Ein ratternder Motor beim Renault Captur ist kein seltenes Problem. Die Ursachen reichen von einer verschlissenen Steuerkette bis zu defekten Kraftstoffsensoren. Den genauen Defekt selbst festzustellen, ist schwierig. Möchtest du wissen, was dieses Rattern bei deinem Captur bedeutet und was du dagegen tun kannst?
Warum rattert der Motor eines Renault Captur?
Das Rattern kommt häufig von mechanischen oder elektrischen Problemen. Besonders die Benzinmotoren wie der 0.9 TCe (Turbolader-Benzinmotor) und 1.2 TCe sind anfällig für bestimmte Defekte. Bei diesen Motoren tritt das Problem teilweise schon bei niedrigen Laufleistungen auf.
Die Steuerkette ist ein bekannter Verursacher. Bei TCe-Motoren kann sich diese Kette schon um die 60.000 Kilometer längen oder festlaufen. Das Geräusch ist dann vor allem beim Starten eines kalten Motors oder beim Beschleunigen zu hören. Lässt du das zu lange laufen, kann das zu schweren Motorschäden führen.
Eine weitere häufige Ursache liegt im Kraftstoffsystem. Defekte Kraftstoffdrucksensoren, ein loser Kabelkontakt oder eine hängende Kraftstoffpumpe sorgen für einen unruhigen Motorlauf und Rattern beim Gasgeben. Manche Besitzer berichten, dass ihr Captur im Leerlauf sogar ausgeht.
„ Diese sind seltener direkt motortechnisch bedingt, aber dennoch störend und potenziell gefährlich. “
Typische Geräusche und was sie bedeuten
Die Art des Geräuschs gibt oft einen Hinweis auf die Ursache. Ein ratterndes oder klapperndes Geräusch während der Fahrt weist meist auf Probleme mit der Steuerkette oder dem Turbolader hin. Vor allem beim 120-PS-Benzinmotor (Motorkennbuchstabe H5F) treten zudem Zylinderprobleme auf, die dieses Geräusch verursachen.
Hörst du ein mahlendes oder ratterndes Geräusch beim Schalten? Dann liegt die Ursache wahrscheinlich beim automatischen EDC-Getriebe. Verschleiß in dieser Art Getriebe erzeugt charakteristische Geräusche. Auch ein Schaltgetriebe kann sich rau anfühlen und Geräusche machen.
Klappergeräusche beim Rollen, selbst wenn du die Kupplung trittst, können auf Probleme mit Radlagern, Antriebswellen oder einer verschlissenen Kupplung hindeuten. Diese stehen seltener direkt mit dem Motor in Verbindung, sind aber dennoch störend und potenziell gefährlich.

Praktische Kontrollen, die du selbst durchführen kannst
Lies zuerst den Fehlerspeicher des Autos aus (die gespeicherten Fehlercodes). Verwende dafür ein OBD-Gerät (ein Auslesegerät für Fehlercodes). Diese Geräte sind erschwinglich und geben Einblick in registrierte Störungen. Achte auf Warnleuchten im Armaturenbrett, insbesondere auf die Motorkontrollleuchte.
Hör genau hin, wann das Rattern auftritt:
- Beim Kaltstart: häufig Steuerkette oder Kettenspanner (Bauteil, das die Spannung der Kette regelt)
- Beim Beschleunigen: Kraftstoffsystem, Turbolader oder Zylinderprobleme
- Beim Rollen: Getriebe, verschlissene Radlager oder Fahrwerk (Federn und Querlenker des Fahrzeugs)
- Im Leerlauf: möglicherweise Sensor- oder Kraftstoffdruckprobleme
Kontrolliere außerdem den Ölstand und die Qualität des Motoröls. Bei älteren TCe-Motoren tritt erhöhter Ölverbrauch regelmäßig auf, was indirekt zu Verschleiß und Geräuschen führt.
Wann ist das Problem ernst?
Einen ratternden Motor solltest du immer ernst nehmen. Vor allem bei Problemen mit der Steuerkette steigt das Risiko größerer Schäden schnell an. Gibt die Kette während der Fahrt nach, können Ventile und Kolben aufeinanderprallen. Das führt zu teuren Reparaturen oder sogar zu einem kompletten Motortausch.
Zylinderprobleme bei H5F-Motoren sind ebenfalls besorgniserregend. Überhitzung von Zylindern, häufig Zylinder 2 oder 3, kann zu dauerhaften Schäden an den Zylinderwänden führen. Besitzer berichten teils von erhöhtem Ölverbrauch und blau-grauem Abgasrauch als zusätzliche Symptome.
Kraftstoffdruckprobleme sind weniger akut gefährlich, können aber zu Ausfällen unterwegs führen. Der Motor kann im Verkehr ausgehen, was gefährliche Situationen verursachen kann.
„ Darum ist eine frühzeitige Diagnose wichtig. “
Was kostet eine Reparatur und was muss gemacht werden?
