Beschädigte Bremsschläuche mit sichtbarem Gewebe und Bremsen, die nicht vollständig freilaufen, stellen ein ernstes Sicherheitsrisiko dar, das nahezu immer zur Durchfällung bei der Hauptuntersuchung (HU/TÜV) führt. Diese Mängel können die Bremswirkung drastisch verringern und machen dein Auto im Straßenverkehr unsicher. Erfahre, welche Defekte am Bremssystem gefährlich sind und wie du sie rechtzeitig erkennst.
Warum Bremsen für die TÜV‑Abnahme wichtig sind
Das Bremssystem gehört zu den wichtigsten Komponenten, die bei der Hauptuntersuchung geprüft werden. Die Funktion deiner Bremsen bestimmt, wie schnell und zuverlässig dein Fahrzeug zum Stillstand kommt – das wirkt sich direkt auf die Verkehrssicherheit aus. Genau wie Reifen und Lenkung sind Bremsen ein entscheidender Faktor für die Plakette.
Bei der Prüfung wird die Funktion gründlich in zwei Hauptaspekten kontrolliert: die generelle Funktionsfähigkeit des Bremssystems und die gleichmäßige Verteilung der Bremskraft auf alle vier Räder. Bei Nutzung der Fußbremse werden alle Bremsen angesteuert, während die Handbremse nur mit beiden Hinterrädern verbunden ist.
Probleme mit den Bremsen kommen regelmäßig vor, auch bei Modellen, die im Allgemeinen als zuverlässig gelten. Besitzer verschiedener Marken, etwa des Seat Toledo, melden gelegentlich unerwartete Bremsprobleme, die zur Durchfällung führen können.
Anzeichen für defekte Bremsschläuche
Bremsschläuche sind für die hydraulische Funktion des Bremssystems unverzichtbar. Diese flexiblen Leitungen transportieren Bremsflüssigkeit unter hohem Druck vom Hauptbremszylinder zu den Bremssätteln. Beschädigte Bremsschläuche sind gefährlich und führen zur Durchfällung bei der Hauptuntersuchung.
Erkenne defekte Bremsschläuche an folgenden Merkmalen:
- Sichtbares Gewebe durch Risse in der Außenhülle
- Beulen am Bremsschlauch, was auf einen Bruch des verstärkenden Gewebes (Canvas) hinweist
- Scharfe Knicke oder starke Verdrehungen
- Verformungen im hydraulischen System
- Feuchte Stellen oder Ölspuren unter dem Auto
- Verringere Bremsleistung oder ein schwammiges Bremspedal
Wichtig zu wissen: feine Haarrisse ohne sichtbares Gewebe (das Verstärkungsmaterial im Bremsschlauch) sind noch kein unmittelbarer Durchfällgrund. Sobald das Gewebe jedoch sichtbar wird oder eine Undichtigkeit vorliegt, wird dein Auto nicht mehr abgenommen. Der Prüfer kann bei Rissen, die noch keine akute Gefahr darstellen, aber einen Hinweis im Prüfbericht vermerken.
Wie kontrolliere ich meine Bremsen selbst?
Regelmäßige Kontrolle deines Bremssystems hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen. Einiges kannst du selbst überprüfen, bevor du zur Hauptuntersuchung fährst.
Kontrolliere den Stand der Bremsflüssigkeit im Vorratsbehälter unter der Motorhaube. Der Füllstand muss zwischen der Min.- und Max.-Markierung liegen. Ein niedriger Stand kann auf Undichtigkeiten oder stark verschlissene Bremsbeläge hinweisen. Untersuche die Bremsschläuche optisch auf Risse, Beschädigungen oder Aufquellungen.
Achte beim Fahren auf folgende Hinweise:
- Quietschende oder schabende Geräusche beim Bremsen
- Vibrationen im Lenkrad oder Bremspedal
- Ein schwammiges oder weich wirkendes Bremspedal
- Das Auto zieht beim Bremsen zu einer Seite
- Längerer Bremsweg als gewohnt
- Brandgeruch nach intensivem Bremsen
Im Zweifel oder wenn du eines dieser Symptome bemerkst, lass dein Bremssystem umgehend in einer Werkstatt prüfen. Abwarten kann zu gefährlichen Situationen führen und die Reparaturkosten deutlich erhöhen.
