Hyundai Tucson

Hyundai Tucson: Übersicht der Probleme

Der Hyundai Tucson gilt als beliebter kompakter SUV mit solidem Ruf, doch auch dieses Modell hat seine Schwachstellen. Von Getriebeproblemen bis zu elektrischen Störungen: Besitzer melden verschiedene Beschwerden, die du vor dem Kauf oder während des Besitzes kennen solltest. Willst du wissen, ob der Tucson eine zuverlässige Wahl ist und worauf du achten musst?

Ein solides Modell mit einigen Einschränkungen

Der Hyundai Tucson hat sich zu einem häufig gekauften kompakten SUV entwickelt, sowohl in den Niederlanden als auch international. Das Modell kombiniert Platzangebot, moderne Ausstattung und vergleichsweise attraktive Preise. Dennoch zeigen Erfahrungen von Besitzern und Studien, dass nicht alle Baujahre gleich zuverlässig sind.

In der WhatCar?-Zuverlässigkeitsstudie erzielte der Tucson 94,3 Prozent, was höher ist als bei Marken wie Kia und Ford. Honda und Lexus schneiden noch besser ab. Eine aktuelle Driver Power-Umfrage von Car Buyer zeigte, dass 22,8 Prozent der Besitzer im ersten Jahr Probleme erlebten. Dieser Prozentsatz liegt niedriger als bei Mazda und Volvo, was den Tucson in ein relativ positives Licht rückt.

Trotzdem gibt es bestimmte Baujahre und Komponenten, bei denen besondere Aufmerksamkeit nötig ist. Die Modelle von 2011, 2012, 2015 und 2017 gelten als die am wenigsten zuverlässigen Varianten. Besitzer dieser Jahrgänge berichten häufiger von Getriebemängeln, Klimaanlagenproblemen und Störungen bei der Beschleunigung. Dagegen genießen die Modelle von 2008, 2009 und 2018 einen besseren Ruf in Bezug auf Leistung und Zuverlässigkeit. Für Hyundai-Autoprobleme gilt, dass frühzeitiges Erkennen und vorbeugende Wartung oft den entscheidenden Unterschied machen.

„ Hyundai hat hierfür ein Software-Update für das Getriebesteuergerät (TCU) herausgebracht, aber verschiedene Besitzer berichten, dass das Problem auch nach diesem Update bestehen bleibt. “

Getriebe: Ruckeln und Verzögerungen bei vielen Modellen

Getriebeprobleme gehören zu den häufigsten Beschwerden beim Hyundai Tucson. Vor allem Modelle mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) haben mit ruppigen oder verzögerten Schaltvorgängen zu kämpfen. Dies führt zu einem ruckeligen Fahrerlebnis, das störend und unangenehm ist.

Die Modelle von 2016 und 2017 sind besonders anfällig für Verzögerungen beim Anfahren aus dem Stand. Hyundai hat hierfür ein Software-Update für das Getriebesteuergerät (TCU) herausgebracht, aber verschiedene Besitzer berichten, dass das Problem auch nach diesem Update bestehen bleibt. In schweren Fällen fällt das Getriebe komplett aus. Das Auto fährt dann nicht mehr vorwärts. Außerdem schaltet das Getriebe nicht korrekt.

Auch Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Varianten kämpfen bei niedrigen Geschwindigkeiten mit ruckeligen Schaltvorgängen. Häufig ist ein defektes Schwungrad die Ursache. Kalibrierungsprobleme des Getriebesteuergeräts liegen regelmäßig zugrunde. Dies ist nicht immer leicht zu beheben.

Was kannst du bei Getriebebeschwerden tun?

  • Lass die Software der TCU bei einem Hyundai-Händler prüfen und falls nötig aktualisieren
  • Frag nach bekannten Rückrufaktionen für dein spezifisches Baujahr
  • Zieh bei anhaltenden Problemen einen unabhängigen Spezialisten für eine Zweitmeinung hinzu
  • Erwäge eine Garantieverlängerung, wenn du einen gebrauchten Tucson mit DCT-Getriebe kaufst
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Motorprobleme: von Klopfgeräuschen bis zum Totalausfall

Bei älteren Tucson-Modellen, insbesondere den Varianten von 2012–2014, treten schwere Motorprobleme auf. Besitzer berichten von Motorklopfen, was auf defekte Pleuellager hindeuten kann. Dieses Problem zeigt sich vor allem bei höheren Laufleistungen. Es führt mitunter zu einem kompletten Motorschaden.

