Fiat 500L

Fiat 500L: häufige Probleme und Zuverlässigkeit

Der Fiat 500L ist ein kompakter Familienwagen mit auffälligem Design. Die Zuverlässigkeit lässt jedoch zu wünschen übrig. Die durchschnittliche Bewertung beträgt 3,5 von 5. Die jährlichen Reparaturkosten liegen bei etwa 600 €. Dieses Modell schneidet schwächer ab als vergleichbare Autos in seiner Klasse. Elektrische Störungen kommen regelmäßig vor. Probleme mit dem Automatikgetriebe sind bekannt. Motorprobleme durch Ölverschmutzung stellen ein Risiko dar. Trotzdem leisten viele Exemplare mit guter Wartung über Jahre hinweg zuverlässig ihren Dienst. Möchtest du wissen, worauf du beim Fiat 500L achten musst und wie du teure Reparaturen vermeidest?

Der Fiat 500L in der Modellfamilie

Der Fiat 500L kam 2013 als geräumigere Variante des beliebten Fiat 500 auf den Markt. Der 500 ist ein kompakter Stadtwagen. Der 500L bietet mehr Innenraum und eine höhere Sitzposition. Das Modell wurde bis 2022 produziert. Es richtete sich vor allem an junge Familien, die Platz suchen. Diese Familien wollen dabei nicht auf den verspielten Auftritt der 500-Baureihe verzichten. Das Auto bietet fünf Sitzplätze und einen großzügigen Kofferraum. Auffällige Designelemente wie das Panoramadach machen das Modell unverwechselbar. Fiat versuchte so, sich im stark umkämpften Segment der kompakten Vans abzuheben.

Trotzdem hat der 500L einen eher ungünstigen Ruf in Sachen Zuverlässigkeit. Autoproblemen Fiat sind keine Seltenheit. Der 500L bildet hier leider keine Ausnahme. In verschiedenen Zuverlässigkeitstests schneidet das Auto deutlich schlechter ab. Konkurrenten wie der Nissan Note oder Renault Scénic sind besser. Consumer Reports stufte den 500L sogar als eines der unzuverlässigsten Modelle ein. Grund dafür waren sich wiederholende Beschwerden über Elektronik, Getriebe, Lärmprobleme und Undichtigkeiten.

„Der 500L ist nicht per se eine schlechte Wahl, verlangt aber einen bewussten Umgang.“

Warum dir dieser Problemratgeber Geld spart

Kenntnis häufiger Probleme ist wertvoll. So kannst du beim Kauf gezielt kontrollieren. Außerdem weißt du genau, welche Wartung Vorrang hat. Prüfe beim Kauf eines gebrauchten Fiat 500L die bekannten Schwachstellen. So verhinderst du, dass du ein Exemplar mit versteckten Mängeln kaufst. Du weißt genau, welche Wartung Priorität hat. So vermeidest du kostspielige Reparaturen. Der 500L ist nicht automatisch eine schlechte Wahl, fordert aber einen bewussten Umgang. Mit diesem Ratgeber bist du gegen die häufigsten Fallstricke gewappnet.

Fiat 500L Fiat 500L

Wie zuverlässig ist der Fiat 500L wirklich?

In Zuverlässigkeitstests schneidet Fiat besser ab als Ford und Nissan. Die Marke bleibt aber hinter Herstellern wie Hyundai und Kia zurück. Der 500L erreicht eine Zuverlässigkeitsbewertung von 92 Prozent. Damit liegt er auf Platz 15 von 32 Marken. Das klingt nicht schlecht, doch der Teufel steckt im Detail. Besitzer berichten vor allem von Problemen mit der Elektronik. Auch das Getriebe sorgt regelmäßig für Beschwerden. Unerwartete Warnleuchten kommen vor. Die jährlichen Wartungskosten liegen bei rund 600 €. Das ist höher als bei vielen vergleichbaren Modellen. Das Risiko schwerwiegender Defekte in den ersten Jahren ist größer. Bei japanischen oder koreanischen Konkurrenten ist dieses Risiko geringer.

Trotzdem gibt es viele Besitzer, die mit ihrem 500L zufrieden sind. Modelle mit Schaltgetriebe erweisen sich als zuverlässig. Auch Benzinvarianten schneiden gut ab. Gute Wartung ist allerdings Voraussetzung. Fahrspaß, Platzangebot und der niedrige Anschaffungspreis auf dem Gebrauchtwagenmarkt machen das Auto attraktiv. Das gilt für alle, die bereit sind, dem vorbeugenden Unterhalt extra Aufmerksamkeit zu schenken.

