Citroën C4 Picasso: die häufigsten Probleme im Überblick
Der Citroën C4 Picasso verbindet viel Platz mit moderner Technik und ist für sein komfortables Fahrverhalten bekannt. Trotzdem hat dieser beliebte Familienvan mit typischen technischen Problemen zu kämpfen, die bei Besitzern regelmäßig auftreten. Von Motorstörungen bis zu elektronischen Kinderkrankheiten: Verschiedene Bauteile erfordern besondere Aufmerksamkeit – sowohl bei der Wartung als auch beim Kauf. Ist dieser französische Van trotz seiner bekannten Schwächen noch immer eine vernünftige Wahl?
Der C4 Picasso überzeugt Käufer vor allem durch seine praktische Raumaufteilung und das moderne Design. Das Panoramaglasdach sorgt für ein luftiges Raumgefühl im Innenraum. Die modulare Sitzanordnung bietet Familien viel Flexibilität. Der Kofferraum mit 537 Litern Volumen lässt sich durch Umklappen der Rückbank leicht zu einem großzügigen Laderaum vergrößern. Hinter diesem attraktiven Gesamtbild verbergen sich jedoch einige technische Schwachstellen, die man besser im Voraus kennt. Einen umfassenderen Überblick über wiederkehrende Probleme bei dieser Marke findest du unter Autoprobleme Citroën.
Die häufigsten Problembereiche
Beim C4 Picasso gibt es in mehreren Bereichen typische Schwachpunkte. Der 1.6 HDi-Dieselmotor und die Benzinversionen mit PureTech zeigen vor allem motorseitige Probleme. Elektronikstörungen betreffen das Infotainmentsystem und diverse Sensoren. Auch Getriebe, Fahrwerk und Klimaanlage bereiten immer wieder Schwierigkeiten. Diese Kategorien tauchen bei verschiedenen Baujahren auf, wobei ältere Exemplare von vor 2013 für bestimmte Defekte anfälliger sind.
„Ein reißender oder überspringender Riemen verursacht Motorschaden.“
Motorprobleme, die häufig auftreten
Der 1.6 HDi-Dieselmotor hat bekannte Schwächen beim Turbo- und Einspritzsystem. Turbolader können mit der Zeit Schaufeln verlieren. Die Lager können fressen. Das erkennst du an pfeifenden Geräuschen, Rauchentwicklung oder plötzlichem Leistungsverlust. Injektoren setzen sich zu oder beginnen zu lecken. Das führt zu unrundem Leerlauf und erhöhtem Verbrauch.
Der Rußpartikelfilter (DPF) erfordert bei diesem Motor besonderen Wartungsaufwand. Vor allem bei Kurzstreckenfahrten setzt sich der Filter schneller zu. Die Regeneration gelingt dann nicht mehr von selbst. Du merkst das an aufleuchtenden Warnlampen und nachlassender Leistung. Eine forcierte Regeneration in der Werkstatt behebt das Problem oft nur vorübergehend, denn dauerhaft viele Kurzstrecken bleiben kritisch.
Beim PureTech-Benzinmotor treten andere Beschwerden in den Vordergrund. Der nasse Zahnriemen bereitet die größten Sorgen. Dieser Riemen läuft im Ölbad und kann nach rund 80.000 Kilometern Verschleißerscheinungen zeigen. Ein reißender oder überspringender Riemen verursacht Motorschaden. Lass den Riemen deshalb vorsorglich zwischen 60.000 und 80.000 Kilometern wechseln.
Ein weiterer Knackpunkt beim PureTech ist der Ölverbrauch. Manche Exemplare verbrauchen deutlich mehr Öl als erwartet. Kontrolliere regelmäßig den Ölstand und fülle rechtzeitig nach, um teure Schäden zu vermeiden. Modelle ab 2017 haben häufig verbesserte Kolben und Kolbenringe, was das Problem reduziert.

Elektronische Störungen im System
Das Infotainmentsystem des C4 Picasso zeigt immer wieder Softwareprobleme. Der Touchscreen kann einfrieren, verzögert reagieren oder sich spontan neu starten. Auch die Smartphone-Anbindung per Bluetooth funktioniert nicht immer reibungslos. Softwareupdates helfen gelegentlich, jedoch reagieren nicht alle Fahrzeuge gleichermaßen gut darauf.
Parkpiepser und Rückfahrkamera geben manchmal Fehlalarme oder fallen komplett aus. Ursache sind häufig verschmutzte oder feuchte Sensoren. Reinige die Sensoren regelmäßig und prüfe die Kabel auf Beschädigungen. Halten die Probleme an, muss der defekte Sensor ersetzt werden.
Der Regensensor arbeitet nicht immer zuverlässig. Auch die Automatik der Scheibenwischer macht Probleme. Der Sensor reagiert zu träge oder im Gegenteil zu sensibel auf Niederschlag. Auch hier hilft das Reinigen der Frontscheibe und des Sensors manchmal, hartnäckige Fälle erfordern jedoch einen Austausch.
