Ein undichtes Lenkgetriebe ist keine kleine Unannehmlichkeit, sondern ein ernstes Verschleißzeichen, das gravierende Folgen für die Servolenkung haben kann – das System, das dafür sorgt, dass sich Ihr Lenkrad leicht drehen lässt. Nach etwa 250.000 Kilometern machen Lenkgetriebe häufig Probleme. Sie beginnen zu lecken oder verursachen ungewöhnliche Klopf- und Knackgeräusche. Das weist auf verschlissene Dichtungen, beschädigte Wellendichtringe oder innere Schäden hin. Die Lenkung wird dadurch immer schwergängiger. Bei Gebrauchtwagen wie dem Volvo XC70 werden solche Beschwerden häufig von Haltern gemeldet. Erkennen Sie diese Signale wieder? Dann ist es Zeit, aufmerksam zu bleiben.
Was verursacht eine Lenkgetriebe-Leckage?
Lenkgetriebe werden nicht ohne Grund undicht. Das Problem entsteht durch Verschleiß der inneren Dichtungen. Diese Dichtungen müssen die Hydraulikflüssigkeit im System halten. Durch häufiges Lenken und hohe Laufleistungen werden die Dichtringe rund um die Abtriebswelle und die Lenkwelle stark belastet. Sie werden spröde und reißen. Das Lenkgetriebe ist ein geschlossenes System, in dem ein konstanter Druck herrscht, sodass schon eine kleine Beschädigung schnell zu Flüssigkeitsverlust führt.
Außerdem spielen äußere Einflüsse eine Rolle. Schmutz und Feuchtigkeit dringen über die Gummimanschetten ein. Sie greifen die inneren Bauteile an. Auch Korrosion am Metallgehäuse oder an den Wellen kann Leckagen verursachen. Bei Autos mit einer aktiven Lebensdauer von mehr als zehn Jahren handelt es sich häufig um eine Kombination aus verschlissenen Dichtungen und leichtem innerem Spiel. Diese Kombination verschärft das Problem.
Wenn die Flüssigkeit austritt, sinkt der Hydraulikdruck im System. Das merken Sie sofort am Lenkrad. Es wird schwergängiger, reagiert ungleichmäßig und das Auto kann sogar unvorhersehbar zu einer Seite ziehen.
„Für Autos mit hydraulischer Servolenkung bleibt es wichtig, den Flüssigkeitsstand regelmäßig zu kontrollieren.“
Wie lange hält ein Lenkgetriebe?
Ein Lenkgetriebe hält in den meisten Fällen zwischen 200.000 und 300.000 Kilometern, abhängig von Qualität, Fahrweise und Wartung des Autos. Bei intensiver Nutzung oder häufigem Fahren auf schlechtem Straßenzustand kann die Lebensdauer kürzer sein. Autos, die regelmäßig nur kurze Strecken fahren oder bei stehendem Fahrzeug oft stark eingeschlagen werden, belasten das Lenkgetriebe zusätzlich.
Bei Modellen mit elektrohydraulischer oder rein elektrischer Servolenkung stellt sich das Problem teilweise anders dar. Dort spielt Flüssigkeitsverlust keine Rolle, es kann jedoch zu Verschleiß an elektrischen Komponenten kommen. Für Autos mit hydraulischer Servolenkung bleibt es wichtig, den Flüssigkeitsstand regelmäßig zu kontrollieren. Das gibt einen guten Eindruck vom Zustand des Lenkgetriebes und der Schläuche.
Anzeichen für ein undichtes Lenkgetriebe
Ein undichtes Lenkgetriebe zeigt meist mehrere Symptome gleichzeitig. Es ist wichtig, diese zu erkennen, bevor es während der Fahrt zu plötzlichen Lenkproblemen kommt. Achten Sie auf folgende Anzeichen:
- Schwereres Lenken, vor allem bei niedriger Geschwindigkeit oder beim Einparken
- Flüssigkeitstropfen unter dem Auto nach dem Abstellen, oft rötlich oder bernsteinfarben
- Nasse oder ölige Stellen rund um das Lenkgetriebe oder die Gummimanschetten
- Knack- oder Klopfgeräusche beim Drehen des Lenkrads
- Spiel oder ein unruhiges Gefühl in der Lenkung, als würde das Rad nicht direkt reagieren
- Das Auto zieht zu einer Seite, auch nach neuen Reifen oder nach einer Achsvermessung
Im Zweifel inspizieren Sie das Lenkgetriebe optisch. Heben Sie das Auto mit einem Wagenheber an oder lassen Sie es in der Werkstatt auf die Bühne stellen. Feuchtigkeit an Manschetten, Wellen oder oben auf dem Lenkgetriebe weist unmittelbar auf eine Leckage hin.
Wie teuer ist die Reparatur oder der Austausch eines Lenkgetriebes?
