Der Toyota Auris ist als zuverlässiger Familien-Hatchback bekannt. Dennoch hat auch dieses Auto einige Schwachstellen. Berücksichtige diese beim Kauf. Das Getriebe, der Ölverbrauch und bestimmte elektrische Systeme erfordern besondere Aufmerksamkeit. Achte darauf während der Probefahrt und der Besichtigung. Mit der richtigen Checkliste vermeidest du teure Überraschungen nach dem Kauf und sorgst für einen zuverlässigen Gebrauchten.
Der Toyota Auris schneidet in Zuverlässigkeitsstudien gut ab, aber nicht jeder Motor und jede Ausführung ist gleich vertrauenswürdig. Die kleineren Benzin- und Dieselmotoren bereiten in der Praxis wenig Probleme. Größere Dieselmotoren wie der 2.0 und 2.2 D-4D sind dagegen risikoreicher. Bei diesen Modellen können kostspielige Reparaturen nötig werden. Auch die Hybridvariante hat ein spezifisches Risiko in Verbindung mit dem elektrischen Modul.
Bei Modellen bis 2013 tritt übermäßiger Ölverbrauch auf. Manche Exemplare benötigen alle zwei Wochen einen Becher Öl. Besitzer melden dieses Problem regelmäßig. Kontrolliere deshalb immer den Ölmessstab (der Stab, mit dem man den Ölstand misst) und achte auf Ruß rund um das Auspuffrohr. Spätere Modelle ab 2013 haben dieses Problem deutlich seltener, wodurch diese Ausführungen oft die sicherere Wahl sind.
Motortyp bestimmt das Risiko
Der 1.4 D-4D-Diesel gilt als zuverlässige Wahl. Dieser Motor hat niedrige Wartungskosten. Er verbraucht durchschnittlich 6 bis 7 Liter pro 100 Kilometer und hat nur wenige bekannte Probleme. Achte aber auf schwarzen Rauch aus dem Auspuff. Das kann auf einen verstopften MAF-Sensor (misst die Luftmenge, die in den Motor gelangt) oder ein EGR-Ventil (führt Abgase in den Motor zurück, um Emissionen zu verringern) hinweisen.
Die größeren 2.0- und 2.2-D-4D-Dieselmotoren solltest du besser meiden. Diese Versionen haben regelmäßig Probleme mit defekten Zylinderkopfdichtungen und Kolbenringen. Die Reparaturkosten können stark ansteigen und das Getriebe steht unter hoher Drehmomentbelastung. Kontrolliere bei diesen Motoren besonders sorgfältig den Ölverbrauch und den Ruß im Auspuff.
Benzinversionen wie die 1.33 und 1.8 ohne Valmatic schneiden gut ab, vor allem ab 2013. Ältere Exemplare können übermäßigen Ölverbrauch und früh ausfallende Zündspulen zeigen. Der 1.33-Motor weist nach 95.000 Kilometern oft immer noch so gut wie keinen Ölverbrauch auf und erreicht Verbräuche im Bereich der mittleren 40 Meilen pro Gallone.
„ Der Akku der Hybridversion ist im Allgemeinen zuverlässig, braucht aber regelmäßige Nutzung, um in gutem Zustand zu bleiben. “
Hybrid erfordert besondere Aufmerksamkeit
Die Hybridversion weist ein spezifisches Risiko mit dem IPM-Modul auf (das ist der Schalter, der den Elektromotor ansteuert). Es handelt sich um das elektrische Bauteil des Hybridsystems. Modelle aus den Jahren 2014 bis 2018 hatten hiermit Probleme. Hersteller rufen dann die Fahrzeuge zum kostenlosen Austausch in die Werkstatt zurück. Teste das System während der Probefahrt auf Leistungsverlust. Kontrolliere außerdem, ob das System Überhitzung zeigt. Bei bestimmten Exemplaren ist ein kostenloser Austausch möglich.
