Renault Trafic

Der Renault Trafic: ein Arbeitspferd mit Kinderkrankheiten

Der Renault Trafic ist ein beliebter Transporter der Mittelklasse, der viele gewerbliche Nutzer an sich bindet. Leider sorgt er gleichzeitig regelmäßig für Kopfschmerzen bei Eigentümern. Motorprobleme mit Steuerkette, Turbolader und Einspritzsystem kommen häufiger vor, als man hoffen würde. Auch Störungen am Automatikgetriebe und an elektronischen Sensoren treten immer wieder auf. Trotzdem bleibt der Trafic ein gefragtes Modell. Das hat alles mit seinem großzügigen Ladevolumen und seiner Vielseitigkeit zu tun. Möchtest du einen Trafic anschaffen? Oder kämpft dein Transporter mit wiederkehrenden Problemen? Hier liest du, mit welchen Schwierigkeiten du rechnen musst. Wir erklären außerdem, wie du sie am besten angehst.

Eine beliebte Wahl im Transportersegment

Der Renault Trafic ist einer der meistverkauften Transporter seiner Klasse. Das liegt an seinen praktischen Abmessungen. Auch die verschiedenen Ausführungen spielen eine Rolle. Es gibt zwei Radstände: den L1 mit kurzem Radstand und den L2 mit langem Radstand. Außerdem kannst du zwischen zwei Dachhöhen wählen. Das ergibt Ladevolumina von 5,2 bis 8,6 Kubikmetern.

Das Modell wird häufig als Kastenwagen für Unternehmen eingesetzt. Außerdem sieht man ihn oft als Doppelkabine mit fünf Sitzplätzen. Auch die Ausführung als Neunsitzer-Bus kommt regelmäßig vor. Schon die Standardausführung bietet eine ganze Menge Komfort. Man denke an Parksensoren, Spurhaltewarner und einen Arbeitsplatz für deinen Laptop. Der Innenraum ist leiser und komfortabler als bei vielen Konkurrenten wie dem Ford Transit. Das macht das Modell attraktiv. Vor allem Fahrer, die viele Kilometer zurücklegen müssen, wissen das zu schätzen.

Suchst du mehr Informationen zu Problemen mit Renault im Allgemeinen? Dort findest du praktische zusätzliche Tipps zu verschiedenen Modellen der Marke.

„ Schwerwiegendere technische Mängel betreffen vor allem den Antriebsstrang, den Turbolader und elektronische Systeme. “

Zuverlässigkeit des Renault Trafic

Der Trafic hat in Sachen Zuverlässigkeit einen gemischten Ruf. Viele Besitzer loben das Fahrzeug für die große Ladefläche und den Fahrkomfort. Gleichzeitig berichten sie, dass bestimmte Bauteile Probleme bereiten. Die meisten Beschwerden kommen von Transportern mit hoher Laufleistung. Auch Exemplare mit intensivem Einsatzprofil und ohne konsequente Wartung machen Schwierigkeiten.

Kleinere Ärgernisse kommen regelmäßig vor. Klappernde Interiorteile sind ein Beispiel. Auch Störungen an Sensoren gehören dazu. Diese Probleme sind lästig, führen aber selten zum Liegenbleiben. Schwerwiegendere technische Mängel betreffen vor allem den Antriebsstrang, den Turbolader und elektronische Systeme. Modelle ab 2014 haben häufiger Probleme mit dem Automatikgetriebe. Besitzer melden dieses Problem regelmäßig.

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Motorprobleme, die regelmäßig auftreten

Die Dieselmotoren im Trafic sind im Allgemeinen kräftig und sparsam. Sie haben jedoch einige wiederkehrende Schwachstellen. Die Steuerkette ist das häufigste Motorproblem. Bei älteren Modellen kann sich die Kette längen. Auch Fahrzeuge mit vernachlässigter Wartung sind davon betroffen. Das verursacht Rasselgeräusche beim Starten. Lässt du das zu lange andauern? Dann kann die Kette reißen. Teure Motorschäden sind die Folge.

