Einen Volvo S60 Gebrauchtwagen kaufen, ohne in Fallen zu tappen? Prüfe Turbolader, Bremsen, Türschlösser, Getriebe und Fahrwerk, um teure Probleme im Nachhinein zu vermeiden. Viele gebrauchte S60 sind zuverlässig, aber ohne gezielte Kontrolle gehst du das Risiko unerwarteter Kosten ein. Mit dieser Checkliste erkennst du die wichtigsten Schwachstellen und triffst eine gut überlegte Entscheidung.
Der Volvo S60 gilt als solide Limousine, aber auch dieses Modell hat empfindliche Bereiche. Bekannte Beschwerden betreffen bei neueren Exemplaren Elektronik, Sicherheitssysteme und Bremsen, während ältere Fahrzeuge anfällig für PCV-Probleme und Verschleiß am Zahnriemen sind. Lies weiter für eine vollständige Kaufstrategie, die dir hilft, klug zu wählen.
Eine lückenlose Wartungshistorie ist bei jedem Gebrauchtwagen wichtig, beim S60 ganz besonders. Viele Volvo S60 Probleme entstehen durch vernachlässigte Wartung oder schlecht ausgeführte Reparaturen. Wenn du systematisch Unterlagen, technischen Zustand und modellspezifische Schwachpunkte prüfst, erhöhst du die Chance auf einen zuverlässigen Gebrauchten deutlich.
Warum die Wartungshistorie die Basis für einen guten Kauf ist
Ein vollständiger Wartungsordner zeigt dir, ob der Vorbesitzer das Auto ernst genommen hat. Volvo-Wartungsempfehlungen geben feste Intervalle für die Kontrolle von Flüssigkeiten, Filtern, Beleuchtung, Bremsen und Fahrwerk vor. Frage immer nach Rechnungen von größeren Wartungsarbeiten.
Achte besonders auf folgende Punkte:
- Bremsflüssigkeit und Bremsscheiben
- Zündkerzen und Innenraumfilter
- Getriebeöl bei Automatikgetrieben
- Zahnriemen bei älteren Motoren
- Kühlflüssigkeit gemäß Intervall
Prüfe außerdem, ob eventuelle Rückrufaktionen erledigt wurden. Bei aktuellen S60 werden in Online-Bewertungen vor allem Elektronik, Sicherheitssysteme und Bremsen als Problemfelder genannt. Eine unvollständige Wartungshistorie kann auf versteckte Mängel oder schlechte Pflege hinweisen.
„ Feuchtigkeit in den Scheinwerfern deutet auf Undichtigkeiten hin, die langfristig elektronische Probleme verursachen. “
Karosserie und Exterieur: worauf du achten musst
Rost und schlecht reparierte Unfallschäden sind Warnsignale. Sieh dir Unterboden, Schweller, Radläufe und Türen kritisch an. Steinschlag ist normal, aber großflächige Lackschäden können auf einen Unfall oder schlampige Reparaturen hinweisen.
Kontrolliere auch Scheiben, Scheinwerfer und Rückleuchten auf Kondenswasser, Risse und Farbunterschiede. Feuchtigkeit in den Leuchten deutet auf Undichtigkeiten hin, die langfristig elektronische Probleme verursachen. Teste außerdem Spritzdüsen, Scheibenwischer und Beleuchtung, da Volvo-Wartungschecks diese Komponenten als feste Prüfpunkte vorsehen.

Motorkontrolle: so erkennst du versteckte Mängel
Starte das Auto kalt und achte auf unruhigen Leerlauf. Rauch aus dem Auspuff sowie Rasseln oder Klopfgeräusche deuten auf Probleme mit Turbo, Lagern oder Ventilspiel hin. Prüfe sofort auf Ölundichtigkeiten rund um den Motor, den Ventildeckel und die Unterseite.
Kontrolliere den Kühlflüssigkeitsstand und frage, ob das Kühlmittel rechtzeitig gewechselt wurde. Volvo-Wartungspläne heben dies als wiederkehrenden Kontrollpunkt hervor. Bei älteren S60 ist eine Überprüfung des PCV-Systems sinnvoll, da dies eine bekannte Schwachstelle ist. Ein defektes PCV-System führt zu erhöhtem Ölverbrauch und höheren Emissionen.
