Autoprobleme bei Hyundai: alle Schwachstellen nach Modell
Hyundai-Modelle haben in den letzten Jahren auffallend häufig mit technischen Problemen zu kämpfen – von Getriebestörungen bis hin zu Brandgefahr bei Elektroautos. Dutzende Rückrufaktionen betreffen weltweit mehrere hunderttausend Fahrzeuge, wobei vor allem DCT-Getriebe (Doppelkupplungs-Automatikgetriebe), Batteriezellen und Infotainment-Bildschirme als Schwachstellen gelten. Doch wie groß sind die Risiken wirklich – und bei welchen Modellen solltest du besonders aufmerksam sein?
Hyundai und Zuverlässigkeit: wie ernst sind die Probleme?
Hyundai hat sich einen soliden Ruf als Hersteller von erschwinglichen, gut ausgestatteten Fahrzeugen mit langen Garantien aufgebaut. In den vergangenen Jahren zeigt sich jedoch eine andere Seite: Technische Probleme häufen sich, mit über 80.000 zurückgerufenen Elektroautos wegen Brandgefahr und Zehntausenden SUVs (höher bauende Familienautos) mit Getriebe- und Airbag-Problemen.
Die Probleme sind vielfältig. Manche sind lästig, aber beherrschbar – etwa ein Infotainment-Bildschirm, der sich von selbst neu startet. Andere sind sicherheitskritisch, zum Beispiel defekte Achsschenkel, die während der Fahrt brechen können, oder Batterien, die einen Kurzschluss entwickeln. Der Unterschied liegt oft im Detail: Baujahr, Motorvariante, Softwarestand und Wartung.
Als Autofan ist es wichtig, den Überblick zu behalten. Nicht jedes Problem betrifft jedes Modell. Prüfe immer, ob dein konkretes Baujahr oder deine Ausstattung von einem Rückruf betroffen ist. Hyundai bietet in der Regel kostenlose Reparaturen über die Vertragshändler an – gleichzeitig musst du aber selbst aktiv im Blick behalten, ob dein Auto auf der Liste steht.
„ Ein Rückruf bedeutet, dass Hyundai ein Sicherheitsproblem anerkennt und Maßnahmen ergreift. “
Rückrufe, Störungen und typische Problemfelder bei Hyundai
Bei neueren Hyundai-Modellen zeigen sich einige wiederkehrende Problemkategorien. Die häufigsten Themen:
- Getriebeprobleme: vor allem das DCT-Doppelkupplungsgetriebe leidet unter ruckeligem Schalten, unvorhersehbaren Reaktionen und Ausfällen. SUVs und schwerere Modelle mit diesem Getriebe erweisen sich als anfällig.
- Elektronische Störungen: Infotainment-Systeme, die ausfallen oder neu starten, Sensoren mit falschen Signalen und Zentralverriegelungen, die nicht reagieren.
- Sicherheitsrelevante Bauteile: Airbags, die unerwartet auslösen oder im Ernstfall nicht zünden, sowie Achsschenkel, die reißen können – mit möglichem Verlust der Lenkbarkeit.
- Batterie- und Ladeprobleme bei E-Autos: unzureichende Qualitätskontrolle der zylindrischen Zellen führt zu inneren Kurzschlüssen und im Extremfall zu Bränden.
Ein Rückruf bedeutet, dass Hyundai ein Sicherheitsproblem anerkennt und Maßnahmen ergreift. Manchmal reicht ein Software-Update, in anderen Fällen werden komplette Bauteile ersetzt. Software-Updates können heute oft over-the-air (OTA, drahtlose Updates aus der Ferne) erfolgen, ohne Werkstattbesuch.
Halte deine Fahrgestellnummer bereit und prüfe regelmäßig, ob offene Rückrufe für dein Modell vorliegen. Registriere dein Auto bei Hyundai, damit du automatisch Benachrichtigungen erhältst.