Ein weiteres bekanntes Problem hängt mit den Einspritzdüsen zusammen. Vor allem die 2.0-dCi-Motoren sind davon betroffen. Mit der Zeit können die Injektoren verstopfen. Auch Undichtigkeiten kommen vor. Das sorgt für einen unruhigen Motorlauf. Du siehst dann schwarzen Auspuffqualm. Auch ein erhöhter Kraftstoffverbrauch ist die Folge. Der Austausch von Injektoren ist keine günstige Reparatur. Pro Stück kosten sie mehrere hundert Euro.

Der Turbolader ist ein dritter Risikopunkt. Bei intensiver Nutzung kann das Turbinenrad beschädigt werden. Unzureichende Schmierung ist eine weitere Ursache. Besitzer berichten dann von einem Verlust an Zugkraft. Auch ein pfeifendes Geräusch beim Beschleunigen ist ein Symptom. Bist du dir über den Zustand des Turbos unsicher? Lass am besten einen Diagnosetest durchführen. So kannst du rechtzeitig eingreifen. Das verhindert, dass der Turbolader komplett ausfällt.

Beschwerden über das Getriebe

Die handgeschalteten Versionen des Trafic sind im Allgemeinen zuverlässig. Dennoch können auch dort Probleme auftreten. Bei Fahrzeugen mit hoher Laufleistung kann die Kupplung vorzeitig verschleißen. Auch schwere Beladung beschleunigt den Verschleiß. Du erkennst das an einem höheren Schleifpunkt. Auch ein Durchrutschen der Kupplung unter Last ist ein Anzeichen.

Das Automatikgetriebe ist störungsanfälliger. Dabei geht es um die EDC-Variante. Besitzer berichten regelmäßig von ruckeligem Schaltverhalten. Auch verzögerte Reaktionen kommen vor. Manchmal bleibt das Getriebe sogar in einem Gang hängen. Häufig sind Softwarefehler die Ursache. Auch defekte Sensoren können dahinterstecken. Verschleiß an der Mechatronic-Einheit ist eine dritte Möglichkeit. Ein Software-Update kann manchmal Abhilfe schaffen. In anderen Fällen muss das Getriebe geöffnet werden. Manchmal ist sogar ein Austausch nötig.

„ Die Kosten können jedoch schnell in die Höhe schießen. “

Elektronische Probleme und Warnleuchten

Der Renault Trafic ist mit einer ganzen Menge Elektronik ausgestattet. Genau dort geht es häufig schief. Sensoren können ausfallen. Das gilt für den Temperatursensor, den Luftmassenmesser und den Kühlmittelsensor. Das führt zu Fehlermeldungen im Kombiinstrument. Diese Meldungen haben Folgen. Das Fahrzeug geht in den Notlauf. Manchmal springt es sogar gar nicht mehr an.

Auch der AdBlue-Sensor kann Probleme machen. Dieser Sensor überwacht die Emissionen bei Dieselmotoren. Geht er kaputt? Dann kann das Fahrzeug den Start verweigern. Du musst ihn zuerst ersetzen lassen. Auch das ABS-System ist störanfällig. Sensoren verschmutzen. Kabel werden durch salzhaltige Straßen beschädigt.

Viele dieser Probleme lassen sich mit einem Reset beheben. Manchmal reicht der Austausch eines kleinen Sensors. Die Kosten können jedoch schnell in die Höhe schießen. Das passiert vor allem dann, wenn nicht sofort klar ist, welches Bauteil die Ursache ist.

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Fahrwerk, Bremsen und Lenkung

Das Fahrwerk des Trafic ist robust ausgelegt. Es muss schwere Lasten transportieren können. Intensiver Einsatz hinterlässt jedoch Spuren. Vor allem die Gummilager der Querlenker können mit der Zeit verschleißen. Auch Stoßdämpfer können verschleißen. Du merkst das an einem schwammigen Heck. Auch ein unruhiges Fahrverhalten ist ein Anzeichen. Das gilt besonders bei Fahrten mit Beladung.

Die Bremsen sind in der Regel zuverlässig. Sie verschleißen allerdings schneller, wenn der Transporter häufig schwer beladen ist. Kontrolliere regelmäßig die Dicke der Bremsbeläge. Auch die Scheiben verdienen Aufmerksamkeit. Bei vielen Kurzstrecken können die Bremsscheiben rosten. Das führt zu Vibrationen beim Bremsen.