Warum schleifende Bremsen gefährlich sind
Schleifende Bremsen sind Bremsen, die nach dem Loslassen des Bremspedals nicht vollständig freigegeben werden. Das bedeutet, dass die Bremsbeläge leichten Druck auf die Bremsscheibe ausüben, selbst wenn du nicht bremst. Dieses Problem führt nicht nur zur Durchfällung bei der Hauptuntersuchung, sondern verursacht auch diverse praktische Probleme.
Die Folgen schleifender Bremsen sind unmittelbar spürbar. Bremsscheiben und Bremsbeläge nutzen sich ungleichmäßig und deutlich schneller ab als normal. Durch die ständige Reibung entsteht übermäßige Hitze, die die Bremswirkung verringert und das Risiko von Fading erhöht. Dein Kraftstoffverbrauch steigt, weil der Motor mehr Leistung aufbringen muss, um die bremsende Wirkung zu überwinden.
Schleifende Bremsen können verschiedene Ursachen haben. Festsitzende Bremssättel durch Korrosion oder Verschmutzung sind eine häufige Ursache. Auch beschädigte oder gealterte Bremsschläuche können dafür sorgen, dass der hydraulische Druck nicht vollständig abgebaut wird. Mitunter liegt das Problem am Hauptbremszylinder oder festgerosteten Führungsbolzen der Bremssättel.
Erkenne schleifende Bremsen an einem stechenden Brandgeruch nach der Fahrt, spürbar wärmeren Felgen auf einer Seite oder daran, dass das Auto beim Fahren nach einer Seite zieht. Auch ein erhöhter Kraftstoffverbrauch ohne andere Erklärung kann auf dieses Problem hinweisen.
„ Beschädigungen, Risse oder Brüche sind unmittelbare Durchfällgründe. “
Bremsscheiben und Bremsbeläge bei der HU
Bremsscheiben und Bremsbeläge werden während der Hauptuntersuchung genau geprüft. Für die Abnahme müssen diese Teile bestimmten Normen entsprechen.
Bremsscheiben dürfen auf der Bremsfläche maximal zu 50 Prozent verrostet sein. Leichte Rostbildung ist normal, besonders bei Autos, die selten bewegt werden. Regelmäßiges kräftiges Bremsen schleift diese Rostschicht in der Regel wieder ab. Allerdings dürfen Bremsscheiben keinen derartigen Verschleiß zeigen, dass Bruchgefahr besteht. Beschädigungen, Risse oder Brüche sind unmittelbare Durchfällgründe.
Bremsbeläge müssen ausreichend Belagstärke aufweisen. Bei zu starkem Verschleiß kommt der Metallträger mit der Bremsscheibe in Kontakt, was zu starkem Abrieb und Beschädigungen führt. Das resultiert in verringerter Bremsleistung und charakteristischen schabenden Geräuschen. Der Prüfer kontrolliert die Dicke des Bremsbelags und die gleichmäßige Abnutzung an allen Rädern.

Was kostet der Austausch von Bremsleitungen?
Die Kosten für den Austausch von Bremsleitungen variieren je nach Leitungsart, Automarke und Aufwand der Arbeit. Bremsleitungen bestehen grundsätzlich aus zwei Typen: starren Metallleitungen und flexiblen Gummischläuchen.
Der Austausch eines flexiblen Bremsschlauchs kostet in der Regel zwischen 75 und 150 Euro pro Schlauch inklusive Arbeitslohn. Die meisten Autos haben vier Bremsschläuche, einen pro Rad. Beim Wechsel starrer Bremsleitungen liegen die Kosten höher, häufig zwischen 200 und 400 Euro, da diese Leitungen entlang der Karosserie verlegt sind und schwerer zugänglich sind.
Nach dem Austausch muss das Bremssystem entlüftet werden. Luft im System verringert die Bremswirkung erheblich. Diese Arbeit kostet etwa 30 bis 50 Euro zusätzlich. Manche Werkstätten berechnen einen Gesamtpreis für Austausch inklusive Entlüften.