Hyundai i10
Der i10 ist ein beliebter Stadtwagen, kompakter und moderner als seine Vorgänger. Die neueren Generationen verfügen über deutlich mehr Elektronik – was auch neue Problemquellen mit sich bringt.
Häufig gemeldete Beschwerden:
- Zentralverriegelung und Sensoren: mitunter reagiert die Zentralverriegelung verzögert oder gar nicht. Auch Parksensoren können falsche Signale liefern.
- Infotainment: langsam startende oder einfrierende Bildschirme. Software-Updates beheben dies oft.
- Ölverbrauch: bei hoher Laufleistung berichten Besitzer von leicht erhöhtem Ölverbrauch. Kontrolliere regelmäßig den Ölstand.
Die Diagnose erfolgt meist über die OBD-Schnittstelle (Diagnosebuchse zum Auslesen von Fehlercodes) beim Händler. Viele elektronische Störungen lassen sich softwareseitig lösen. Rechtzeitige Wartung und installierte Updates helfen, Probleme zu vermeiden. Bei hoher Laufleistung ist der Austausch von Verschleißteilen wie Zündkerzen und Luftfiltern wichtig.
Mehr dazu: Hyundai i10
Hyundai i20
Der i20 wird bereits in mehreren Generationen gebaut. Ältere Modelle sind einfach aufgebaut und mechanisch solide, während neuere Versionen deutlich mehr Elektronik besitzen – und damit auch anfälliger für Störungen sind.
Ältere i20 (erste und zweite Generation):
- Fahrwerk und Lenkung: Querlenkerbuchsen und Spurstangengelenke verschleißen ab etwa 80.000 bis 100.000 Kilometern. Das macht sich als Spiel in der Lenkung bemerkbar.
- Rostbildung: rund um Radläufe und Schweller kann Rost entstehen, vor allem bei Fahrzeugen, die viel im Winter bewegt wurden.
Neuere i20 (dritte Generation):
- Elektronik und Infotainment: der Touchscreen reagiert stellenweise träge oder fällt aus. Software-Updates beim Händler bringen meist Besserung.
- Warnleuchten: ESP- (Stabilitätskontrolle) und ABS-Lampen (Antiblockiersystem der Bremsen) können aufgrund von Sensorproblemen grundlos angehen. Lass die Fehlercodes beim Händler auslesen.
Bei einer Probefahrt: Achte auf klopfende Geräusche aus dem Fahrwerk, prüfe, ob die Lenkung gerade und stabil wirkt, und teste sämtliche Elektronik. Frage nach durchgeführten Software-Updates und nach Wartungsarbeiten an Fahrwerk und Bremsen.
Mehr dazu: Hyundai i20
Hyundai i30
Der i30 gehört zu Hyundais meistverkauften Modellen. Insgesamt schneidet der Wagen gut ab, dennoch weisen bestimmte Varianten deutliche Schwachstellen auf.
Häufige Probleme:
- DCT-Getriebe: die Doppelkupplung in einigen Benzinvarianten ruckelt bei niedrigen Geschwindigkeiten und reagiert verzögert beim Anfahren. Software-Updates und in schweren Fällen ein Austausch sind möglich.
- Dieselmotoren: AGR-Ventile (Teil des Abgassystems zur Rückführung von Abgasen) und Partikelfilter (zur Filterung von Rußpartikeln im Abgas) setzen sich bei vielen Kurzstrecken zu. Die Folge sind Leistungsverlust und steigender Kraftstoffverbrauch.
- Elektronik und Sensoren: Parksensoren melden gelegentlich Fehler, und Multimediasysteme können einfrieren.
Tipps für Käufer: Achte bei Benzinern auf die Getriebeart. Handschalter und klassische Wandlerautomaten gelten als zuverlässiger als das DCT. Bei Dieseln: Frage nach Wartung von AGR und Partikelfilter und fahre am besten eine längere Strecke, um das Verhalten im warmen Zustand zu prüfen.
