Peugeot 306

Peugeot 306: ein Klassiker mit Charakter

Der Peugeot 306 bleibt ein beliebter Klassiker für alle, die eine analoge Fahrerfahrung mit Biss schätzen. Dieser kompakte Schrägheckwagen aus den neunziger Jahren verbindet erschwingliche Zugänglichkeit mit sportlichen Ambitionen, insbesondere in der GTI-6-Variante, die noch immer als einer der letzten echten Hot Hatches gilt. Dennoch hat diese Ikone ihre eigenen Schwachstellen: berüchtigte Probleme mit der Hinterachse, elektrische Macken und motorische Zipperlein. Solche Probleme treten bei Autos dieses Alters häufiger auf. Möchtest du wissen, worauf du als Besitzer oder Käufer achten musst?

Warum der Peugeot 306 bei Liebhabern noch immer hoch im Kurs steht

Der Peugeot 306 erschien 1993 als Nachfolger des 309 und blieb bis 2002 in Produktion. Das Modell kombinierte praktische Alltagstauglichkeit mit sportlichen Möglichkeiten und war als Schrägheck, Limousine und Cabrio erhältlich. Die Faszination liegt im Fahrverhalten: direkte Lenkung, geringes Gewicht und ein Fahrwerk, das sich auf kurvigen Straßen präzise dirigieren lässt. Die 1,6-Liter-Varianten bieten Zuverlässigkeit und Sparsamkeit für den Alltag. Die 2,0-Liter-S16 und vor allem der GTI-6 (die sportliche Topversion mit 6-Gang-Getriebe) lassen die Herzen von Enthusiasten höher schlagen.

Der GTI-6 ist das Aushängeschild der Baureihe. Mit 167 bis 170 PS aus einem auf 2,0 Liter vergrößerten Motor und einem präzisen 6-Gang-Getriebe bietet dieser Hot Hatch ein besonderes Fahrerlebnis. Er fühlt sich an wie ein Rallyeauto für die öffentliche Straße. Die Leistung baut sich linear bis 6500 U/min auf, das Ansprechverhalten des Gaspedals ist direkt und das Gewicht von rund 1200 Kilogramm sorgt für Agilität. Phase-2-Modelle ab 1997 bekamen überarbeitete Motoren und Fahrwerke sowie einen besseren Rostschutz.

„ Verschleiß und Alter fordern ihren Tribut, ganz gleich, wie gut das Auto gepflegt wurde. “

Die allgemeine Zuverlässigkeit eines Klassikers

Ein Peugeot 306 ist inzwischen zwischen 20 und 30 Jahre alt. Verschleiß und Alter fordern ihren Tribut, ganz gleich, wie gut das Auto gepflegt wurde. Autoprobleme bei Peugeot aus dieser Ära hängen oft mit Gummiteilen zusammen. Diese härten im Laufe der Zeit aus. Elektrische Verbindungen oxidieren. Metall rostet. Die TU- und XU-Motorserien (interne Motortypen von Peugeot) sind an sich zuverlässig. Sie erfordern jedoch konsequente Wartung. Viele Probleme lassen sich durch regelmäßige Kontrollen und rechtzeitigen Austausch von Verschleißteilen verhindern.

Peugeot 306 Peugeot 306

Die berüchtigte Hinterachse: ein häufiges Sorgenkind

Am berüchtigtsten sind die Probleme mit der Hinterachse. Die Radnaben- und Torsionsstablager gelten als Schwachstellen. Diese Lager tragen das Gewicht und fangen Stöße ab, können aber schon nach 80.000 Kilometern Spiel aufweisen. Symptome sind klappernde Geräusche bei Unebenheiten, ein rasselndes Geräusch auf holprigen Straßen und in Extremfällen ein unruhiges Fahrverhalten oder ein wegrutschendes Heck in Kurven.

Die Lager sitzen an der Innenseite des Torsionsarms. Sie lassen sich nur schwer ersetzen. Bei Spiel muss oft der gesamte Torsionsstab getauscht werden, was arbeitsintensiv ist. Kontrolliere deshalb regelmäßig auf Spiel, indem du an den Rädern rüttelst, während das Auto auf der Bühne steht. Hörst du Metallgeräusche oder spürst du Bewegung, ist Handlungsbedarf. Lass das nicht zu lange liegen, denn verschlissene Lager greifen auch andere Bauteile an.

