Citroën Grand C4 Picasso

Citroën Grand C4 Picasso: häufige Probleme

Der Citroën Grand C4 Picasso ist als praktisches Familienauto mit Platz für sieben Personen bekannt, doch Besitzer berichten von verschiedenen technischen Problemen, die die Zuverlässigkeit beeinträchtigen. Von elektronischen Störungen bis hin zu Motorproblemen: Dieses Modell verlangt bei Wartung und Kauf nach besonderer Aufmerksamkeit. Möchten Sie wissen, worauf Sie achten müssen und wie Sie teure Reparaturen vermeiden?

Zuverlässigkeit, die realistische Erwartungen erfordert

Der Grand C4 Picasso genießt keinen Ruf als völlig problemloses Auto. Besitzer schätzen Platzangebot und Komfort, klagen jedoch regelmäßig über technische Mängel. Citroën-Autoprobleme betreffen bei diesem Modell vor allem Elektronik und Dieselmotoren. Ältere Exemplare von vor 2016 zeigen mehr Mängel als spätere Baujahre.

Die Zuverlässigkeit hängt stark von der Wartungshistorie ab. Fahrzeuge, die das vorgeschriebene Wartungsintervall von 12 Monaten oder 15.000 Kilometern eingehalten haben, schneiden im Allgemeinen besser ab. Dennoch treten bestimmte Schwachstellen immer wieder auf – auch bei gut gewarteten Exemplaren.

„Bei schlechter Wartung kann sich die Kette längen oder überspringen, was schwere Motorschäden verursacht.“

Dieselmotoren mit empfindlichen Komponenten

Die 1.6- und 2.0-Blue-HDi-Dieselmotoren (die Euro-6-Dieselmotoren von Citroën) bieten gute Fahrleistungen, haben jedoch ihre eigenen Probleme. Der Rußfilter (DPF, Dieselpartikelfilter) setzt sich bei häufigen Kurzstreckenfahrten zu. Dies führt zu Warnleuchten, Leistungsverlust und im schlimmsten Fall zu einem teuren Austausch des Filters.

Turboladerschäden kommen vor, insbesondere bei der 1.6-HDi-Variante. Symptome sind Pfeifgeräusche, Rauchentwicklung und schlechte Beschleunigung. Die Ursache liegt häufig in verschmutztem Öl oder einem defekten Wastegate. Der Austausch eines Turboladers kostet schnell zwischen 1.000 und 2.000 Euro.

Die Steuerkette des 1.6 HDi verdient besondere Beachtung. Bei schlechter Wartung kann sich die Kette längen oder überspringen, was schwere Motorschäden verursacht. Lassen Sie die Kette bei größeren Wartungen prüfen und im Zweifel vorsorglich ersetzen.

Beim 2.0 Blue HDi setzen sich EGR-Ventile (Abgasrückführung) regelmäßig zu. Dies führt zu unrundem Motorlauf, erhöhtem Kraftstoffverbrauch und schwarzem Rauch aus dem Auspuff. Eine Reinigung oder der Austausch des EGR-Ventils schafft Abhilfe.

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Getriebe mit bekannten Schwächen

Das robotisierte EGS6-Getriebe (ein automatisiertes Schaltgetriebe) ist für Störungen bekannt. Diese Transmission kombiniert ein manuelles Getriebe mit automatischer Betätigung, doch Kupplung und Stellglieder bereiten Probleme. Ruckelige Schaltvorgänge, verweigerte Gänge und Fehlermeldungen treten regelmäßig auf.

Die Kupplung des EGS6 verschleißt schneller als bei einem normalen Schaltgetriebe. Ein Austausch kostet zwischen 800 und 1.500 Euro inklusive Arbeitslohn. Einige Besitzer berichten, dass die Kupplung bereits nach 60.000 Kilometern verschlissen war.

Bei den handgeschalteten Versionen sind die Probleme geringer. Manchmal tritt bei höheren Laufleistungen Getriebeölverlust auf, dies kommt jedoch seltener vor als bei der automatisierten Variante.

Das 6-stufige Automatikgetriebe in neueren Modellen arbeitet zuverlässiger als die automatisierte Schaltversion. Dennoch berichten einige Besitzer von ruckeligem Verhalten bei niedrigen Geschwindigkeiten oder Kaltstarts. Softwareupdates können Abhilfe schaffen.

Elektronik, die Kopfzerbrechen bereitet

Elektronische Störungen gehören zu den häufigsten Beschwerden. Der 7-Zoll-Touchscreen reagiert mitunter träge oder fällt komplett aus. Ein Neustart des Systems hilft nur vorübergehend, dauerhafte Lösungen erfordern meist Softwareupdates oder den Austausch der Displayeinheit.