Mehr dazu: Hyundai i30
Hyundai Ioniq 5: EV-Ikone
Der Ioniq 5 ist Hyundais Aushängeschild im EV-Bereich, kämpft jedoch mit gravierenden Batterie- und Softwareproblemen.
Batterieprobleme:
Die 800-Volt-E-GMP-Plattform nutzt zylindrische Batteriezellen. Bei unzureichender Qualitätskontrolle können diese Zellen innere Kurzschlüsse entwickeln, was zu Überhitzung und Brandgefahr führt. Weltweit wurden über 80.000 Fahrzeuge zurückgerufen. Bereits vor dem Rückruf waren 13 bestätigte Brandfälle registriert. Brände traten während der Fahrt, beim Laden und sogar bei geparkten Fahrzeugen auf. Einige Besitzer berichten von anhaltenden Problemen, obwohl die Batterie bereits getauscht wurde.
Infotainment- und Kombiinstrument-Probleme:
Der 12,3-Zoll-Digitalbildschirm fällt teilweise ohne erkennbaren Grund aus oder startet während der Fahrt neu. Betroffen sind sowohl Instrumentenanzeige als auch Infotainment-Funktionen. Software-Updates, oft over-the-air verfügbar, beheben das Problem in der Regel.
Praxis-Tipps für Besitzer:
- Prüfe, ob dein Fahrzeug von einem Batterie-Rückruf betroffen ist, und lasse die Maßnahmen durchführen.
- Lade das Auto nicht unbeaufsichtigt und parke nach Möglichkeit nicht direkt nach längeren Fahrten oder Ladevorgängen in geschlossenen Räumen.
- Installiere Software-Updates, sobald sie verfügbar sind.
- Melde dich umgehend beim Händler, wenn du auffällige Gerüche, Warnmeldungen oder Hitzeentwicklung im Batteriebereich bemerkst.
„ Der Ioniq 6 teilt sich die E-GMP-Plattform mit dem Ioniq 5 und hat daher ähnliche Probleme. “
Hyundai Ioniq 6: Hightech-Limousine mit ähnlichen EV-Themen
Der Ioniq 6 teilt sich die E-GMP-Plattform mit dem Ioniq 5 und hat daher ähnliche Probleme.
Batterie- und Ladeprobleme:
Auch der Ioniq 6 reagiert empfindlich auf Qualitätsmängel der zylindrischen Batteriezellen. Die gleichen Kurzschluss- und Brandrisiken gelten hier. Prüfe aktiv, ob dein Fahrzeug von Rückrufen betroffen ist.
Digitale Cockpit- und Infotainment-Probleme:
Wie beim Ioniq 5 können Bildschirme ausfallen oder neu starten. OTA-Updates beheben dies meist, dennoch solltest du aufmerksam bleiben und Updates zeitnah installieren.
Ladekurven und Thermomanagement:
Bei Langstreckenfahrten und intensiver Nutzung berichten Besitzer teilweise von sinkenden Laderaten. Auch das Thermomanagement der Batterie (das System, das die Batterietemperatur regelt) kann die Leistung begrenzen. Das ist grundsätzlich normales Schutzverhalten, kann aber auf langen Reisen frustrierend sein.
Dokumentiere das Ladeverhalten und eventuelle Auffälligkeiten. Bei wiederkehrenden Problemen: wende dich an den Händler und frage nach Updates oder Anpassungen.
Mehr dazu: Hyundai Ioniq 6 Probleme

„ Leider hat der Tucson, vor allem in den neueren Generationen, mit hartnäckigen technischen Problemen zu kämpfen. “
Hyundai Tucson
Der Tucson ist ein mittelgroßer SUV und bei Familien sehr beliebt. Leider hat der Tucson, insbesondere in jüngeren Generationen, mit hartnäckigen technischen Problemen zu kämpfen.
