Ford Fiesta: wichtige Punkte und häufige Probleme
Der Ford Fiesta war jahrzehntelang eines der beliebtesten kompakten Schrägheckmodelle in Europa, geschätzt wegen seines agilen Fahrverhaltens, der praktischen Raumaufteilung und des erschwinglichen Anschaffungspreises. Dennoch hat auch diese Ikone ganz bestimmte technische Schwachstellen, mit denen Besitzer und interessierte Käufer konfrontiert werden können. Von Getriebeproblemen bis hin zu elektrischen Störungen: Bestimmte Generationen und Motorvarianten haben ihre eigenen Schwachpunkte. Diese Schwachpunkte kennst du besser im Voraus.
Warum dieser Artikel über Probleme?
Obwohl der Ford Fiesta im Allgemeinen als zuverlässig gilt, sind im Laufe der Jahre bestimmte Beschwerden aufgetreten. Diese Beschwerden kehren bei Besitzern regelmäßig wieder. Dieser Artikel fasst die häufigsten Probleme zusammen, sortiert nach Bauteil und Generation. So weißt du, worauf du bei der Wartung oder beim Kauf eines Gebrauchtwagens achten musst. Für einen umfassenderen Überblick über bekannte Autoprobleme bei Ford kannst du dir auch die Erfahrungen mit anderen Modellen der Marke ansehen.
„ Das Baujahr bestimmt also oft, mit welchen Problemen du rechnen musst. “
Allgemeine Punkte je Generation
Der Ford Fiesta hat seit seiner Einführung im Jahr 1976 sieben Generationen hervorgebracht. Jede Generation hat ihre eigenen technischen Charakteristika. Die fünfte Generation (2002–2008) ist bekannt für rostempfindliche Radläufe und hintere Türen. Die sechste Generation (2008–2017) brachte die EcoBoost-Motoren und das PowerShift-Automatikgetriebe. Beide haben ihre eigenen Kinderkrankheiten. Die siebte Generation (2017–2023) zeigte Verbesserungen im elektrischen Bereich. Das Fahrzeug blieb jedoch bei Automatikversionen anfällig für Getriebebeschwerden.
Ältere Modelle vor 2010 haben häufiger mit Korrosion zu kämpfen. Neuere Exemplare zeigen eher elektronische Störungen und softwarebezogene Probleme. Das Baujahr bestimmt also oft, mit welchen Problemen du rechnen musst.

Motorprobleme beim Ford Fiesta
Der 1.0 EcoBoost-Dreizylinder-Turbomotor ist wegen seiner kräftigen Leistung und Sparsamkeit beliebt, zeigt aber regelmäßig Probleme mit dem Zahnriemen. Bei Exemplaren vor 2014 reißt der Riemen vorzeitig oder nutzt sich übermäßig ab. Das hat gravierende Folgen für den Motor. Ford hat dieses Problem eingeräumt und mehrere Rückrufe durchgeführt. Überprüfe daher immer, ob der Riemen gemäß Wechselintervall ersetzt wurde oder ob das Auto Teil einer Rückrufaktion war.
Neben dem Zahnriemen gibt es Meldungen über Kühlmittellecks bei EcoBoost-Motoren. Diese werden häufig durch ein defektes Thermostat oder eine lose Schlauchschelle verursacht. Symptome sind Überhitzung, Dampfentwicklung unter der Motorhaube und ein niedriger Kühlmittelstand. Lass das umgehend überprüfen, um schwere Motorschäden zu vermeiden.
Die älteren 1.25- und 1.4-Duratec-Motoren gelten im Allgemeinen als zuverlässiger. Diese Motoren können nach vielen Kilometern allerdings unter verschlissenen Zündspulen leiden. Auch eine Verstopfung des AGR-Ventils (Abgasrückführung, sorgt für Rückführung von Abgasen) kommt vor. Das zeigt sich durch einen unruhigen Leerlauf und Leistungsverlust.
Getriebeprobleme
Das PowerShift-Doppelkupplungsgetriebe ist mit Abstand der berüchtigtste Schwachpunkt des Ford Fiesta. Dieses Getriebe wird seit 2008 eingesetzt. Es zeigt regelmäßig Störungen wie ruckartige Schaltvorgänge, vibrierende Kupplung und sogar vollständigen Ausfall. Viele Besitzer berichten, dass das Getriebe vor allem in den ersten Gängen hart einkuppelt oder unerwartet in den Leerlauf springt.
Die Ursachen liegen häufig in verschlissenen Kupplungsscheiben oder defekten Aktuatoren. Darüber hinaus spielen softwarebedingte Probleme in der Steuerung eine Rolle. Ford hat mehrere Software-Updates veröffentlicht und erweiterte Garantien angeboten, strukturell bleibt das PowerShift jedoch ein Schwachpunkt. Überprüfe beim Kauf eines gebrauchten Fiesta mit diesem Automatikgetriebe den Zustand der Transmission gründlich.
Handgeschaltete Varianten sind deutlich zuverlässiger. Auch hier können nach vielen Kilometern Probleme mit der Kupplung oder verschlissenen Synchronringen auftreten. Symptome sind ein schwergängiger Schaltvorgang, schlechte Gangbarkeit oder mahlende Geräusche beim Schalten.