Das Hybridsystem sollte nahtlos zwischen Elektro- und Benzinbetrieb wechseln. Spürst du ein Zögern oder hörst ungewöhnliche Geräusche, kann das auf ein Problem hinweisen. Der Akku der Hybridversion ist im Allgemeinen zuverlässig, braucht aber regelmäßige Nutzung, um in gutem Zustand zu bleiben.

Probefahrt deckt Getriebeprobleme auf
Schalte während der Probefahrt durch alle Gänge. Achte dabei auf ruckartige Bewegungen oder Zögern. Automatikgetriebe können Schaltprobleme mit Ruckeln bei den Übergängen zeigen. Die handgeschalteten Versionen gelten insgesamt als zuverlässiger.
Höre auf ungewöhnliche Geräusche aus dem Getriebe. Ein rasselndes Geräusch deutet auf mögliches Rutschen oder Vibrationen in der Transmission hin (das wird umgangssprachlich auch als „Ruckeln des Getriebes“ bezeichnet). Dies tritt bei den stärkeren Dieselmotoren aufgrund der hohen Drehmomentbelastung häufiger auf. Teste außerdem die Handbremse an einer Steigung, da Schleifen ein bekanntes Problem beim Auris ist.
Klimaanlage und Start-Stopp-System
Schalte die Klimaanlage ein. Überprüfe, ob sie kühle Luft ohne merkwürdige Geräusche liefert. Die Klimaanlage sollte schnell kühlen und gleichmäßig arbeiten. Probleme mit der Klimaanlage treten zwar nicht massenhaft auf, können aber teuer in der Reparatur sein.
Das Start-Stopp-System kann nach langem Stillstand Probleme verursachen. Dann wird der Gaspedalsensor (misst, wie viel Gas du gibst) gestört. Wenn die Warnleuchte aufleuchtet, schalte das System ab. Manche Besitzer entscheiden sich dafür, das System standardmäßig deaktiviert zu lassen, um dieses Risiko zu vermeiden.
Elektrische Komponenten prüfen
Bei bestimmten Modellen kann sich die Batterie schnell entladen. Eine Stromundichtigkeit (ein dauerhaft kleiner Verbraucher, der die Batterie leert), eine defekte Lichtmaschine oder schlicht Alterung können die Ursache sein. Dieses Problem tritt vor allem bei Ausführungen von 2017 auf. Teste die Batterie mit einem Multimeter oder lass die elektrischen Systeme von einer Werkstatt prüfen.
Kontrolliere alle elektrischen Funktionen wie Fensterheber, Spiegel, Beleuchtung und das Infotainmentsystem. Elektrische Störungen sind nicht weit verbreitet, können aber vorkommen. Eine gründliche Prüfung verhindert unangenehme Überraschungen.
„ Sie müssen kräftig und gleichmäßig verzögern, ohne Vibrationen oder ein Ziehen zur Seite. “
Bremsen und Fahrwerk inspizieren
Quietschende Vorderräderbremsen kommen beim Auris regelmäßig vor. Das ist oft nicht unmittelbar gefährlich, kann aber störend sein. Bei Fahrzeugen innerhalb der Garantie gab es für dieses Problem eine Serviceaktion. Frage nach, ob diese durchgeführt wurde.
Teste die Bremsen während der Probefahrt gründlich. Sie müssen kräftig und gleichmäßig verzögern, ohne Vibrationen oder ein Ziehen zu einer Seite. Inspiziere außerdem die Unterseite des Fahrzeugs auf Rost, insbesondere bei älteren Modellen. Kontrolliere die Sitze auf Abnutzung; spätere Modelle haben komfortablere Polsterung mit besserer Lendenunterstützung.
Wartung und Historie prüfen
Fordere immer eine vollständige Servicehistorie mit Nachweisen regelmäßiger Ölwechsel an. Toyotas verkraften hohe Laufleistungen, aber nur bei guter Wartung. Schau dir die APK-Berichte (die regelmäßige technische Hauptuntersuchung, die jedes Auto bestehen muss) auf Schäden, Reparaturen und frühere Mängel an.