Motorprobleme, die regelmäßig auftreten

Der 0,9-Liter-TwinAir-Benzinmotor ist empfindlich gegenüber Ölmangel. Das kann zu schweren Motorschäden führen. Dieser kleine Zweizylinder verlangt nach regelmäßiger Kontrolle des Ölstands. Halte den Ölwechselplan strikt ein. Bei nachlässiger Wartung kann Motorschaden auftreten. Teure Reparaturen sind dann die Folge. Kontrolliere beim Kauf immer das Serviceheft. Achte darauf, dass Ölwechsel häufiger als das Minimum durchgeführt wurden. Manche Experten empfehlen, das Intervall auf zweimal pro Jahr zu verkürzen. Vor allem bei kurzen Stadtfahrten ist das sinnvoll.

Der 1,4-Liter-Turbobenziner ist an sich zuverlässig. Gute Wartung ist jedoch auch hier Voraussetzung. Dieser Motor kommt ebenfalls im Fiat 500 Abarth und im Dodge Dart vor. Der Motor hat sich als langlebig erwiesen. Regelmäßige Inspektionen sind dabei unerlässlich. Achte aber auf den Zustand des Turboladers und kontrolliere, ob rund um den Motor keine Öllecks vorhanden sind. Dieselmotoren kämpfen vor allem mit verstopften Partikelfiltern. Ein Partikelfilter fängt schädliche Partikel aus den Abgasen ab. Dieses Problem tritt vor allem bei überwiegend kurzen Fahrten auf. Ohne regelmäßige Autobahnfahrten setzt sich der Partikelfilter zu. Das kann zu einem kostspieligen Austausch führen. Fährst du hauptsächlich kurze Strecken in der Stadt? Dann ist ein Benziner die bessere Wahl.

„Das löst das Problem nicht immer endgültig.“

Getriebeprobleme, die ins Geld gehen

Das automatische Getriebe mit trockener Doppelkupplung ist die große Schwachstelle des Fiat 500L. Ab etwa 25.000 Kilometern melden Besitzer Probleme. Rutschende Kupplungen kommen vor. Ebenso Schaltprobleme und ein festhängendes Kupplungspedal. Dieses Problem tritt sehr häufig auf. Fiat hat keinen Rückruf gestartet. Das geschah nicht, obwohl es viele Beschwerden gab. Der Austausch der Kupplung ist teuer. Er löst das Problem nicht immer endgültig.

Sei beim Kauf eines 500L mit Automatik besonders vorsichtig. Teste während der Probefahrt das Schalten in allen Gängen. Teste auch unter Last im vierten Gang. Achte auf Ruckler. Achte auf verzögerte Reaktionen. Horche auch auf ungewöhnliche Geräusche. Für den überwiegenden Stadtverkehr ist das Automatikgetriebe nicht zu empfehlen. Das Schaltgetriebe ist deutlich zuverlässiger. Hier treten seltener Probleme auf. Kontrolliere jedoch den vierten Gang unter Last. Manche Exemplare zeigen hier leichten Verschleiß.

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Elektrische Störungen und Softwareprobleme

Elektrische Probleme gehören zu den am häufigsten gemeldeten Beschwerden beim Fiat 500L. Dabei geht es zum Beispiel um Störungen an Beleuchtung, Sensoren oder dem Infotainmentsystem. Zufällige Warnleuchten im Kombiinstrument kommen regelmäßig vor. Infotainmentsysteme fallen aus. Störungen bei Navigation, Audio und Lüftung sind bekannt. Oft verschwinden diese Störungen vorübergehend. Später kehren sie zurück. Regelmäßige Software-Updates bei einem Fiat-Händler können helfen. Ein Software-Update ist eine Aktualisierung der Steuerprogramme des Fahrzeugs. Viele dieser Probleme werden damit behoben oder gemindert.

Ein bekanntes Problem ist, dass sich die Batterie entlädt. Das passiert, wenn das Auto länger geparkt steht. Dann darf der Wagen nicht unverriegelt geblieben sein. Verriegle den Wagen deshalb immer. Dadurch aktiviert sich ein Relais (ein Schalter), das unnötige Systeme abschaltet. So wird eine Entladung der Batterie verhindert. Kabelstränge in der Lenksäule können vorzeitig verschleißen. Das kommt vor allem bei älteren Modellen vor Baujahr 2016 vor. Dies führt zu Störungen im Kombiinstrument. Auch Bedienelemente am Lenkrad können dadurch ausfallen. Beim Kauf ist es ratsam, alle elektrischen Systeme gründlich zu testen. Prüfe Beleuchtung, Scheibenwischer und Klimaanlage. Teste auch das Infotainment.