Störungen im Steuergerät für die Karosserieelektronik (Body Control Module oder BCM) führen zu allerlei elektrischen Auffälligkeiten. Diese Steuereinheit regelt zahlreiche elektrische Funktionen im Auto. Fenster reagieren nicht auf die Schalter. Die Beleuchtung geht plötzlich an oder aus. Die Zentralverriegelung funktioniert nicht. Diese Beschwerden treten vor allem bei Modellen vor 2015 auf. Ein Softwareupdate kann Abhilfe schaffen, manchmal ist jedoch ein Austausch des BCM nötig.
Getriebeprobleme bei beiden Varianten
Beim Schaltgetriebe treten Probleme mit Kupplung und Synchronringen auf. Exemplare mit mehr als 100.000 Kilometern Laufleistung zeigen häufiger Beschwerden. Besitzer melden ein schwergängiges Kupplungspedal. Auch hakelige Schaltvorgänge kommen vor. Die Kupplung verschleißt und muss ersetzt werden. Zudem können der zweite und dritte Gang aufgrund verschlissener Synchronringe schwer einzulegen sein.
Das automatisierte EGS6-Sechsganggetriebe zeigt spezifische Störungen. Diese halbautomatische Schaltung kombiniert ein manuelles Getriebe mit automatisierter Kupplung. Ruckartige Gangwechsel, verzögerte Reaktion oder Ausfälle der Aktuatoren kommen regelmäßig vor. Die Kupplung verschleißt schneller als bei handgeschalteten Versionen, insbesondere bei viel Stop-and-go-Verkehr.
Besitzer berichten auch von Problemen mit der Mechanik, die die Gänge einlegt. Defekte Sensoren oder Aktuatoren verursachen Fehlermeldungen und eine blockierte Schaltung. Die Reparatur erfordert Spezialwissen und kann teuer werden. Prüfe bei einem gebrauchten C4 Picasso immer, wie sanft das Automatikgetriebe schaltet, und lass dir die Wartungshistorie zeigen.
„Nach etwa 80.000 bis 100.000 Kilometern verlieren Stoßdämpfer ihre Dämpfungswirkung.“
Fahrwerk und Aufhängung: Verschleiß und Geräusche
An der Vorderachse zeigen sich mit der Zeit typische Verschleißerscheinungen. Die Gummilager der Querlenker werden hart und reißen, was bei Unebenheiten zu Poltergeräuschen führt. Auch die Koppelstangen des Stabilisators verschleißen und verursachen Klopfgeräusche beim Lenken oder bei Bodenwellen. Für ein optimales Ergebnis werden diese Teile am besten paarweise ersetzt.
Nach etwa 80.000 bis 100.000 Kilometern lässt die Wirkung der Stoßdämpfer spürbar nach. Kurvenfahrten werden schwammiger, das Auto schaukelt nach Unebenheiten länger nach, das Fahrverhalten wird insgesamt instabiler. Prüfe die Stoßdämpfer auf Undichtigkeiten und lass sie tauschen, wenn die Dämpfung nachlässt.
Die Lenkung erzeugt gelegentlich quietschende oder knarrende Geräusche beim Lenken. Ursachen können die Servopumpe oder das Lenkgetriebe sein. Kontrolliere den Füllstand der Servolenkungsflüssigkeit und prüfe auf Undichtigkeiten. Bei elektrischer Servolenkung (bei späteren Baujahren) treten diese Probleme seltener auf.

Innenraum und Karosserie: typische Ärgernisse
Klappernde Innenraumteile gehören zu den am häufigsten genannten Beschwerden. Beim Fahren über Unebenheiten geben Armaturenbrett, Türverkleidungen und Mittelkonsole Geräusche von sich. Ursache sind oft verschlissene Clips oder schlecht passende Bauteile. Technisch ist das meist unkritisch, aber die wahrgenommene Qualität leidet deutlich.
Das Panoramaglasdach kann bei älteren Exemplaren undicht werden. Die Wasserabläufe verstopfen durch Laub und Schmutz. Das Wasser sucht sich dann seinen Weg ins Fahrzeuginnere. Reinige diese Abläufe jährlich und kontrolliere die Dichtungen auf Beschädigungen. Bei Undichtigkeiten zeigen sich Wassertropfen oder Feuchtigkeitsflecken im Dachhimmel.
Die Heckklappe bereitet gelegentlich Probleme mit der elektrischen Öffnungsfunktion. Die Freisprechfunktion reagiert nicht oder die Klappe öffnet nur teilweise. Oft sind verschmutzte Sensoren unter der hinteren Stoßstange die Ursache, manchmal auch eine schwache Batterie. Reinige die Sensoren und teste das System erneut.