Getriebeprobleme:
Das 8-Gang-DCT-Doppelkupplungsgetriebe ist die Schwachstelle. Besitzer melden ruckelige Schaltvorgänge, verzögerte Gasannahme und unberechenbares Verhalten im Verkehr. 2022 folgte ein großer Rückruf wegen Konstruktionsfehlern in der Leiterplatte, die die Ölpumpe steuert. Händler mussten Software installieren und teilweise komplette Getriebe austauschen.
Elektronik und Infotainment:
Das volldigitale Kombiinstrument und der Infotainment-Bildschirm fallen mitunter während der Fahrt aus oder starten neu. Betroffen sind vor allem Modelle der Jahre 2025–2026. Software-Updates beheben dieses Problem häufig und können over-the-air installiert werden.
Fahrwerk und Allradantrieb:
Einige Besitzer melden Geräusche aus dem Fahrwerk bei Unebenheiten. Auch der Allradantrieb kann bei Sensorproblemen Störungen zeigen.
Erkenne Symptome frühzeitig. Bei Getriebeproblemen: lass beim Händler prüfen, ob offene Rückrufe oder Updates vorliegen. Beim Infotainment: installiere verfügbare Updates so schnell wie möglich.
Mehr dazu: Hyundai Tucson

Hyundai ix35: SUV mit typischen Wehwehchen
Der ix35, Vorgänger des Tucson, ist mittlerweile in die Jahre gekommen und damit anfällig für typische Verschleiß- und Korrosionsschäden.
Häufige Probleme:
- Rostbildung: besonders an Radläufen, Schwellern und am Heck. Bei schlechter Pflege frisst sich der Rost schnell durch.
- Turbo und Einspritzung bei Dieseln: der Turbolader kann durch Verschmutzung oder Ölknappheit Schaden nehmen. Injektoren setzen sich bei schlechter Wartung und häufigen Kurzstrecken zu.
- ESP- und ABS-Störungen: Sensoren liefern falsche Signale, wodurch Warnleuchten dauerhaft aufleuchten. Oft liegt das an Verschmutzung oder Korrosion an den Raddrehzahlsensoren.
Beim Kaufcheck: Untersuche Unterboden und Radläufe gründlich auf Rost, frage nach Wartung von Turbolader und Einspritzanlage und lass Fehlercodes auslesen. Teste ESP und ABS bei einer Probefahrt auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen.
Mehr dazu: Hyundai ix35
Hyundai Santa Fe
Der Santa Fe ist Hyundais großer SUV und leidet leider unter ernsthaften technischen Problemen, die mehrere Rückrufe ausgelöst haben.
Getriebeprobleme:
Das 8-Gang-DCT-Doppelkupplungsgetriebe ist für Gewicht und Einsatzzweck eines SUVs ungeeignet. Besitzer melden ruckeliges Schalten, unvorhersehbare Reaktionen und Ausfälle. 2022 mussten Händler massenhaft Software-Updates aufspielen und bei manchen Fahrzeugen das komplette Getriebe tauschen, weil die Leiterplatte der Ölpumpe konstruktive Mängel aufwies.
Im Juli 2024 folgte ein weiterer Rückruf: Softwarefehler führten dazu, dass geparkte Fahrzeuge ins Rollen geraten konnten, obwohl der Wählhebel auf „Park“ stand und die Feststellbremse nicht vollständig wirkte. Für das Modelljahr 2026 hat Hyundai in Kanada den Turbomotor mit DCT aus dem Programm genommen und durch einen klassischen Wandlerautomaten ersetzt.
Airbag-Rückruf 2024:
Rund 50.000 Santa Fe und Santa Fe Hybrid aus dem Jahr 2024 wurden wegen eines Airbag-Problems zurückgerufen. Der Kabelbaum im Fahrzeugboden konnte mit dem Scharnier der umklappbaren zweiten Sitzreihe in Berührung kommen und beschädigt werden. Dadurch bestand die Gefahr, dass die Airbags der zweiten Reihe unerwartet auslösten oder bei einem Unfall gar nicht zündeten. Nach einem Vorfall in Südkorea und acht Fällen in den USA reagierte Hyundai mit einer verpflichtenden Inspektion in den Werkstätten.