Vorsorge ist sinnvoll: Lass Bremsschläuche ersetzen, sobald sie Alterungserscheinungen zeigen, auch wenn sie noch nicht undicht sind. So vermeidest du unerwartete Reparaturen und ein Durchfallen bei der HU. Die meisten Hersteller empfehlen den Austausch von Bremsschläuchen etwa alle acht bis zehn Jahre, abhängig von den Fahrbedingungen.
Handbremsseil und Radbremszylinder
Das Handbremsseil und die Radbremszylinder sind ebenfalls wichtige Prüfpunkte bei der Hauptuntersuchung. Diese Komponenten müssen für eine Abnahme in einwandfreiem Zustand sein.
Das innere Seil der Handbremse muss vollständig intakt sein. Jede Beschädigung oder gebrochene Litze, selbst nur ein einziger Draht, ist ein Durchfällgrund. Handbremsseile dürfen jedoch fachgerecht instandgesetzt werden. Das Anbringen von Klebeband oder Dichtmasse zu Schutzzwecken ist erlaubt, sofern das darunterliegende Seil unbeschädigt bleibt.
Radbremszylinder sind für die hydraulische Funktion des Bremssystems essenziell. Sie wandeln den Druck der Bremsflüssigkeit in mechanische Kraft um, die die Bremsbeläge gegen die Scheibe drückt. Undichte Radbremszylinder sind ein unmittelbarer Durchfällgrund (Grund, warum das Fahrzeug die HU nicht besteht) und ein Sicherheitsrisiko. Kontrolliere regelmäßig, ob der Stand der Bremsflüssigkeit ausreichend ist. Ein sinkender Füllstand deutet häufig auf Undichtigkeiten in Zylindern oder Leitungen hin.
„ Frühes Erkennen verhindert größere Schäden und höhere Kosten. “
Tipps für die HU‑Abnahme deines Bremssystems
Mit vorbeugender Wartung vermeidest du unangenehme Überraschungen bei der Hauptuntersuchung. Einige praktische Tipps helfen dir, dein Bremssystem in gutem Zustand zu halten.
Lass deine Bremsen einmal im Jahr prüfen, auch wenn dein Auto nur wenige Kilometer fährt. Stillstand beschleunigt Korrosion und die Alterung von Gummiteilen. Kontrolliere monatlich den Bremsflüssigkeitsstand und fülle bei Bedarf mit der richtigen Spezifikation nach. Untersuche Bremsschläuche optisch auf Risse oder Beschädigungen, insbesondere bei älteren Fahrzeugen.
Bremse regelmäßig kräftig, um Rost von den Bremsscheiben zu schleifen und das System durchzuspülen. Bei langen Standzeiten kann die Rostbildung zunehmen. Reagiere sofort auf ungewöhnliche Geräusche, Vibrationen oder eine verringerte Bremsleistung. Frühes Erkennen verhindert größere Schäden und höhere Kosten.
Plane deinen HU‑Termin rechtzeitig im Voraus. So bleibt genug Zeit, eventuelle Mängel zu beheben, bevor die aktuelle Plakette abläuft. Manche Werkstätten bieten einen kostenlosen Vorab-Check zur Hauptuntersuchung an, bei dem dein Bremssystem bereits auf mögliche Durchfällgründe geprüft wird.

Erfahre mehr über Fahrzeugwartung
Ein gut gewartetes Bremssystem ist entscheidend für sicheres Fahren und das Bestehen der Hauptuntersuchung. Auf der Website von Carnews findest du umfangreiche Informationen zu verschiedenen Fahrzeugkomponenten, typischen Problemen und Wartungstipps. Entdecke weitere Artikel rund um HU/TÜV, Motorprobleme und praktische Ratschläge für Autofans.
