Der Volkswagen Up ist ein beliebter Stadtwagen mit niedrigen Betriebskosten, aber nicht jedes Gebraucht-Exemplar ist gleich zuverlässig. Prüfe bekannte Schwachstellen wie das Getriebe und Undichtigkeiten, bevor du kaufst. Gerade bei Gebrauchtwagen führen diese Probleme zu hohen Reparaturkosten. Mit einer klugen Wahl und guter Vorbereitung vermeidest du Enttäuschungen.
Warum das Getriebe deine größte Sorge sein sollte
Das automatische ASG-Getriebe im Volkswagen Up! gilt als unzuverlässig. Außerdem ist es in der Bedienung störend. Besitzer berichten von ruckeligem Schalten, träger Reaktion und Defekten nach Ablauf der Garantiezeit. Diese Probleme sind keine Ausnahme, sondern kommen regelmäßig vor. Die Reparaturkosten sind hoch und das Fahrverhalten bleibt unvorhersehbar.
Wähle nach Möglichkeit eine handgeschaltete Version. Das Schaltgetriebe ist erwiesenermaßen langlebiger und macht deutlich weniger Probleme. Der Rückwärtsgang kann beim Einlegen knirschen, das ist jedoch normal, weil dieser Gang keine Synchronisierung hat. Teste während der Probefahrt, ob die Kupplung sauber arbeitet und nicht rutscht. Viel Stadtverkehr führt zu einem schnelleren Kupplungsverschleiß, achte daher besonders bei Fahrzeugen aus Ballungsräumen darauf.
„ Verschmutzung oder Brandgeruch weist auf Probleme hin, die sich schnell verschlimmern können. “
Motor und Antriebsstrang erfordern eine gründliche Kontrolle
Der einfache 1.0-MPI-Motor ist im Allgemeinen zuverlässig, aber auch hier treten Probleme auf. Überhitzung, Fehlzündungen und hoher Ölverbrauch sind deutliche Warnsignale. Diese Symptome weisen auf Kohlenstoffablagerungen, defekte Zündspulen oder eine kaputte Kraftstoffpumpe hin. Lass den Motor vor dem Kauf von einem Spezialisten prüfen. Kontrolliere auch die Steuerkette, vor allem bei älteren Exemplaren. Der Zahnriemen ist mit Kevlar verstärkt und gilt als „lebenslang“. Nach fünf Jahren Einsatz solltest du ihn dennoch inspizieren lassen.
Der Zahnriemen erfordert bei Modellen vor 2017 besondere Aufmerksamkeit. Bitte den Verkäufer um die Wartungshistorie und Nachweise über Kontrollen. Wechsle das Getriebeöl alle 20.000 Kilometer. Prüfe Füllstand, Farbe und Geruch. Verschmutzung oder Brandgeruch weist auf Probleme hin, die sich schnell verschlimmern können.

Fahrwerk und Bremsen zeigen Verschleiß
Defekte Radlager sorgen für Instabilität. Sie vermitteln zudem ein unsicheres Fahrgefühl. Teste während der Probefahrt, ob der Wagen sauber geradeaus läuft und ob du keine Klopf- oder Dröhngeräusche hörst. Die Lenkung kann Störungen zeigen. Das liegt an Fehlern der elektrischen Servolenkung. Dies ist ein Sicherheitsproblem, das umgehend von einer Werkstatt geprüft werden muss.
Die Bremsen bereiten regelmäßig Probleme. Auch die Auspuffanlage macht häufiger Schwierigkeiten. Teste, ob die Bremsen gleichmäßig und ohne Quietschen oder Vibrationen greifen. Viel Stadtverkehr führt zu einem schnelleren Verschleiß von Bremsscheiben und -belägen. Kontrolliere auch den Auspuff auf Roststellen und lose Teile. Bei Kurzstrecken und wenig Autobahnkilometern verschleißt er schneller.
Wasserleckagen sind ein häufiges Problem
Modelle vor 2017 leiden unter Wasserleckagen im Kofferraum. Auch im Fußraum kommt es zu Wassereintritt. Ursache sind schlechte Dichtungen rund um Türen. Außerdem sind undichte Fensterdichtungen ein Problem. Untersuche den Teppich gründlich auf feuchte Stellen. Achte darauf, ob ein muffiger Geruch im Innenraum hängt. Feuchtigkeit führt im Auto zu Schimmel und Rost. Zusätzlich kann sie elektronische Störungen auslösen.
Kontrolliere zudem die Dichtungen rund um Türen und Heckklappe. Drücke mit dem Finger auf die Gummis und prüfe, ob sie noch weich sind. Harte oder rissige Gummis lassen Wasser eindringen. Öffne den Kofferraum und hebe den Bodenbelag an. Feuchtigkeit unter dem Teppich weist auf eine Leckage hin, die schon länger besteht.