Elektrische Störungen: von Fensterhebern bis Zentralverriegelung

Elektrische Probleme treten beim 306 regelmäßig auf. Die elektrischen Fensterheber sind anfällig für Verschleiß. Die Mechanismen in der Tür altern, wodurch Fenster langsam laufen oder auf halber Strecke stehen bleiben. Manchmal hilft das Schmieren der Schienen, oft muss jedoch der komplette Mechanismus ersetzt werden.

Auch die Zentralverriegelung kann Probleme bereiten. Türen, die sich per Fernbedienung nicht mehr entriegeln oder gerade nicht mehr verriegeln, sind ein häufiges Problem. Dies weist oft auf defekte Türschlossmotoren oder Kabelbäume in den Türholmen hin. Diese Leitungen brechen nach Jahren des Biegens beim Öffnen und Schließen der Tür. Der Scheibenwischerschalter bereitet manchmal Schwierigkeiten, wobei die Intervallstellung nicht mehr funktioniert oder die Wischer unerwartet weiterlaufen.

Häufige Symptome:

  • Langsam arbeitende oder festsitzende elektrische Fensterheber
  • Zentralverriegelung, die nicht auf die Fernbedienung reagiert
  • Scheibenwischer, die nicht stoppen oder gar nicht erst anlaufen
  • Blinkende Kontrollleuchten im Armaturenbrett ohne erkennbare Ursache

„ Dies führt zu schweren Motorschäden. “

Motorische Schwachstellen: von der XU-Serie bis zu den HDI-Motoren

Die Benzinmotoren im 306 stammen aus den TU- und XU-Serien. Sie sind im Allgemeinen zuverlässig, weisen aber bestimmte Schwachpunkte auf. Öllecks rund um das Ventildeckel kommen aufgrund verhärteter Dichtungen regelmäßig vor. Diese Lecks sind meist sichtbar und können zu Ölverbrauch führen. Ersetze die Dichtung rechtzeitig, um Verschmutzung und Brandgefahr zu vermeiden.

Bei den XU-Motoren mit 16 Ventilen ist die Zylinderkopfdichtung ein Thema. Überhitzung oder schlechte Wartung können zu einer durchgebrannten Kopfdichtung führen. Das ist an folgenden Symptomen zu erkennen: weißer Rauch aus dem Auspuff, Öl im Kühlwasser oder Kompressionsverlust. Es handelt sich um eine kostspielige Reparatur, bei der der Zylinderkopf demontiert werden muss.

Der Zahnriemen muss gemäß Wartungsplan ersetzt werden, in der Regel alle 80.000 bis 100.000 Kilometer. Die XU-Motoren sind Interferenzmotoren. Das bedeutet, dass sich Ventile und Kolben im gleichen Raum bewegen. Bei einem Riemenriss schlagen Ventile und Kolben aufeinander. Dies führt zu schweren Motorschäden. Prüfe das Serviceheft und ersetze vorsorglich.

Dieselvarianten mit HDI-Motoren (Common-Rail-Dieselmotoren von Peugeot) haben häufig Probleme mit der Einspritzung. Verstopfte Injektoren führen zu unrundem Leerlauf, Rauchbildung und Leistungsverlust. Dies tritt vor allem bei Fahrzeugen auf, die viele Kurzstrecken fahren oder mit Kraftstoff minderer Qualität betankt werden. Die regelmäßige Verwendung von Injektorreiniger und lange Autobahnfahrten helfen, dem vorzubeugen.

Peugeot 306 Peugeot 306

Das Kühlsystem: wichtig für die Lebensdauer des Motors

Das Kühlsystem ist ein wichtiger, oft unterschätzter Bestandteil. Der Kühler kann durch Alterung oder Steinschlag undicht werden. Dies führt zu Kühlmittelverlust und Überhitzung. Kontrolliere regelmäßig den Kühlmittelstand und achte nach dem Parken auf Flecken unter dem Auto.

Die Wasserpumpe läuft ständig mit dem Motor mit. Mit der Zeit beginnt sie zu lecken oder Geräusche zu machen. Ein rasselndes oder quietschendes Geräusch aus dem Motorraum weist oft auf eine verschlissene Wasserpumpe hin. Der Austausch ist arbeitsintensiv, da häufig auch der Zahnriemen gelöst werden muss, aber Aufschieben kann zu Überhitzung und Motorschäden führen.