Besitzt du einen Santa Fe, solltest du prüfen, ob dein Fahrzeug von Rückrufen betroffen ist, und Updates sowie Reparaturen durchführen lassen. Melde Symptome sofort beim Händler und dokumentiere alles sorgfältig.
Mehr dazu: Hyundai Santa Fe
„ Bei einem Defekt können diese Teile reißen oder brechen – mit komplettem Verlust der Lenkbarkeit. “
Hyundai Kona: kompakter SUV
Der Kona ist ein kompakter SUV, besonders in der Stadt beliebt. Dennoch weist auch der Kona sicherheitskritische Probleme auf.
Defekte Achsschenkel (Porte-fusees):
2026 wurden 1.577 Kona-Fahrzeuge wegen fehlerhaft gefertigter Achsschenkel zurückgerufen. Dabei handelt es sich um tragende Teile der Radaufhängung. Bei einem Defekt können diese Komponenten reißen oder brechen – mit komplettem Verlust der Lenkbarkeit als Folge. Hyundai informiert die Halter und lässt die Achsschenkel bei autorisierten Händlern austauschen.
Elektronik- und Infotainment-Störungen:
Auch der Kona hat mit ausfallenden Bildschirmen und Fehlermeldungen von Sensoren zu kämpfen. Viele dieser Probleme lassen sich durch Software-Updates beheben.
Prüfe, ob dein Kona vom Rückruf betroffen ist, und lasse die Reparaturen schnellstmöglich durchführen. Sicherheitskritische Komponenten wie Achsschenkel solltest du keinesfalls ignorieren.
Mehr dazu: Hyundai Kona

Hyundai Bayon
Der Bayon ist ein kompakter SUV und schneidet insgesamt gut bei der Zuverlässigkeit ab. Besitzer berichten jedoch von einzelnen Problemen mit Klimaanlage, Kabelbaum und in wenigen Fällen mit dem Automatikgetriebe.
- Infotainment: träge Reaktionen, einfrierende Bildschirme und gelegentliche Ausfälle. Hyundai spielt regelmäßig Software-Updates ein, die Besserung bringen.
- Digitale Systeme: Sensoren und Assistenzsysteme melden teilweise Fehler oder reagieren verzögert.
Wenn du einen Bayon kaufst, halte Software-Updates gut im Blick, dokumentiere Störungen genau und melde Probleme frühzeitig beim Händler.
Mehr dazu: Autoprobleme Hyundai Bayon

Hyundai Getz: älter, aber noch weit verbreitet
Der Getz ist eine ältere Generation von Stadtwagen, die man immer noch häufig im Straßenbild sieht. Technisch ist das Auto einfach aufgebaut und zuverlässig, doch mit dem Alter treten typische Verschleißprobleme auf.
Häufige Probleme:
- Fahrwerk und Unterboden: Buchsen der Querlenker und Koppelstangen verschleißen. Das macht sich durch Klopfgeräusche bei Unebenheiten bemerkbar.
- Rost: insbesondere an Radläufen, Schwellern und den unteren Türbereichen. In feuchten Wintern breitet sich Rost schnell aus.
- Elektrik: das System ist einfach, aber Zentralverriegelung und Fensterheber können durch verschlissene Schalter Probleme bereiten.
Die meisten Defekte lassen sich relativ kostengünstig beheben. Tausche Verschleißteile rechtzeitig aus und behalte Roststellen im Blick. Beim Kauf eines gebrauchten Getz: Untersuche Unterboden und Radläufe genau auf Rost und frage nach Rechnungen für Arbeiten an Fahrwerk und Bremsen.
Mehr dazu: Hyundai Getz
Hyundai Atos: Stadtwagen mit Alterserscheinungen
Der Atos ist inzwischen deutlich in die Jahre gekommen. Was einst ein günstiger und sparsamer Stadtwagen war, kämpft heute mit typischen Alterserscheinungen. Bei schlechter Wartung nehmen die Probleme schnell zu.
