Verschleiß an Querlenkern und Bremsen bei Elektroautos

Verschleiß an Querlenkern und Bremsen bei Elektroautos

ADAC-Daten zeigen vorzeitigen Verschleiß an Querlenkern und unzureichend arbeitenden Bremsen bei einigen Exemplaren des Volkswagen ID.3. Diese mechanischen Probleme treten seltener auf als Softwareprobleme, sind aber ein wichtiger Punkt, auf den Sie beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos achten sollten. Regelmäßige Inspektion dieser Komponenten kann teure Reparaturen verhindern und sorgt für ein sicheres Fahrerlebnis.

Was sind Querlenker

Der Querlenker bildet die Verbindung zwischen der Radaufhängung und dem Chassis Ihres Autos. Dieses Metallteil sorgt dafür, dass sich die Räder beim Fahren korrekt bewegen können. Dank des Querlenkers bleiben Ihre Reifen ständig in Kontakt mit der Fahrbahn – eine Grundvoraussetzung für stabile Lenkung und Sicherheit.

Die Metallkonstruktion selbst ist robust und bricht im Grunde nur bei einem Unfall oder einem starken Aufprall. Die Schwachstelle sind die Gummilager und Kugelgelenke. Diese Gummi-Metall-Lager haben eine dämpfende Wirkung und verhindern, dass Vibrationen und Geräusche in den Innenraum übertragen werden. Hier konzentriert sich der Verschleiß.

„ Dieses zusätzliche Gewicht beschleunigt den Verschleiß der Gummi-Metall-Lager in den Querlenkern. “

Warum verschleißen Querlenker beim ID.3 schneller

Das höhere Gewicht von Elektroautos durch die Akkus belastet die Aufhängung stärker. Der ID.3 wiegt im Schnitt 200 bis 300 Kilo mehr als ein vergleichbares Auto mit Verbrennungsmotor. Dieses zusätzliche Gewicht beschleunigt den Verschleiß der Gummi-Metall-Lager in den Querlenkern.

Außerdem spielt die kräftige Beschleunigung von Elektromotoren eine Rolle. Das sofort anliegende Drehmoment beim Anfahren belastet die Aufhängung anders als bei einem herkömmlichen Auto. Bei einigen Exemplaren hat dies zu vorzeitigem Verschleiß geführt, vor allem bei intensiver Nutzung oder sportlicher Fahrweise.

Die Gummilager verschlechtern sich zusätzlich durch Hitze, schlechte Fahrbahnen und natürliche Alterung. Beim ID.3 werden diese Faktoren durch das spezifische Fahrzeuggewicht und die Nutzung nochmals verstärkt.

Typische Symptome von Problemen mit Querlenkern

Die ersten Anzeichen verschlissener Querlenker machen sich im Fahrverhalten bemerkbar. Polternde oder quietschende Geräusche beim Fahren über unebenen Untergrund weisen oft auf Probleme mit den Gummilagern hin. Anfangs hören Sie dies nur auf Kopfsteinpflaster, mit der Zeit aber auch auf normalen Straßen.

Weitere Warnsignale sind:

  • Ungewöhnliche Vibrationen im Lenkrad oder Innenraum, die vorher nicht vorhanden waren
  • Ein schwammiges Lenkgefühl mit mehr Spiel bei Lenkkorrekturen
  • Nick- oder Schaukelbewegungen bei höheren Geschwindigkeiten oder beim Bremsen
  • Ungleichmäßiger Reifenverschleiß durch verschlechterte Spur- und Sturzeinstellung
  • Das Auto zieht beim Beschleunigen oder Bremsen zu einer Seite

Lassen Sie diese Symptome umgehend von einer Werkstatt überprüfen. Durch defekte Gummilager kann die Achsgeometrie aus dem Lot geraten, was zu weiteren Schäden und eingeschränkter Fahrzeugkontrolle führt.