„ Häufige Beschwerden betreffen defekte Sensoren. “
Elektronische Störungen und elektrische Probleme
Der Ford Fiesta der neueren Generationen ist voll mit Elektronik ausgestattet, was Risiken mit sich bringt. Häufige Beschwerden betreffen defekte Sensoren. Beispiele sind die Lambdasonde (Sauerstoffsensor im Auspuff), der ABS-Sensor (Anti-lock Braking System, verhindert blockierende Bremsen) sowie Park- und Einparksensoren. Defekte Lambdasonden führen häufig zu erhöhtem Kraftstoffverbrauch und einer leuchtenden Motorkontrollleuchte.
Probleme mit der Zentralverriegelung treten regelmäßig auf. Auch elektrische Fenster bereiten oft Probleme. Das kann an verschlissenen Schaltern, defekten Motoren oder einem Schaden im Kabelbaum liegen. Vor allem der Kabelbaum in der Tür kann durch ständige Bewegung beschädigt werden.
Ein weiteres Problem ist der Ausfall des Kombiinstruments. Auch das Infotainmentsystem fällt manchmal aus. Verursacht wird dies durch Softwarefehler oder eine leere beziehungsweise defekte Batterie. Teste die Batterie regelmäßig. Das gilt insbesondere für Autos, die überwiegend Kurzstrecken fahren.

Probleme mit Fahrwerk und Aufhängung
Das Fahrwerk des Ford Fiesta ist im Allgemeinen robust und sportlich abgestimmt, doch bestimmte Komponenten sind verschleißanfällig. Die Traggelenke an der Vorderachse können mit der Zeit Spiel bekommen. Das erkennst du an klopfenden Geräuschen beim Lenken oder beim Fahren über Unebenheiten. Verschlissene Traggelenke beeinträchtigen die Lenkpräzision und sollten rechtzeitig ersetzt werden.
Auch Querlenker und Stabilisatorstangen sind verschleißanfällig. Das gilt vor allem für ältere Exemplare. Fahrzeuge, die häufig auf schlechten Straßen unterwegs sind, sind dafür besonders anfällig. Gummibuchsen können austrocknen und reißen, was zu Klappergeräuschen und einem schlechteren Fahrverhalten führt.
Die Stoßdämpfer sind nach etwa 80.000 Kilometern in der Regel austauschbedürftig. Symptome sind ein schwammiges Heck, starkes Nachschwingen nach Bodenwellen und eine geringere Stabilität in Kurven. Überprüfe die Stoßdämpfer beim Gebrauchtwagenkauf daher immer sowohl visuell auf Undichtigkeiten als auch mit einem Praxistest.
Brems- und Lenkprobleme
Quietschende Bremsen sind eine häufige Beschwerde beim Ford Fiesta. Auch knarrende Bremsen kommen vor. Ursache sind meist verschlissene Bremsbeläge, rostige Bremsscheiben oder Bremsstaubablagerungen. Nach längeren Standzeiten können die Bremsen festrosten oder ungleichmäßig arbeiten. Das passiert auch bei geringer Nutzung. Regelmäßige Bremsenwartung und die Kontrolle der Belagstärke beugen größeren Problemen vor.
Probleme mit der Servolenkung kommen seltener vor, sind aber nicht unbekannt. Bei Modellen mit elektrischer Servolenkung fühlt sich das Lenkrad manchmal schwergängig an. In einigen Fällen fällt die Servolenkung sogar vollständig aus. Verursacht wird dies durch einen defekten Servomotor oder eine Störung in der Elektronik. In manchen Fällen hilft ein Software-Update, in anderen ist ein Austausch notwendig.
Vibrationen im Lenkrad bei höheren Geschwindigkeiten können auf eine Unwucht in den Rädern hinweisen. Sie können aber auch auf verschlissene Traggelenke oder eine fehlerhafte Radspur zurückzuführen sein. Lass das überprüfen, um unnötigen Reifenverschleiß zu vermeiden.
„ Auch die Verarbeitung von Tasten und Schaltern wirkt manchmal billig und kann mit der Zeit an Glanz verlieren oder sich sogar ablösen. “
Wichtige Punkte innen und außen
Der Innenraum des Ford Fiesta ist funktional und solide, aber nicht frei von Schwächen. Viele Besitzer berichten von Knarz- und Klappergeräuschen im Armaturenbrett. Das tritt vor allem bei älteren Exemplaren oder nach langer Nutzung auf. Oft liegt es an losen Clips oder Vibrationen, die Bauteile gegeneinander schlagen lassen.
Der Bezug der Sitze und des Lenkrads kann relativ schnell Verschleißspuren zeigen. Das gilt vor allem bei Modellen ohne Lederausstattung. Auch die Verarbeitung von Tasten und Schaltern wirkt manchmal billig und kann mit der Zeit an Glanz verlieren oder sich sogar ablösen.
