Der elektrische Lynk & Co 02 hat mit deutlichen Winterproblemen zu kämpfen: Die Reichweite sinkt bei Temperaturen unter 0°C auf bis zu 50%, die Türgriffe frieren fest und die Assistenzsysteme arbeiten spürbar schlechter. Das passiert, obwohl eine Wärmepumpe verbaut ist, die den Energieverlust eigentlich begrenzen soll. Obwohl das kompakte Elektro-SUV in anderen Bereichen gut abschneidet, bringen kalte Witterungsbedingungen konkrete Herausforderungen mit sich, mit denen Besitzer im Alltag rechnen müssen.
Der Lynk & Co 02 teilt sich die Geely-SEA-Plattform unter anderem mit dem Volvo EX30 und dem Smart #1. Diese Modelle zeigen ähnliche Winterprobleme. Gehe deshalb gut vorbereitet in die kalte Jahreszeit.
Warum sinkt die Reichweite im Winter so stark?
Bei winterlichen Temperaturen steigt der Verbrauch auf der Autobahn auf bis zu 26,1 kWh pro 100 Kilometer. Das ergibt eine Reichweite von rund 277 Kilometern auf der Autobahn und 363 Kilometern im gemischten Betrieb.
Der 69-kWh-Akku verliert durch die Kälte an Effizienz. Dadurch sinkt die Reichweite im Vergleich zu den Sommermonaten deutlich. Die Batteriezellen arbeiten bei niedrigen Temperaturen weniger effizient. Zudem benötigt die Heizung zusätzliche Energie, um den Innenraum auf Temperatur zu halten. Dieser doppelte Effekt führt zu dem starken Reichweitenverlust, den Besitzer berichten. Vergleichbare Elektrofahrzeuge auf derselben Plattform verbrauchen teils sogar mehr als 30 kWh pro 100 Kilometer.
Du verbesserst die Reichweite, indem du das Auto vor der Abfahrt vorheizt, solange es noch am Ladegerät hängt. Über die App wärmst du sowohl die Batterie als auch den Innenraum vor. Das kostet keine Energie aus dem Akku und sorgt dafür, dass du mit einer vollgeladenen und vorgewärmten Batterie losfährst.
Praktische Tipps, um die Reichweite zu erhalten
Fahre mit aktiviertem Eco-Modus und auf der Autobahn maximal 100 Kilometer pro Stunde. Diese Kombination sorgt unter kalten Bedingungen für die beste Effizienz. Höhere Geschwindigkeiten verlangen der Batterie mehr Energie ab, die im Winter weniger Leistungsvermögen hat.
Achte auf den Reifendruck. Halte ihn bei kalten Reifen zwischen 2,8 und 3,0 bar. Die serienmäßigen 20-Zoll-Felgen mit 245/45 R20-Reifen bieten guten Grip, aber Winterreifen verbessern die Performance auf Eis deutlich. Ein korrekter Reifendruck reduziert den Rollwiderstand und spart Energie.
- Heize das Auto über die App vor, bevor du losfährst
- Nutze den Eco-Modus und fahre auf der Autobahn maximal 100 km/h
- Kontrolliere den Reifendruck regelmäßig auf 2,8–3,0 bar
- Ziehe Winterreifen für eisige Bedingungen in Betracht

Festgefrorene Türgriffe vermeiden
Die elektrischen Türgriffe des Lynk & Co 02 klemmen bei Frost regelmäßig. Besitzer berichten, dass die Griffe bei Temperaturen unter 0°C nicht immer ausfahren. Ursache ist Feuchtigkeit, die zwischen den mechanischen Teilen gefriert.
Das Auto verfügt für dieses Problem über eine mechanische Notentriegelung. Diese funktioniert auch dann, wenn die Batterie leer ist oder die Elektronik ausfällt. Es ist sinnvoll, den Ort dieser Notentriegelung zu kennen, bevor du tatsächlich mit Winterproblemen konfrontiert wirst.
Behandle die Gummidichtungen rund um die Türgriffe mit Silikonspray oder Glycerin. Das verhindert, dass Feuchtigkeit gefriert, und hält die Mechanik geschmeidig. Trage das vorbeugend auf, bevor der erste Frost einsetzt – nicht erst, wenn die Griffe bereits festgefroren sind.
Verminderte Leistung der Assistenzsysteme
Die Advanced Driver Assistance Systems (ADAS), also die Fahrassistenzsysteme, arbeiten unter winterlichen Bedingungen weniger zuverlässig. Sensoren und Kameras können durch Matsch, Schnee und Streusalz verschmutzen. Das beeinträchtigt die Funktion von adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage, Notbremsassistent und Spurhalteassistent.
