Der Kauf eines gebrauchten Elektroautos erfordert eine gründliche Inspektion bestimmter Komponenten, die für Leistung und Sicherheit entscheidend sind. Beim Nissan Ariya solltest du neben den üblichen Karosseriekontrollen vor allem den Batteriezustand, die Ladesysteme und die elektrischen Fahrassistenzsysteme genau unter die Lupe nehmen. Eine gute Vorbereitung verhindert kostspielige Überraschungen und sorgt dafür, dass du genau weißt, woran du bist.
Was du an der Außenseite kontrollieren musst
Beginne die Inspektion mit einer gründlichen Kontrolle der Karosserie. Achte auf Beulen, Kratzer oder Unebenheiten rund um Türen, Radkästen und Stoßfänger. Diese können auf frühere Schäden oder mangelnde Pflege hinweisen. Kontrolliere die Ladebuchse besonders sorgfältig auf Anzeichen von Korrosion oder Beschädigungen, da dieses Teil häufig genutzt wird und anfällig für Verschleiß sein kann.
Vergleiche die offiziellen Abmessungen mit dem, was du siehst. Der Ariya ist 4.595 mm lang, 1.850 mm breit und 1.660 mm hoch. Miss den Radstand von 2.775 mm nach und prüfe auf Symmetrie. Abweichungen können auf Schäden oder Reparaturen am Fahrgestell hindeuten. Inspiziere außerdem die Radaufhängung gründlich auf Anzeichen von Rost oder Verschleiß.
Beurteile die Reifen auf gleichmäßigen Verschleiß. Der Ariya wird je nach Ausführung mit Reifen der Größe 235/55R19 oder 255/45R20 ausgeliefert. Ungleichmäßiger Verschleiß kann auf Probleme mit der Spur- oder Achsvermessung hinweisen. Teste während einer Probefahrt den Wendekreis: links sollte er 11,8 Meter betragen, rechts 11,6 Meter. Probiere alle Leuchten aus, einschließlich der Bremsleuchten. Das Armaturenbrett zeigt die Aktivierung beim regenerativen Bremsen an, was ein wichtiges Sicherheitsmerkmal ist.
„ Nissan bietet in der Regel bis zu 8 Jahre Garantie auf die Batterie und elektrische Komponenten. “
Wie du den Batteriezustand prüfst
Die Batterie ist das Herz des Ariya und erfordert besondere Aufmerksamkeit. Das Fahrzeug wird mit einer 63-kWh- oder 87-kWh-Batterie angeboten. Überprüfe, welche Version du dir ansiehst, und kontrolliere den Batteriezustand über das Infotainmentsystem. Dieses zeigt häufig die Restkapazität in Prozent im Vergleich zum ursprünglichen Zustand an.
Prüfe die Ladebuchse und die Kabel sorgfältig auf Beschädigungen. Der Ariya kann je nach Onboard-Lader mit bis zu 22 kW oder 7,4 kW AC-laden. Frage den Verkäufer nach der Ladehistorie. Häufiges Schnellladen kann die Lebensdauer der Batterie beeinflussen, auch wenn moderne Batterien hierfür gut ausgelegt sind. Kontrolliere, ob das originale Ladezubehör vorhanden ist.
Frage nach den Garantiedokumenten. Nissan bietet in der Regel bis zu 8 Jahre Garantie auf die Batterie und elektrische Komponenten. Fehlende Unterlagen können bei zukünftigen Garantieansprüchen zu Problemen führen. Die offizielle Reichweite beträgt laut WLTP 403 Kilometer, in der Praxis kannst du jedoch mit etwa 337 Kilometern rechnen – abhängig von Fahrstil und Bedingungen.

Welche Fahrassistenzsysteme du testen solltest
Der Ariya verfügt im Rahmen von Nissan Intelligent Mobility über umfangreiche Sicherheitssysteme. Teste diese Systeme während einer Probefahrt gründlich. Serienmäßig vorhanden sind Intelligent Driver Alertness, Blind Spot Warning, Rear Cross Traffic Alert, High Beam Assist und Traffic Sign Recognition. Prüfe, ob alle Funktionen korrekt arbeiten.
Aktiviere Lane Departure Warning und Lane Departure Prevention, um zu sehen, ob das System rechtzeitig warnt und korrigiert. Teste die Intelligent Cruise Control bei verschiedenen Geschwindigkeiten. Höherwertige Ausführungen verfügen über ProPILOT Assist mit Navi-Link, ein halbautonomes System, das vorausschauend auf Kurven reagiert. Dieses System sollte sanft und vorhersehbar arbeiten.
Überprüfe das Armaturenbrett auf Warnleuchten. Achte besonders auf Kontrollleuchten für Airbags, Gurtstraffer, die elektronische Parkbremse und Rear Automatic Braking. Teste den 360-Grad-Around View Monitor, falls vorhanden. Diese Funktion ist beim Parken sehr wertvoll und sollte ein klares Bild ohne tote Winkel liefern. Der Bremsweg aus 100 Kilometern pro Stunde sollte ungefähr 37 Meter betragen.