Das Lenkgetriebe kann anfällig für Undichtigkeiten sein. Das gilt vor allem für ältere Modelle. Merkst du, dass die Servolenkung weniger leichtgängig arbeitet? Siehst du Flüssigkeit unter dem Fahrzeug? Lass dann Servopumpe und Lenkgetriebe überprüfen. Undichtigkeiten können zu einem Ausfall der Servolenkung führen. Das kann gefährliche Situationen verursachen.

Karosserie- und Innenraum: Punkte mit besonderer Aufmerksamkeit

Die Karosserie des Trafic ist stabil gebaut. Dennoch kann Rost auftreten. Das passiert vor allem an Stellen, die Salz und Schmutz ausgesetzt sind. Achte beim Kauf besonders auf die Türkanten. Auch die Radläufe und der Fahrzeugboden im Laderaum verdienen Beachtung. Modelle, die häufig im Winter unterwegs waren, kennen dieses Problem. Bei diesen Exemplaren zeigt sich Rost oft schon nach wenigen Jahren.

Der Innenraum ist funktional und einfach gehalten. Bei intensiver Nutzung ist der Verschleiß deutlich sichtbar. Der Sitzbezug kann ausfransen. Das sieht man vor allem bei Fahrzeugen, die täglich im Einsatz sind. Auch die Tasten im Armaturenbrett können schwergängig werden. Schalter können komplett ausfallen. Das sind vor allem kosmetische Probleme. Im Alltag können sie dennoch störend sein.

„ All diese Fahrweisen beschleunigen den Verschleiß. “

Wartung und Fahrstil machen den Unterschied

Viele Probleme lassen sich durch gute Wartung vermeiden. Besitzer stoßen häufig auf diese Beschwerden. Wechsel die Motoröl gemäß den vorgeschriebenen Intervallen. Das gilt auch für die Filter. Bei intensiver Nutzung ist zusätzliche Aufmerksamkeit nötig. Auch viele Kurzstrecken verlangen eine angepasste Wartung. Wechsel das Öl dann häufiger, als der Hersteller vorgibt.

Auch dein Fahrstil macht einen Unterschied. Belaste einen kalten Motor nicht stark. Vermeide plötzliches, starkes Beschleunigen. Fahre nicht ständig nur sehr kurze Strecken. All diese Fahrweisen beschleunigen den Verschleiß. Das gilt für Motor, Turbolader und Einspritzdüsen. Gib dem Motor Zeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Fahre die letzten Kilometer nach Hause ruhig. So kann der Turbo gut abkühlen.

Lass den Transporter regelmäßig von einer spezialisierten Werkstatt überprüfen. Wähle eine Werkstatt mit Renault-Erfahrung. Sie können kleine Probleme frühzeitig erkennen. So wachsen sie nicht zu teuren Reparaturen heran.

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Praktische Wartungstipps für Besitzer

Möchtest du Probleme vermeiden? Oder die Lebensdauer deines Trafic verlängern? Dann beachte die folgenden Tipps:

  • Kontrolliere regelmäßig den Ölstand. Fülle bei, wenn es nötig ist. Manche Motoren verbrauchen mit zunehmendem Alter mehr Öl.
  • Lass die Steuerkette bei 150.000 Kilometern ersetzen. Hörst du beim Starten Rasselgeräusche? Lass sie dann früher wechseln.
  • Sorge dafür, dass der AdBlue-Tank ausreichend gefüllt ist. Ein leerer Tank kann zu Startproblemen führen.
  • Reinige regelmäßig Sensoren und elektrische Steckverbindungen. Fährst du oft auf verschneiten oder nassen Straßen? Dann ist das besonders wichtig.
  • Lass Stoßdämpfer und Gummilager der Aufhängung bei jeder Wartung prüfen. Transportierst du häufig schwere Lasten? Dann ist das umso wichtiger.
  • Fahre den Transporter gelegentlich auf einer längeren Strecke. Der Partikelfilter kann sich dann gut regenerieren. Außerdem erreicht der Motor so seine vollständige Betriebstemperatur.

Was tun bei spezifischen Störungen?