Achte bei Dieseln besonders auf den EGR-Kühler (kühlt Abgase, bevor sie zum Motor zurückgeführt werden) und das EGR-Ventil (führt Abgase in den Motor zurück, um Emissionen zu verringern). Verstopfungen durch Rußablagerungen führen zu Überhitzung und schwarzem Rauch. Außerdem leuchtet dann die Motorkontrollleuchte auf. Das ist ein häufiges Problem, das vorbeugende Wartung erfordert.
Kontrolliere insbesondere Folgendes:
- Der Kilometerstand muss zum Alter und Zustand des Fahrzeugs passen
- Nachweis regelmäßiger Ölwechsel, vor allem bei Benzinmodellen vor 2013
- APK-Historie ohne rote Flaggen oder wiederkehrende Probleme
- EGR-Wartung bei Dieselmotoren
- Zustand der Batterie und der elektrischen Systeme
Welche Ausführung solltest du wählen
Für maximale Zuverlässigkeit wählst du den 1.33- oder 1.4-Motor mit manuellem Getriebe. Diese Kombination bereitet die wenigsten Probleme und bietet ein gutes Gleichgewicht zwischen Leistung und Kraftstoffverbrauch. Modelle ab 2013 verbrauchen weniger Öl als frühere Ausführungen.
Meide die 2.0- und 2.2-D-4D-Diesel wegen des Risikos teurer Motorschäden. Auch das Automatikgetriebe ist aufgrund von Schaltproblemen weniger empfehlenswert. Der Hybrid kann eine gute Wahl sein, allerdings nur, wenn das IPM-Modul überprüft oder ersetzt wurde.
Lass vor dem Kauf eine Ankaufuntersuchung (Pre-Purchase-Check) durch eine Werkstatt durchführen. Spezielle Aufmerksamkeit für EGR-Systeme, Ölverbrauch und elektrische Komponenten kann teure Überraschungen verhindern. Eine Investition von einigen Dutzend Euro für eine Inspektion kann Reparaturkosten in Höhe von mehreren tausend Euro ersparen.
Auf der Website von Carnews findest du viele weitere Informationen zu häufigen Problemen bei verschiedenen Automarken und praktische Tipps für den Kauf von Gebrauchtwagen. Entdecke weitere hilfreiche Checklisten und Erfahrungen anderer Autoliebhaber, um deinen nächsten Kauf so reibungslos wie möglich zu gestalten.
Häufig gestellte Fragen
Kritische Sichtprüfpunkte am Exterieur sind Rostbildung (insbesondere am Unterboden und an den Radläufen), Farb- und Lackunterschiede, die auf Karosseriearbeiten hindeuten können, schief oder ungleich montierte Karosserieteile sowie Abnutzung oder Beschädigungen an Scheiben, Beleuchtung und Reifen. Innen solltest du auf übermäßigen Verschleiß von Sitzen, Pedalen und Lenkrad im Verhältnis zum Kilometerstand achten, auf durchgesessene oder gerissene Polsterung sowie Feuchtigkeits- oder Schimmelspuren, die auf Undichtigkeiten hinweisen. Prüfe außerdem schlecht passende Innenraumverkleidungen, lose Paneele, fehlende Abdeckkappen sowie nicht funktionierende Schalter oder Beleuchtung als Hinweis auf laienhafte Reparaturen oder vernachlässigte Wartung. Kontrolliere zuletzt den Kofferraum und die Bodenverkleidung auf Verformungen, Rost oder ersetzte Teile, die auf frühere Unfallschäden schließen lassen.