Auch sporadische Startprobleme und unerwartetes Absterben des Motors werden gemeldet. Einige Besitzer hören ein lautes Klopfgeräusch. Danach geht der Motor aus. Das sind Alarmsignale, die ein sofortiges Handeln erfordern. Dann lässt sich ein größerer Schaden oft noch begrenzen.

Neuere Modelle mit Turbomotoren haben häufiger Probleme mit den Kraftstoffeinspritzdüsen. Dies führt zu unrundem Leerlauf, Fehlzündungen und wiederholtem Aufleuchten der Motorkontrollleuchte. Probleme mit Einspritzdüsen entstehen oft durch Verschmutzung oder Verschleiß. Sie beeinträchtigen die Motorleistung deutlich.

Vorbeugung und frühe Erkennung

  • Achte auf ungewöhnliche Motorgeräusche, besonders klopfende oder tickende Geräusche
  • Überwache den Ölstand genau und wechsle das Öl gemäß dem vorgeschriebenen Intervall
  • Lass Startprobleme oder Motorkontrollleuchten sofort mit Diagnosesoftware prüfen
  • Verwende Qualitätskraftstoff, um Verschmutzung der Einspritzdüsen zu minimieren

Infotainment und Elektronik: Frust mit modernen Systemen

Die neueren Generationen des Tucson sind mit fortschrittlichen Infotainmentsystemen ausgestattet, darunter dem 10,25-Zoll-Touchscreen. Dieser sorgt regelmäßig für Beschwerden. Besitzer melden nicht reagierende Touchscreens, komplett einfrierende Displays und Verbindungsprobleme.

Manche Nutzer erleben, dass der Bildschirm schwarz wird und mehrfach berührt werden muss, bevor er reagiert. Auch ein vollständiger Neustart des Systems kommt vor, was während der Fahrt ablenkend und unsicher sein kann.

Apple CarPlay und Android Auto bereiten ebenfalls Kopfzerbrechen. Verbindungen brechen regelmäßig ab, teilweise mehrere Male pro Woche. Ein vorübergehendes Ausschalten des Fahrzeugs hilft gelegentlich. Das zugrunde liegende Problem bleibt jedoch bestehen. Hyundai hat mehrere Software-Updates herausgebracht, um Kompatibilitätsprobleme zu beheben, doch nicht allen Besitzern wird damit geholfen.

Neben dem Infotainment gibt es Meldungen über elektrische Störungen unter dem Fahrersitz, die das komplette Display- und Radiosystem beeinträchtigen können. Auch Batterieprobleme und unerwartete Warnleuchten im Armaturenbrett kommen vor, wenn auch seltener.

„ Dies führt zu Verwirrung und kann das Vertrauen in das System untergraben. “

Sicherheitssysteme: Fehlalarme und unzuverlässige Helfer

Bei Tucson-Modellen, die zwischen Oktober 2018 und Oktober 2020 gebaut wurden, kann es zu einem Verlust der Bremsunterstützung kommen. Dies schränkt die Bremsleistung ein und erhöht die Gefahr in Notsituationen. Hyundai hat hierfür offizielle Rückrufaktionen durchgeführt.

Der Forward Collision Avoidance Assist (FCA) im Tucson von 2019 funktioniert nicht immer einwandfrei. Besitzer klagen über Fehlalarme des Auffahrwarnsystems. Auch die automatischen Notbremsen arbeiten inkonsistent. Dies führt zu Verwirrung und kann das Vertrauen in das System untergraben.

Auch der Spurhalteassistent hat Schwächen. Statt sanfter Korrekturen lässt das System das Auto manchmal zwischen den Fahrstreifen hin- und herschwanken. Das fühlt sich unruhig und unzuverlässig an.

Empfehlungen für Sicherheitssysteme

  • Prüfe, ob dein Tucson von einer Rückrufaktion betroffen ist, und lass diese so schnell wie möglich durchführen
  • Verlass dich nicht ausschließlich auf Fahrassistenzsysteme und bleib selbst aufmerksam
  • Melde wiederholte Fehlalarme beim Händler, um mögliche Software-Updates zu erhalten
  • Teste die Funktion von Bremsassistent und Notbremsfunktionen in einer sicheren Umgebung
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Fahrwerk, Aufhängung und Lenkung: Geräusche und Verschleiß

Probleme mit Fahrwerk und Aufhängung kommen seltener vor, sind aber keineswegs ausgeschlossen. Besitzer melden ungewöhnliche Geräusche aus der Aufhängung, wie Knarzen oder Klopfen beim Fahren über Unebenheiten.