Das Thermostat regelt die Temperatur des Kühlwassers. Ein defektes Thermostat, das in geschlossener Stellung hängen bleibt, verursacht Überhitzung. Bleibt es offen, wird der Motor nicht schnell genug warm, was zu höherem Kraftstoffverbrauch und Verschleiß führt. Ersetze das Thermostat vorsorglich bei großen Wartungen.

Getriebe und Kupplung: das Schalterlebnis

Die Handschaltgetriebe im 306 sind im Allgemeinen langlebig. Die BE3- und BE4-Getriebe, insbesondere das präzise 6-Gang-Getriebe im GTI-6, sind für ihre angenehme Schaltbarkeit bekannt. Nach hohen Laufleistungen können jedoch Probleme auftreten. Verschlissene Synchronringe machen das Schalten hakelig. Dies zeigt sich vor allem bei Kaltstarts. Du hörst es an kratzenden Geräuschen beim Gangwechsel.

Die Kupplung verschleißt durch normalen Gebrauch und muss im Durchschnitt nach 120.000 bis 150.000 Kilometern ersetzt werden. Symptome einer verschlissenen Kupplung sind Durchrutschen beim Beschleunigen, ein hoher Schleifpunkt und Schwierigkeiten beim Schalten. Das Ausrücklager kann ebenfalls Geräusche machen: ein zischendes oder brummendes Geräusch beim Treten des Kupplungspedals weist darauf hin.

Die Antriebswelle und die Gleichlaufgelenke bekommen Spiel oder werden beschädigt. Dies äußert sich in klackenden oder tickenden Geräuschen beim Lenken oder beim Anfahren aus dem Stand. Kontrolliere die Gummimanschetten auf Risse, denn eindringender Schmutz beschleunigt den Verschleiß.

„ Oberflächlicher Rost lässt sich noch behandeln, aber durchgerostetes Blech erfordert Schweißarbeiten oder den Austausch von Karosserieteilen. “

Karosserie und Innenraum: Kampf gegen Rost und Verschleiß

Rost ist ein bekanntes Problem bei französischen Autos aus den neunziger Jahren, und der 306 bildet keine Ausnahme. Typische Stellen, an denen Rost zuschlägt, sind die Radläufe, insbesondere hinten, die Unterseiten der Türen, die Schweller und die Befestigung der hinteren Stoßstange. Phase-1-Modelle bis 1997 sind anfälliger als spätere Modelle mit verbessertem Schutz.

Überprüfe beim Kauf gründlich die Unterseite des Autos. Oberflächlicher Rost lässt sich noch behandeln, aber durchgerostetes Blech erfordert Schweißarbeiten oder den Austausch von Karosserieteilen. Eine vorbeugende Behandlung mit Wachsöl oder einem ähnlichen Produkt hilft, die Lebensdauer zu verlängern.

Der Innenraum hat seinen eigenen Verschleiß. Die Sitzbezüge können ausfransen oder reißen. Das tritt besonders häufig beim GTI-6 mit Sportsitzen auf. Die Mittelkonsole und Türgriffe werden matt oder lösen sich durch verhärtete Clips. Heizung und Belüftung können träge werden, bedingt durch verschmutzte Klappen oder einen verschlissenen Gebläsemotor. Letzteres erkennst du an Geräuschen oder daran, dass der Lüfter nur noch auf höchster Stufe läuft.

Peugeot 306 Peugeot 306

Vorbeugende Wartung: so hältst du deinen 306 in Bestform

Gute Wartung ist der Schlüssel zu einem zuverlässigen 306. Halte dich an den vorgeschriebenen Wartungsplan und wechsle Filter, Flüssigkeiten und Riemen rechtzeitig. Verwende Öl mit der richtigen Qualität und Viskosität gemäß den Werksspezifikationen. Für XU-Motoren mit Kipphebeln ist dies besonders wichtig.

