Der Hyundai Ioniq 5 erreicht häufig nicht die versprochenen 230 kW Ladeleistung, vor allem nicht bei kaltem Wetter. Kalte Batterien, überhitzte Ladeports und defekte Lademodule sorgen dafür, dass das Schnellladen enttäuschend verläuft. Trotz Software‑Updates bleiben die Probleme bei vielen Besitzern bestehen. Warum lädt dein elektrischer Hyundai nicht wie erwartet?
Warum lädt der Ioniq 5 im Winter langsam?
Die Batterie des Ioniq 5 arbeitet bei Temperaturen unter 21 °C bis zu 40 Prozent weniger effizient. Für optimale Schnellladegeschwindigkeiten muss die Batterie auf Temperatur sein. In der Praxis bedeutet das, dass du im Winter oft nicht über 100 bis 130 kW Ladeleistung hinauskommst, während das System unter Idealbedingungen eine Spitzenleistung von 350 kW erreichen kann. Die 800V‑Architektur bietet auf dem Papier große Vorteile, doch kalte Bedingungen neutralisieren diesen Vorteil weitgehend.
Hyundai hat dieses Problem erkannt und Software‑Updates veröffentlicht, die eine Vorkonditionierungsfunktion hinzufügen. Wenn du über das Navigationssystem zu einem Schnelllader fährst, aktiviert das Auto automatisch die Batterieheizung. Dieser Prozess benötigt mindestens 30 Minuten und ist am Schneeflocken‑Symbol im Armaturenbrett erkennbar. Trotzdem berichten Besitzer weiterhin, dass die Ladegeschwindigkeiten in den Wintermonaten stark schwanken – sowohl in erreichter kW‑Leistung als auch in der gesamten Ladezeit.
Für alle, die regelmäßig unter Autoproblemen mit dem Hyundai Ioniq 5 leiden, ist es gut zu wissen, dass nicht alle Schnellladeprobleme direkt sichtbar sind. Manche Faktoren spielen sich im Verborgenen ab.
„ Ein vollständiges Laden mit 11 kW dauert normalerweise 8 bis 9 Stunden; bei einer Reduzierung auf 5,5 kW bist du schnell bei rund 16 Stunden. “
Überhitzung des Ladeports
Neben Kälteproblemen hat der Ioniq 5 auch mit Überhitzung beim AC‑Laden der Stufe 2 (Laden über eine normale Wallbox zu Hause oder öffentliche AC‑Ladesäulen) zu kämpfen. Dies geschieht vor allem beim Laden zu Hause oder an öffentlichen AC‑Ladepunkten. Schmutz, Verschleiß des Ladekabels oder veraltete Ladegeräte (EVSE) verursachen schlechte Kontakte. Dadurch entsteht Reibungswärme, die den Ladeport überhitzen lässt und die Ladesitzung abrupt beendet.
Hyundai hat ein Software‑Update für das VCMS (ein Steuergerät für den Ladevorgang) veröffentlicht. Dieses Update wurde über ein Technical Service Bulletin (TSB, eine offizielle Service-Mitteilung an Händler) bekanntgegeben. Das Update erkennt Temperaturanstiege und reduziert den Ladestrom automatisch von 40 A auf 23 A. So kann das Laden fortgesetzt werden, dauert aber doppelt so lange. Ein vollständiges Laden mit 11 kW dauert normalerweise 8 bis 9 Stunden; bei einer Reduzierung auf 5,5 kW bist du schnell bei rund 16 Stunden.
Viele Besitzer umgehen dieses Problem, indem sie die Ladeleistung in den Einstellungen des Fahrzeugs selbst auf 40 A oder 32 A reduzieren. Das verhindert Überhitzung und sorgt für stabilere Ladesitzungen. Reinige außerdem regelmäßig den Ladeport und nutze hochwertige Kabel, um Probleme zu minimieren.

ICCU‑Modul fällt regelmäßig aus
Die Integrated Charging Control Unit ist ein wichtiges Bauteil, das den Ladestrom regelt und in nutzbare Energie für die Batterie umwandelt. Bei der ersten Generation des Ioniq 5 fällt dieses Modul schätzungsweise bei 5 bis 10 Prozent der Fahrzeuge aus, oft nach drei Jahren oder 76.000 Kilometern. Wenn die ICCU ausfällt, bleibt das Auto komplett stehen und Weiterfahren ist unmöglich.
Das Problem ist Hyundai bekannt und wird durch die Garantie abgedeckt. Die Wartezeiten auf Ersatzteile betragen jedoch bis zu 6 bis 10 Wochen oder länger. Das macht diesen Defekt für alle, die das Auto täglich benötigen, sehr ärgerlich und kostspielig. Besitzer in Foren und auf Reddit berichten, dass dieser Defekt plötzlich und oft ohne klare Warnsignale auftritt.
