Der Peugeot 207 bietet bezahlbaren Fahrspaß mit sportlichem Design und einem riesigen Angebot an Gebrauchtwagen. Ohne gründliche Kontrolle kaufst du jedoch schnell ein Auto mit versteckten Mängeln. Steuerketten, Ölprobleme und der Dachmechanismus des CC (Coupé-Cabriolet) können hohe Kosten verursachen. So vermeidest du teure Überraschungen.
Warum der Peugeot 207 noch immer beliebt ist
Der Peugeot 207 wurde von 2006 bis 2012 produziert und ist als Drei- und Fünftürer, Kombi und Coupé-Cabriolet erhältlich. Das sportliche Design wirkt auch nach Jahren noch frisch. Die Preise beginnen bei rund 1.000 Euro für frühe Modelle mit hohen Laufleistungen. Autos mit 100.000 bis 150.000 Kilometern findest du für 2.000 bis 4.000 Euro.
Das Angebot ist groß, was bedeutet, dass du wählerisch sein kannst. Vor allem der Hatchback kommt am häufigsten vor. Der Kombi macht rund 25 Prozent des Angebots aus, der CC etwa 14 Prozent. Dieselmodelle sind mit nur 13 Prozent der Gebrauchten eher selten. Automatikgetriebe sind eine Ausnahme.
„ Ein gerissener Steuerkette führt zu Motorschäden, die den Kaufpreis deutlich übersteigen können. “
Steuerkette vor dem Kauf überprüfen
Die Benzinmodelle mit VTi- und THP-Motor sind anfällig für Probleme mit der Steuerkette. Das gilt vor allem für die Modelle vor dem Facelift im Jahr 2009. Durch unzureichende Schmierung oder lange Wartungsintervalle kann die Kette übermäßig verschleißen.
Typische Symptome einer verschlissenen Steuerkette sind:
- Rasselndes Geräusch beim Starten
- Unruhige Leerlaufdrehzahl
- Aufleuchtende Motorkontrollleuchte
Fordere immer die Wartungshistorie an. Prüfe, ob die Kette bereits ersetzt wurde. Eine gerissene Steuerkette führt zu Motorschäden, die den Kaufpreis deutlich übersteigen können. Lass im Zweifel den Motor laufen und höre, ob ungewöhnliche Geräusche zu hören sind. Bitte einen Kfz-Mechaniker, die Kette vor dem Kauf zu inspizieren.

Ölstand und Ölverbrauch erfordern besondere Aufmerksamkeit
Der 1.6 HDiF-Dieselmotor (HDi mit Partikelfilter) gilt als sparsam und zuverlässig, hat aber einen großen Schwachpunkt. Der Kunststoff-Ölmessstab kann brechen, sodass ein Teil davon in die Ölwanne fällt. Das kann zu Verstopfungen im Schmiersystem und letztlich zu Motorschäden führen.
Kontrolliere bei der Besichtigung Folgendes:
- Ziehe den Ölmessstab heraus und prüfe, ob er unbeschädigt ist
- Kontrolliere, ob der Ölstand im Sollbereich liegt
- Frage, wann das Öl zuletzt gewechselt wurde
Bei Benzinmotoren, insbesondere den THP-Versionen, tritt erhöhter Ölverbrauch regelmäßig auf. Manche Autos verbrauchen zwischen den Inspektionen einen Liter oder mehr. Das weist häufig auf Verschleiß an Kolben oder Ventilen hin. Achte bei einer Probefahrt darauf, ob vor allem beim Beschleunigen blauer Rauch aus dem Auspuff kommt. Das deutet auf Ölverbrennung hin.
Dachmechanik des CC verlangt sorgfältige Kontrolle
Der Peugeot 207 CC mit klappbarem Hardtop-Dach ist attraktiv, aber die Dachmechanik ist ein empfindliches Bauteil. Reparaturen sind kostspielig und liegen oft bei über 1.000 Euro. Viele Besitzer melden Störungen in der elektrischen Bedienung oder klemmende mechanische Teile.
Teste das Dach bei der Besichtigung immer mehrfach. Öffne und schließe es komplett. Achte auf folgende Anzeichen:
- Ungewöhnliche Geräusche oder Ruckeln beim Bewegen
- Fehlermeldungen im Kombiinstrument
- Ein Dach, das nicht vollständig schließt oder öffnet
- Undichtigkeiten nach Regen, kontrolliere Polster und Fußmatten
Meide Autos, bei denen der Besitzer angibt, dass das Dach „ab und zu Probleme macht“. Dieses Problem löst sich nicht von selbst und wird in der Regel nur schlimmer. Stelle sicher, dass die Dachmechanik vollständig funktioniert, bevor du den Kauf abschließt.
