ID.4-Notbremsen wecken Sicherheitsbedenken

ID.4-Notbremsen wecken Sicherheitsbedenken

Die automatischen Notbremsfunktionen des Volkswagen ID.4 erweisen sich in der Praxis als unzuverlässig und führen zu gefährlichen Situationen. Besitzer bezeichnen das System als furchtbar, beängstigend und sogar terrifying. Diese Sicherheitsbedenken erfordern Aufmerksamkeit, bevor jemand verletzt wird. Was ist mit diesem System los – und lässt es sich überhaupt ausschalten?

Der Volkswagen ID.4 ist mit verschiedenen automatischen Bremssystemen ausgestattet, doch die Erfahrungen der Besitzer weichen deutlich von den Versprechen ab. Das City Emergency Braking-System (ein automatisches Notbremssystem, das im Stadtverkehr bis 30 km/h aktiv ist) versagt regelmäßig. Es erkennt Hindernisse, die gar nicht existieren, oder reagiert nicht, wenn es wirklich nötig wäre.

Warum arbeitet das automatische Bremssystem nicht zuverlässig?

Das Problem liegt in der Erkennungstechnologie. Der ID.4 nutzt Kameras und Radarsensoren (Sensoren, die über Radiowellen Entfernung und Geschwindigkeit von Objekten messen), um Hindernisse zu erkennen. Diese Sensoren können jedoch durch Schmutz, Regen oder grelle Sonne gestört werden. Die Software interpretiert die Bilder nicht immer korrekt, was zu Fehlalarmen oder ausbleibenden Reaktionen führt.

Besitzer melden unterschiedliche Störungen. Manchmal bremst das Auto abrupt wegen eines Schattens auf der Fahrbahn oder einer Plastiktüte. In anderen Fällen bleibt das System passiv, obwohl sich tatsächlich ein Hindernis nähert. Diese Unvorhersehbarkeit macht das System gefährlich, vor allem im dichten Stadtverkehr, wo nachfolgende Fahrer nicht mit plötzlichen Bremsmanövern rechnen.

Die Kalibrierung der Sensoren (das präzise Einstellen und Justieren der Sensoren) spielt eine Rolle. Nach einem Scheibentausch oder einem leichten Auffahrunfall kann die Kamera verstellt sein. Viele Besitzer wissen nicht, dass eine Neukalibrierung (das erneute Einstellen der Sensoren nach Reparatur oder Austausch) nötig ist, wodurch das System weiter fehlerhaft arbeitet. Auch die Softwareversionen unterscheiden sich je nach Baujahr; ältere Versionen haben häufiger Probleme mit fehlerhafter Objekterkennung.

‘ In Foren berichten Besitzer, dass sie das System aus Frustration deaktivieren – wodurch der Sicherheitsabstandspuffer entfällt. ’

Das Emergency-Assist-System bringt eigene Probleme mit sich

Emergency Assist soll eingreifen, wenn der Fahrer ohnmächtig wird oder nicht aufpasst. Das System überwacht Lenkrad, Gaspedal und Bremse auf Aktivität. Bleibt eine Reaktion aus, folgen Warnungen und schließlich übernimmt das System die Kontrolle.

In der Praxis greift dieses System jedoch zu schnell ein. In engen Kurven oder bei ruhigem Fahrstil „denkt“ das System, dass du nicht mehr reagierst. Die folgenden Gurtvibrationen und Bremsstöße sind abrupt und schrecken Fahrer eher auf, was wiederum neue Risiken schafft. In Foren berichten Besitzer, dass sie das System aus Frustration deaktivieren – wodurch der Sicherheitsabstandspuffer entfällt.

In echten Notsituationen funktioniert das System hingegen ordnungsgemäß. Es bringt das Fahrzeug kontrolliert zum Stillstand, aktiviert die Warnblinkanlage und sendet einen SOS-Notruf mit Standort an die Rettungsdienste. Die Türen werden entriegelt und die Innenbeleuchtung geht an. All das klingt auf dem Papier gut, doch die Fehlalarme untergraben das Vertrauen in das System.

Volkswagen ID.4

Lassen sich die automatischen Bremsfunktionen deaktivieren?

Du kannst City Emergency Braking über das Fahrzeugmenü vorübergehend deaktivieren. Das musst du jedoch nach jeder Fahrt erneut tun, denn das System wird standardmäßig wieder aktiviert. Für Emergency Assist gilt dasselbe: Deaktivieren ist über das IQ.DRIVE-Menü (das spezifische Assistentenmenü von Volkswagen) möglich, wird aber bei einer neuen Fahrt zurückgesetzt.