Bei Motoren mit Zahnriemen ist rechtzeitiger Austausch entscheidend. In der Praxis wird dies von Käufern gebrauchter Volvos oft als Priorität genannt. Ein gerissener Riemen kann einen schweren Motorschaden verursachen.
Getriebe und Antriebsstrang während der Probefahrt testen
Mach immer eine ausgiebige Probefahrt. Achte beim Anfahren auf Ruckeln, Durchrutschen, verzögertes Schalten oder Vibrationen. Ein Automatikgetriebe muss weich die Gänge wechseln und das Auto ohne Poltern anfahren lassen.
Frage gezielt, ob das Getriebeöl schon einmal gewechselt wurde. In Volvo-Wartungsübersichten wird dies bei höheren Laufleistungen als Wartungspunkt genannt. Vernachlässigte Wartung am Automatikgetriebe führt zu kostspieligen Reparaturen. Teste auch, ob sich das Getriebe im warmgefahrenen Zustand anders verhält als kalt, da manche Störungen erst nach dem Aufwärmen sichtbar werden.
Fahrwerk, Bremsen und Reifen: häufige Fehler bei der Kontrolle
Fahre auf einer geraden Straße und achte darauf, ob das Auto sauber in der Spur bleibt. Ziehen nach links oder rechts kann auf Probleme mit der Achsvermessung oder ungleichen Reifendruck hindeuten. Höre beim Überfahren von Schwellen und schlechten Straßen auf Klapper-, Klopf- oder Knarrgeräusche.
Dies weist häufig auf Verschleiß an folgenden Bauteilen hin:
- Querlenker und Gummilager
- Stabilisatorstreben und -gelenke
- Stoßdämpfer und Federn
- Radlager
Prüfe Bremsscheiben auf Riefen, Kantenbildung und Vibrationen beim Bremsen. Bremsenverschleiß ist beim S60 ein häufiges Thema – sowohl in Wartungsplänen als auch in aktuellen Beschwerdemustern. Achte außerdem auf Reifenverschleiß links-rechts und innen-außen. Ungleichmäßiger Verschleiß kann auf Probleme mit Achsvermessung oder Fahrwerk hinweisen.

Elektronik und Komfort: häufig auftretende Störungen
Moderne S60 sind mit viel Elektronik ausgestattet. Teste Infotainment, Bluetooth, Navigation, Sitzheizung, Klimaanlage, elektrische Sitze, Spiegel und Fenster gründlich. Prüfe alle Warnleuchten im Cockpit, da sich aktuelle S60-Beschwerden relativ häufig auf elektrische Systeme und Sicherheitssysteme beziehen.
Schau, ob Sensoren und Fahrerassistenzsysteme korrekt funktionieren. Teste Parksensoren, Tempomat und Spurhalteassistent. Kontrolliere außerdem, ob die Klimaanlage richtig kühlt und ob ungewöhnliche Gerüche auftreten. Eine schlecht funktionierende Klimaautomatik kann auf einen undichten Verdampfer oder Probleme mit dem Kompressor hindeuten.
Welche S60-Generation du am besten wählst
Ältere S60 benötigen besondere Aufmerksamkeit für das PCV-System, den Zahnriemen, den Ölverbrauch und das Fahrwerk. Die Wartungshistorie ist bei diesen Exemplaren besonders wichtig. Neuere S60 erfordern mehr Fokus auf Elektronik, Sicherheitssysteme und Bremsen sowie auf eine lückenlose Software- und Wartungsdokumentation.
Fahrzeuge mit hoher Laufleistung verdienen eine besonders gründliche Kontrolle von Stoßdämpfern, Motorlagern, Getriebe und Undichtigkeiten. Kaufe lieber einen S60 mit nachweisbarer Wartungshistorie als ein optisch schöneres Auto ohne Unterlagen. Ein unabhängiger Ankaufcheck ist sinnvoll, vor allem bei Fahrzeugen mit viel Elektronik oder unklarer Wartungsgeschichte.