Sensoren verursachen regelmäßig Fehlermeldungen. Die Parkpiepser vorne und hinten können durch Schmutz, Feuchtigkeitseintritt oder interne Defekte ausfallen. Auch Temperatursensor und Lambdasonde (ein Sensor im Abgassystem, der den Sauerstoffgehalt misst) fallen aus und führen zu Störungen in der Motorsteuerung.

Kabelbäume in den Türen bereiten Probleme durch das wiederholte Öffnen und Schließen. Dies verursacht Störungen bei elektrischen Fensterhebern, Zentralverriegelung und Spiegelverstellung. Die Reparatur erfordert den Austausch der Kabelbündel in den Scharnierbereichen.

Stopp-Start-Systeme arbeiten nicht immer zuverlässig. Die Batterie entlädt sich zu schnell oder das System schaltet sich ohne erkennbaren Grund ab. Der Austausch der Start-Stopp-Batterie kostet zwischen 150 und 300 Euro.

„Die elektrische Luftfederung an der Hinterachse bietet Komfort, ist aber störanfällig.“

Fahrwerk und Bremssystem unter Belastung

Die elektrische Luftfederung an der Hinterachse bietet hohen Komfort, ist aber störanfällig. Lecks in den Luftbälgen, defekte Kompressoren und fehlerhafte Sensoren führen zu einer schief stehenden Karosserie oder Komfortverlust. Reparatur oder Austausch kostet zwischen 500 und 1.200 Euro pro Seite.

Stoßdämpfer und Federn verschleißen üblicherweise nach 80.000 bis 120.000 Kilometern, die Luftfederung kann jedoch schon früher Probleme bereiten. Achten Sie auf eine ungleichmäßige Fahrzeughöhe oder Warnleuchten für das Fahrwerkssystem.

Die Bremsen zeigen normalen Verschleiß, einige Besitzer klagen jedoch über frühzeitig verschlissene Bremsscheiben. Ursachen sind überwiegender Stadtverkehr mit häufigem Bremsen und Energierückgewinnung beim Bremsen (bei Hybridvarianten). Erneuern Sie Scheiben und Beläge rechtzeitig, um Schäden an den Bremssätteln zu vermeiden.

Querlenkerbuchsen und Koppelstangen verursachen Klappergeräusche auf unebenen Straßen. Der Austausch kostet einige Hundert Euro pro Seite und ist für sicheres Fahrverhalten und Komfort erforderlich.

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Innenraum mit sichtbaren Gebrauchsspuren

Der Innenraum des Grand C4 Picasso zeigt häufig Nutzungsspuren. Das lederne Multifunktionslenkrad verschleißt bei intensiver Nutzung, insbesondere an den am häufigsten berührten Stellen. Auch der Sitzbezug der mittleren Sitze nutzt sich durch häufiges Ein- und Aussteigen schneller ab.

Klappergeräusche aus Armaturenbrett und Mittelkonsole kommen vor. Verursacht werden sie durch lose Clips, gealterte Gummis oder bewegliche Teile im Innenraum. Manchmal hilft Nachziehen oder das Ergänzen von Dämpfungsgummis, häufig bleiben jedoch leise Geräusche bestehen.

Der Lack an Karosserieteilen zeigt mitunter frühzeitige Abplatzungen, insbesondere bei dunklen Farben. Dies tritt rund um die Radläufe und im unteren Bereich der Türen auf. Vorbeugendes Wachsen und regelmäßige Reinigung helfen, dies zu vermeiden.

Präventive Wartung, die den Unterschied macht

Der Rußfilter benötigt regelmäßige Fahrten auf der Autobahn. Planen Sie mindestens einmal im Monat eine längere Fahrt von mindestens 30 Minuten bei höherer Geschwindigkeit ein. So regeneriert sich der Filter und Verstopfungen werden vermieden.

Verwenden Sie stets das richtige Motoröl gemäß den Citroën-Spezifikationen. Dies schützt Turbolader und Steuerkette vor vorzeitigem Verschleiß. Wechseln Sie das Öl jährlich oder alle 15.000 Kilometer.

Überprüfen Sie Batterie und Start-Stopp-Funktion regelmäßig. Ersetzen Sie die Batterie vorsorglich nach fünf Jahren, insbesondere wenn das System häufiger abschaltet oder der Motor nur zögerlich anspringt.

Halten Sie das Kühlsystem sauber und mit frischem Kühlmittel befüllt. Dies verhindert Überhitzung und schützt EGR-Ventil und Turbolader vor Verschmutzung durch zu hohe Temperaturen.