Bremsenverschleiß bei Elektroautos

Einige ID.3-Besitzer melden Probleme mit unzureichend wirkenden Bremsen. Das wirkt widersprüchlich, da Elektroautos durch Rekuperationsbremsen oft gerade weniger Bremsenverschleiß haben. Bei diesem System verzögert der Elektromotor und lädt gleichzeitig den Akku.

Dennoch kann genau das zu Problemen führen. Weil die mechanischen Bremsen weniger genutzt werden, können Bremsscheiben und -beläge rosten oder korrodieren. Das mindert die Bremsleistung, wenn Sie sie wirklich brauchen. Bei einigen Exemplaren wurde festgestellt, dass die Bremsen nicht optimal funktionierten – möglicherweise durch lange Standzeiten oder zu wenig Nutzung der mechanischen Bremsen.

Außerdem kann das hohe Gewicht von Elektroautos die Bremsen stärker belasten, wenn sie doch zum Einsatz kommen. Das erfordert hochwertige Bremskomponenten und regelmäßige Kontrollen.

„ Das verhindert künftige Reparaturen und spart Lohnkosten. “

Kosten für Reparatur und Austausch

Der Austausch von Querlenkern kostet – je nach Teil und Werkstatt – zwischen 300 und 800 Euro pro Achse. Meistens ersetzt die Werkstatt beide Querlenker einer Achse gleichzeitig, um die Achsgeometrie ausgewogen zu halten.

Beim Austausch ist es sinnvoll, auch andere Komponenten zu überprüfen. Dreieckslenker, Manschetten und Stabilisatorstreben können ohne großen Mehraufwand gleich mitgewechselt werden, wenn ohnehin an der Aufhängung gearbeitet wird. Das verhindert künftige Reparaturen und spart Lohnkosten.

Beim Bremsenservice liegen die Kosten niedriger – zwischen 150 und 400 Euro für neue Bremsbeläge und -scheiben pro Achse. Bei Elektroautos mit wenig Bremsenverschleiß kann manchmal auch eine gründliche Reinigung und Kontrolle genügen.

Volkswagen ID.3

Check vor dem Kauf eines gebrauchten ID.3

Machen Sie vor dem Kauf eine Probefahrt auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen. Achten Sie auf Poltergeräusche, Vibrationen und das Lenkverhalten. Fragen Sie den Verkäufer nach der Wartungshistorie und nach kürzlich durchgeführten Reparaturen an der Aufhängung.

Eine professionelle Kaufberatung (Pre-Purchase-Inspection) kann Spiel in den Querlenkern aufdecken. Die Werkstatt prüft während einer Probefahrt und auf der Hebebühne, ob Spiel oder Klappergeräusche an den Rädern vorhanden sind. Das gibt Klarheit über den Zustand der Aufhängung.

Überprüfen Sie auch die Bremsleistung. Testen Sie, ob der Wagen beim Bremsen spurtreu bleibt und nicht zu einer Seite zieht. Fragen Sie, wann Bremsbeläge und -scheiben zuletzt kontrolliert oder ersetzt wurden. Bei Fahrzeugen, die lange gestanden haben, ist besondere Aufmerksamkeit für die Bremsen erforderlich.

Kontrollieren Sie die Reifen auf ungleichmäßigen Verschleiß. Das weist häufig auf Probleme mit der Achsgeometrie hin, was wiederum auf verschlissene Querlenker hindeuten kann. Prüfen Sie auch, ob das Auto kürzlich eine Achsvermessung erhalten hat.

Regelmäßige Inspektion beugt Problemen vor

Ohne einen einwandfrei funktionierenden Querlenker verlieren Sie an Kontrolle über Ihr Fahrzeug. Das gefährdet nicht nur den Fahrkomfort, sondern auch Ihre Sicherheit. Lassen Sie deshalb das Fahrwerk regelmäßig überprüfen, insbesondere bei Elektroautos mit ihrem höheren Gewicht.

Bei der Hauptuntersuchung (z. B. TÜV) kann der Prüfer Spiel oder Klappergeräusche feststellen. Planen Sie zwischen den Prüfintervallen auch Kontrollen in Ihrer Werkstatt ein – vor allem, wenn Sie ungewöhnliche Geräusche oder ein verändertes Fahrverhalten bemerken. Früherkennung verhindert größere Schäden und höhere Kosten.

