Die fortschrittlichen Fahrerassistenzsysteme (ADAS – Advanced Driver Assistance Systems) des Lynk & Co 02 zeigen Schwachstellen, bei denen die Sicherheit auf dem Spiel steht. Diese Systeme unterstützen die Fahrerin oder den Fahrer unter anderem mit Spurhalteassistent, Geschwindigkeitsassistent und Totwinkelüberwachung. Der Spurhalteassistent versagt bei Spurversatz, der Geschwindigkeitsassistent ignoriert Zusatzschilder und die Totwinkelüberwachung reagiert verzögert. Das steht in starkem Gegensatz zu den versprochenen Premium-Assistenzfunktionen, auf die sich Eigentümer verlassen.
Lane keep assist zu schwach bei Spurversatz
Der Lane keep assist hält dein Auto automatisch in der Spur, indem er leicht gegenlenkt, wenn du unbeabsichtigt vom Kurs abzudriften drohst. Der Lane keep assist des Lynk & Co 02 hat Schwierigkeiten mit einer wirksamen Korrektur, wenn das Fahrzeug beginnt, aus der Fahrspur zu driften. Das System erkennt den Spurversatz zwar, doch die Lenkkorrektur erweist sich als nicht stark genug, um eine vollständige Kurskorrektur durchzuführen. Bei leichtem Abdriften gibt das System einen sanften Gegenlenkimpuls, aber wenn das Auto bereits stärker in Richtung der Nachbarspur schwebt, bleibt die Reaktion zu begrenzt.
Dieses Verhalten kann in Momenten der Unaufmerksamkeit oder Müdigkeit gefährlich sein – genau in den Situationen, in denen du dich auf den Spurassistenten verlässt. Der Lynk & Co 02 warnt dich zwar mit Vibrationen im Lenkrad und einem Signal im Display, aber die physische Lenkkorrektur reicht nicht aus. Eigentümer berichten, dass sie regelmäßig selbst eingreifen müssen, um das Fahrzeug wieder vollständig in die richtige Spur zu bringen.
Mögliche Ursachen für diese schwache Reaktion sind konservative Softwareeinstellungen, die Überkompensation verhindern sollen. Auch kann die Sensorkalibrierung nicht optimal justiert sein. In beiden Fällen bleibt das System hinter den Erwartungen zurück, insbesondere im Vergleich zu ähnlichen ADAS-Systemen in dieser Fahrzeugklasse.
„ Eigentümer empfehlen, Geschwindigkeitsvorgaben immer kritisch zu hinterfragen und nicht blind auf die angezeigte Begrenzung zu vertrauen. “
Speed assistance ignoriert Zusatzschilder
Der Speed limit assist erkennt Verkehrsschilder und zeigt die aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzung im Armaturenbrett an. Der Speed limit assist des Lynk & Co 02 erkennt Hauptgeschwindigkeitsschilder zwar zuverlässig, versagt jedoch bei der Erkennung von Zusatzschildern wie temporären Geschwindigkeitsangaben oder zonenabhängigen Schildern. Das bedeutet, dass das System an einer falschen Geschwindigkeitsbegrenzung festhalten kann – etwa bei Straßenarbeiten oder bei variablen Limits, die von Uhrzeit oder Witterungsbedingungen abhängen.
Die Folge ist, dass der automatische Tempomat mit einer für die aktuelle Situation zu hohen Geschwindigkeit weiterfahren kann oder dass du Geschwindigkeitsvorgaben erhältst, die nicht mit der tatsächlichen Begrenzung übereinstimmen. Dies erfordert ständige Wachsamkeit der Fahrerin oder des Fahrers, um manuell einzugreifen. Die Kameratechnologie hinter dem System scheint Einschränkungen bei der Unterscheidung von primären und sekundären Verkehrszeichen zu haben.
Eigentümer empfehlen, Geschwindigkeitsvorgaben immer kritisch zu hinterfragen und nicht blind auf die angezeigte Begrenzung zu vertrauen. Besonders in Bereichen mit komplexerer Beschilderung erweist sich die Zuverlässigkeit als gering.

Verzögerte blind spot detection
Die Totwinkelüberwachung warnt mit einem Lämpchen im Außenspiegel, wenn sich ein Fahrzeug in deinem nicht direkt einsehbaren Bereich befindet. Die Blind-Spot-Technologie im Lynk & Co 02 zeigt eine verzögerte Reaktion bei der Erkennung von Fahrzeugen im toten Winkel. Das Warnlämpchen im Spiegel erscheint mit einer spürbaren Verzögerung, nachdem bereits ein Auto neben dir fährt, wodurch das Sicherheitssystem seine präventive Funktion teilweise verliert. Im dynamischen Verkehr, in dem Fahrzeuge schnell herannahen und überholen, kann dies zu Vertrauensproblemen führen.