„ Eine Reparatur ist kostspielig. “
Innenraum und Elektronik verdienen Aufmerksamkeit
Der Dachhimmel kann durchhängen. Das kommt vor allem bei älteren Modellen vor. Es sieht unschön aus und kann während der Fahrt stören. Kontrolliere außerdem das Infotainment-System und die Bluetooth-Verbindung. Verbindungsprobleme kommen vor. Sie lassen sich ohne professionelle Hilfe nur schwer beheben.
Teste alle elektrischen Funktionen während der Probefahrt. Elektrische Fensterheber können ausfallen. Eine Reparatur ist kostspielig. Betätige jedes Fenster mehrfach. Achte darauf, dass sie sich gleichmäßig bewegen. Prüfe auch die Zentralverriegelung. Kontrolliere zudem die Rückfahrkamera und eventuelle Parksensoren. Softwarefehler können Schaltprobleme verursachen. Lass im Zweifel mit einem Diagnosegerät auslesen.

Sicherheitsaktionen und Rückrufe prüfen
Für den Volkswagen Up wurden verschiedene Rückrufe veröffentlicht. Prüfe bei einem VW-Händler, ob diese bei dem Exemplar, das du in Betracht ziehst, durchgeführt wurden. Bekannte Rückrufe betreffen Kindersicherungen an den Türen, die sich unbeabsichtigt entriegeln können. Ein weiterer Rückruf betrifft eine mangelhafte Schweißnaht am Abschlepphaken im Werkzeugset. Außerdem gibt es Rückrufe für Airbags und Gurtstraffer, die bei einem Unfall nicht auslösen. Schließlich sind Panoramadach-Elemente bekannt, die sich lösen können.
Frage den Verkäufer nach dem Rückrufstatus. Bitte um Nachweise, dass die Maßnahmen erledigt wurden. Ein Händler kann dies über die Fahrgestellnummer schnell prüfen. Nicht durchgeführte Rückrufe sind ein Sicherheitsrisiko. Sie können außerdem zu Problemen bei der HU führen.
Praktische Checkliste für den Kauf
Führe eine gründliche Inspektion durch, bevor du einen gebrauchten Volkswagen Up kaufst. Überprüfe während der Besichtigung und der Probefahrt die folgenden Punkte:
- Kupplung: beim Anfahren und Beschleunigen auf Rutschen oder schwergängiges Schalten testen
- Getriebeöl: Füllstand, Farbe und Geruch auf Verschmutzung prüfen
- Karosserie: nach Beulen, Kratzern und Schäden an den Stoßfängern suchen
- Software: Fehlercodes mit einem Diagnosegerät auslesen lassen
- Wasserleckagen: Teppich, Kofferraum und Fußräume auf Feuchtigkeit kontrollieren
- Radlager: auf Klopfgeräusche, Dröhnen oder Instabilität achten
- Bremsen: auf gleichmäßige, ruhige Funktion ohne Quietschen testen
- Elektronik: alle Funktionen wie Fensterheber, Zentralverriegelung und Infotainment ausprobieren
Lass im Zweifel eine unabhängige Kaufinspektion in einer Werkstatt durchführen. Regelmäßige Wartung minimiert den mechanischen Verschleiß. Sie beugt zudem größeren Schäden vor. Bitte dir immer das Serviceheft geben. Kontrolliere, ob alle Inspektionen gemäß Wartungsplan durchgeführt wurden.
„ Schaltgetriebe sind problemlos. “
Schaltgetriebe statt Automatik
Deine Zufriedenheit mit dem Volkswagen Up hängt maßgeblich von der Wahl des Getriebes ab: Schaltgetriebe oder Automatik. Automatikgetriebe (ASG) fallen häufig nach Ablauf der Garantie aus. Die Reparaturkosten sind hoch. Schaltgetriebe gelten als unproblematisch. Sie bieten ein zuverlässiges Fahrerlebnis. Bevorzuge Modelle mit dokumentierter Wartungshistorie. Meide Fahrzeuge mit unbekannter Vorgeschichte.
Achte besonders auf Modelle vor 2017. Diese sind oft von Wasserleckagen betroffen. Außerdem treten bei diesen Baujahren häufiger Probleme mit dem Zahnriemen auf. Teste während der Probefahrt alle Funktionen. Nimm dir Zeit für eine gründliche Prüfung. Eine gute Vorbereitung verhindert Enttäuschungen und unerwartete Kosten.
Auf der Website von Carnews findest du weitere Informationen zu bekannten Autoproblemen. Dort gibt es auch Wartungstipps und Kaufberatung. Finde heraus, welche Autos als zuverlässig gelten. Lies, worauf du bei deinem nächsten Autokauf achten solltest.