„ Selbst wenn die Motorkontrollleuchte nicht brennt, können Fehlercodes gespeichert sein. “
Motorprobleme und Elektronik erfordern digitalen Check
Der Peugeot 207 hat regelmäßig mit elektrischen Störungen zu kämpfen. Probleme mit dem Bordcomputersystem, Sensoren und der Beleuchtung kommen häufig vor. Ein Gong-Ton beim Starten weist meist auf eine leere Batterie hin, die ersetzt werden muss.
Lass vor dem Kauf immer den Fehlerspeicher in einer Werkstatt auslesen. So kommen versteckte Probleme ans Licht, die nicht sofort sichtbar sind. Selbst wenn die Motorkontrollleuchte nicht brennt, können Fehlercodes hinterlegt sein.
Teste bei der Besichtigung außerdem alle elektrischen Funktionen:
- Beleuchtung vorne und hinten
- Scheibenwischer und Waschdüsen
- Elektrische Fensterheber und Spiegel
- Klimaanlage bzw. Climate Control und Lüftung
- Infotainmentsystem und Radio
Störungen im elektrischen System sind oft schwierig und teuer zu beheben. Im Zweifel suchst du besser weiter nach einem anderen Exemplar.

Hohe Laufleistungen ohne Historie sind ein Risiko
Viele Peugeot-207-Gebrauchte haben Laufleistungen von über 150.000 Kilometern. Das muss kein Problem sein, wenn das Auto gut gewartet wurde. Ohne Wartungshistorie ist der Kauf jedoch ein Glücksspiel. Verlange immer eine vollständige Übersicht über durchgeführte Inspektionen und Reparaturen.
Überprüfe das Auto über eine NAP-Kontrolle (Kilometerstandsprüfung der niederländischen „Nationale Auto Pas“, um Tachomanipulation auszuschließen). Achte außerdem auf Anzeichen intensiver Nutzung:
- Verschleiß an Lenkrad, Schalthebel und Pedalen
- Rost an Radläufen und Schwellern
- Abgenutzte Polster und Armaturenbrett
Autos mit geringerer Laufleistung und vollständiger Historie sind den höheren Kaufpreis wert. Das Fahrwerk des 207 ist robust konstruiert, aber mangelnde Wartung rächt sich schnell. Meide Exemplare, bei denen der Verkäufer kaum Informationen zur Wartungsgeschichte geben kann.
Welche Ausführung die beste Wahl ist
Die zuverlässigste Wahl ist ein 207 nach dem Facelift 2009. Diese Modelle bieten bessere Materialien, überarbeitete Motoren und weniger Kinderkrankheiten. Der 1.6 HDiF-Diesel mit 90 oder 112 PS kombiniert Sparsamkeit mit ordentlichen Fahrleistungen. Bei den Benzinern ist der 1.4 VTi mit 95 PS eine sichere Option ohne die typischen Probleme des THP-Motors.
Meide die frühen 1.6-THP-Modelle, es sei denn, du kannst nachweisen, dass die bekannten Probleme behoben wurden. Die sportliche RC-Variante vermittelt nicht das echte GTI-Gefühl und verursacht höhere Wartungskosten. Der CC ist attraktiv, erfordert aber eine besonders gründliche Kontrolle der Dachmechanik.
Suche nach Möglichkeit einen Fünftürer-Hatchback oder Kombi mit Vollausstattung. Funktionen wie Climate Control, Tempomat und Parksensoren sind ab den XS-Versionen oft serienmäßig. Diese Ausführungen sind komfortabel und alltagstauglich.
„ Der 207 ist kein teures Auto im Unterhalt, aber vernachlässigte Wartung rächt sich schnell. “
Was die Wartung eines Peugeot 207 kostet
Die Wartung eines Peugeot 207 ist erschwinglich. Eine kleine Inspektion kostet etwa 150 Euro, eine große Inspektion rund 195 Euro. Die Wartungsintervalle liegen bei 30.000 Kilometern oder zwei Jahren. Diese Kosten gelten für Standardarbeiten wie Ölwechsel, Filtertausch und Sichtkontrollen.
Reparaturen können natürlich teurer ausfallen. Der Austausch einer Steuerkette schlägt schnell mit 800 bis 1.200 Euro zu Buche. Die Instandsetzung der CC-Dachmechanik kann mehr als 1.000 Euro kosten. Elektrische Störungen erfordern oft viel Diagnosezeit, was die Arbeitskosten in die Höhe treibt.
Plane deshalb immer einen Puffer für unerwartete Ausgaben ein. Der 207 ist kein teures Auto im Unterhalt, aber vernachlässigte Wartung rächt sich schnell. Kaufe nach Möglichkeit ein gut gepflegtes Exemplar, um hohe Reparaturkosten zu vermeiden.

Ist der Peugeot 207 als Gebrauchtwagen zuverlässig
Die Zuverlässigkeit eines gebrauchten Peugeot 207 hängt stark von Wartung und Motorvariante ab. Facelift-Modelle mit Dieselmotor und lückenloser Historie bieten jahrelang Fahrfreude bei niedrigen Kosten. Frühe Benziner mit THP-Motor und Fahrzeuge ohne Wartungsnachweise sind risikoreich.
