Fiat Punto

Fiat Punto: bekannte Probleme und worauf du achten musst

Der Fiat Punto war jahrelang eine beliebte Wahl als günstiger Stadtwagen mit einfacher Technik, hat aber diverse Zuverlässigkeitsprobleme, die du als Besitzer oder potenzieller Käufer nicht ignorieren darfst. Von Fehlern im Kühlsystem bis hin zu elektrischen Störungen: Dieser italienische Kleinwagen verlangt Aufmerksamkeit und regelmäßige Wartung. Nur dann hält er viele Jahre durch. In unserer Übersicht der Autoprobleme bei Fiat siehst du, dass bestimmte technische Schwachstellen bei mehreren Modellen immer wieder auftreten. Willst du wissen, womit der Punto dich überraschen kann und wie du teure Reparaturen vermeidest?

Unterschiedliche Generationen, unterschiedliche Schwächen

Den Fiat Punto gibt es in mehreren Generationen, die jeweils ihren eigenen Charakter und ihre eigenen Schwachstellen haben. Die Grande Punto und Punto Evo aus dem Zeitraum 2005–2018 sind auf dem Gebrauchtmarkt am häufigsten zu finden. Diese Modelle teilen sich viel Technik, zeigen aber unterschiedliche Schwachpunkte. Diese Unterschiede hängen mit Baujahr, Motor und Kilometerstand zusammen. Ältere Puntos von vor 2005 kämpfen vor allem mit Rostproblemen an Karosserie und Unterboden, während neuere Exemplare häufiger mit elektronischen Störungen und Motorproblemen zu tun haben. Die Technik ist zwar einfach und Ersatzteile sind reichlich und zu niedrigen Preisen erhältlich. Ignorierst du jedoch kleine Anzeichen, kann das zu hohen Reparaturkosten führen.

„Bei manchen Exemplaren ist sogar ein neuer oder überholter Motor nötig.“

Motorprobleme, die regelmäßig auftreten

Das Kühlsystem ist eine bekannte Schwachstelle beim Fiat Punto. Dieses System fällt regelmäßig aus. Das führt zu Überhitzung des Motors. Letztendlich entstehen Undichtigkeiten an der Zylinderkopfdichtung. Bei manchen Exemplaren ist sogar ein neuer oder überholter Motor nötig. Das kommt auch bei relativ jungen Autos mit geringer Laufleistung vor. Das Thermostat undichtet häufig, was ebenfalls Überhitzung zur Folge hat. Die PCV-Leitung (Kurbelgehäuseentlüftung) kann bei niedrigen Temperaturen zufrieren, wodurch Ventilschäden entstehen.

Die MultiAir-Motoren erfordern besondere Aufmerksamkeit. Diese modernen Motoreinheiten reagieren empfindlich auf Vernachlässigung und benötigen hochwertiges Öl und einen kleinen Ölfilter. Wird diese Wartung nicht nach Plan durchgeführt, können die MultiAir-Einheiten schnell Störungen zeigen. Auch die Ölpumpe und die Lambdasonde verschleißen schneller als durchschnittlich. Der Katalysator baut sich nach 150.000 bis 200.000 Kilometern ab, insbesondere wenn du schlechten Kraftstoff verwendest. Rußpartikel können Ölleitungen blockieren. Das führt zu Ölaustritt über die Zylinderkopfdichtung.

Achte außerdem auf die Steuerkette. Kontrolliere regelmäßig die Spannung, denn ein niedriger Ölstand verursacht hier Probleme. Beim Kaltstart können Einspritz- oder Kraftstoffprobleme für ein kreischendes Geräusch und schwarzen Auspuffrauch sorgen. Verwende immer Qualitätskraftstoff, um Verstopfungen zu vermeiden, und ersetze die Zahnriemenräder der Ventilsteuerung etwa alle 150.000 bis 200.000 Kilometer.

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Getriebe und Kupplung senden Warnsignale

Das manuelle Schaltgetriebe des Fiat Punto hat einige typische Schwachpunkte. Das gilt sowohl für das Fünfgang- als auch für das Sechsganggetriebe. Das Zweimassenschwungrad fällt oft schon vor 150.000 Kilometern aus. Das kommt vor allem bei Fahrern mit niedrigtouriger Fahrweise vor. Die Kupplung ist in der Regel nach 60.000 bis 80.000 Kilometern verschlissen. Synchronringe des ersten und zweiten Gangs verursachen mahlende Geräusche beim Schalten. Das deutet auf Verschleiß hin.