Ungewöhnliche Verschleißmuster an Stoßdämpfern und Federn treten bei älteren Modellen auf. Auch intensive Nutzung auf schlechten Straßen beschleunigt diesen Verschleiß. Die Lenkung gilt im Allgemeinen als zuverlässig. Es gibt jedoch vereinzelt Beschwerden über Spiel oder merkwürdiges Lenkverhalten.

Diese Probleme werden oft erst nach einigen Jahren oder bei höherer Laufleistung bemerkbar. Regelmäßige Kontrolle von Fahrwerk und Aufhängung im Rahmen von Wartungsarbeiten ist daher sinnvoll.

Bremssystem: Verschleiß und ABS-Probleme

Ungewöhnlicher Bremsenverschleiß tritt beim Tucson nicht häufiger auf als bei vergleichbaren SUVs. Es gibt jedoch Meldungen über Störungen im ABS- und ESP-System. Diese Systeme sind wichtig für die Sicherheit. Störungen erfordern sofortige Aufmerksamkeit.

Einige Besitzer berichten von Vibrationen im Bremspedal oder einem schwammigen Bremsgefühl. Dies kann auf Luft im Bremssystem, verschlissene Bremsscheiben oder Probleme mit der Bremsflüssigkeit hindeuten. Regelmäßige Kontrollen und rechtzeitiger Austausch von Verschleißteilen verhindern die meisten Probleme.

„ Dies kann Feuchtigkeit im Innenraum verursachen und langfristig zu Schimmel oder Rost führen. “

Karosserie und Innenraum: kleine Ärgernisse

Auch wenn sie weniger kritisch sind als Motor- oder Getriebeprobleme, gibt es diverse Meldungen zu Karosserie- und Innenraumthemen. Klappergeräusche im Innenraum kommen vor, insbesondere bei älteren Modellen. Diese entstehen häufig durch lose Clips oder Verkleidungsteile, die nicht richtig befestigt sind.

Auch Wassereintritt über das Dach kommt vor. Dies tritt häufig bei Modellen mit Panoramadach auf. Dies kann Feuchtigkeit im Innenraum verursachen und langfristig zu Schimmel oder Rost führen. Die Rostanfälligkeit ist bei neueren Tucsons dank verbesserter Schutzschichten begrenzt. Ältere Modelle zeigen gelegentlich Rost an Teilen wie Radläufen und Schwellern.

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Rückrufaktionen: Was musst du wissen?

Hyundai hat im Laufe der Jahre mehrere Rückrufaktionen für den Tucson durchgeführt. Wichtige Recalls betreffen den Verlust der Bremsunterstützung bei Modellen aus dem Zeitraum Oktober 2018 bis Oktober 2020. Diese Rückrufaktion bezieht sich auf ein Problem im Bremssystem, das die Bremsleistung einschränken kann.

Hyundai hat auch Rückrufaktionen wegen motorbezogener Probleme durchgeführt. Dies betrifft insbesondere ältere Modelle. Defekte Pleuellager erhöhen bei diesen Modellen das Risiko eines Motorschadens. Auch elektrische Systeme und die Software der Sicherheitssysteme waren Gegenstand von Rückrufen.

Prüfe immer, ob dein Tucson von einer Rückrufaktion betroffen ist, indem du das Kennzeichen oder die Fahrgestellnummer über die Website der RDW oder direkt bei einem Hyundai-Händler kontrollierst. Rückrufaktionen werden kostenlos durchgeführt und können schwere Probleme verhindern.

Klimaanlage: Probleme mit Klima und Heizung

Probleme mit Klimaanlage und Heizung betreffen verschiedene Tucson-Baujahre. Besitzer melden Anlagen, die gar nicht funktionieren, nur sporadisch arbeiten oder beim Einschalten unangenehme Gerüche abgeben.

Diese Beschwerden haben unterschiedliche Ursachen. Zu denken ist an Undichtigkeiten im Klimasystem, einen defekten Kompressor oder verstopfte Filter. Unangenehme Gerüche weisen häufig auf Schimmelbildung im System hin, die durch regelmäßige Reinigung verhindert werden kann.