Besitzer loben das Platzangebot, den sparsamen Verbrauch und das frische Design. Wer die Wartung ernst nimmt und Probleme rechtzeitig angeht, hat in der Regel wenig Ärger. Vernachlässigte Wartung führt dagegen zu Elektronikproblemen, Motorschäden und hohen Reparaturrechnungen.
Nimm dir Zeit für eine gründliche Prüfung. Teste alle Funktionen, lass den Fehlerspeicher auslesen und kontrolliere die Wartungshistorie. Ein guter 207 ist zu finden – wer aber gezielt auswählt, erspart sich Enttäuschungen.
Auf der Website von Carnews findest du weitere Kaufberater, Wartungstipps und Vergleiche beliebter Gebrauchtwagenmodelle. Finde heraus, welches Auto am besten zu deinen Wünschen passt und worauf du für einen klugen Kauf achten solltest.
Häufig gestellte Fragen
Die 1.6-HDiF-Dieselmotoren (90–112 PS) gelten insgesamt als sparsam und relativ zuverlässig, abgesehen von gelegentlich brechenden Kunststoff-Ölmessstäben. Auch der 1.4-VTi-Benziner (95 PS) gilt als eine der sichereren, kultiviert laufenden Optionen, sofern die Wartung stimmt. Die frühen 1.6-THP-Benzinmotoren haben hingegen einen Ruf für Probleme wie Steuerkettenverschleiß und erhöhten Ölverbrauch und werden in den Vor-Facelift-Modellen oft nicht empfohlen. Der einfache 1.4-Benziner ist technisch nicht berüchtigt, aber eher schwach motorisiert und dadurch im Alltag weniger angenehm.
Achte bei einem gebrauchten Peugeot 207 besonders auf elektronische Störungen (Armaturenbeleuchtung, Sensoren, Zentralfunktionen) und lass den Fehlerspeicher immer auslesen. Kontrolliere bei VTi- und vor allem THP-Motoren den Zustand der Steuerkette und möglichen erhöhten Ölverbrauch und meide im Zweifel frühe THP-Versionen. Prüfe bei Dieseln (1.6 HDiF), ob Partikelfilter und AGR-Ventil in Ordnung sind und ob der Kunststoff-Ölmessstab nicht in der Ölwanne abgebrochen ist. Achte außerdem auf Rost an den Radläufen, Verschleiß am Fahrwerk und beim CC auf ein einwandfrei funktionierendes Dach.
Die Wartungskosten eines Peugeot 207 sind relativ niedrig; rechne mit etwa 150 € für eine kleine und rund 195 € für eine große Inspektion, bei Intervallen von 30.000 km oder alle 2 Jahre. Insgesamt ist die Ersatzteilversorgung dank der großen Stückzahlen und vielen noch fahrenden Exemplare sehr gut. Viele Verschleißteile und Gebrauchtteile sind in großer Zahl und zu günstigen Preisen erhältlich. Bei speziellen Varianten wie dem CC können einzelne Komponenten (etwa die Dachmechanik) jedoch deutlich teurer sein.
Für Autoliebhaber sind vor allem der 207 RC, Sondermodelle (wie die Le-Mans-Edition) und gut ausgestattete XS-Versionen interessant, da sie ein sportlicheres Fahrgefühl und mehr Extras bieten. Im Allgemeinen sind die überarbeiteten Modelle ab 2009 die bessere Wahl, mit hochwertigeren Materialien, zuverlässigerer Technik und modernerer Ausstattung. Bevorzugt werden sollten der 1.4 VTi sowie die überarbeiteten 1.6 THP (ab ca. 2010) und 1.6 HDiF gegenüber den frühen THP-Motoren. Cabrio-Fans sollten auf einen 207 CC mit gut gewarteter Dachmechanik und lückenloser Servicehistorie achten.
Achte während der Probefahrt auf einen ruhigen, gleichmäßigen Motorlauf, ausreichende Durchzugskraft und das Fehlen von Rassel- oder Klappergeräuschen (vor allem beim Kaltstart, wegen möglichem VTi/THP-Kettenverschleiß). Prüfe, ob das Getriebe sauber schaltet, die Kupplung nicht rutscht (hoher Schleifpunkt) und ob beim Anfahren und Ausrollen keine Vibrationen oder ungewöhnliche Geräusche auftreten. Teste das Fahrwerk auf Unebenheiten: kein Poltern, Schwimmen oder Ziehen beim Bremsen, und achte auf einseitig abgefahrene Reifen. Kontrolliere zum Schluss die gesamte Elektrik (Beleuchtung, Scheibenwischer, Fensterheber, Klimaanlage, Infotainment, Sensoren) und achte auf Warnleuchten oder Fehlermeldungen im Kombiinstrument.