Bei Automatikgetrieben ist Vorsicht geboten. Mit Automaten meinen wir hier automatisierte oder automatische Getriebe. Diese Getriebe reagieren empfindlich auf Kälte und die Hydraulikmotoren gehen schnell kaputt. Der Servoflüssigkeitsbehälter leckt regelmäßig und Sensorsstörungen treten nach 150.000 bis 200.000 Kilometern auf. Starte niemals mit kaltem Automatikgetriebe. Lass den Motor zuerst warm laufen. Kontrolliere den Flüssigkeitsstand regelmäßig und lass ihn bei jedem Service prüfen.

Auch das Dualdrive-Lenksystem bereitet Probleme. Der Sensor fällt aus und die Servolenkung wird dadurch schwach. Das erfordert den Austausch von Komponenten, was Kosten verursacht. Inspiziere bei jeder Wartung Schwungrad und Kette. So erkennst du Probleme frühzeitig.

Fahrwerk und Bremsen brauchen regelmäßige Aufmerksamkeit

Klappernde Geräusche während der Fahrt weisen oft auf verschlissene Stoßdämpferlager und Koppelstangen hin. Das ist ein häufiges Problem beim Punto, vor allem bei Autos, die hauptsächlich in der Stadt gefahren werden. Ständige Bodenwellen und Bremsschwellen sorgen für einen beschleunigten Verschleiß am Fahrwerk. Schlechte Straßen verstärken diesen Effekt. Ersetze Stoßdämpfer rechtzeitig. Zögerst du zu lange, führt das zu teureren Folgeschäden an anderen Fahrwerksteilen.

Die Bremsen verhalten sich unberechenbar oder sind wenig wirksam. Das kommt durch Kontakt zwischen Bremsfeder und Leitungen. Das verursacht Flüssigkeitsverlust, was gefährliche Situationen herbeiführen kann. Kalte Bremsen machen außerdem viel Lärm. Passe Bremsleitungen an oder ersetze sie bei ersten Verschleißanzeichen. Prüfe bei einer Probefahrt, ob die Bremsen ansprechen. Achte darauf, ob die Reaktion direkt und gleichmäßig erfolgt.

Rostbildung an der Bodenwanne kommt vor, insbesondere bei älteren Modellen. Steinschlag beschleunigt diesen Prozess. Prüfe die Unterseite des Autos gründlich. Mach das, bevor du einen Gebrauchten kaufst.

„Bei Modellen aus dem Jahr 1997 lösen sich die Gurte manchmal nicht bei einer Vollbremsung – ein ernstes Sicherheitsproblem.“

Elektrische Störungen: ein bekanntes Schwachpunkt

Die elektrischen Systeme des Fiat Punto sind für ihre Launenhaftigkeit bekannt. Die Batterie hat eine kurze Lebensdauer und Startprobleme kommen regelmäßig vor. Nicht-motorische Elektronik fällt aus, darunter Klimaanlage und Anlasser. Die elektrische Servolenkung im City-Mode ist berüchtigt. City-Mode ist ein spezielles Lenksystem für den Stadtverkehr. Dieses System sorgt häufig für Fehlermeldungen im Kombiinstrument.

Das Kombiinstrument zeigt Startfehler. Außerdem treten Sensorausfälle auf. Auch falsche Airbagmeldungen kommen vor. Die Innenraumbeleuchtung und die Klimaregelung fallen ebenfalls regelmäßig aus. Teste bei einer Probefahrt die gesamte Elektronik sorgfältig. Prüfe die Heizung. Teste auch die Scheibenwischer. Kontrolliere zudem, ob alle Kontrollleuchten korrekt funktionieren und ob Warnlampen leuchten, die auf Probleme hinweisen.