Praktische Probefahrt: so testest du alle Systeme
Fahre sowohl entspannt als auch zügig, inklusive Autobahntempo und Stop-and-go-Verkehr. Teste Kaltstart, Warmstart, Beschleunigung, Bremsen und Kurvenverhalten. Schalte alle Verbraucher gleichzeitig ein: Klimaanlage, Radio, Beleuchtung, Sitzheizung und Scheibenwischer.
Achte während der Fahrt auf folgende Signale:
- Unruhige Drehzahl im Leerlauf
- Ruckeln oder verzögertes Schalten des Automatikgetriebes
- Klopf- oder Schlaggeräusche aus dem Fahrwerk
- Vibrationen im Lenkrad beim Bremsen
- Fehlermeldungen im Display oder auf dem Armaturenbrett
Kontrolliere nach der Fahrt unter dem Auto, ob neue Flüssigkeitsspuren sichtbar sind. Eine Undichtigkeit, die nur bei warmem Motor auftritt, bleibt sonst unbemerkt.

Kauftipps aus Erfahrungen von Volvo-Fahrern
Wenn du unsicher bist wegen möglicher hoher Folgekosten, ist ein Modell mit kürzlich durchgeführten Wartungen oft sinnvoller als ein etwas günstigeres Auto mit Wartungsstau. Achte auf Hinweise anderer Besitzer zu wiederkehrenden Störungen. Bei modernen S60 werden vor allem Elektronik, Sicherheitssysteme und Bremsen als kritische Punkte genannt.
Bei älteren Exemplaren ist es ratsam, besonders kritisch auf das PCV-System, den Zahnriemen und die allgemeine Motorwartung zu achten. Wähle nach Möglichkeit ein Auto mit vollständigem Wartungsordner und prüfe, ob größere Wartungspunkte bereits erledigt wurden. Plane immer eine ausführliche Probefahrt und nach Möglichkeit einen unabhängigen Ankaufcheck ein. Sei besonders wachsam bei hoher Laufleistung oder unklarer Importhistorie.
Fettnäpfchen, die du vermeiden solltest
Der häufigste Fehler ist, die Wartungshistorie zu ignorieren. Ein Auto, das gepflegt aussieht, kann technisch stark vernachlässigt sein. Lass dich nicht von einem niedrigen Preis verleiten, ohne zu wissen, warum das Auto so günstig ist. Manche Verkäufer verschweigen bekannte Probleme oder bieten Fahrzeuge mit hinausgeschobener Wartung an.
Ein weiteres Fettnäpfchen ist, die Probefahrt zu kurz zu halten. Nimm dir Zeit, um alle Systeme zu testen – auch Klimaanlage, Elektronik und Fahrerassistenzsysteme. Teste das Auto unter verschiedenen Bedingungen: kalt, warm, gemütlich und sportlich gefahren. Prüfe auch, ob alle Schlüssel, Ladekabel und Zubehörteile vorhanden sind.
Auf der Website von Carnews findest du viele weitere Informationen über Volvo-Modelle, häufig auftretende Probleme und praktische Wartungstipps. Entdecke mehr Artikel zu spezifischen Autoproblemen, Wartungsplänen und Vergleichen zwischen verschiedenen Generationen, um deine Entscheidung noch besser abzusichern.
Häufig gestellte Fragen
Für einen sportlichen Fahrer sind vor allem die stärkeren, aufgeladenen Motoren interessant, wie die T5- und T6-Benzinvarianten (und bei der neuesten Generation auch die stärkeren T4/T5 Plug-ins), weil sie die beste Kombination aus Leistung und Drehmoment bieten. Achte bei der Leistung auf PS und Nm Drehmoment, die 0–100-Zeit (ideal unter etwa 7 Sekunden) und darauf, ob das Auto mit Sportfahrwerk oder adaptiven Dämpfern ausgestattet ist. Kontrolliere außerdem, ob Bremsen, Reifen und Fahrwerk in gutem Zustand sind, denn sie bestimmen in der Praxis mindestens genauso viel vom Fahrspaß wie die Motorleistung. Bei Gebrauchtwagen ist eine vollständig dokumentierte Wartungshistorie für die stärkeren Motoren und Automatikgetriebe besonders wichtig.