Ein dauerhaftes Ausschalten ist ohne tiefgreifende Softwareänderungen nicht möglich. Volkswagen hat dies bewusst so gestaltet, um Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Für viele Besitzer ist das tägliche Deaktivieren jedoch eine frustrierende Aufgabe, besonders wenn sie mehrmals am Tag fahren.

Einige Besitzer suchen den Händler auf, um die Empfindlichkeit des Systems anpassen zu lassen. Das ist keine offizielle Option, aber manche Händler können über Diagnosesoftware die Schwellenwerte etwas anheben (die Grenzwerte, bei denen das System eingreift, sodass es weniger schnell reagiert). Das löst das Problem nur teilweise und kann zudem neue Garantiefragen aufwerfen.

Alternative Elektroautos mit besseren Systemen

Wenn du an der Zuverlässigkeit der ID.4-Sicherheitssysteme zweifelst, gibt es Alternativen mit robusterer Technologie:

  • Tesla Model Y: Nutzt eine Kombination aus Kameras und Ultraschallsensoren mit fortschrittlicher Software, die Hindernisse genauer erkennt. Fehlalarme treten seltener auf.
  • Hyundai Ioniq 5: Verfügt über ein zuverlässiges Forward Collision-Avoidance Assist-System (ein automatisches Notbremssystem, das drohende Frontalzusammenstöße erkennt und verhindert), das in unabhängigen Tests gut abschneidet. Weniger Beschwerden über unnötige Bremsmanöver.
  • Kia EV6: Nutzt die gleiche Technologie wie der Ioniq 5 und zeigt ähnliche Leistungen. Das System reagiert angemessen, ohne übertriebene Eingriffe.
  • Ford Mustang Mach-E: Verfügt über ein gut abgestimmtes Pre-Collision Assist-System (ein automatisches Notbremssystem, das drohende Kollisionen erkennt und bremst), das bei unterschiedlichen Wetterbedingungen konstant arbeitet.

Diese Modelle erzielen in Euro-NCAP-Tests zur aktiven Sicherheit bessere Ergebnisse und erhalten positivere Rückmeldungen von Besitzern. Sie bieten ebenfalls automatische Notbremsfunktionen, jedoch mit weniger unvorhersehbarem Verhalten als der ID.4.

‘ „Das schafft Verständnis für die Funktionsweise und verhindert Überraschungen im Verkehr.“ ’

Was kannst du selbst tun, um Probleme zu verringern?

Sorge dafür, dass Kamera und Radarsensoren sauber sind. Schmutz, Schnee oder Insektenreste stören die Erkennung unmittelbar. Kontrolliere vor jeder Fahrt die Windschutzscheibe und Stoßstange, an denen die Sensoren sitzen. Im Winter ist das wegen Streusalz und Schneeresten besonders wichtig.

Lass die Sensoren nach einem Scheibentausch oder einer Reparatur an der vorderen Stoßstange neu kalibrieren. Das kostet bei einer spezialisierten Werkstatt zwischen 100 und 200 Euro, verhindert aber viele Fehlalarme. Frage ausdrücklich nach, ob Kamera und Radar überprüft wurden.

Aktualisiere die Software beim Händler. Volkswagen bringt regelmäßig Updates heraus, die die Erkennung verbessern. Diese Updates werden nicht immer automatisch per Over-the-Air-Update eingespielt, plane daher einen Werkstatttermin ein. Frage nach der neuesten Softwareversion für die Sicherheitssysteme.

Teste das System bewusst an einem sicheren Ort. Fahre auf einen leeren Parkplatz und lass jemanden ein Hindernis aufstellen, um zu sehen, wie das System reagiert. Das schafft Verständnis für die Funktionsweise und verhindert Überraschungen im Verkehr. Mach dies nur auf vollständig abgesperrtem Gelände.

Volkswagen ID.4

Bleib kritisch gegenüber den Sicherheitssystemen

Die automatischen Notbremsfunktionen des ID.4 verlangen eine kritische Haltung. Verlass dich nicht blind auf die Technik und bleib selbst aufmerksam. Wenn das System regelmäßig Fehlalarme auslöst oder gar nicht reagiert, nimm Kontakt mit dem Händler zur Diagnose auf. Dokumentiere die Situationen, in denen das System versagt – das hilft im Gespräch.

Wer den Kauf eines ID.4 in Erwägung zieht, sollte während einer Probefahrt unter verschiedenen Bedingungen ausgiebig testen. Fahre im dichten Stadtverkehr, auf Autobahnen und auf kurvigen Straßen, um zu sehen, wie sich die Systeme verhalten. Frage den Verkäufer nach bekannten Problemen und den neuesten Software-Updates.