Die Scheibenwischer fallen aufgrund eines schwachen Wischerhebels aus. Bei Modellen aus dem Jahr 1997 lösen sich die Gurte manchmal nicht bei abruptem Bremsen, was ein ernstes Sicherheitsproblem darstellt. Ersetze bei Defekten den Wischerhebel und den Gurtstraffer. Kontrolliere außerdem die Verkabelung auf Korrosion. Achte insbesondere im Motorraum und an Steckverbindungen auf Rostbildung.

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Rost und Karosseriesorgen

Rostbildung ist bei Fiat Puntos ein wichtiges Thema. Das gilt vor allem für Exemplare von vor 2010. Die Schweller, Radkästen und die Bodenwanne sind empfindliche Stellen, an denen Feuchtigkeit und Salz ihre Wirkung tun. Inspiziere diese Bereiche beim Kauf eines Gebrauchten gründlich. Kleine Roststellen können sich schnell ausbreiten. Behandle sie deshalb sofort.

Viele Puntos werden als Stadtwagen genutzt. Daher zeigen sie Beulen, Kratzer und Beschädigungen an Stoßfängern und Seitenteilen. Das ist auf Parkrempler in engen Lücken zurückzuführen. Prüfe den Zustand der Räder, denn Kratzer und Schäden an den Felgen weisen auf harte Beanspruchung hin. Steinschlag an der Unterseite beschleunigt die Rostbildung. Er kann auch Leitungen beschädigen.

Innenraum und Komfort

Der Innenraum des Fiat Punto ist funktional, zeigt aber deutliche Gebrauchsspuren. Lose Kunststoffe und knarzende Armaturenbretter sind normal. Auch empfindliche Sitzbezüge gehören zum üblichen Erscheinungsbild. Sitze können manchmal klemmen und Türverkleidungen beginnen mit der Zeit zu klappern. Das sind kosmetische Mängel. Sie führen nicht sofort zum Ausfall, sind im Alltag aber lästig.

Heizung und Klimaanlage fallen regelmäßig durch elektrische Probleme oder defekte Schalter aus. Teste diese Systeme bei einer Probefahrt ausgiebig. Probiere sowohl die warme als auch die kalte Einstellung. Kontrolliere, ob alle Gebläsestufen funktionieren und ob die Temperaturregelung reagiert. Eine defekte Klimaanlage zu reparieren kann je nach Ursache mehrere Hundert Euro kosten.

Wartung verhindert größere Probleme

Regelmäßige Wartung ist beim Fiat Punto Pflicht, kein Luxus. Fülle immer hochwertiges Öl ein und wechsle die Filter gemäß Wartungsplan. Für MultiAir-Motoren ist ein spezielles Öl vorgeschrieben. Vernachlässigung führt hier schnell zu Störungen. Diese können Tausende von Euro kosten. Kontrolliere das Kühlsystem regelmäßig und ersetze das Thermostat bei den ersten Anzeichen einer Undichtigkeit.

Überprüfe bei jedem Service Schwungrad und Steuerkette. Achte auf den Ölstand und fülle bei Bedarf nach. Investiere kleine Beträge in vorbeugende Wartung. So sparst du dir später deutlich höhere Ausgaben. Verwende Qualitätskraftstoff. Das verlängert die Lebensdauer von Einspritzsystemen und Katalysatoren.

Lass das Fahrwerk jährlich kontrollieren. Lass auch die Bremsen einmal im Jahr prüfen. Ersetze Stoßdämpfer, Koppelstangen und Bremsleitungen rechtzeitig. Checke die elektrischen Systeme auf Korrosion und schwache Verbindungen. Halte die Unterseite des Autos sauber, besonders im Winter. So verlangsamst du die Rostbildung.

„Die haben oft Probleme mit dem Schwungrad.“

Checkliste für den Kauf eines Gebrauchten

Ziehst du einen gebrauchten Fiat Punto in Betracht? Dann führe eine gründliche Inspektion durch. Beginne mit dem Kühlsystem. Prüfe auf Undichtigkeiten. Kontrolliere die Farbe der Kühlflüssigkeit. Achte auf Spuren von Überhitzung. Starte den Motor kalt und höre auf ungewöhnliche Geräusche wie Quietschen oder Klopfen.