Was du im Innenraum nachprüfen musst
Miss das Kofferraumvolumen nach. Normalerweise bietet der Ariya 450 Liter Volumen, mit umgeklappten Sitzen 890 Liter. Teste die Zugänglichkeit und Variabilität des Ladesystems im Kofferraum. Kontrolliere auf Beschädigungen oder Feuchtigkeitsspuren im Gepäckraum. Achtung: Frontangetriebene Modelle haben keinen Frunk, erwarte also keinen zusätzlichen Stauraum vorne.
Teste den Sitzkomfort gründlich. Die Sitzhöhe beträgt 805 mm. Die maximale Beinfreiheit vorne ist für Personen bis 1,92 Meter geeignet, hinten bis 1,86 Meter. Die Breite vorne beträgt 1.470 mm, hinten 1.415 mm. Drei Kindersitze hinten passen nicht, was für Familien wichtig sein kann.
Überprüfe, ob der Intelligent Key korrekt funktioniert. Teste die elektrisch betätigte Heckklappe und die beheizbare Frontscheibe. Der Innenspiegel sollte automatisch abblenden oder mit Intelligent Rear View Mirror ausgestattet sein. Besitzer berichten häufig, dass Fahrkomfort und die umfangreiche Ausstattung wichtige Pluspunkte sind.
„ Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 Kilometer pro Stunde begrenzt. “
Leistung und Verbrauch kontrollieren
Unternimm eine ausgiebige Probefahrt, um die Leistung zu überprüfen. Der Ariya leistet 217 bis 218 PS und 300 Nm Drehmoment. Die Beschleunigung von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde sollte ungefähr 7,5 Sekunden dauern. Teste auch den Zwischenspurt von 60 auf 100 Kilometer pro Stunde, der 4,3 Sekunden betragen sollte. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 Kilometer pro Stunde begrenzt.
Achte während der Fahrt auf das Geräuschniveau. Bei 130 Kilometern pro Stunde sollte das Innengeräusch bei etwa 67 dB liegen. Ungewöhnliche Geräusche können auf Probleme mit der Radaufhängung oder anderen mechanischen Komponenten hinweisen. Der Verbrauch sollte bei normaler Nutzung im Durchschnitt bei 17,6 kWh pro 100 Kilometer liegen.
Teste das regenerative Bremsen in verschiedenen Stufen. Dieses System sollte geschmeidig arbeiten und beim Rollenlassen und Bremsen spürbar Energie zurückgewinnen. Überprüfe, ob sich die Bremsen gut anfühlen und keine Quietschgeräusche oder Vibrationen auftreten. Ein ungewöhnliches Pedalgefühl kann auf Probleme mit dem Bremssystem hinweisen.

Wichtige Warnsignale beim Kauf
Sei vorsichtig, wenn der Verkäufer keine vollständige Wartungshistorie vorlegen kann. Fehlende Untersuchungsberichte erschweren die Beurteilung des Fahrzeugzustands. Fordere immer alle verfügbaren Unterlagen an, einschließlich Ladehistorie und eventuell durchgeführter Softwareupdates.
Vage Informationen zur Garantie sind ein Grund, gezielt nachzufragen. Überprüfe, ob die Batteriegarantie noch gültig ist und was sie genau abdeckt. Originalzubehör hat in der Regel 12 Monate Garantie, dies sollte jedoch eindeutig dokumentiert sein. Probleme beim Schnellladen können auf Batteriedegradation oder defekte Ladekomponenten hinweisen.
Achte auf falsche oder fehlende Spezifikationen. Verifiziere die Leistung, die Batteriekapazität und das Vorhandensein von optionalen Systemen wie ProPILOT oder der 360-Grad-Kamera. Wenn der Verkäufer keine Probefahrt erlaubt oder es mit dem Verkauf eilig hat, sei besonders wachsam. Eine gründliche Inspektion ist dein Recht als potenzielle Käuferin oder potenzieller Käufer.
Dokumente, die du anfordern solltest
Fordere vollständigen Zugriff auf Bedienungsanleitung und Serviceunterlagen. Das hilft dir, Warnleuchten und Wartungsintervalle zu verstehen. Überprüfe, ob alle Schlüssel und Ladekabel vorhanden sind. Fehlende Teile können auf Nachlässigkeit hindeuten oder später teuer im Ersatz werden.
Überprüfe das Vorhandensein einer Anhängerkupplung, falls angegeben. Das maximale Anhängegewicht beträgt 750 Kilogramm, sowohl gebremst als auch ungebremst. Kontrolliere, ob die Montage fachgerecht erfolgt ist und ob alle erforderlichen Papiere vorhanden sind. Eine nachträglich eingebaute Anhängerkupplung kann Auswirkungen auf die Garantie haben.