Sporadische Funktion hängt oft mit elektrischen Störungen oder defekten Sensoren zusammen. Lass Klimasysteme regelmäßig prüfen und warten, um kostspieligere Reparaturen zu vermeiden.

„ Billige Nachbauteile können neue Probleme verursachen oder die Lebensdauer von Systemen verkürzen. “

Wartungstipps: Probleme proaktiv vermeiden

Viele Probleme mit dem Hyundai Tucson lassen sich durch gute Wartung und Aufmerksamkeit für frühe Warnsignale begrenzen oder ganz vermeiden. Folge dem Wartungsplan von Hyundai genau und verschiebe Inspektionen nicht.

Achte besonders auf Folgendes:

  • Wechsle Motoröl und Filter rechtzeitig, insbesondere bei Turbomotoren
  • Prüfe die Getriebeflüssigkeit regelmäßig bei DCT-Modellen
  • Halte die Software von Infotainment und Sicherheitssystemen über den Händler auf dem neuesten Stand
  • Überprüfe Fahrwerk und Bremsen jährlich oder bei jeder Wartung
  • Reinige die Klimaanlage einmal pro Jahr, um Gerüche und Bakterienwachstum zu verhindern
  • Prüfe, ob dein Modell unter Rückrufaktionen fällt, und lass diese durchführen

Verwende nach Möglichkeit Originalteile oder hochwertige Alternativen. Billige Nachbauteile können neue Probleme verursachen oder die Lebensdauer von Systemen verkürzen.

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Was tun bei einer Störung?

Hast du ein Problem mit deinem Tucson? Dann geh wie folgt vor.

Notiere zunächst genau, wann das Problem auftritt. Schreibe auch auf, unter welchen Umständen es passiert. Ist es bei kaltem oder warmem Wetter? Bei niedriger oder hoher Geschwindigkeit? Beim Beschleunigen oder Bremsen? Diese Details helfen der Werkstatt bei der Diagnose.

Lass eine Störung so schnell wie möglich mit einem Diagnosegerät auf Fehlercodes auslesen. Viele moderne Probleme werden im elektronischen Speicher des Autos abgelegt. Diese Fehlercodes geben Hinweise auf mögliche Ursachen.

Such zunächst einen offiziellen Hyundai-Händler auf. Das gilt vor allem, wenn das Auto noch unter Garantie ist. Die fünfjährige Garantie ohne Kilometerbegrenzung bietet wichtigen Schutz. Dokumentiere alle Reparaturen und Kontakte sorgfältig.

Kehrt das Problem nach einer Reparatur zurück? Fordere dann schriftlich eine gründliche Analyse. Bleib bei deiner Beschwerde hartnäckig. Einige Besitzer erleben ein Wiederauftreten derselben Störung, was auf eine unvollständige oder falsche Reparatur hinweist.

Hast du anhaltende Probleme? Auch eine Ablehnung der Garantieleistung erfordert Handeln. Nimm Kontakt mit einer Verbraucherorganisation auf. Zieh außerdem rechtlichen Rat in Erwägung. Bei größeren Mängeln innerhalb der Garantiezeit hast du Rechte.

Das Fazit: zuverlässig mit einigen Schwachpunkten

Der Hyundai Tucson ist kein unzuverlässiges Auto. Das Modell hat jedoch bestimmte Schwachstellen. Diese hängen vom Baujahr und der Motorvariante ab. Das DCT-Getriebe, die Turbomotoren und die modernen Infotainmentsysteme sind die wichtigsten Sorgenkinder.

Die fünfjährige Garantie ohne Kilometerbegrenzung bietet ein wichtiges Sicherheitsnetz und hebt Hyundai positiv von vielen Konkurrenten ab. Der Händler kann viele Probleme mit Software-Updates und Kalibrierungen lösen. Nicht alle Besitzer sind jedoch vollständig zufrieden mit der Dauerhaftigkeit dieser Lösungen.

Wähle nach Möglichkeit zuverlässige Baujahre wie die Varianten von 2008, 2009 oder 2018. Vermeide nach Möglichkeit die Modelle von 2011, 2012, 2015 und 2017, es sei denn, es liegt eine umfassende Wartungshistorie vor und bekannte Probleme wurden bereits behoben.

Regelmäßige Wartung, proaktive Kontrollen und schnelles Handeln bei frühen Warnsignalen machen den Tucson zu einem zuverlässigen und angenehmen Auto. Sei dir der Schwachpunkte bewusst und lass dich nicht von bekannten, vermeidbaren Problemen überraschen.