Vermutest du ein Problem? Dann kannst du selbst schon einige Kontrollen durchführen. Eine Warnleuchte im Kombiinstrument deutet oft auf einen Sensorfehler hin. Lass die Fehlercodes in einer Werkstatt auslesen. So erfährst du, welches Bauteil die Ursache ist.

Hast du mit Motorproblemen zu tun? Denke an Rasselgeräusche. Auch ein Leistungsverlust kann ein Hinweis sein. Nutze das Fahrzeug dann nicht weiter. Warte, bis du weißt, was los ist. Weitere Schäden können zu einer kompletten Motorüberholung führen. Das ist eine kostspielige Angelegenheit.

Schaltet das Getriebe ruckelig? Bleibt es hängen? Frage dann zuerst nach einem Software-Update. Prüfe, ob eines verfügbar ist. In vielen Fällen löst das das Problem. Du musst dann keine teuren Teile ersetzen.

Weißt du nicht genau, was defekt ist? Such dir dann eine spezialisierte Werkstatt. Wähle eine Werkstatt mit Renault-Know-how. Dort findet man die Ursache oft schneller. Das spart dir Zeit und Geld.

„ So vermeidest du teure Überraschungen. “

Worauf du beim Kauf eines gebrauchten Trafic achten solltest

Möchtest du einen gebrauchten Renault Trafic kaufen? Achte dann genau auf die folgenden Punkte. So vermeidest du teure Überraschungen. Prüfe zunächst das Serviceheft. Ein vollständig geführtes Heft ist ein gutes Zeichen. Es sollte regelmäßige Wartungseinträge enthalten. Fehlt das Serviceheft? Gibt es große Lücken zwischen den Wartungen? Dann ist Vorsicht geboten.

Starte den Motor. Höre genau auf ungewöhnliche Geräusche. Rasseln oder Klopfen bei kaltem Motor kann auf eine gelängte Steuerkette hindeuten. Pfeifende Geräusche beim Beschleunigen können auf einen verschlissenen Turbolader hinweisen.

Frag nach, ob das Getriebe sauber schaltet. Erkundige dich auch nach früheren Problemen mit dem EDC-Automatikgetriebe. Teste bei einer Probefahrt, wie das Getriebe schaltet. Achte darauf, dass dies ohne Ruckeln und Aussetzer geschieht. Prüfe, ob Warnleuchten im Kombiinstrument brennen. Frage nach der Ursache.

Untersuche die Karosserie auf Rost. Achte besonders auf die Radläufe. Kontrolliere auch die Einstiege und den Boden des Laderaums. Rost im Innenbereich des Laderaums kann auf Undichtigkeiten hindeuten. Dann ist auch Wassereintritt möglich. Prüfe den Zustand der Reifen. Auch die Bremsen verdienen Aufmerksamkeit. Ungleichmäßiger Verschleiß kann auf Probleme am Fahrwerk hinweisen.

Frag nach der Kilometerlaufleistung. Vergleiche sie mit dem Zustand des Innenraums. Bei hoher Laufleistung ist Verschleiß normal. Man denke an Sitze, Schalthebel und Lenkrad. Passt das nicht zusammen? Dann wurde möglicherweise am Kilometerstand manipuliert.

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Der Renault Trafic bleibt ein beliebtes Arbeitspferd

Der Renault Trafic hat wiederkehrende technische Probleme. Trotzdem bleibt er ein gefragtes Modell im gewerblichen Bereich. Seine große Ladekapazität macht ihn geeignet. Auch seine Vielseitigkeit und der relativ komfortable Fahrkomfort spielen eine Rolle. Viele Unternehmen entscheiden sich daher für diesen Transporter. Es ist jedoch wichtig, die möglichen Probleme realistisch einzuschätzen. Stell dich auf höhere Wartungskosten ein. Das gilt vor allem für ältere Exemplare.

Regelmäßige Wartung kann viele Probleme verhindern. Achte auch auf frühe Anzeichen von Verschleiß. Kaufst du einen gebrauchten Trafic? Dann prüfe ihn gründlich. Lass im Zweifel einen Fachmann mit draufschauen. So holst du das Beste aus diesem vielseitigen Transporter heraus. Und du vermeidest unangenehme Überraschungen.