Fahrwerk und Aufhängung erfordern Aufmerksamkeit

Polternde Geräusche über Bodenwellen und Schlaglöcher weisen oft auf Probleme hin. Meist deuten sie auf verschlissene Stoßdämpfer. Stoßdämpfer dämpfen die Bewegungen der Federung und sorgen für ein komfortables Fahrverhalten. Beim Fiat 500L fällt auf, dass der rechte vordere Stoßdämpfer oft früher verschleißt. Der linke hält länger durch. Stoßdämpfer sollten immer paarweise gewechselt werden. Das garantiert eine gleichmäßige Wirkung. Achte während der Probefahrt darauf, ob du Schläge hörst. Zum Beispiel beim Überfahren von Temposchwellen oder Schlaglöchern. Bremse auch einmal in einer Kurve und horche genau hin.

Traggelenke in den Querlenkern verschleißen frühzeitig. Traggelenke sind Gelenke, die die Bewegung der Räder ermöglichen. Querlenker verbinden die Räder mit der Karosserie. Der frühzeitige Verschleiß ist auf unzureichendes Einpressen im Werk zurückzuführen. Das führt zu Spiel in der Vorderachse. Ein unruhiges Lenkgefühl ist die Folge. Bei verschlissenen Traggelenken ist es oft nötig, den kompletten Querlenker zu tauschen. Nicht alle Werkstätten können die Einzelteile separat liefern. Lass beim Kauf die Vorderachse auf Spiel prüfen. Lass den Wagen vermessen, um ungleichmäßigen Reifenverschleiß aufzuspüren.

„Rissiger Kunststoff am Armaturenbrett kommt häufig vor.“

Innenraum und Karosserie: Verarbeitung und Verschleiß

Der Innenraum des Fiat 500L wirkt billig. Er zeigt schneller Abnutzungsspuren als die Konkurrenz. Rissiger Kunststoff am Armaturenbrett ist ein häufiges Problem. Auch verfärbte Tasten und fleckiger Stoffbezug sind bekannt. Das betrifft vor allem Autos, die von Familien genutzt wurden. Der Sitzkomfort auf langen Strecken ist mäßig. Die dicken Speichen des Lenkrads machen es unbequem zu greifen. Besonders, wenn man es lange festhalten muss. Die Platzierung der Schaltwippen bei Automatikmodellen ist unpraktisch. Sie ist nicht intuitiv.

Außen sind Aluminiumfelgen anfällig für Lackablösungen. Lackablösung bedeutet, dass der Lack sich löst und abblättert. Auch Bläschen im Lack kommen vor. Inspiziere beim Kauf alle vier Felgen genau. Eine Instandsetzung ist nämlich teuer. Rost ist bei jüngeren Exemplaren kein großes Thema. Kontrolliere aber die Radkästen und die Unterkanten der Türen. Das gilt für Fahrzeuge, die älter als acht Jahre sind. Die Verarbeitung der Fugen und Übergänge kann auf schlechten Straßen zu Klappergeräuschen führen. Das ist störend, aber nicht zwangsläufig technisch gefährlich.

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Kleine Ärgernisse, die man nicht unterschätzen sollte

Neben den großen technischen Problemen gibt es eine Reihe kleinerer Ärgernisse. Besitzer klagen regelmäßig darüber. Denk zum Beispiel an schlecht funktionierende Tasten oder Klappergeräusche im Innenraum. Die Batterie kann sich nach einem Wochenende Standzeit entladen. Das ist vor allem im Winter lästig. Der Einsatz billiger Materialien im Innenraum sorgt für Knarz- und Klappergeräusche. Diese werden mit der Zeit stärker. Türgriffe und Handgriffe fühlen sich empfindlich an. Bei intensiver Nutzung können sie beschädigt werden.

  • Klimaanlage, die an heißen Tagen schwächer arbeitet als erwartet
  • Rückfahrkamera mit schlechter Bildqualität bei schlechtem Wetter
  • Einparksensoren, die Fehlalarm auslösen oder zu spät reagieren
  • Seitenscheiben, die manchmal nicht ganz schließen und Windgeräusche verursachen
  • Heckklappe, die schwer ist und sich nicht elektrisch öffnen lässt

Vorbeugende Wartung verlängert die Lebensdauer

Gute Wartung macht den Unterschied. Ein zuverlässiger Fiat 500L verlangt mehr Aufmerksamkeit als ein Auto, das nur selten in die Werkstatt muss. Kontrolliere den Ölstand alle zwei Wochen. Der 0,9-Liter-Motor verlangt besondere Aufmerksamkeit, da er sehr empfindlich auf Ölmangel reagiert. Wechsle Öl und Filter nach Plan. Bei intensivem Stadtverkehr solltest du das sogar häufiger tun. Plane mindestens einmal im Monat eine längere Fahrt ein. Bei Dieselmotoren sorgt das dafür, dass der Partikelfilter freibrennt. Freibrennen bedeutet, dass angesammelte Partikel durch hohe Temperaturen verbrannt werden.