Lassen Sie beim Händler elektronische Updates durchführen. Softwareupdates beheben viele Störungen im Infotainmentsystem und in der Motorsteuerung.

„Ein verstopfter Filter kostet zwischen 800 und 1.500 Euro im Austausch.“

Kaufcheck für Gebrauchtwagen

Prüfen Sie das Serviceheft auf Vollständigkeit. Achten Sie besonders auf rechtzeitigen Wechsel von Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlmittel. Fehlende Stempel sind ein Warnsignal.

Testen Sie das EGS6-Getriebe gründlich. Fahren Sie mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und achten Sie auf Ruckler, Aussetzer oder Fehlermeldungen im Kombiinstrument. Fragen Sie nach einem kürzlichen Kupplungswechsel.

Überprüfen Sie die Luftfederung an der Hinterachse. Stellen Sie das Auto auf einen ebenen Untergrund und kontrollieren Sie, ob beide Seiten gleich hoch stehen. Testen Sie die Niveauregelung, indem Sie Gewicht in den Kofferraum laden.

Checken Sie alle elektrischen Funktionen: Fensterheber, Spiegel, Sitzverstellung, Parksensoren, Kameras und Infotainment. Elektronische Störungen sind teuer zu beheben.

Schauen Sie unter das Fahrzeug nach Ölverlust an Motor, Getriebe und Hinterachse. Feuchte Stellen deuten auf undichte Simmerringe oder Leitungen hin.

Erkundigen Sie sich nach dem Zustand des Rußfilters. Lassen Sie sich vom Verkäufer nachweisen, dass dieser kürzlich regeneriert oder ersetzt wurde. Ein verstopfter Filter kostet zwischen 800 und 1.500 Euro im Austausch.

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Reparaturkosten, die sich summieren

Der Austausch eines Turboladers kostet zwischen 1.000 und 2.000 Euro, abhängig vom Motortyp und davon, ob Sie ein Original- oder ein überholtes Teil wählen. Der Arbeitslohn schlägt mit weiteren einigen Hundert Euro zu Buche.

Der Austausch des Rußfilters kostet zwischen 800 und 1.500 Euro. Einige Werkstätten bieten Reinigungsservices für rund 300 Euro an, diese bringen jedoch nicht immer eine dauerhafte Lösung.

Der Austausch der EGS6-Kupplung kostet zwischen 800 und 1.500 Euro. Bei schwereren Defekten an Stellgliedern oder Steuer­elektronik steigen die Kosten auf 2.000 Euro oder mehr.

Die Reparatur oder der Austausch der Luftfederung kostet zwischen 500 und 1.200 Euro pro Seite. Bei Problemen mit dem Kompressor kommen weitere 400 bis 800 Euro hinzu.

Elektronische Störungen variieren stark in den Kosten. Softwareupdates kosten zwischen 50 und 150 Euro. Der Austausch einer Touchscreen-Einheit kostet 500 bis 1.000 Euro. Der Wechsel einzelner Sensoren liegt zwischen 100 und 400 Euro pro Stück.

Der Austausch der Steuerkette kostet zwischen 800 und 1.400 Euro. Es handelt sich um eine arbeitsintensive Arbeit, die spezielles Fachwissen erfordert.

Abwägung für aktuelle und zukünftige Besitzer

Der Citroën Grand C4 Picasso bietet praktischen Platz und Komfort für Familien, doch die technische Zuverlässigkeit bleibt ein kritischer Punkt. Besitzer müssen mit regelmäßiger Wartung und möglichen Reparaturen an Elektronik, Getriebe und Dieselmotor rechnen.

Für aktuelle Besitzer gilt: Halten Sie den Wartungsplan strikt ein und beheben Sie kleine Probleme sofort. So verhindern Sie, dass Mängel zu teuren Reparaturen eskalieren. Fahren Sie regelmäßig längere Strecken, um den Rußfilter in gutem Zustand zu halten.

Für zukünftige Käufer ist es ratsam, jüngere Exemplare mit lückenloser Wartungshistorie zu wählen. Meiden Sie nach Möglichkeit das EGS6-Getriebe und entscheiden Sie sich für das Schaltgetriebe oder die neuere Automatik. Lassen Sie einen Gebrauchtwagen vor dem Kauf immer von einem Spezialisten prüfen.

Die Gesamthaltungskosten liegen höher als bei Konkurrenten wie dem Volkswagen Touran oder Ford S-Max. Wer dieses Auto kauft, sollte Budget für Wartung und unerwartete Reparaturen einplanen. Mit der richtigen Aufmerksamkeit und präventiver Wartung bleibt der Grand C4 Picasso ein brauchbares Familienauto, doch völlig sorgenfreies Fahren ist kaum zu erwarten.