Die Kosten hängen stark von der Ursache ab. Ein loser Sensorkabelstecker lässt sich für etwa 95 Euro beheben. Eine komplette Revision der Steuerkette mit verbesserten Teilen kostet schnell zwischen 1.000 und 2.000 Euro, abhängig von Werkstatt und Motortyp.
Bei schweren Zylinderschäden oder einem defekten Turbolader steigen die Kosten weiter. Eine Motorinstandsetzung oder ein Austausch kann mehrere tausend Euro kosten. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose wichtig.
Wähle eine Werkstatt, die auf Renault oder speziell auf die TCe- und H5F-Motoren (spezifische Benzinmotoren von Renault) spezialisiert ist. Diese Werkstätten kennen die typischen Schwachstellen und verbauen bei einer Instandsetzung häufig verbesserte Komponenten. Bitte im Voraus um eine gründliche Diagnose mit Kompressionsmessung. Frage auch nach einer Kamerainspektion der Zylinder (endoskopische Untersuchung). Das schafft mehr Klarheit über den Zustand.

Vorbeugende Maßnahmen, die helfen
Vorbeugung beginnt bei der Wartung. Wechsel das Motoröl häufiger als von Renault vorgeschrieben, insbesondere bei TCe-Motoren. Verwende hochwertiges Öl, das die Spezifikationen erfüllt. Das verlangsamt den Verschleiß der Steuerkette und reduziert den Ölverbrauch.
Lass die Steuerkette zwischen 60.000 und 80.000 Kilometern kontrollieren, auch wenn noch keine Geräusche vorhanden sind. So vermeidest du Überraschungen. Bei frühen TCe-Modellen ohne Nachweis eines Kettenwechsels ist besondere Vorsicht geboten.
Für das EDC-Automatikgetriebe (automatisches Getriebe von Renault) gilt: Wechsle das Getriebeöl häufiger als im Standardintervall. Auch wenn Renault es teilweise als wartungsfrei einstuft, verlängert ein regelmäßiger Ölwechsel die Lebensdauer deutlich.
Vermeide dauerhaft hohe Drehzahlen, besonders bei H5F-Motoren. Diese neigen zu Überhitzung der vorderen Zylinder, die nah am Kühler sitzen.
Was sagen andere Besitzer?
In Foren und Werkstätten tauchen regelmäßig ähnliche Geschichten auf. Besitzer berichten von Rattern ab etwa 68.000 Kilometern. Auffällig ist, dass das Problem manchmal falsch diagnostiziert wird. Was zunächst als Steuerkettenproblem eingestuft wird, stellt sich später als Defekt am Turbolader oder an den Zylindern heraus.
Einige Captur-0.9- oder 1.2-TCe- sowie TCe-140-Besitzer beschreiben ein klapperndes Geräusch während der Fahrt, das im Stand nicht auftritt. Das Geräusch wird lauter, wenn man vom Gas geht. Das weist häufig auf eine Kombination aus Motor- und Antriebsproblemen hin.
Nutzer warnen vor typischen Renault-Schwachstellen wie Kohlenstoffablagerungen an den Ventilen und schlechter Wärmeabfuhr. Diese können zusammen mit anderen Faktoren zu ernsthaften Motorschäden führen.
„ Achte darauf, dass manche Vertragshändler nicht immer die beste Wahl für ältere Modelle mit bekannten Problemen sind. “
Wo findest du einen zuverlässigen Spezialisten?
Suche eine Werkstatt, die Erfahrung mit Renault-Motoren hat, speziell mit den TCe- und H5F-Typen. Frage im Voraus nach den Diagnosemöglichkeiten. Eine gute Werkstatt verfügt über ein Endoskop zur Zylinderinspektion, führt eine Kompressionsmessung durch und hat Zugriff auf spezialisierte Renault-Diagnosetools.
Erkundige dich auch nach Referenzen oder Erfahrungen mit Steuerketten-Revisionen. Diese Reparatur erfordert Kenntnisse über die verfügbaren verbesserten Komponenten. Ein Standardtausch mit nur Originalteilen löst das Problem manchmal nur vorübergehend.
Achte darauf, dass manche Vertragshändler nicht immer die beste Wahl für ältere Modelle mit bekannten Problemen sind. Spezialisierte freie Werkstätten haben oft mehr Praxiserfahrung mit diesen speziellen Defekten und bieten teils bessere Preise.

Tipps für alle, die einen gebrauchten Captur in Betracht ziehen
Denkst du über den Kauf eines gebrauchten Renault Captur nach? Dann achte besonders auf den Zustand des Motors. Meide frühe TCe-Modelle ohne dokumentierten Wechsel der Steuerkette. Bitte um das Serviceheft und prüfe, ob die empfohlenen Wartungsintervalle eingehalten wurden.
Teste das Auto gründlich. Höre bei einem Kaltstart auf Rattergeräusche. Achte während der Probefahrt darauf, ob der Motor ruhig läuft und gut beschleunigt. Beobachte blau-grauen Rauch aus dem Auspuff, was auf Ölverbrauch hinweist.