Kontrolliere regelmäßig auf Lecks, ungewöhnliche Geräusche und abweichendes Fahrverhalten. Lass im Zweifel einen Spezialisten nachsehen, denn aus kleinen Problemen werden schnell große Reparaturen. Behandle die Karosserie vorbeugend gegen Rost, besonders nach dem Winter, wenn das Streusalz seine Spuren hinterlassen hat. Spüle das Fahrwerk regelmäßig gründlich ab.

Praktische Tipps für Besitzer:

  • Wechsle den Zahnriemen vorsorglich gemäß Wartungsplan
  • Kontrolliere das Kühlsystem jährlich auf Lecks und wechsle das Kühlmittel alle zwei Jahre
  • Fette Scharniere, Schlösser und Bowdenzüge, um elektrische Probleme zu vermeiden
  • Sprüh das Fahrgestell mit einer schützenden Beschichtung gegen Rost ein
  • Fahre regelmäßig längere Strecken, damit Motor und Auspuff richtig warm werden

Kauftipps: worauf du beim gebrauchten Peugeot 306 achten solltest

Beim Kauf eines gebrauchten 306 ist eine gründliche Inspektion unerlässlich. Teste die Hinterachse, indem du über Bodenwellen fährst und auf klappernde Geräusche achtest. Rüttle an den Rädern, um Spiel zu fühlen. Überprüfe die Karosserie auf Rost, insbesondere die Radläufe, Schweller und die Unterseite der Türen.

Starte den Motor kalt und horche auf ungewöhnliche Geräusche. Weißer Rauch beim Starten kann auf Probleme mit der Kopfdichtung hinweisen, blauer Rauch deutet auf Ölverbrauch hin. Prüfe den Kühlmittelstand und achte auf die Farbe: trübes oder ölhaltiges Kühlwasser ist ein Alarmsignal.

Teste alle elektrischen Funktionen: Fensterheber, Zentralverriegelung, Beleuchtung und Scheibenwischer. Probiere Heizung und Klimaanlage in allen Stufen aus. Mach eine Probefahrt und achte auf die Kupplung: Sie sollte gleichmäßig greifen, ohne zu rutschen. Schalte alle Gänge durch und horche auf kratzende Geräusche.

Bitte um das Serviceheft und kontrolliere, ob der Zahnriemen gewechselt wurde. Fehlt dieser Nachweis, musst du von einem bald fälligen Wechsel ausgehen. Prüfe die HU-Historie (die Prüfungs- und Mängelgeschichte des Autos) auf wiederkehrende Probleme oder gestrichene Mängel.

Checkliste für Käufer:

  • Hinterachse auf Spiel und Geräusche prüfen
  • Karosserie auf Roststellen inspizieren
  • Motorstart im kalten Zustand testen
  • Alle elektrischen Funktionen ausprobieren
  • Probefahrt machen und Kupplung sowie Getriebe beurteilen
  • Wartungshistorie und Zahnriemenwechsel verifizieren
  • Kühlsystem auf Undichtigkeiten und sauberes Kühlwasser prüfen

„ Dennoch bietet dieser Kompakte einen Fahrspaß, den moderne Autos oft vermissen lassen: direkt, kommunikativ und unterhaltsam auf kurvigen Straßen. “

Lohnt sich der Peugeot 306 trotz seiner Schwächen?

Der Peugeot 306 bleibt ein attraktiver Klassiker für Liebhaber einer analogen Fahrerfahrung und erschwinglicher Sportlichkeit. Die Probleme sind bekannt und mit guter Wartung sowie rechtzeitigen Kontrollen oft vermeidbar. Die Hinterachse verlangt Aufmerksamkeit, elektrische Macken gehören zum Bauzeitraum und Rost ist bei jedem älteren französischen Modell ein Thema. Dennoch bietet dieser Kompaktwagen einen Fahrspaß, den moderne Autos oft vermissen lassen: direkt, kommunikativ und unterhaltsam auf kurvigen Straßen.

Wer bereit ist, in Wartung zu investieren und gelegentlich selbst Hand anzulegen, findet im 306 einen zuverlässigen Begleiter. Der GTI-6 steigt aufgrund seiner Seltenheit und seines Kultstatus sogar weiter im Wert. Am besten wählst du ein Phase-2-Modell ab 1997, prüfst das Auto vor dem Kauf gründlich und kalkulierst vorbeugende Wartung ein. Dann hast du jahrelang Freude an diesem französischen Klassiker mit Charakter.