Typische Probleme:
- Motor und Kühlung: Kühlflüssigkeit tritt an alten Schläuchen aus, und die Wasserpumpe kann ausfallen. Wird das nicht rechtzeitig behoben, droht Überhitzung.
- Kupplung und Bremsen: bei hoher Laufleistung verschleißen diese Komponenten schnell. Eine rutschende Kupplung erkennst du an hakeligem Schalten und verbranntem Geruch.
- Elektrik: die Systeme sind simpel, doch Kabel können spröde werden. Startprobleme durch schlechten Kontakt an der Batterie sind weit verbreitet.
Halte den Atos technisch fit, indem du Öl, Kühlflüssigkeit und Bremsflüssigkeit regelmäßig wechselst. Prüfe beim Kauf immer den Zustand von Motor und Kühlsystem und ob sich die Kupplung sauber betätigen lässt. Eine Probefahrt in der Stadt und auf der Landstraße verschafft schnell Klarheit.
Mehr dazu: Hyundai Atos
Infotainment- und Displayprobleme bei aktuellen Hyundai-Modellen
Ein weit verbreitetes Problem, das mehrere Modelle betrifft, ist der Ausfall des 12,3-Zoll-Digitaldisplays. Häufig werden Instrumente und Infotainment in einem gemeinsamen Bildschirm dargestellt.
Betroffene Modelle:
Rund 11.500 Fahrzeuge der Modelljahre 2025–2026 wurden in Kanada zurückgerufen, darunter:
- Ioniq 5
- Ioniq 9
- Kona
- Palisade
- Santa Fe
- Sonata
- Tucson
Das Problem: Der Bildschirm fällt willkürlich aus, startet neu oder bleibt während der Fahrt schwarz. Das ist gefährlich, weil Geschwindigkeit, Warnhinweise und Navigation nicht mehr sichtbar sind.
Lösung:
Ursache ist ein Softwarefehler, der ohne Werkstattbesuch behoben werden kann. Over-the-air-Updates werden ausgerollt. Du kannst das Update aber auch in der Werkstatt installieren lassen.
So erkennst du die Symptome:
- Display wird schwarz oder startet neu
- Infotainment fällt plötzlich aus
- Instrumente reagieren zeitweise nicht
Installiere Updates, sobald diese verfügbar sind. Meldet sich das Problem nach einem Update erneut, informiere umgehend deinen Händler.
Batterie- und Ladeprobleme bei Hyundai-Elektroautos allgemein
Neben modellabhängigen Problemen gibt es generelle EV-Themen, die mehrere elektrische Hyundai-Modelle betreffen.
Qualitätskontrolle der Batteriezellen:
Hyundai verwendet im E-GMP-Baukasten zylindrische Zellen. Bei unzureichender Kontrolle können innere Kurzschlüsse entstehen. Die Folge sind Überhitzung, Rauchentwicklung und im schlimmsten Fall Brände.
Praxisbeispiele:
Weltweit wurden über 80.000 Fahrzeuge zurückgerufen. Vor dem Rückruf waren 13 Brände bestätigt.
Maßnahmen von Hyundai:
Hyundai führt Rückrufe durch, tauscht Batterien und passt die Software an, um Risiken zu reduzieren. Dennoch sind nicht alle Probleme gelöst; einige Besitzer berichten weiterhin von Sorgen und Auffälligkeiten.
Konkrete Empfehlungen:
- Lade nach Möglichkeit nicht unbeaufsichtigt oder nachts in geschlossenen Räumen.
- Stelle das Fahrzeug nach langen Fahrten oder Schnellladevorgängen nicht direkt in eine Garage, sondern lass die Batterie zunächst abkühlen.
- Achte auf Warnleuchten, ungewöhnliche Gerüche oder Hitzeentwicklung im Bereich der Batterie.
- Prüfe regelmäßig, ob Rückrufe für dein Fahrzeug offen sind.