Halte Sensoren und Kameras sauber. Reinige sie regelmäßig während winterlicher Fahrten, insbesondere nach Fahrten auf glatten, gestreuten Straßen. Die Sensoren sitzen hauptsächlich in der vorderen Stoßstange und hinter der Windschutzscheibe. Eine saubere Scheibe und Stoßstange verbessern die Systemleistung unmittelbar.
Das Fahrassistenzsystem meldet häufig, wenn Sensoren blockiert sind. Nimm diese Warnungen ernst und reinige die betreffenden Bereiche. Fahre nach Möglichkeit nicht mit deaktivierten Assistenzsystemen weiter, wenn sich das vermeiden lässt.
„ Im Winter sinkt die maximale Ladeleistung jedoch aufgrund der kalten Batterie. “
Laden bei kalten Temperaturen
Schnellladen ist weiterhin mit bis zu 154 kW möglich, mit einer Ladeleistung von über 100 kW bis zu einem Ladezustand (State of Charge, SoC) von 60%. Im Winter sinkt die Spitzenladeleistung jedoch aufgrund der kalten Batterie. Ein Ladevorgang von 10 auf 80% dauert etwa 27 Minuten, vorausgesetzt, die Batterie ist vorgewärmt.
Wärme die Batterie vor, bevor du schnelllädst. Das gelingt, indem du kurz fährst, bevor du die Schnellladesäule erreichst. Du kannst auch die Vorklimatisierung über die App aktivieren. Eine warme Batterie nimmt mehr Ladeleistung auf und lädt dadurch schneller.
Das AC-Laden zu Hause bleibt im Winter die effizienteste Option. Die More-Version unterstützt bis zu 22 kW, die Core-Version bis zu 11 kW. Eine vollständige Ladung dauert 4 bis 7 Stunden. Plane nächtliches Laden ein, damit du den Tag mit einer vollen und vorgewärmten Batterie beginnst.

App-Konnektivität bei Frost
Nutzer berichten nach Kaltstarts von Verbindungsproblemen mit der App. Das System zeigt beim Start die Meldung „No communication“ an. Ursache können Bluetooth-Störungen oder Softwareprobleme sein, die sich bei niedrigen Temperaturen verstärken.
Starte bei Konnektivitätsproblemen sowohl die App als auch das Auto neu. Schließe die App vollständig und öffne sie erneut. Schalte das Auto aus und wieder ein. In vielen Fällen stellt sich die Verbindung danach wieder her. Bleibt das Problem bestehen, kann ein erneutes Koppeln der Fahrgestellnummer (VIN) über den Kundenservice helfen.
Vorbereitung auf lange Winterfahrten
Plane Fahrten über 300 Kilometer sorgfältig. Rechne auf der Autobahn mit einem Verbrauch von 26 kWh pro 100 Kilometer. Das bedeutet, dass du auf Strecken länger als 250 Kilometer mindestens einen Ladestopp einplanen solltest.
Prüfe, ob deine Winterausrüstung vollständig ist. Warndreieck, Sicherheitsweste und Reparaturset bewahrst du im Unterfach des Kofferraums auf. Durch die LED-Beleuchtung und die Belüftung frieren diese Gegenstände dort nicht so schnell ein. Ziehe bei angekündigten extremen Wetterbedingungen Schneeketten oder eine Schaufel in Betracht.
Das aerodynamische Design des Lynk & Co 02 mit abgerundeten Formen an Motorhaube und Stoßfängern verringert Fahrwindgeräusche. Das macht längere Winterfahrten komfortabler. Die gute Geräuschisolierung trägt ebenfalls dazu bei.
„ Ersatzbremsbeläge sind in Europa schwer zu bekommen, insbesondere für die 20‑Zoll-Konfiguration. “
Wartung und Software-Updates
Halte die Software deines Autos auf dem neuesten Stand. Regelmäßige Updates verbessern die Winterleistung und beheben bekannte Probleme. Prüfe über das Infotainmentsystem, ob neue Updates verfügbar sind.
Es gibt Verzögerungen bei der Lieferung von Ersatzteilen aus China. Plane Wartungstermine rechtzeitig ein, insbesondere für winterrelevante Komponenten wie Bremsbeläge. Die innenbelüfteten Bremsscheiben mit 345 mm vorne und 322 mm hinten leisten bei nassen und kalten Bedingungen gute Arbeit, verschleißen bei intensiver Nutzung jedoch schneller.
Ersatzbremsbeläge sind in Europa schwer zu finden, vor allem für die 20‑Zoll-Konfiguration. Bestelle sie über den offiziellen Lynk & Co-Service, um die Kompatibilität sicherzustellen. Offizielle Geely- oder Volvo-Teile passen häufig ebenfalls. Alternativen wie Febi Bilstein sind rar.