Behalte Warnleuchten im Armaturenbrett im Blick und melde Probleme sofort beim Händler, sobald du Unregelmäßigkeiten bemerkst. Plane bei längeren Fahrten immer eine Alternative ein, damit du bei einer unerwarteten Störung nicht liegenbleibst.
Tipps, um die maximale Schnellladeleistung zu erreichen
Es gibt praktische Schritte, mit denen du die Ladeleistung deines Ioniq 5 verbessern kannst:
- Fahre mit einem niedrigen Batteriestand (unter 50 bis 60 Prozent) zum Schnelllader
- Nutze die Navigation, um zu einem Ladepunkt zu fahren, damit die Vorkonditionierung automatisch startet
- Plane mindestens 30 Minuten Fahrzeit ein, bevor du am Schnelllader ankommst
- Vermeide Schnellladen direkt nach einer kalten Nacht; fahre zunächst eine längere Strecke, um die Batterie aufzuwärmen
- Nutze bevorzugt Ladepunkte, mit denen du bereits gute Erfahrungen gemacht hast; nicht jedes Netzwerk bietet die gleichen Leistungen
Eine warme Batterie nach einer längeren Fahrt hilft enorm beim nächsten Ladestopp. Plane deine Route deshalb clever und lege Zwischenstopps dann ein, wenn die Batterie bereits auf Temperatur ist. Das spart viel Ladezeit und sorgt für weniger Frust unterwegs.
„ In der Praxis erzielen Besitzer die besten Ergebnisse bei Ionity, Fastned und ähnlichen Netzwerken, die auf Hochvoltfahrzeuge ausgerichtet sind. “
Das Ladenetzwerk beeinflusst die Leistung
Nicht jedes Schnellladenetzwerk bietet die gleichen Leistungen für den Ioniq 5. Das Fahrzeug basiert auf einer 800V‑Architektur. Diese profitiert jedoch nicht von allen neueren Ladestationen. Teslas V4 Supercharger (die neueste Generation der Tesla‑Schnelllader) sind zum Beispiel für Niedervolt‑Fahrzeuge wie den Cybertruck optimiert. Diese Stationen liefern hohe Stromstärken von bis zu 900 A. Das bringt dem Ioniq 5 mit seinem 800V‑System jedoch keinen Vorteil.
In der Praxis erzielen Besitzer die besten Ergebnisse bei Ionity, Fastned und ähnlichen Netzwerken, die auf Hochvoltfahrzeuge ausgelegt sind. Achte auf Stoßzeiten; zu stark frequentierte Zeiten führen mitunter zu geringeren Ladeleistungen durch Netzwerkauslastung. Auch der Wartungszustand der Ladestation spielt eine Rolle. Schmutzige oder beschädigte Kabel verringern die Leistung und können Überhitzung verursachen.
Probiere verschiedene Netzwerke aus und notiere dir, welche Stationen gut funktionieren. So baust du dir eine persönliche Liste mit zuverlässigen Ladepunkten für lange Strecken auf.

Software‑Updates lösen nicht alles
Hyundai reagiert auf die Beschwerden mit regelmäßigen Software‑Updates. Diese werden über Technical Service Bulletins (TSB, offizielle Service-Mitteilungen an Händler) bekanntgegeben. Die Updates fügen Funktionen wie Batterie‑Vorkonditionierung und Temperaturregelung beim AC‑Laden hinzu. Dennoch melden viele Besitzer weiterhin wechselhaftes Ladeverhalten, vor allem bei extremen Wetterbedingungen.
Die Updates sind ein Schritt in die richtige Richtung. Sie beseitigen die zugrunde liegenden Hardware‑Beschränkungen jedoch nicht vollständig. Die Batterie bleibt kälteempfindlich, und der Ladeport kann bei schlechten Kabeln oder Kontakten weiterhin überhitzen. Installiere immer die neuesten Updates bei deinem Händler und melde Probleme konsequent, damit Hyundai Muster erkennen und weiter nachbessern kann.
Einige Besitzer berichten zudem, dass Updates neue Probleme verursachen oder bestehende Funktionen beeinträchtigen. Bitte deinen Händler daher immer um eine Erläuterung, was ein Update genau bewirkt, bevor du es installieren lässt.
Praktische Lösungen für den Alltag
Für den täglichen Gebrauch gibt es sinnvolle Maßnahmen, die das Ladeerlebnis verbessern. Installiere zu Hause eine hochwertige Wallbox mit einer festen Stromstärke von 32 A oder 40 A. Das sorgt für stabilere Ladesitzungen als wechselnde öffentliche AC‑Ladepunkte. Reinige den Ladeport regelmäßig mit einem trockenen Tuch, um Schmutz und Oxidation zu vermeiden.