Für die Bremsen gilt dasselbe. Lassen Sie die Bremsen jährlich kontrollieren, auch wenn der Verschleißanzeiger keine Probleme meldet. Bei Elektroautos mit Rekuperationsbremse ist die Sichtprüfung auf Rost und Korrosion besonders wichtig.

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Häufig gestellte Fragen

Frühen Verschleiß an den Querlenkern erkennen Sie oft an leichten Polter- oder Knackgeräuschen über Bodenschwellen oder Kopfsteinpflaster, feinen Vibrationen im Lenkrad oder Innenraum und einem etwas „lockereren“ oder schwammigen Lenkgefühl. Achten Sie bei den Bremsen auf Pfeif- oder Schleifgeräusche beim leichten Bremsen, nachlassende Bremswirkung und darauf, ob das Auto bei einer starken Bremsung leicht zu einer Seite zieht. Kontrollieren Sie außerdem, ob Ihre Reifen ungleichmäßig ablaufen, denn das kann sowohl auf Verschleiß an Querlenkern als auch auf Bremsprobleme hindeuten. Lassen Sie im Zweifel Fahrwerk und Bremsen frühzeitig im Rahmen einer Wartung prüfen, damit Verschleiß entdeckt wird, bevor er wirklich kritisch wird.

Verschleiß an Querlenkern führt zu Spiel in der Aufhängung, wodurch der Wagen weniger präzise lenkt, stärker wankt, in Kurven „schwimmen“ kann und bei hoher Geschwindigkeit weniger stabil und berechenbar wird. Das erhöht bei sportlicher Fahrweise das Risiko unerwarteter Lenk- oder Ausweichreaktionen, ungleichmäßigen Reifenverschleiß und reduzierten Grip. Verschlissene Bremsen (Beläge, Scheiben oder ungleiches Bremsmoment) verursachen längere Bremswege, Fading bei wiederholten Vollbremsungen und instabiles Bremsverhalten, insbesondere wenn eine Seite stärker bremst als die andere. Die Kombination beider Verschleißarten reduziert die Gesamtfahrstabilität deutlich und erhöht das Risiko von Traktionsverlust oder Ausbrechen bei Notmanövern.

Ja, durch eine defensive Fahrweise, das möglichst weite Umfahren von Bodenwellen und Schlaglöchern und niedrige Geschwindigkeiten auf schlechten Straßen reduzieren Sie die Stöße auf Querlenker und deren Gummilager deutlich. Sanftes Beschleunigen, rechtzeitiges und gleichmäßiges Bremsen sowie ausreichend Abstand verringern die Spitzenbelastungen für Fahrwerk und Bremsen. Lassen Sie Ihr Auto regelmäßig vermessen und kontrollieren Sie Fahrwerk und Bremsen rechtzeitig, damit beginnender Verschleiß nicht eskaliert. Vermeiden Sie zudem Überladung (zu hohe Zuladung oder häufige Fahrt mit Anhänger), um die Lebensdauer weiter zu erhöhen.

Performance-Bremsen bieten mehr Bremskraft, weniger Fading und konstantere Leistung bei sportlicher Fahrweise oder auf der Rennstrecke, insbesondere bei schweren oder leistungsstarken Fahrzeugen. Aftermarket-Querlenker verbessern Lenkpräzision, Sturzeinstellungen und Straßenlage, was vor allem bei tiefergelegten oder intensiv genutzten Fahrwerken spürbar ist. Ein Upgrade ist sinnvoll, wenn Ihr Fahrstil (z. B. kurvige Landstraßen, Trackdays) die Serienteile spürbar an ihre Grenzen bringt oder ohnehin Verschleiß bzw. Austausch ansteht. Richtig lohnend wird es, wenn Sie das Auto aktiv als Hobby nutzen und den möglichen Komfortverlust, höhere Kosten und teils mehr Wartungsaufwand bewusst in Kauf nehmen.