Lass Software-Updates bei einem autorisierten Fiat-Händler durchführen. Das minimiert elektrische Störungen. Prüfe die Batterie jährlich. Ersetze sie vorsorglich nach fünf Jahren. Das ist besonders wichtig, wenn du häufig kurze Strecken fährst. Lass das Fahrwerk jedes Jahr auf Spiel und Verschleiß prüfen. Tausche Stoßdämpfer bei den ersten Anzeichen von Undichtigkeiten. Auch bei nachlassender Dämpfung ist ein Wechsel nötig. Verwende Originalteile oder bekannte Qualitätsmarken. So vermeidest du Probleme mit Kompatibilität und Lebensdauer.

„Meide Modelle mit Automatikgetriebe.“

Worauf solltest du beim Kauf achten?

Wähle nach Möglichkeit einen Fiat 500L mit Schaltgetriebe und Benzinmotor. Diese Kombination ist am zuverlässigsten und macht weniger Probleme als die Automatik in Verbindung mit Dieselmotor. Der 1,4-Liter-Turbobenziner ist zuverlässiger als der kleine 0,9-Liter-Zweizylinder. Das Serviceheft sollte lückenlos sein. Meide Modelle mit Automatikgetriebe. Mach nur dann eine Ausnahme, wenn du sicher weißt, dass die Kupplung ersetzt wurde. Auch wenn das Problem bei dem konkreten Exemplar nicht auftritt, kannst du einen Kauf in Erwägung ziehen.

Teste während der Probefahrt alle elektrischen Funktionen. Dazu gehören Infotainment, Klimaanlage, Beleuchtung und elektrische Fensterheber. Fahre sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn. Achte auf ungewöhnliche Geräusche beim Schalten, Bremsen und in Kurven. Kontrolliere die Felgen auf Lackschäden. Prüfe die Reifen auf ungleichmäßigen Verschleiß. Das kann auf fehlerhafte Achsgeometrie oder verschlissenes Fahrwerk hindeuten. Frage nach dem Serviceheft. Kontrolliere, ob Ölwechsel regelmäßig durchgeführt wurden.

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Ist der Fiat 500L eine clevere Wahl?

Der Fiat 500L bietet viel Platz und Charakter. Der Preis auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist moderat. Das auffällige Design, das Panoramadach und die praktische Aufteilung machen den Wagen attraktiv. Das gilt für Familien mit begrenztem Budget. Trotzdem erfordert der 500L eine realistische Abwägung. Abwägung bedeutet hier, dass du die Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abwägst, bevor du kaufst. Die Zuverlässigkeit liegt unter dem Durchschnitt. Das Risiko kostspieliger Reparaturen ist höher. Bei japanischen oder koreanischen Alternativen wie Nissan Note, Honda Jazz oder Kia Venga ist dieses Risiko geringer.

Betreibst du gute Wartung und wählst du eine handgeschaltete Benzinvariante? Dann kann der 500L viele Jahre gut funktionieren. Rechne aber mit jährlichen Wartungskosten von rund 640 €. Plane ein Budget für unerwartete Reparaturen ein. Legst du Wert auf sorglose Zuverlässigkeit? Dann gibt es bessere Optionen. Suchst du einen geräumigen Wagen mit Charakter? Akzeptierst du das Risiko zusätzlicher Kosten? Dann bietet der Fiat 500L durchaus interessante Möglichkeiten.

Praktische Tipps für künftige Besitzer

Der Fiat 500L erfordert eine bewusste Entscheidung. Damit ist gemeint, dass du dir der bekannten Risiken bewusst sein und dich auf zusätzlichen Wartungsaufwand einstellen solltest. Wähle ein Exemplar mit vollständig geführtem Serviceheft. Entscheide dich vorzugsweise für einen handgeschalteten Benziner. Plane regelmäßige Wartung ein. Lege ein Budget für Reparaturen zurück. Teste alle Funktionen gründlich vor dem Kauf. Lass das Auto bei Zweifel von einem unabhängigen Gutachter prüfen.

Der richtige Umgang bedeutet, dass du den Wagen regelmäßig warten lässt und die bekannten Schwachstellen aufmerksam im Blick behältst. Mit dieser Herangehensweise kann der 500L ein bezahlbarer und praktischer Familienwagen sein. Ignoriere die bekannten Probleme nicht. Geh proaktiv damit um. Halte den Wartungsplan strenger ein als vorgeschrieben. Behalte den Ölstand im Auge. Fahre regelmäßig längere Strecken. So beugst du Motorproblemen vor. Auf diese Weise holst du das Beste aus diesem eigenwilligen Italiener heraus.