Reduziere den Ladestrom manuell, wenn du merkst, dass der Ladevorgang häufig unterbrochen wird. Die meisten Besitzer haben bei 32 A kaum Probleme, während 48 A regelmäßig zu Überhitzung führen. Das kostet zwar etwas mehr Zeit, liefert dafür aber zuverlässige Ergebnisse.
Berücksichtige auch das Alter deines Ladekabels. Ältere Kabel mit Verschleiß an Stecker oder interner Verkabelung verursachen mehr Widerstand und damit stärkere Wärmeentwicklung. Ersetze Kabel rechtzeitig und investiere in Qualität.
„ Auf der Website von Carnews findest du ausführliche Informationen über Elektroautos, Ladeinfrastruktur und praktische Tipps zur Lösung technischer Probleme. “
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Häufig gestellte Fragen
Besitzer eines Hyundai Ioniq 5 haben vor allem mit Überhitzung des Ladeports beim AC‑Laden zu kämpfen, wodurch der Ladestrom per Software reduziert wird und Ladesitzungen länger dauern oder manchmal abbrechen. Beim DC‑Schnellladen klagen Nutzer über stark schwankende und oft niedrigere Ladegeschwindigkeiten aufgrund (zu) kalter Batterien und Begrenzungen des Ladenetzwerks, sodass Schnellladen nicht immer den versprochenen Zeitgewinn bringt. Ein weiteres häufiges Problem ist der Ausfall der ICCU, wodurch das Auto mitunter komplett liegenbleibt und lange Wartezeiten für die Reparatur entstehen. Diese Punkte mindern den Reisekomfort vor allem auf längeren Strecken, weil Fahrer zusätzliche Zeit und Puffer für Ladevorgänge und mögliche Störungen einplanen müssen.
Die Schnellladeprobleme beim Ioniq 5 entstehen vor allem durch zu kalte oder nicht optimal vorkonditionierte Batterien, Überhitzung bzw. schlechte Kontakte im Ladeport und bekannte Defekte an der ICCU‑Modul. Dadurch werden Ladestärken softwareseitig reduziert oder der Ladevorgang bricht vorzeitig ab. Als Workaround können Besitzer den Ladeport und Stecker sauber halten, ein hochwertiges Kabel verwenden und beim AC‑Laden den Strom reduzieren (z. B. von 48 A auf 32–40 A). Außerdem hilft es, sich über das Navigationssystem rechtzeitig zu einem Schnelllader führen zu lassen, um die Batterie zu vorkonditionieren, und mit einem niedrigeren SoC am Lader anzukommen.
Die Probleme mit Schnellladen und ICCU scheinen relativ weit verbreitet zu sein, insbesondere bei Ioniq‑5‑Modellen der ersten Generation, mit zahlreichen Meldungen über ausfallende ICCUs sowie unterbrochene oder verlangsamte Ladesitzungen. Hyundai hat die Existenz verschiedener Ladeprobleme anerkannt und TSBs (Technical Service Bulletins) herausgegeben. Eine wichtige Maßnahme ist ein VCMS‑Software‑Update, das bei Überhitzung den Ladestrom reduziert, damit weitergeladen werden kann. ICCU‑Ausfälle werden in der Regel im Rahmen der Garantie behoben, allerdings gibt es aufgrund von Teileknappheit häufig lange Wartezeiten.
Verglichen mit vielen konkurrierenden Elektrofahrzeugen sind die reinen Schnellladeleistungen des Ioniq 5 (dank 800V‑Architektur) eigentlich überdurchschnittlich, in der Praxis treten jedoch häufiger Probleme durch Batterietemperatur, netzwerkspezifische Begrenzungen und das relativ berüchtigte ICCU‑Problem auf. Während andere Marken vor allem mit saisonalen Effekten und Unterschieden zwischen Ladenetzwerken zu kämpfen haben, berichten Ioniq‑5‑Fahrer zusätzlich von strukturelleren Störungen wie ICCU‑Ausfällen und Überhitzung beim AC‑Laden, teils mit langen Reparaturwartezeiten. Für Käufer, die regelmäßig lange Strecken fahren und stark auf Schnellladen angewiesen sind, kann das ein ernstes Anliegen und möglicherweise ein Dealbreaker sein. Für Fahrer, die überwiegend zu Hause oder am Arbeitsplatz laden und bereit sind, mit Workarounds (Vorkonditionieren, niedrigere AC‑Ströme) zu leben, wiegen diese Punkte in der Regel nicht schwerer als die Stärken des Fahrzeugs.