Häufig gestellte Fragen
Die häufigsten Gründe sind übermäßiger Verschleiß, Beschädigungen oder Rissbildung an Bremsscheiben und Bremsbelägen, wodurch die Bremswirkung unzureichend oder ungleichmäßig wird. Außerdem führen undichte oder stark korrodierte Bremsleitungen und Radbremszylinder zum Durchfallen, weil sie den hydraulischen Druck und damit die Sicherheit beeinträchtigen. Auch eine ungleichmäßige Bremskraftverteilung zwischen den Rädern oder eine schlecht funktionierende Handbremse (zum Beispiel durch defekte Seile) ist ein typischer Durchfällgrund. Darüber hinaus können stark geknickte, verformte oder durch Gewebe‑Bruch beschädigte Bremsschläuche unmittelbar zur Nichtabnahme bei der HU führen.
Prüfe Bremsscheiben und ‑beläge optisch auf tiefen Rost, Risse, Riefen oder sehr dünne Beläge und achte auf ungleichmäßigen Verschleiß links/rechts. Sieh dir an der Unterseite des Fahrzeugs oder in den Radkästen die Bremsleitungen und ‑schläuche an und kontrolliere auf Rost (aufquellende oder abblätternde Leitungen), Beschädigungen, Beulen und Undichtigkeiten (feuchte Stellen). Kontrolliere den Stand der Bremsflüssigkeit im Vorratsbehälter und schau rund um Bremstrommeln, Bremssättel und Anschlussstellen, ob Öl- oder Feuchtigkeitsspuren sichtbar sind. Achte beim Fahren auf ein Ziehen zur Seite beim Bremsen, Vibrationen oder ein schwammiges Pedal – all das kann auf TÜV‑relevante Probleme an Bremsen oder Leitungen hindeuten.
Warnsignale sind unter anderem ein schwammiges oder deutlich weiter durchtretendes Bremspedal, spürbar verringerte Bremsleistung oder ein Ziehen des Fahrzeugs zu einer Seite beim Bremsen – all das kann auf Undichtigkeiten oder ungleich arbeitende Bremsen hindeuten. Auch laute Quietsch- oder Schleifgeräusche beim Bremsen, Vibrationen im Pedal oder Lenkrad sowie eine Bremswarnleuchte im Armaturenbrett sind eindeutige Hinweise. Optisch lassen sich Probleme an undichten Bremsleitungen oder Zylindern (feuchte Stellen), starker Korrosion oder Beschädigungen an Bremsleitungen sowie Beulen, Rissen oder Verformungen in Bremsschläuchen erkennen. Tritt eines dieser Anzeichen auf, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Fahrzeug bei der HU durchfällt.
Ja, es gibt Upgrades wie geflochtene Bremsleitungen aus Edelstahl; sie sorgen oft für ein direkteres Pedalgefühl und weniger „Schwammigkeit“, weil sie sich unter Druck weniger ausdehnen. Für den TÜV gilt: Bremsleitungen (original oder Upgrade) müssen fest und fachgerecht befestigt, unbeschädigt, nicht stark verrostet und frei von Undichtigkeiten sein. Solange diese Anforderungen erfüllt sind und die Bremswirkung gut ist, sind geflochtene Stahlleitungen aus TÜV‑Sicht in der Regel zulässig. Lass sie unbedingt fachgerecht montieren und achte darauf, dass sie speziell für deinen Fahrzeugtyp zugelassen sind.
Die durchschnittlichen Kosten für den Austausch von Bremsbelägen und ‑scheiben liegen häufig zwischen ca. 250 und 600 Euro pro Achse, während der komplette Austausch (durchgerosteter) Stahlbremsleitungen je nach Marke, Modell und Arbeitsaufwand 300–800 Euro oder mehr betragen kann. Achte bei Kostenvoranschlägen auf eine klare Aufschlüsselung zwischen Material und Arbeitslohn, darauf, welche Teile genau ersetzt werden (nur Beläge oder auch Scheiben/Leitungen) und ob Marken‑ oder Budgetteile verbaut werden. Prüfe, ob Zusatzkosten wie das Erneuern der Bremsflüssigkeit, Achsvermessung oder Entsorgung bereits enthalten sind. Hole dir im Zweifel mindestens ein zweites Angebot zum Vergleich und achte auf Garantiebedingungen sowohl für Teile als auch für die ausgeführte Arbeit.