Klimaanlage, die nicht optimal arbeitet
Die Klimaautomatik zeigt regelmäßig Störungen. Die Klimaanlage kühlt nicht mehr richtig oder die Heizung wird nicht ausreichend warm. Undichte Leitungen sind eine mögliche Ursache, defekte Kompressoren eine andere. Bei Modellen vor 2014 fällt der Klimakompressor relativ häufig nach rund 80.000 Kilometern aus.
Der Gebläsemotor erzeugt mitunter quietschende oder knarrende Geräusche. Das deutet auf verschlissene Lager oder Schmutz im Lüfterrad hin. Hält das Geräusch an, muss der Gebläsemotor ersetzt werden. Ignoriere das nicht zu lange, denn ein Totalausfall bedeutet: keine Entfrostung und keine Heizung mehr.
Sensoren des Klimasystems sorgen gelegentlich für Fehlermeldungen. Der Temperatursensor oder der Verdampfertemperatursensor liefert falsche Werte. Das führt zu ungleichmäßiger Temperaturregelung oder einer nicht funktionierenden Klimaanlage. Eine Diagnose mit dem Auslesegerät zeigt, welcher Sensor der Auslöser ist.
„Das unterstützt die Regeneration des Rußfilters und verhindert teure Verstopfungen.“
Vorbeugende Wartung lohnt sich
Regelmäßige Wartung verhindert viele Probleme – und deckt sie frühzeitig auf. Lass das Auto nach dem vorgeschriebenen Wartungsplan von Citroën prüfen. Beim Diesel erfordert vor allem das Kraftstoffsystem Aufmerksamkeit. Auch der Rußpartikelfilter (DPF) sollte regelmäßig kontrolliert werden. Beim Benziner steht der Zahnriemen des PureTech an erster Stelle.
Kontrolliere selbst einmal im Monat die Füllstände der Betriebsflüssigkeiten: Motoröl, Kühlmittel und Scheibenwaschflüssigkeit. Beim PureTech-Motor ist das wegen des erhöhten Ölverbrauchs besonders wichtig. Halte den Reifendruck auf dem richtigen Niveau und inspiziere die Felgen auf Schäden.
Reinige regelmäßig Sensoren und Kameras, um elektronische Störungen zu vermeiden. Fahre mindestens einmal im Monat eine längere Strecke auf der Autobahn. Das unterstützt die Regeneration des Rußfilters und verhindert teure Verstopfungen.

Checkliste beim Kauf eines gebrauchten C4 Picasso
Teste bei der Probefahrt das Infotainmentsystem. Prüfe die Parkpiepser und die Kamera. Teste die Klimaanlage. Probiere alle elektrischen Fensterheber aus. Achte auf ungewöhnliche Geräusche aus dem Fahrwerk bei Bodenwellen und in Kurven. Schaltet das Getriebe weich und ohne Ruckeln?
Schaue dir die Wartungshistorie kritisch an. Wurde beim PureTech der Zahnriemen bereits gewechselt? Hat die Werkstatt Serviceaktionen für bekannte Probleme durchgeführt? Kontrolliere, ob die Regenerationen des Rußfilters (DPF) erfolgreich verlaufen sind. Frage nach eventuellen Beschwerden mit Turbo oder Einspritzsystem.
Untersuche den Innenraum auf Feuchtigkeitsflecken, die auf Undichtigkeiten hinweisen. Öffne und schließe das Panoramadach mehrmals und kontrolliere die Dichtungen. Teste die freihändige Heckklappenöffnung und achte auf ungewöhnliche Geräusche vom Gebläsemotor.
Bitte um eine vollständige Diagnose mit dem Fehlerauslesegerät. Gespeicherte Fehlercodes decken versteckte Probleme auf. Achte besonders auf Codes, die mit Motor, Getriebe und elektronischen Steuergeräten zusammenhängen. Wenn sich dabei Mängel zeigen, kannst du über den Preis verhandeln.
Abwägung für potenzielle Käufer
Der Citroën C4 Picasso bietet auf dem Gebrauchtwagenmarkt viel Platz und Komfort zu einem attraktiven Preis. Die praktische Raumaufteilung und das Fahrverhalten machen ihn zu einem angenehmen Familienauto. Die bekannten technischen Schwachstellen verlangen jedoch nach einer realistischen Einschätzung.
Entscheide dich am besten für Fahrzeuge mit lückenloser Wartungshistorie und nachweislich beachteteten Schwachpunkten. Beim PureTech-Motor ist ein bereits gewechselter Zahnriemen Pflicht. Bei den Dieselversionen sollte der Zustand des DPF einwandfrei sein. Rechne bei älteren Exemplaren mit Arbeiten am Fahrwerk und möglichen Elektronikreparaturen.
Der C4 Picasso bietet nach wie vor ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wenn du die bekannten Schwachstellen kennst und die Wartungskosten realistisch einkalkulierst, triffst du eine gut informierte Entscheidung für diesen vielseitigen Familienvan.
