler.
Sensoren für Einparkhilfe und Kameras können Störungen verursachen. Die Parksensoren sitzen in den Stoßfängern. Sie reagieren empfindlich auf Schmutz und Feuchtigkeit. Reinige sie regelmäßig. So verhinderst du Fehlalarme. Sensoren können auch defekt werden. Dann sind Austausch oder Kalibrierung nötig. Das kostet mehrere Hundert Euro.
Weitere elektronische Störungen betreffen Armaturenbrett, Beleuchtung und Klimaanlage. Manche Besitzer sehen Warnleuchten aufleuchten, ohne dass der Grund sofort ersichtlich ist. Lass Warnmeldungen immer mit einem Diagnosegerät auslesen. So lässt sich die genaue Ursache feststellen.
Das CFRP-Chassis des i3 ist leicht und steif. Dieses Material bringt bei Unfallschäden jedoch besondere Herausforderungen mit sich. Kohlefaser lässt sich nicht so einfach reparieren. Stahl und Aluminium sind anders und deutlich leichter instand zu setzen. Für CFRP werden spezialisierte Betriebe mit Erfahrung in Verbundwerkstoffen benötigt. Die Kosten liegen deutlich höher.
Kleine Kratzer und Dellen lassen sich oft noch beheben. Bei strukturellen Schäden am Chassis kann jedoch der Austausch ganzer Paneele erforderlich sein. Versicherer kalkulieren für den i3 teilweise mit höheren Prämien. Grund ist die komplexe Materialstruktur. Prüfe die Bedingungen deiner Versicherungspolice. Frage ausdrücklich nach der Abdeckung von CFRP-Reparaturen.
Rost ist bei CFRP kein Thema. Allerdings kann Feuchtigkeit in Fugen und Verbindungen eindringen. Das kann langfristig Probleme verursachen. Die strukturelle Integrität kann beeinträchtigt werden. Kontrolliere bei einem Gebrauchtkauf den Zustand der Karosserie und eventuelle Feuchtigkeitsschäden.
Vorbeugende Wartung spart Kosten. Sie verlängert die Lebensdauer deines i3. Lass das Fahrzeug jährlich von einem BMW-Spezialisten überprüfen. Die Service-Intervalle können zwar länger sein – regelmäßige Kontrollen verhindern jedoch, dass kleine Probleme zu teuren Großreparaturen werden.
Die Batterie verdient besondere Aufmerksamkeit. Fährst du täglich nur kurze Strecken, solltest du den Akku nicht ständig auf 100 Prozent laden. Halte den Ladestand möglichst zwischen 20 und 80 Prozent. So bleibt die Lebensdauer optimal. Nutze die Vorkonditionierungsfunktion über die App. Vorkonditionierung bedeutet Vorheizen oder Vorkühlen. Die Batterie wird vor der Abfahrt auf Temperatur gebracht – das gilt auch für das Schnellladen.
Die Bremsen verschleißen durch die Rekuperation nur langsam. Dennoch sollten sie regelmäßig geprüft werden. Stehende Bremsen können korrodieren. Die Bremsleistung nimmt dann ab. Bremse gelegentlich kräftig, um die Bremsscheiben sauber zu halten.
- Lass bei jeder Wartung die Batterie auf Restkapazität auslesen
- Reinige die Ladebuchse und prüfe das Kabel auf Verschleiß
- Aktualisiere die Software regelmäßig für eine optimale Funktion von Infotainment und Sicherheitssystemen
- Kontrolliere Reifen auf Verschleiß und Luftdruck einmal pro Monat
- Stelle den i3 nach Möglichkeit überdacht ab, um Feuchtigkeit und Witterungseinflüsse zu reduzieren
Denkst du über einen gebrauchten i3 nach, solltest du auf mehrere Punkte achten. Frage zunächst nach der Wartungshistorie. Welche Inspektionen wurden durchgeführt? Welche Reparaturen wurden gemacht? Eine vollständige Dokumentation verschafft dir einen guten Eindruck vom Zustand des Fahrzeugs.