Überprüfe außerdem die Dichtung der Heckklappe auf Rost und frage nach dem Alter der Batterie. Einige Besitzer berichten, dass Batterien bereits nach 3.000 Kilometern ausfallen, was zusätzliche Probleme mit dem Automatikgetriebe verursachen kann.
Auf der Website von Carnews findest du viele weitere Informationen zu häufigen Autoproblemen, Wartungstipps und Erfahrungen mit verschiedenen Marken und Modellen. Entdecke, was andere Autofans über ihren Renault berichten, oder vertiefe dich in technische Tipps, die dir weiterhelfen.
Häufig gestellte Fragen
Die häufigste Ursache für einen ratternden Motor beim Renault Captur ist Verschleiß oder Längung der Steuerkette, besonders bei den 0.9-TCe- und 1.2-TCe-Motoren. Außerdem können Probleme im Kraftstoffsystem (wie ein defekter Kraftstoffdrucksensor oder eine defekte Pumpe) Rattergeräusche und unruhigen Motorlauf verursachen. Auch Turbo- oder interne Motorprobleme (zum Beispiel Kettenspanner, Hochdruckpumpe, Zylinderprobleme) können für Rattern sorgen. Schließlich können verschlissene Teile im Getriebe oder Antriebsstrang (Radlager, Antriebswelle, Kupplung/EDC-Automatik) ratternde oder klappernde Geräusche verursachen.
Hör hin, ob das Rattern nur im kalten Zustand und beim Starten/Beschleunigen auftritt (oft Steuerkette) oder vor allem unter Last bzw. beim Turboladeraufbau (eher Turbolader oder Kraftstoffsystem). Wenn das Geräusch auch beim Ausrollen oder bei getretener Kupplung vorhanden ist, kann es eher aus dem Getriebe, den Antriebswellen oder den Radnaben kommen. Versuche festzustellen, ob es hochfrequent, metallisch und schnell ratternd klingt (Kette/Ventiltrieb) oder eher dumpf/klappernd und drehzahlabhängig (Lager oder Antriebsstrang). Notiere dir, wann genau es auftritt (Drehzahlbereich, warm/kalt, beim Gasgeben oder Gaswegnehmen) und nimm diese Infos mit in die Werkstatt für eine gezieltere Diagnose.
Grundsätzlich solltest du mit einem ratternden Motor in einem Renault Captur nicht einfach weiterfahren, da dies häufig auf (beginnenden) Motorschaden hinweist, zum Beispiel an der Steuerkette, am Turbolader oder an internen Motorteilen. Nur wenn ein Mechaniker festgestellt hat, dass es sich um eine harmlose Ursache handelt (zum Beispiel ein loses Kabel oder ein kleines äußeres Bauteil) und er das Fahren für vertretbar hält, kannst du vorübergehend weiterfahren. Lass das Auto so schnell wie möglich auf Fehlercodes auslesen und das Rattern genau lokalisieren. Fahre in der Zwischenzeit mit niedrigen Drehzahlen, vermeide hohe Geschwindigkeiten und lange Strecken oder lass das Auto im Zweifel lieber abschleppen.
Ein ratternder Motor beim Renault Captur kann auf Verschleiß an der Steuerkette, am Turbolader oder an internen Motorteilen hindeuten, was langfristig zu schweren Motorschäden führen kann. Dauerhaftes Weiterfahren kann in Kettensprung, beschädigte Zylinderwände oder Ventile und letztlich in einen kapitalen Motorschaden münden. Auch Getriebe- oder Antriebsstrangschäden sind möglich, wenn das Geräusch von dort kommt. Eine frühzeitige Diagnose und Reparatur sind entscheidend, um hohe Instandsetzungskosten oder einen kompletten Motor- oder Getriebeersatz zu vermeiden.
Vermeide einen ratternden Motor, indem du Öl und Filter rechtzeitig wechselst, ausschließlich Qualitätsmotoröl verwendest und die vorgeschriebenen Wartungsintervalle strikt einhältst. Lass rund alle 60.000–80.000 km Steuerkette, Kettenspanner und Führungsschienen vorsorglich kontrollieren, insbesondere bei TCe-Motoren. Vermeide dauerhaft hohe Drehzahlen und lass bei unrundem Motorlauf oder Fehlermeldungen sofort Kraftstoffdruck, Sensoren und Kabel per OBD-Check auslesen. Bei anhaltendem Rattern ist ein Besuch bei einem Renault-Spezialisten zur Diagnose von Kette, Turbolader und EDC-/Getriebekomponenten zu empfehlen, um Motorschäden vorzubeugen.
Ja, ein ratternder Motor ist bei bestimmten Motorvarianten des Renault Captur ein häufiges Problem. Besonders betroffen sind die Benzinvarianten mit 0.9-TCe-, 1.2-TCe- und H5F-Motoren. Die Beschwerden hängen oft mit Problemen an der Steuerkette, dem Kraftstoffsystem, dem Turbolader oder dem Getriebebereich zusammen. Eine frühe Diagnose und Reparatur ist wichtig, um schwerwiegendere Motorschäden zu verhindern.