Rostbildung ist an der Karosserie ein wichtiges Thema. Das betrifft vor allem Modelle vor 2010. Häufig betroffene Stellen sind die Radläufe und die Unterkanten der Türen. Auch die Heckklappe und das Blech rund um die hinteren Kotflügel sind anfällig. Kontrolliere diese Bereiche gründlich, auch von innen, um versteckten Rost aufzuspüren.
Der Lack kann an bestimmten Stellen zu Abplatzungen neigen. Das kommt vor allem rund um die Motorhaube und Stoßfänger vor. Ursache können eine dünne Lackschicht oder Fabrikationsfehler bei bestimmten Baujahren sein.

Vorbeugende Wartung und Lösungen
Viele Probleme mit dem Ford Fiesta lassen sich vermeiden. Regelmäßige und fachgerechte Wartung reduziert die Anzahl der Probleme. Ersetze den Zahnriemen bei EcoBoost-Motoren rechtzeitig, idealerweise rund alle 150.000 Kilometer. Halte dich dabei an die Vorgaben von Ford. Lass das Kühlmittel regelmäßig prüfen und gemäß Wartungsintervall erneuern.
Lass bei Fahrzeugen mit PowerShift-Automatik das Getriebeöl wechseln. Das steht nicht immer im Wartungsplan, kann aber die Lebensdauer des Getriebes verlängern. Halte Ausschau nach Software-Updates und lass diese beim Händler durchführen.
Reparaturkosten variieren stark je nach Bauteil. Ein neuer Zahnriemen kostet zwischen 600 und 1.000 Euro, zuzüglich Einbau. Der Austausch der PowerShift-Kupplung kann sich auf 1.500 bis 2.000 Euro belaufen. Der Wechsel der Stoßdämpfer kostet pro Achse zwischen 300 und 600 Euro, abhängig von Marke und Werkstatt.
Führe vorbeugende Wartung an den Bremsen durch. Ersetze Verschleißteile wie Traggelenke rechtzeitig. Lass die Räder regelmäßig vermessen und auswuchten. Das erspart dir auf lange Sicht viel Ärger und Geld.
Checkliste für den Kauf eines gebrauchten Ford Fiesta
Überlegst du, einen gebrauchten Ford Fiesta zu kaufen? Achte dann bei der Besichtigung auf die folgenden Punkte:
- Prüfe, ob alle Wartungen durchgeführt wurden und ob der Zahnriemen bei EcoBoost-Motoren ersetzt wurde.
- Teste das Automatikgetriebe ausführlich auf ruckartige Schaltvorgänge, Vibrationen beim Anfahren und ungewöhnliche Geräusche.
- Kontrolliere, ob Rost in den Radläufen, an den Unterkanten der Türen und rund um die Heckklappe sichtbar ist.
- Überprüfe, ob alle elektrischen Funktionen arbeiten: Fenster, Spiegel, Zentralverriegelung und Infotainment.
- Achte auf Klappergeräusche im Fahrwerk und teste das Lenkverhalten bei höheren Geschwindigkeiten.
- Frage nach, ob Software-Updates durchgeführt wurden und ob das Auto jemals Teil einer Rückrufaktion war.
- Sieh dir den Zustand der Bremsscheiben und -beläge an und frage, wann diese zuletzt gewechselt wurden.
- Kontrolliere die Reifenprofile auf gleichmäßigen Verschleiß – das sagt etwas über Fahrwerk und Spureinstellung aus.
Bist du unsicher? Lass dann immer ein unabhängiges Gutachten erstellen. Die Kosten dafür stehen in keinem Verhältnis zu den möglichen Reparaturkosten versteckter Mängel.
„ Dann bekommst du mit dieser kompakten Ikone immer noch sehr viel Gegenwert für dein Geld. “
Ist der Ford Fiesta immer noch empfehlenswert?
Es gibt beim Ford Fiesta diverse Punkte, auf die du achten musst. Trotzdem bleibt der Ford Fiesta eine beliebte und insgesamt zuverlässige Wahl im Kompaktsegment. Das Fahrverhalten, die effizienten Motoren und die praktische Raumaufteilung machen ihn zu einem angenehmen Auto für den Alltag. Wähle bewusst eine handgeschaltete Variante mit EcoBoost-Motor. Achte darauf, dass der Zahnriemen ersetzt wurde. Dann kaufst du ein wendiges und sparsames Auto mit relativ wenig Sorgen.
Vermeide nach Möglichkeit Modelle mit PowerShift-Automatik. Wurde das Getriebe kürzlich überholt oder ersetzt? Hast du dazu einen Nachweis? Dann kann es durchaus eine Option sein. Entscheide dich bei älteren Exemplaren vorzugsweise für Baujahre ab 2010, um Rostprobleme zu begrenzen. Achte darauf, dass du eine vollständige Wartungshistorie erhältst.
Triff die richtigen Vorsichtsmaßnahmen. Führe regelmäßige Wartungen durch. Dann bietet dir der Ford Fiesta über viele Jahre Fahrspaß zu einem vernünftigen Preis. Sei dir der Schwachstellen bewusst, kontrolliere sie beim Kauf und halte den Wartungsplan ein. Dann bekommst du mit dieser kompakten Ikone immer noch sehr viel Gegenwert für dein Geld.