Teste das Getriebe gründlich. Schalte alle Gänge durch. Achte auf mahlende Geräusche oder Hakeln. Bei Automatikgetrieben muss das Getriebe sanft und ohne Ruckeln schalten. Frage nach der Wartungshistorie des Schwungrads. Frage auch nach der Wartungshistorie der Kupplung. Exemplare mit einem kürzlich durchgeführten Tausch sind weniger risikoreich.

Überprüfe die gesamte Elektronik, vom Kombiinstrument bis zu den Scheibenwischern. Teste Klimaanlage und Heizung in allen Stufen. Schau, ob Warnleuchten brennen, die auf Sensorausfälle hindeuten. Inspiziere die Unterseite auf Rost. Achte besonders auf Schweller, Radkästen und Unterboden. Prüfe die Karosserie auf Schäden und Beulen, die auf Parkrempler hinweisen.

Mach eine Probefahrt auf unterschiedlichen Straßen. Achte auf klappernde Geräusche vom Fahrwerk und teste die Bremsen auf ihre Wirkung. Wähle nach Möglichkeit ein Exemplar mit vollständiger Servicehistorie. Meide Autos mit sehr geringer Laufleistung, aber vielen Kurzstrecken. Die haben oft Probleme mit dem Schwungrad.

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Wann du besser einen Spezialisten einschaltest

Manche Reparaturen am Fiat Punto sind für Hobby-Schrauber mit Grundkenntnissen geeignet. Viele Probleme erfordern jedoch professionelle Hilfe. Fehler im Kühlsystem sind komplex. Undichtigkeiten an der Zylinderkopfdichtung erfordern Spezialwissen. Auch Getriebeprobleme, insbesondere bei Automatikgetrieben, überlässt du besser einer Werkstatt mit Erfahrung.

Elektrische Störungen sind schwer zu diagnostizieren. Dafür brauchst du die richtige Ausrüstung. Sensorausfälle, ECU-Probleme und Kabelbäume prüfst du mit einem Diagnosegerät. Fahrwerk und Bremssystem solltest du nur selbst reparieren, wenn du über das richtige Werkzeug und das nötige Know-how verfügst. Bist du unsicher, schalte einen Profi ein. Falsch ausgeführte Reparaturen können gefährliche Situationen verursachen.

Plane beim Kauf eines Punto ein Budget für Reparaturen ein. Ersatzteile sind günstig und reichlich vorhanden. Die Arbeitskosten können jedoch ins Geld gehen. Ein niedriger Kaufpreis kann trügerisch sein. Möglicherweise steht direkt eine große Inspektion an. Lass einen Gebrauchten vor dem Kauf immer von einem unabhängigen Spezialisten prüfen.

Der Punto als Alltagsauto

Der Fiat Punto kann dir jahrelang als zuverlässiger Stadtwagen dienen – vorausgesetzt, du wartest ihn gut. Nimm kleine Anzeichen ernst. Viele Besitzer loben die niedrigen Unterhaltskosten und die einfache Technik. Manche Exemplare schaffen problemlos mehrere Hunderttausend Kilometer. Andere zeigen schon früh Störungen. Der Unterschied liegt oft in der Wartung. Auch der Fahrstil spielt eine wichtige Rolle.

Das Auto fühlt sich in der Stadt leicht und wendig an und ist sparsam im Verbrauch. Parken geht dank der kompakten Abmessungen leicht von der Hand. Als reines A-bis-B-Auto für den täglichen Arbeitsweg erfüllt der Punto seinen Zweck gut. Erwarte jedoch nicht, dass immer alles fehlerfrei funktioniert. Akzeptiere, dass die Elektronik launisch sein kann. Akzeptiere auch, dass verschiedene Komponenten regelmäßig Aufmerksamkeit brauchen.

Vergleiche den Punto mit Konkurrenten wie dem Opel Corsa. Beide sind günstige Kleinwagen mit ähnlichen Problemen. Der Punto hat jedoch seinen eigenen Charakter. Die Wahl hängt davon ab, was gerade verfügbar ist. Auch der Zustand des konkreten Exemplars spielt eine Rolle. Lass dich nicht von einem niedrigen Preis blenden. Schau dir den Gesamtzustand an. Sieh dir auch die Wartungshistorie an. Ein teureres Exemplar kann unterm Strich günstiger sein. Ein gut gewartetes Auto spart dir langfristig Geld und Nerven.