Prüfe die Batteriekapazität. Ein BMW-Händler kann das mit einem Diagnosegerät auslesen. Eine spezialisierte Werkstatt kann dies ebenfalls. Eine Restkapazität unter 80 Prozent bedeutet: Die Reichweite hat spürbar abgenommen. Das kann sich auf Preis und Alltagstauglichkeit auswirken.
Untersuche die Karosserie auf Schäden. Achte auf die vorderen und hinteren Stoßfänger. Kontrolliere auch die Schweller und Radlaufverkleidungen. Schäden an CFRP sind teuer. Die Instandsetzung ist aufwendig. Erkundige dich nach eventuellen Reparaturen und prüfe, ob diese von einem Spezialbetrieb ausgeführt wurden.
Teste das Ladesystem gründlich. Versuche, das Auto an einer normalen Haushaltssteckdose zu laden. Probiere auch eine Schnellladesäule aus. Achte darauf, ob der Ladevorgang ohne Unterbrechungen abläuft. Stimmen die Ladezeiten mit den Herstellerangaben überein?
Mach eine Probefahrt. Achte auf das Fahrverhalten. Hörst du ungewöhnliche Geräusche? Funktionieren die elektronischen Systeme einwandfrei? Überprüfe das Infotainment. Teste die Navigation. Probiere die Parksensoren aus. Kontrolliere die Beleuchtung.
- Frag nach der Restgarantie auf die Batterie. Sie beträgt in der Regel 8 Jahre oder 160.000 Kilometer
- Sind alle Software-Updates durchgeführt worden? Lass dir das bestätigen
- Frag, ob das Auto einen CCS-Adapter für moderne Schnelllader besitzt
- Überprüfe den Zustand des originalen Ladekabels
- Kontrolliere, ob die REx-Version regelmäßig genutzt und gewartet wurde
Der BMW i3 wurde zwischen 2013 und 2022 produziert. Das Modell ist nach wie vor eine interessante Option auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Es bietet ein wendiges Fahrverhalten in der Stadt, eine hochwertige Verarbeitung und mit dem CFRP-Chassis eine innovative Technik. Wer ein kompaktes Elektroauto mit Charakter sucht, sollte den i3 in die engere Wahl ziehen.
Gleichzeitig erfordert das Modell besondere Aufmerksamkeit. Die Reichweite ist geringer als bei aktuellen Elektroautos. Die Ladeleistung ist auf maximal 50 kW begrenzt. Lange Strecken ohne Zwischenladen sind weniger geeignet. Für den Stadtverkehr hingegen passt der i3 sehr gut. Auch für das tägliche Pendeln ist er ideal – solange du in einem Radius von etwa 100 Kilometern bleibst.
Die Wartungskosten fallen dank des elektrischen Antriebs moderat aus. Reparaturen an Elektronik und Karosserie können jedoch ins Geld gehen. Wähle nach Möglichkeit ein Modell mit 120-Ah-Batterie. Diese Variante bietet das beste Verhältnis aus Reichweite und Preis. Möchtest du rein elektrisch fahren, verzichte auf den REx. Die zusätzliche Komplexität durch den Benzinmotor ist dann nicht nötig.
Auf dem Gebrauchtmarkt sind i3-Modelle grob zwischen 15.000 und 25.000 Euro erhältlich. Das Baujahr spielt dabei eine Rolle. Auch der Kilometerstand ist entscheidend. Die Ausstattung macht zusätzlich einen Unterschied. Dadurch bleibt das Auto vergleichsweise erschwinglich. Wer auf Elektroantrieb umsteigen will, muss nicht den hohen Neupreis zahlen. Achte jedoch genau auf den Zustand der Batterie und prüfe die Wartungshistorie. So lassen sich Enttäuschungen vermeiden.