Auf der Website von Carnews findest du weitere Informationen zu Autoproblemen, Vergleichen zwischen Elektromodellen und praktische Tipps für sicheres Fahren. Finde heraus, welche Fahrzeuge am besten zu deinen Wünschen passen, und lies Erfahrungsberichte anderer Besitzer, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Häufig gestellte Fragen

In Praxistests erzielen die Notbremsfunktionen und Sicherheitssysteme des Volkswagen ID.4 im Allgemeinen gute Ergebnisse, mit einem schnellen und vorhersehbaren Eingriff der automatischen Notbremse und einem effektiven Zusammenspiel mit Assistenzsystemen wie Lane Assist und Emergency Assist. Im Vergleich zu einigen konkurrierenden elektrischen SUVs (wie bestimmten koreanischen und amerikanischen Modellen) reagiert der ID.4 in Last-Minute-Situationen etwas weniger aggressiv, dafür aber konsistenter und mit weniger ruckartigen Bremsmanövern. Der Spurhalte- und Müdigkeitsassistent werden als zuverlässig und relativ zurückhaltend empfunden, auch wenn einige Konkurrenten beim automatischen Spurwechsel oder beim Ausführen von Ausweichmanövern weiterentwickelter sind. Insgesamt gehört der ID.4 mit seinen Sicherheitssystemen im Segment der elektrischen SUVs zur soliden oberen Mittelklasse, ohne absoluter Spitzenreiter zu sein.

Die ADAS-Systeme im ID.4, wie Notbremsassistent, Lane Assist und adaptive Geschwindigkeitsregelanlage (IQ.DRIVE), beeinflussen das aktive Fahrerlebnis, indem sie einen Großteil der Lenk-, Brems- und Abstandsarbeit teilweise übernehmen und das Fahrzeug stabiler und sicherer fahren lassen. Sie können das Fahren komfortabler, aber auch „begleitet“ oder weniger direkt wirken lassen, insbesondere auf Autobahnen und im dichten Verkehr. Die meisten Assistenzsysteme lassen sich über den Infotainment-Bildschirm oder Tasten am Lenkrad in mehreren Empfindlichkeitsstufen konfigurieren. Verschiedene Funktionen, wie Lane Assist oder bestimmte Warnungen, können zudem pro Fahrt ausgeschaltet oder vorübergehend deaktiviert werden.

Die Notbremsfunktion im ID.4 besteht unter anderem aus City Emergency Braking und Emergency Assist, die nach vorn gerichtete Radar- und Kamerasensoren in Kombination mit dem ABS/ESC-System nutzen, um automatisch Bremsdruck auf allen vier Rädern aufzubauen. Die elektrische Parkbremse mit Notfunktion ist softwareseitig mit dem Bremsregelsystem gekoppelt: Beim kräftigen Ziehen (auch durch einen Beifahrer) wird über das ABS eine maximale, stabile Bremsverzögerung erreicht. Die Software (als Teil des IQ.DRIVE-Systems) überwacht kontinuierlich Pedaleingaben, Lenkradbewegungen und Fahrspurinformationen, um Unaufmerksamkeit zu erkennen, und kann dann selbstständig bremsen, in der Spur halten und das Fahrzeug kontrolliert zum Stillstand bringen. Andere Sicherheitssysteme wie Auto Hold und die Integration mit adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage und Lane Assist nutzen dieselben Sensoren und Regelalgorithmen, um Anfahr- und Stillstandmomente, Abstandsregelung und Spurführung automatisch zu steuern.

Ja, es sind Szenarien bekannt, in denen die Notbremsfunktion (insbesondere City Emergency Braking und verwandte Assistenten) unbeabsichtigt eingreifen kann, zum Beispiel bei stehenden Objekten am Fahrbahnrand, engen Kurven oder schmalen Durchfahrten, die von den Sensoren als bedrohliches Hindernis interpretiert werden. Im Design wurde dies berücksichtigt, indem zunächst visuelle und akustische Warnungen sowie ein kurzer Bremsruck erfolgen, bevor maximal gebremst wird, sodass der Fahrer übersteuern kann. Außerdem sind die Algorithmen auf typische Fahrsituationen (wie Stadtverkehr bis ca. 30 km/h) abgestimmt, um fehlerhafte Eingriffe zu begrenzen. Nutzer können bestimmte Assistenzsysteme vorübergehend deaktivieren oder ihre Empfindlichkeit anpassen, wenn es die Fahrbedingungen erfordern.