Wintermodus und Traktionskontrolle
Aktiviere den Wintermodus im Infotainmentsystem. Dieser Modus passt die Traktionskontrolle an rutschige Straßenverhältnisse an. Teste die Funktion zunächst auf trockener Fahrbahn, um dich mit dem veränderten Fahrverhalten vertraut zu machen.
ABS und Traktionskontrolle arbeiten auf Schnee zuverlässig. Der niedrige Schwerpunkt des Elektroantriebs und der Hinterradantrieb sorgen für guten Grip. Auf extrem glatten Straßen bleibt dennoch Vorsicht geboten, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten.
Auf der Website von Carnews findest du weitere Informationen zum elektrischen Fahren unter winterlichen Bedingungen, Wartungstipps und Erfahrungen mit anderen Elektromodellen. Entdecke, welche Hinweise und Praxistipps dir helfen, dein Elektroauto optimal zu nutzen.
Häufig gestellte Fragen
Die häufigsten Winterprobleme bei Lynk & Co 02-Besitzern sind eine deutlich verringerte Reichweite und ein höherer Stromverbrauch bei kalten Temperaturen. Außerdem berichten einige Nutzer von Problemen mit der App-Konnektivität, etwa „no communication“ bei Kaltstarts. Hinzu kommen praktische Schwierigkeiten wie zufrierende Türschlösser, bei denen die elektrische Entriegelung weniger zuverlässig arbeitet. Darüber hinaus klagen manche Besitzer über langsame Lieferung von Bremsen und anderen Ersatzteilen, was sich im Winter besonders bemerkbar macht.
Bei niedrigen Temperaturen ist der Hochvolt-Akku besonders empfindlich: Die Effizienz sinkt, wodurch die Reichweite merklich abnimmt und die Schnellladeleistung zurückgeht. Auch die App-Konnektivität und die Kommunikation mit dem Fahrzeug reagieren sensibler auf Kaltstarts, mit häufigeren Fehlermeldungen oder ganz ausbleibender Verbindung. Die elektrischen Türschlösser und Funktionen rund um die Zentralverriegelung können bei Frost weniger zuverlässig arbeiten, sodass teils die mechanische Entriegelung genutzt werden muss. Zusätzlich können Bremskomponenten (Scheiben/Beläge) in winterlichen Bedingungen schneller verschleißen – unter anderem durch Salz und Feuchtigkeit.
Ja, Lynk & Co 02-Fahrer können Batterie und Innenraum über die App vorbeugend vorheizen, um Reichweitenverluste zu begrenzen und schneller schnellladen zu können. Es empfiehlt sich, im Eco-Modus zu fahren, die Geschwindigkeit zu reduzieren und den Reifendruck im Winter gut im Sollbereich zu halten (etwa 2,8–3,0 bar bei kalten Reifen). Die Nutzung geeigneter Winterreifen und das Aktivieren eines vorhandenen Winter- oder Traktionsmodus erhöhen die Traktion und Sicherheit auf Schnee und Eis. Außerdem hilft es, die Software aktuell zu halten und Wartungsarbeiten (z. B. an den Bremsen) rechtzeitig über den Lynk & Co-Service durchführen zu lassen, um Ausfälle im Winter zu vermeiden.
Kaltes Wetter verringert die Reichweite des Lynk & Co 02 deutlich, da der Akku weniger effizient arbeitet und der Verbrauch steigt (in Richtung 26 kWh/100 km oder darüber – also klar weniger Reichweite als unter milden Bedingungen). Bei Autobahntempo und Frost kannst du grob mit rund einem Drittel weniger praxisnaher Reichweite als gegenüber dem offiziellen WLTP-Wert rechnen. Die Ladegeschwindigkeit beim Schnellladen liegt unter Idealbedingungen weiterhin bei bis zu etwa 154 kW, in der Kälte sinkt die Spitzenleistung jedoch und 10–80% dauern somit länger. Durch das Vorwärmen (Preconditioning) der Batterie bleibt die Ladeleistung höher und du begrenzt den Reichweitenverlust.
Ja, es gibt einige Empfehlungen zu Fahrmodi und Bereifung für den Lynk & Co 02 im Winter. Nutze vorzugsweise den Eco- oder Wintermodus und vermeide hohe Geschwindigkeiten, um sowohl den Verbrauch als auch Traktionsverluste zu begrenzen. Halte den Reifendruck bei etwa 2,8–3,0 bar (kalt gemessen) und montiere bei regelmäßigen Schnee- oder Eisbedingungen vollwertige Winterreifen statt ausschließlich der serienmäßigen 20‑Zoll-Sommerbereifung. Vorkonditioniere zudem Batterie und Innenraum vor der Abfahrt über die App, um bessere Performance und mehr Reichweite zu erzielen.