Die häufigsten mechanischen Probleme, die das Fahrerlebnis beeinträchtigen, sind Verschleiß am Fahrwerk (Querlenker, Gummilager, Stabilisatorstreben, Stoßdämpfer) und an den Bremsen. Diese machen sich als Klappern oder Knarzen über Bodenwellen, schwammiges oder rumpeliges Fahrverhalten sowie als Vibrationen oder Pulsieren beim Bremsen bemerkbar. Überprüfe dies mit einer Probefahrt über schlechtes Straßenpflaster und kräftiges Bremsen sowie durch eine Sichtkontrolle auf Spiel, verschlissene Gummis und eingelaufene Bremsscheiben. Auf der elektronischen Seite sind es vor allem elektrische Systeme und Sicherheitssysteme (Warnleuchten, Sensoren, Assistenzsysteme, Infotainment), deren Störungen das Fahrerlebnis trüben. Teste daher alle Kontrollleuchten im Cockpit (müssen bei eingeschalteter Zündung aufleuchten und bei laufendem Motor ausgehen), alle Schalter, Assistenzsysteme, Klimaanlage und das Infotainment ausführlich. Prüfe bei Automatikversionen, ob das Getriebe ohne harte Schaltstöße und ohne Durchrutschen schaltet und das Auto sauber anzieht, und frage nach dem Wechsel des Getriebeöls, da Ruckeln oder Verzögerungen beim Schalten das Fahrerlebnis stark verschlechtern. Achte bei Motor und Antriebsstrang auf unruhigen Leerlauf, Rauch, ungewöhnliche Geräusche und Undichtigkeiten nach der Probefahrt; das machst du, indem du den Motor sowohl kalt als auch warm anhörst und danach unter dem Auto und rund um den Motorblock nach frischen Öl- oder Kühlflüssigkeitsspuren suchst.
Achte während der Probefahrt auf Klopf-, Klapper- oder Knarzgeräusche aus dem Fahrwerk (Querlenker, Stabilisatorstreben, Gummilager und Stoßdämpfer) und auf eventuelle Vibrationen im Lenkrad oder in der Karosserie. Prüfe, ob das Auto sauber geradeaus läuft, ohne zu ziehen oder ein nervöses Lenkgefühl zu vermitteln – auch bei höherem Tempo und in Kurven. Teste die Bremsen auf einer geraden Strecke: Das Fahrzeug muss spurtreu bremsen, ohne Vibrationen im Pedal oder Lenkrad und ohne schleifende oder quietschende Geräusche. Achte außerdem auf eine deutliche, gut dosierbare Bremswirkung und darauf, dass das Pedal nicht schwammig wirkt.
Eine vollständige und detaillierte Wartungshistorie ist bei einem Volvo S60 sehr wichtig, weil du daran erkennst, ob das Auto gemäß Volvo-Wartungsplan gepflegt wurde und ob bekannte Schwachstellen rechtzeitig behoben wurden. Entscheidende Servicepunkte sind die regelmäßigen Inspektionen mit Öl- und Filterwechseln sowie die Kontrolle von Bremsen, Fahrwerk und Flüssigkeiten. Darüber hinaus sind der Austausch des Zahnriemens (falls vorhanden), der Bremsflüssigkeit, der Zündkerzen, der Kühlflüssigkeit und des Innenraumfilters essenziell. Bei Automatikgetrieben ist auch ein rechtzeitiger Wechsel des Getriebeöls ein wichtiger Punkt.
Ja, achte auf einen stark verschlissenen Fahrersitz (tiefe Falten, Risse im Leder oder Stoff), abgegriffene oder klebrige Lenkrad- und Schaltknäufe sowie abgenutzte Pedale; das weist häufig auf intensive Nutzung hin. Außen können ungleichmäßig abgefahrene Reifen, Riefen oder Kanten an den Bremsscheiben und deutlich eingefallene Stoßdämpfer oder Gummilager auf viele Kilometer oder Wartungsstau hindeuten. Prüfe außerdem auf schlecht reparierte Unfallschäden, Rost an Schwellern und Radläufen sowie stark verwitterten oder stumpfen Lack. Setze diese sichtbaren Verschleißspuren immer in Zusammenhang mit der Wartungshistorie und einer Probefahrt, um das Gesamtbild zu bestätigen.