Diese Verzögerung scheint mit der Verarbeitungsgeschwindigkeit der Radarsensoren und der Software zusammenzuhängen, die die Daten analysiert. Die Reaktionszeit kann je nach Geschwindigkeit des herannahenden Fahrzeugs und deiner eigenen Fahrgeschwindigkeit variieren. Bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn tritt das Problem stärker in den Vordergrund, da Fahrzeuge schneller in deinen toten Winkel hinein- und wieder herausfahren.
Einige Eigentümer berichten, dass sich das System manchmal überhaupt nicht aktiviert, wenn ein Fahrzeug langsam von hinten näherkommt und längere Zeit im toten Winkel bleibt. Dies deutet auf ein grundlegendes Erkennungsproblem hin, das über bloße Verzögerungen hinausgeht.
Kalibrierung von ADAS-Systemen
Die Kalibrierung der ADAS-Sensoren kann helfen, die Leistung zu verbessern. Sie löst jedoch die grundlegenden Softwareeinschränkungen nicht vollständig. Nach einer Reparatur an der Front, einem Scheibentausch oder einer Achsvermessung kann eine erneute Kalibrierung notwendig sein. Diese muss in einer spezialisierten Werkstatt mit der richtigen Diagnosetechnik für Lynk & Co Systeme durchgeführt werden.
Der Kalibrierungsprozess umfasst das erneute Ausrichten der Kameras und Radarsensoren nach Werksspezifikationen. Dabei kommen spezielle Kalibriertafeln und Softwaretools zum Einsatz, mit denen die Sensoren neu eingestellt werden. Die Prozedur kann mehrere Stunden dauern und erfordert exakt durchgeführte Messungen. Überprüfe nach der Kalibrierung, ob Warnleuchten erlöschen und ob sich die Systeme wie erwartet verhalten.
Beachte, dass sich nicht alle Probleme durch Kalibrierung lösen lassen. Wenn die Software selbst Einschränkungen bei der Erkennung bestimmter Verkehrssituationen oder Signale hat, bleibt das Problem bestehen – unabhängig davon, wie gut die Sensoren eingestellt sind.
„ Nutze die Assistenzfunktionen als unterstützendes Hilfsmittel, nicht als Ersatz für deine eigene Aufmerksamkeit. “
Zuverlässigkeit und Erwartungen anpassen
Die ADAS-Funktionen des Lynk & Co 02 präsentieren sich als fortschrittliche Fahrassistenz, doch in der Praxis zeigt sich, dass du die Einschränkungen im Blick behalten musst. Die Kombination aus schwacher Spurkorrektur, mangelhafter Verkehrszeichenerkennung und verzögerter Totwinkelüberwachung erfordert einen proaktiven Fahrstil. Verlasse dich nicht vollständig auf die Systeme.
Nutze die Assistenzfunktionen als unterstützendes Hilfsmittel, nicht als Ersatz für deine eigene Aufmerksamkeit. Kontrolliere Geschwindigkeitsbegrenzungen selbst, wirf bei Spurwechseln aktiv einen Blick in die Spiegel und halte die Hände am Lenkrad, wenn du den Spurassistenten verwendest. Dieser vorsichtige Ansatz verhindert Situationen, in denen ein fehlerhaftes System zu gefährlichen Momenten führt.
Software-Updates können in Zukunft Verbesserungen bringen, daher solltest du sicherstellen, dass das Multimediasystem auf dem neuesten Stand bleibt. Das System erinnert dich an verfügbare Updates, du kannst aber auch manuell über das zentrale Menü nachsehen. Lade nach Möglichkeit die aktuellsten Versionen herunter, um von den jüngsten Optimierungen zu profitieren.

Praktische Tipps für den Alltag
Um mit den ADAS-Einschränkungen umzugehen, gibt es einige praktische Maßnahmen, die die Sicherheit erhöhen. Halte die Kameras und Sensoren sauber, da Schmutz und Kondensation die Erkennung zusätzlich verschlechtern. Die Kamera hinter der Frontscheibe und die Radarsensoren in den Stoßfängern benötigen regelmäßige Pflege.
Passe die Empfindlichkeitseinstellungen über das zentrale Menü an. Der Lynk & Co 02 bietet Optionen, um Warnungen intensiver oder dezenter zu gestalten. Teste verschiedene Einstellungen, um herauszufinden, was zu deinem Fahrstil passt. Einige Eigentümer berichten, dass eine höhere Empfindlichkeit früher warnt, auch wenn die physische Reaktion des Spurassistenten begrenzt bleibt.