Der 1.33-Benziner und der 1.4-D-4D-Diesel gelten als am zuverlässigsten; die 2.0-/2.2-D-4D-Diesel und viele Automatikgetriebe sind dagegen risikoreich, unter anderem wegen Problemen mit Kopfdichtungen und Getrieben. Während der Probefahrt muss das Schalten (Handschalter) butterweich erfolgen, ohne Kratzen, Nebengeräusche oder Schwierigkeiten beim Einlegen der Gänge. Bei Automatikgetrieben sollten Anfahren und Hochschalten flüssig erfolgen, ohne Rucke, Schlupfgefühl oder verzögerte Reaktion. Achte außerdem auf übermäßigen Rauch aus dem Auspuff, Öl- oder Warnleuchten und Vibrationen bei konstanter Geschwindigkeit, da sie auf Motor- oder Getriebeverschleiß hindeuten können.
Prüfe die Wartungshistorie, indem du Serviceheft, Rechnungen und APK-Berichte auf vollständige, regelmäßige Wartungen (inkl. Ölwechsel) durchgehst und Fahrgestellnummern-Abfragen bei Händler oder RDW nutzt, um Rückrufe und durchgeführte Aktionen zu verifizieren. Frage gezielt nach Reparaturen am EGR-System, an den Bremsen, an den Zündspulen und nach eventuellen Motorüberholungen und kontrolliere, ob die Kilometerstände logisch ansteigen. Häufige Probleme sind bei Benzinmotoren (insbesondere bis ca. 2013) übermäßiger Ölverbrauch und ausfallende Zündspulen, bei Dieseln verstopfende EGR-Ventile/-Kühler und schwarzer Rauch („black smoke“) sowie bei Hybriden IPM-Störungen, für die es bei Baujahren um 2014–2018 Rückrufaktionen gab. Die stärkeren 2.0-/2.2-D-4D-Diesel älterer Baujahre sind zudem für Probleme mit Kopfdichtungen und Kolben bekannt und werden häufig nicht empfohlen.
Beurteile den Zustand des Hybrid-Akkupakets, indem du beim Händler einen Hybrid-Gesundheitscheck durchführen lässt (ausgelesene Akkukapazität, Fehlerspeicher und Temperaturverhalten unter Last). Achte auf das Alter (Hybridakkus halten oft 10–15 Jahre oder >200.000 km) und auf Symptome wie geringere elektrische Reichweite, häufigeres Anspringen des Benzinmotors oder Warnhinweise im Cockpit. Beim Inverter prüfst du Fehlerspeichereinträge, unerklärlichen Leistungsverlust oder Notlaufbetrieb sowie offene oder bereits durchgeführte Rückrufaktionen/Softwareupdates. Lass sowohl Akku als auch Inverter idealerweise während einer Probefahrt mit warmem Antriebsstrang diagnostisch testen, um intermittierende Probleme aufzuspüren.
Kontrolliere beim Fahrwerk vor allem Querlenker und Gummilager, Traggelenke, Spurstangenköpfe, Stabilisatorstreben und -gummis, Stoßdämpfer und Federbeine auf Spiel, Undichtigkeiten sowie Rost an Hilfsrahmen und Aufnahmepunkten. Inspiziere die Bremsen auf Belag- und Scheibenverschleiß, Rost auf den Bremsscheiben, festsitzende oder ungleich arbeitende Bremssättel, Bremsleitungen auf Risse und teste während der Probefahrt auf Quietschen, Vibrationen und einen sauberen, geraden Bremsweg (plus Funktion der Handbremse an einer Steigung). Bei den Reifen solltest du auf ungleichmäßigen Verschleiß an Innen- oder Außenschultern (Spur oder verschlissene Fahrwerksbuchsen), Sägezahnprofil (Stoßdämpfer oder Spur) sowie Auswaschungen und kahle Stellen achten. Beobachte während der Probefahrt Geradeauslauf, Spurrillenempfindlichkeit, Vibrationen im Lenkrad oder in der Karosserie und eventuelle Auffälligkeiten beim starken Bremsen oder in Kurven, da diese oft auf die genannten Fahrwerks- oder Bremsprobleme zurückzuführen sind.