Die Kosten für die Reparatur oder den Austausch eines Lenkgetriebes variieren stark. Automarke, Art des Lenkgetriebes und das Ausmaß des Schadens bestimmen den Preis. Eine Überholung des Lenkgetriebes, bei der nur Dichtungen und Wellendichtringe ersetzt werden, kostet oft zwischen 300 und 600 Euro. Das ist die günstigste Option, wenn sich der Schaden auf die Dichtungen beschränkt.
Bei starkem Verschleiß oder inneren Beschädigungen ist ein kompletter Austausch oft sinnvoller. Ein neues Lenkgetriebe kostet in der Regel zwischen 400 und 1.200 Euro, je nach Marke und Modell. Hinzu kommen Arbeitskosten von etwa 150 bis 400 Euro, da das Lenkgetriebe oft schwer zugänglich ist und nach dem Einbau eine Achsvermessung notwendig wird.
Eine Überholung ist nicht immer die beste Lösung. Das Lenkgetriebe kann viel Spiel aufweisen oder strukturell beschädigt sein. Ein überholtes Teil kann dann trotzdem schnell wieder Probleme bereiten. In solchen Fällen ist der Austausch die sicherere Variante. Lassen Sie den Zustand des Lenkgetriebes von einer Werkstatt oder einem Spezialisten beurteilen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
„Wenn Sie nur weiter nachfüllen, blenden Sie das eigentliche Problem aus und belasten zusätzlich die Servolenkungspumpe.“
Übergangsweise nachfüllen oder direkt reparieren?
Viele Halter füllen Servolenkungsflüssigkeit nach, wenn der Füllstand sinkt. Das kann kurzfristig helfen, die Lenkung leichtgängig zu halten, löst das Problem aber nicht. Eine Leckage bleibt bestehen und wird langsam größer. Wenn Sie immer nur nachfüllen, blenden Sie das eigentliche Problem aus und belasten zusätzlich die Servolenkungspumpe.
Die Pumpe muss härter arbeiten, um den Druck aufrechtzuerhalten, wenn Flüssigkeit entweicht. Das führt zu vorzeitigem Verschleiß oder sogar zu einem Totalausfall der Pumpe. Die Reparaturkosten steigen dadurch deutlich. Bei einer klar erkennbaren Leckage ist es sinnvoll, mit der Reparatur nicht zu lange zu warten. Je früher das Lenkgetriebe instand gesetzt wird, desto geringer ist das Risiko von Folgeschäden an anderen Komponenten der Lenkung.
Was können Sie selbst kontrollieren?
Durch regelmäßige Kontrollen entdecken Sie Probleme am Lenkgetriebe frühzeitig. Folgen Sie diesen praktischen Schritten, um sich selbst einen ersten Eindruck zu verschaffen:
- Prüfen Sie den Füllstand der Servolenkungsflüssigkeit im Motorraum. Der Vorratsbehälter befindet sich meist in Motornähe und hat oft einen durchsichtigen oder hellen Deckel.
- Schauen Sie nach dem Parken unter das Auto. Frische Tropfen oder ein öliger Fleck unter dem Bereich des Lenkgetriebes weisen auf Flüssigkeitsverlust hin.
- Kontrollieren Sie die Gummimanschetten rund um das Lenkgetriebe auf Risse, Feuchtigkeit oder Verschmutzung. Manschetten schützen die inneren Bauteile vor Schmutz und Feuchtigkeit.
- Achten Sie auf Veränderungen im Lenkverhalten. Schwereres Lenken, Unruhe in der Lenkung oder Knackgeräusche sind deutliche Warnsignale.
- Lassen Sie das Auto bei Unsicherheit auf die Hebebühne stellen. Begutachten Sie das Fahrzeug von unten. Leckagen und beschädigte Manschetten sind dann besser sichtbar.
Wenn Sie Probleme feststellen, ist es ratsam, sofort eine Werkstatt aufzusuchen. Kleine Leckagen werden schnell größer, besonders bei älteren Fahrzeugen mit hoher Laufleistung.
Was ist nach der Reparatur oder dem Austausch zu beachten?
Nach der Reparatur oder dem Austausch des Lenkgetriebes ist eine Achsvermessung nötig – also das erneute Einstellen der Radpositionen. Beim Aus- und Einbau des Lenkgetriebes werden die Spurstangen gelöst, wodurch sich die Einstellung verändert. Eine falsche Spur kann dazu führen, dass das Auto zu einer Seite zieht oder die Reifen ungleichmäßig abnutzen.
Wechseln Sie die Servolenkungsflüssigkeit und entlüften Sie das System sorgfältig. Luftblasen im Hydrauliksystem verursachen Geräusche und ein unvorhersehbares Lenkverhalten. Der Mechaniker dreht dazu bei laufendem Motor mehrfach das Lenkrad von Anschlag zu Anschlag. So entweicht die Luft aus dem System.
Beobachten Sie in den ersten Wochen nach der Reparatur den Flüssigkeitsstand und das Lenkverhalten genau. Sind Sie unsicher? Sehen Sie erneut Flüssigkeitsverlust? Fahren Sie dann umgehend zur Kontrolle zurück in die Werkstatt.