Häufig gestellte Fragen
Die häufigsten technischen Probleme bei einem gebrauchten Volkswagen Up sind Motorprobleme (Fehlzündungen, hoher Ölverbrauch, Zündspulen-/Steuerketten-Themen), ein ruckelndes oder unzuverlässiges ASG-Automatikgetriebe, Verschleiß an Kupplung, Radlagern und Bremsen sowie elektrische Störungen wie Fensterheber- und Servolenkungsprobleme. Während der Probefahrt solltest du auf einen ruhig und vibrationsfrei laufenden Motor achten, auf das Ausbleiben von Warnleuchten, auf ein weiches, ruckfreies Schalten (meide ein ruckeliges Automatikgetriebe) und darauf, dass keine Nebengeräusche vom Fahrwerk oder aus den Lagern kommen. Kontrolliere den Innenraum auf Feuchtigkeit (Wasser im Kofferraum bzw. in den Fußräumen), teste alle elektrischen Funktionen und wirf einen Blick auf einen eventuell durchhängenden Dachhimmel. Frage abschließend nach der vollständigen Wartungshistorie und lass eine unabhängige Kaufinspektion durchführen, inklusive Auslesen von Fehlercodes und Prüfung auf offene Rückrufe.
Beim Volkswagen Up sind vor allem schwere Motorschäden (Überhitzung, Fehlzündungen, hoher Ölverbrauch zum Beispiel durch Kohlenstoffablagerungen oder Kettenprobleme) häufig zu teuer, um sie wirtschaftlich sinnvoll zu reparieren. Auch Defekte am automatischen ASG-Getriebe können sehr hohe Reparaturkosten verursachen und machen das Auto risikoreich. Schwere Probleme an der Lenkung (Servolenkung) und dauerhafte Wasserleckagen in Karosserie oder Innenraum können ebenfalls hohe Kosten nach sich ziehen. Dadurch kann ein gebrauchter Up mit solchen Mängeln eine vergleichsweise riskante Investition sein.
Nutze ein OBD-II-Diagnosegerät, um Fehlercodes, Live-Motordaten (Temperaturen, Fehlzündungen, Kraftstofftrimm) sowie ABS- und Airbag-Störungen auszulesen und überprüfe bei einem VW-Händler, ob offene Rückrufe vorliegen. Führe einen Kaltstarttest durch und lausche beim 1.0-Motor auf Rasselgeräusche (Steuerkette/Zahnkette), unruhigen Leerlauf und kontrolliere auf übermäßigen Ölverbrauch oder Rauch aus dem Auspuff. Während einer längeren Probefahrt testest du die Kupplung (Rutschen, schwergängiges Schalten), das Schalt- oder ASG-Getriebe auf Ruckler, die Lenkung auf Nebengeräusche und die Bremsen auf Vibrationen oder ungleichmäßiges Greifen. Inspiziere abschließend die Karosserie auf Rost und Unfallschäden, kontrolliere Kofferraum und Fußräume auf Feuchtigkeit (Wasserleckagen), teste alle elektrischen Fensterheber, Bluetooth/Infotainment und achte auf einen durchhängenden Dachhimmel.
Bevorzuge einen handgeschalteten Up mit vollständiger Wartungshistorie und lass vor dem Kauf eine unabhängige Kaufinspektion durchführen, inklusive Diagnose auf Fehlercodes. Plane danach präventiv zusätzliche Wartungsarbeiten ein, etwa rechtzeitige Öl- und Flüssigkeitswechsel, Kontrolle von Steuerung/Zeitpunkt (Kette/Zahnriemen), Kupplung, Bremsen und Radlagern – auch wenn die Herstellerintervalle noch nicht erreicht sind. Lass bei älteren oder günstigen Exemplaren die Dichtheit (Dichtungen, Kofferraum, Fußräume) und die Elektronik (Lenkungs- und Fenstersteuerung, Infotainment) gründlich prüfen und bei Bedarf vorsorglich instand setzen. Kontrolliere abschließend beim Händler, ob alle Rückrufe und Serviceaktionen erledigt wurden, um bekannte Sicherheits- und Qualitätsprobleme zu vermeiden.
Bestimme zunächst den Marktwert eines vergleichbaren Volkswagen Up ohne Mängel über Online-Inserate und Wertlisten und nutze diesen als Ausgangspunkt. Lass anschließend eine unabhängige Kaufinspektion durchführen, um alle (potenziellen) Probleme und die geschätzten Reparaturkosten zu erfassen. Ziehe die direkten und zu erwartenden Reparaturkosten sowie einen Risikoaufschlag (für Unsicherheiten) vom normalen Marktwert ab. Das Ergebnis ist der realistische Wert. Liegt dieser unter dem geforderten Verkaufspreis und der Verkäufer ist nicht zu einem Nachlass bereit, ist das Auto wirtschaftlich nicht interessant.