Sieh nach, ob eventuell vorhandene Einstiegsleisten oder andere Zubehörteile original sind. Das kann den Wert und die Garantiedeckung beeinflussen. Frage nach früheren Reparaturen und prüfe, ob diese von autorisierten Händlern durchgeführt wurden. So bekommst du einen Eindruck davon, wie das Auto behandelt wurde und was dich erwarten kann.
„ Entdecke, was möglich ist, und bereite dich optimal auf deinen nächsten Kauf vor. “
Erfahre mehr über den Nissan Ariya und elektrisches Fahren
Eine gründliche Inspektion verhindert Enttäuschungen und gibt dir Sicherheit für deine Investition. Diese Checkliste hilft dir, potenzielle Probleme zu erkennen, bevor du den Kauf abschließt. Auf der Website von Carnews findest du noch viele weitere Informationen zu Elektroautos, Wartungstipps und Erfahrungen anderer Besitzer. Entdecke, was möglich ist, und bereite dich optimal auf deinen nächsten Kauf vor.
Häufig gestellte Fragen
Untersuche Antriebsstrang und Fahrwerk: Motor(raum), Getriebe, Differenzial, Antriebswellen, Motorlager, Querlenker, Gummilager und Lagerbuchsen auf Undichtigkeiten, Spiel und Risse. Prüfe das Bremssystem: Scheiben, Beläge, Leitungen, Bremssättel, Handbremsmechanik und Zustand der Bremsflüssigkeit – besonders bei häufig sportlicher Fahrweise. Sieh dir Lenkung und Spur an: Lenkgetriebe, Traggelenke, Spurstangen, Manschetten und das Reifenverschleißbild. Kontrolliere schließlich Kühlsystem und Auspuff: Kühler, Schläuche, Kopfdichtungsundichtigkeiten, Ölwanne, Auspuffaufhängung und Hitzeschilde, da Überhitzung und Vibrationen bei Performance-Autos schnell teure Schäden verursachen.
Fordere immer die vollständige Wartungshistorie bei einer Vertragswerkstatt oder einer anerkannten Werkstatt an und überprüfe, ob Rechnungen, Stempel und Daten logisch zum angegebenen Kilometerstand passen. Vergleiche den Kilometerstand mit TÜV-/HU-Berichten, offiziellen Datenbanken zur Tachostandsprüfung (oder vergleichbaren behördlichen Registern) sowie früheren Verkaufsanzeigen oder Gutachten. Achte auf unlogischen Verschleiß (z. B. stark abgenutztes Lenkrad, Pedale oder Sitz bei geringer Laufleistung) und Unterschiede zwischen digitaler Wartungsdokumentation, Bordcomputer und Papierunterlagen. Lass im Zweifel ein unabhängiges Gutachten bzw. einen Ankaufcheck durchführen, bei dem Diagnosegeräte eingesetzt werden, um Tachostand- und Fehlerspeicherhistorie zu kontrollieren.
Achte auf Farbunterschiede zwischen Karosserieteilen, schiefe oder ungleichmäßige Spaltmaße (Paneele, die nicht sauber aneinander anschließen) sowie Sprühnebel oder „Orangenhaut“ im Lack – das kann auf instandgesetzte Schäden hindeuten. Kontrolliere auf Beulen und Wellen im Blech bei Streiflicht, Roststellen rund um Radkästen, Schweller und Aufnahmepunkte sowie Risse oder „Blütenbildung“ im Lack. Unter dem Auto: sieh dir verbogene oder eingedrückte Schweller und Rahmenteile, frische oder ungewöhnliche Unterbodenschutzbeschichtungen und asymmetrischen Verschleiß an Fahrwerks- oder Auspuffaufhängungen an. Achte auch auf abweichende Schrauben und Schweißnähte (neu oder mit anderer Struktur) an Fahrwerk, Aggregateträger und Anhängerkupplungsbefestigung als Hinweis auf frühere Reparaturen.
Achte während der Probefahrt auf ruckartige Schaltvorgänge, heulende oder jaulende Geräusche beim Beschleunigen und bei konstanter Geschwindigkeit sowie auf Schläge oder Klopfgeräusche beim Anfahren oder beim Wechsel zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang (mögliches Getriebe- oder Antriebsproblem). Prüfe, ob das Auto geradeaus stabil bleibt, ohne dass das Lenkrad zieht, und achte auf Vibrationen im Lenkrad oder Sitzbereich bei etwa 80–120 km/h (kann auf Unwucht, verschlissenes Fahrwerk oder falsche Spureinstellung hindeuten). Fahre langsam über Bodenwellen und Unebenheiten und lausche auf Poltern, Knarzen oder Quietschen aus den Radkästen oder unter dem Auto (Fahrwerk, Stoßdämpfer, Gummilager). Teste Kurven mit mittlerer Geschwindigkeit: Das Auto darf nicht „schwimmen“, übermäßig stark in die Kurve neigen oder instabil wirken.