„Viele Halter wissen gar nicht, dass ihr Lenkgetriebe undicht ist.“
Häufige Lenkgetriebe-Probleme beim Gebrauchtwagenkauf
Achten Sie beim Kauf eines Gebrauchtwagens genau auf das Lenkgetriebe. Viele Halter wissen gar nicht, dass ihr Lenkgetriebe undicht ist. Die Leckage ist oft klein, aber das Auto zeigt bereits Symptome. Fragen Sie immer nach der Wartungshistorie. Prüfen Sie, ob an der Servolenkung bereits Arbeiten durchgeführt wurden.
Hören Sie bei der Probefahrt Knackgeräusche beim Drehen des Lenkrads? Nehmen Sie das ernst. Das deutet auf ein undichtes oder verschlissenes Lenkgetriebe hin. Es können aber auch andere Probleme in der Lenkung vorliegen, etwa schlecht gewartete Spurstangen oder defekte Gelenke. Lassen Sie das Auto vor dem Kauf immer durch eine unabhängige Prüfstelle oder Werkstatt begutachten.
Auch bei hoher Laufleistung sollten Sie besonders aufmerksam sein. Autos mit mehr als 200.000 Kilometern haben ein erhöhtes Risiko für Lenkgetriebe-Probleme. Fragen Sie, ob das Lenkgetriebe schon einmal überholt oder ersetzt wurde und ob es dazu Nachweise gibt.

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Häufig gestellte Fragen
Eine Lenkgetriebe-Leckage erkennen Sie häufig an fettigen oder nassen Stellen rund um das Lenkgetriebe und die Gummimanschetten sowie mitunter an Pfützen von Servolenkungsöl unter dem Auto. Das Lenken kann schwerer, unruhig oder ungleich werden und das Fahrzeug kann zu einer Seite ziehen. Außerdem müssen Sie die Servolenkungsflüssigkeit regelmäßig nachfüllen, weil der Stand sinkt. Lassen Sie bei Unsicherheit die Unterseite des Autos und das Lenkgetriebe auf einer Hebebühne kontrollieren.
Die häufigsten Ursachen für ein undichtes Lenkgetriebe sind verschlissene Wellendichtringe oder Dichtungen, beschädigte oder rissige Manschetten am Lenkgetriebe sowie allgemeiner Verschleiß bei hoher Laufleistung. Auch Schmutz oder Korrosion an den Wellen kann die Dichtungen angreifen und so zu Leckagen führen. Vorbeugen können Sie vor allem, indem Sie den Füllstand der Servolenkungsflüssigkeit regelmäßig kontrollieren, die Manschetten des Lenkgetriebes auf Risse und Feuchtigkeit prüfen und nicht zu lange mit ersten Leckspuren weiterfahren. Eine rechtzeitige Kontrolle und Reparatur verhindert, dass kleine Leckagen zu ernsthaften Schäden an Lenkgetriebe und Pumpe anwachsen.
Wenn Sie eine Lenkgetriebe-Leckage ignorieren, kann das Servolenkungssystem immer mehr Öl verlieren, wodurch das Lenken zunehmend schwerer und unberechenbarer wird. Fahren mit zu wenig Flüssigkeit kann die Servolenkungspumpe und das Lenkgetriebe schwer beschädigen, was deutlich höhere Reparaturkosten zur Folge hat. Außerdem steigt das Risiko eines plötzlichen Ausfalls der Servolenkung, was in Notsituationen ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Darüber hinaus kann auslaufendes Öl andere Bauteile und Gummiteile angreifen und das Auto kann aufgrund ungleichmäßiger Lenkkräfte ziehen oder unruhig lenken.
Bei einer Lenkgetriebe-Leckage gibt es grob drei Möglichkeiten: nur die undichten Wellendichtringe/Dichtungen ersetzen lassen, das Lenkgetriebe komplett überholen lassen oder das gesamte Lenkgetriebe durch ein Neu- oder Austauschteil ersetzen. Nur die Dichtungen zu wechseln ist theoretisch am günstigsten, wird aber nicht von jeder Werkstatt angeboten; rechnen Sie grob mit einigen Hundert Euro inklusive Arbeit. Eine vollständige Überholung des Lenkgetriebes kostet häufig etwa 400–800 € – abhängig von Fahrzeugtyp und Werkstatt. Der Austausch gegen ein neues Lenkgetriebe ist am teuersten (oft 800–1.500 € oder mehr, zuzüglich Achsvermessung), ein Austauschteil liegt preislich meist knapp darunter.
Ja, eine Lenkgetriebe-Leckage kann sich deutlich auf das Fahrgefühl und die Lenkung Ihres Autos auswirken. Je mehr Servolenkungsflüssigkeit austritt, desto schwerer, unruhiger oder ungleichmäßiger kann sich die Lenkung anfühlen. Das Fahrzeug kann sogar leicht zu einer Seite ziehen oder weniger direkt auf Lenkeinschläge reagieren. Außerdem führt Weiterfahren mit einer Leckage zu zusätzlichem Verschleiß und möglichen Schäden an der Servolenkung.