Ziehe bei wiederkehrenden Problemen in Betracht, den Händler für eine Diagnose zu kontaktieren. Manchmal weisen einzelne Fahrzeuge abweichende Sensorleistungen auf, die im Rahmen der Garantie behoben werden können. Dokumentiere konkrete Situationen, in denen die Systeme versagen – das hilft, deine Reklamation zu untermauern.
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Die ADAS-Herausforderungen des Lynk & Co 02 sind nur ein Teil des größeren Gesamtbildes rund um diese chinesische Marke. Auf der Website von Carnews findest du umfassende Informationen zu häufigen Problemen, Wartungstipps und Erfahrungen anderer Eigentümer mit verschiedenen Lynk & Co Modellen. Entdecke mehr über technische Spezifikationen, bekannte Softwareprobleme und praxisnahe Lösungen, die dir helfen, mehr aus deinem Auto herauszuholen und potenziellen Problemen vorzubeugen.
Häufig gestellte Fragen
Derzeit gibt es keine verlässlichen, öffentlich verfügbaren Zahlen dazu, wie häufig ADAS-Störungen speziell beim Lynk & Co 02 auftreten. Aus Nutzererfahrungen geht hervor, dass das System im Allgemeinen als zuverlässig und reaktionsschnell wahrgenommen wird, ohne Hinweise auf strukturelle, häufige Ausfälle. Mögliche Ursachen für gelegentliche ADAS-Fehler sind verschmutzte oder blockierte Sensoren/Kameras, falscher Reifendruck und veraltete Software. Regelmäßige Wartung, das Sauberhalten der Sensoren und die rechtzeitige Installation von Software-Updates verringern das Risiko von Störungen.
Wenn Systeme wie Pilot Assist, Lane Assist, Totwinkelüberwachung und automatische Notbremsung plötzlich ausfallen, verliert die Fahrerin oder der Fahrer unerwartet Unterstützung beim Lenken, Abstandhalten und Bremsen. Das kann zu Schreckreaktionen, abruptem Bremsen oder Lenken und dadurch zu Kontrollverlust über das Fahrzeug führen. Außerdem werden Gefahren im toten Winkel oder plötzlich bremsende Vordermänner nicht mehr automatisch erkannt, wodurch das Risiko von Kollisionen steigt. Besonders bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn erhöht dies die Gefahr von Auffahrunfällen und seitlichen Kollisionen beim Spurwechsel.
Ja. Schlechtes Wetter wie starker Regen, Nebel, Schnee oder grelles Gegenlicht kann die Kameras und Sensoren beeinträchtigen und so die Wirksamkeit der ADAS-Funktionen verringern. Auch verschmutzte oder verdeckte Sensoren (Schlamm, Schnee, Eis) sowie schlecht sichtbare Fahrbahnmarkierungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit fehlerhafter oder ausfallender Funktionen wie Lane Assist und Notbremsassistent. Extrem dichter Verkehr oder unklare, abgenutzte oder veränderte Fahrbahnmarkierungen (etwa bei Straßenarbeiten) können ebenfalls zu Einschränkungen oder unerwartetem Verhalten von Pilot/Highway Assist führen.
Fahrerinnen und Fahrer sollten bei einem unerwarteten Ausfall der ADAS- oder Fahrerassistenzsysteme umgehend selbst die vollständige Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen und besonders aufmerksam weiterfahren. Prüfe im zentralen Menü, ob Fehlermeldungen oder Warnhinweise angezeigt werden, und folge gegebenenfalls den vorgeschlagenen Schritten. Lass Kameras und Sensoren reinigen und stelle sicher, dass das Fahrzeug softwareseitig auf dem neuesten Stand ist, da Verschmutzung oder veraltete Software Störungen verursachen können. Hält die Störung an, nimm Kontakt mit dem Lynk & Co Support oder einem autorisierten Servicepartner auf, um Diagnose und Reparatur veranlassen zu lassen.
Die überwiegend zuverlässigen und fortschrittlichen ADAS-Systeme im Lynk & Co 02 stärken das Vertrauen von Autoenthusiasten, da sie das Fahrzeug als sicher, modern und technologisch fortschrittlich positionieren. Das reaktionsschnelle Arbeiten von Funktionen wie Pilot Assist und Spurhalteassistent trägt zu einem Gefühl von Kontrolle und Komfort bei, was die allgemeine Wertschätzung der Marke erhöht. Positive Erfahrungen mit klaren Visualisierungen und automatischen Updates sorgen dafür, dass die Marke als innovativ und sicherheitsbewusst wahrgenommen wird. Eventuelle kleinere App- oder Einstellungsprobleme haben dadurch relativ wenig negative Auswirkung auf das Gesamtimage der Marke, solange die Kernfunktionen zuverlässig bleiben.