- Melde Auffälligkeiten sofort beim Händler und dokumentiere alles mit Fotos und genauen Beschreibungen.
„ Aufschieben erhöht das Risiko. “
Was kannst du als Hyundai-Besitzer selbst tun? Praktische Schritte
Als Besitzer eines Hyundai kannst du selbst aktiv dazu beitragen, Risiken zu minimieren und Probleme frühzeitig zu erkennen.
Checkliste für jeden Hyundai-Fahrer:
- Rückrufstatus prüfen: Nutze deine Fahrgestellnummer und kontrolliere auf offiziellen Hyundai-Webseiten oder bei der Verkehrsbehörde, ob offene Rückrufe vorliegen.
- Fahrzeug registrieren: Sorge dafür, dass Hyundai deine Kontaktdaten hat, damit du bei Rückrufen automatisch informiert wirst.
- Software-Updates installieren: Viele Probleme lassen sich per Software lösen. Führe OTA-Updates durch oder lass sie in der Werkstatt installieren.
- Alles dokumentieren: Hebe Werkstattrechnungen auf, notiere Fehlercodes und fertige Fotos oder Videos von Symptomen an. Das hilft bei Garantie- und Kulanzanfragen.
- Foren und Communities nutzen: Tausche dich mit anderen Besitzern aus, verlasse dich bei Sicherheitsfragen aber immer auf offizielle Infos von Hyundai.
- Bei Rückrufen schnell reagieren: Lass sicherheitsrelevante Reparaturen so bald wie möglich durchführen. Aufschieben erhöht das Risiko.

Entscheidung für einen (gebrauchten) Hyundai: Risikoabschätzung nach Modell
Überlegst du, einen Hyundai zu kaufen? Dann lohnt es sich, die Risiken der einzelnen Modelle im Vorfeld einzuschätzen.
Modelle und Baujahre mit erhöhtem Augenmerk:
- Santa Fe (2022–2024): Rückrufe wegen Getriebe und Airbags. Prüfe, ob alle Maßnahmen erledigt wurden.
- Tucson (2021–2026): DCT-Probleme und Infotainment-Störungen. Frage nach durchgeführten Updates.
- Ioniq 5 und Ioniq 6: Batterie- und Ladeprobleme. Checke Rückrufstatus und eventuelle Batterietausche.
- Kona (2026): defekte Achsschenkel. Prüfe, ob diese ersetzt wurden.
- i30 mit DCT: ruckeliges Schalten. Ziehe einen Schaltwagen oder klassischen Wandlerautomaten in Betracht.
Lästig vs. sicherheitskritisch:
Nicht jedes Problem ist gleich gravierend. Ein Infotainment-Bildschirm, der sich gelegentlich neu startet, ist zwar störend, während ein defekter Achsschenkel oder eine brandgefährdete Batterie lebensbedrohlich sein können. Priorisiere sicherheitskritische Rückrufe.
Probefahrt und Kaufuntersuchung:
- Teste das Getriebe gründlich: schaltet das DCT weich oder ruckelig?
- Überprüfe die gesamte Elektronik: funktionieren Displays, Sensoren und Zentralverriegelung zuverlässig?
- Lass Unterboden, Fahrwerk und Achsschenkel (Porte-fusees) von einem Fachmann begutachten.
- Fordere die Wartungshistorie und Nachweise über durchgeführte Rückrufaktionen an.
Hyundai arbeitet daran, Probleme zu lösen. Der Umstieg von DCT- auf klassische Wandlerautomaten bei schwereren Modellen und der Ausbau von OTA-Updates zeigen, dass der Hersteller auf Kritik reagiert. Ein gut gewarteter Hyundai mit erledigten Rückrufen bleibt eine vernünftige Wahl – vorausgesetzt, du kennst die Schwachpunkte. Prüfe außerdem aktiv, ob für dein Modell offene Rückrufe bestehen, und lass sicherheitsrelevante Reparaturen umgehend durchführen.












