Citroën Nemo: häufige Probleme und praktische Lösungen
Beim Citroën Nemo treten eine Reihe technischer Mängel auf, die du als Halter kennen solltest – von Motorproblemen und Getriebestörungen bis hin zu elektrischen Ausfällen und erhöhter Rostanfälligkeit. Dieser kompakte Lieferwagen, gebaut zwischen 2008 und 2017, punktet zwar mit praktischen Abmessungen und Sparsamkeit, doch bestimmte Schwachstellen kommen so regelmäßig vor, dass du besser darauf vorbereitet bist. Bist du Nemo-Besitzer oder überlegst du, dir einen anzuschaffen?
Warum dieser Ratgeber zu Problemen?
Besitzer des Citroën Nemo melden regelmäßig ähnliche Beschwerden. Bestimmte Komponenten erweisen sich als anfälliger für Verschleiß oder Defekte, als man es von einem Nutzfahrzeug erwarten würde. Daher ist es wichtig zu wissen, worauf du achten musst. Kenntnis der Schwachstellen ermöglicht dir, gezielt zu kontrollieren und Wartung zu planen, bevor aus einem kleinen Problem eine teure Reparatur wird. Möchtest du mehr über technische Mängel bei anderen Citroën-Modellen wissen? Dann wirf einen Blick auf die Übersicht der Citroën-Autoprobleme für einen breiteren Blick auf markenspezifische Themen.
„ Vor allem die Dieselvarianten haben mit wiederkehrenden Störungen zu kämpfen. “
Der Motor: das Herz der Probleme
Der Nemo wurde mit 1,4-Liter-Benzin- sowie 1,3-/1,4-Liter-HDi-Dieselmotoren angeboten (Common-Rail-Hochdruckdiesel von PSA, dem französischen Autokonzern, der später in Stellantis aufging). Besonders die Dieselvarianten haben mit wiederkehrenden Störungen zu kämpfen. Das AGR-Ventil (das Bauteil, das Abgase zurückführt, um Emissionen zu verringern) setzt sich regelmäßig durch Rußablagerungen zu. Dies führt zu Leistungsverlust und unrundem Leerlauf. Das Problem tritt häufig bei vielen Kurzstrecken im Stadtverkehr auf.
Außerdem zeigt die Steuerkette des Dieselmotors nach hohen Laufleistungen Verschleiß. Eine verschlissene Kette verursacht beim Starten ein Rasseln. Im schlimmsten Fall kann es zu Motorschäden kommen. Manche Halter melden außerdem Turboladerschäden, insbesondere nach 100.000 Kilometern. Der Turbolader (das Bauteil, das die Ansaugluft für mehr Leistung verdichtet) fällt durch Ölmangel oder verstopfte Filter aus, was zu deutlich verminderten Fahrleistungen führt.
Lösungen für Motorprobleme
- AGR-Ventil vorsorglich alle 50.000 Kilometer reinigen oder bei anhaltenden Problemen ersetzen
- Steuerkette bei 120.000 Kilometern prüfen lassen und bei Bedarf erneuern
- Motoröl nach Plan wechseln und die empfohlene Spezifikation für Turbomotoren verwenden
- Regelmäßig längere Strecken fahren, damit der Motor richtig auf Betriebstemperatur kommt

Getriebeprobleme
Das manuelle Schaltgetriebe des Nemo ist für Schaltprobleme bekannt. Die Kupplung zeigt häufig nach rund 80.000 Kilometern deutlichen Verschleiß, was sich in Durchrutschen oder schwerem Schalten äußert. Bei einigen Modellen lassen sich insbesondere der zweite und der dritte Gang nur schwer einlegen.
Besitzer von Nemo-Modellen mit automatisiertem Schaltgetriebe berichten von einem ruckeligen Schaltverhalten. Die automatisierte Kupplung reagiert mit der Zeit weniger sanft, vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten im Stadtverkehr. Ursache sind meist Verschleiß an der Kupplungszylinder-Einheit oder Verunreinigungen in der Hydraulikflüssigkeit.
Was tun bei Getriebebeschwerden?
- Kupplung bei ersten Anzeichen von Durchrutschen ersetzen, um Folgeschäden zu vermeiden
- Getriebeöl bei handgeschalteten Getrieben nach 100.000 Kilometern wechseln lassen
- Bei ruckelnden Schaltvorgängen der Automatik den Kupplungszylinder prüfen lassen
- Agressives Schalten und hohe Last vermeiden, solange das Getriebe noch kalt ist
Elektronik und Sensoren: kleine Störungen, große Folgen
Der Nemo hat mit verschiedenen elektronischen Problemen zu kämpfen, die sich oft nur schwer lokalisieren lassen. Die Servolenkung fällt durch einen defekten Sensor oder elektrische Störungen aus, was sich in einer Warnleuchte im Kombiinstrument und schwergängiger Lenkung bemerkbar macht. Dieses Problem tritt vor allem bei Modellen vor Baujahr 2012 auf.
Die ABS-Sensoren (Bestandteil des Antiblockiersystems) und ESP-Sensoren (Teil der elektronischen Stabilitätskontrolle) melden regelmäßig Fehler durch Verschmutzung oder Korrosion. Feuchtigkeit in den Steckverbindungen verursacht Kurzschlüsse und Fehlermeldungen. Auch der Anlasser verweigert nach einigen Jahren seinen Dienst, meist durch abgenutzte Kohlebürsten oder einen defekten Magnetschalter.
Elektrische Probleme in den Griff bekommen
- ABS-Sensoren beim Bremsenwechsel reinigen und auf Rost kontrollieren
- Steckverbindungen mit Kontaktspray vor Feuchtigkeit schützen
- Bei Warnmeldungen im Kombiinstrument Fehlercodes zur gezielten Diagnose auslesen lassen
- Batterie vorsorglich alle fünf Jahre ersetzen, um Startprobleme zu vermeiden
„ Auch die Spurstangenköpfe bekommen Spiel, was zu unpräziser Lenkung und ungleichmäßigem Reifenverschleiß führt. “
Fahrwerk und Aufhängung: Komfort und Sicherheit
Das Fahrwerk des Nemo ist für den gewerblichen Einsatz straff abgestimmt, was jedoch auf Kosten der Haltbarkeit geht. Stoßdämpfer verschleißen schneller als bei vergleichbaren Modellen, insbesondere an der Hinterachse. Dies macht sich durch ein holpriges Fahrverhalten und Klappergeräusche auf unebenen Straßen bemerkbar.
Die Gummilager der Stabilisatorstangen weisen oft schon nach 60.000 Kilometern Risse und Verschleiß auf. Auch die Gummilager der Querlenker werden in Mitleidenschaft gezogen. Das verursacht Klappergeräusche während der Fahrt und wirkt sich negativ auf das Fahrverhalten aus. Auch die Spurstangenköpfe bekommen Spiel, was zu unpräziser Lenkung und ungleichmäßigem Reifenverschleiß führt.
Wartung an Fahrwerk und Aufhängung
- Stoßdämpfer jährlich auf Undichtigkeiten prüfen und bei nachlassender Dämpfung ersetzen
- Gummilager der Aufhängung bei jeder Inspektion kontrollieren
- Spur und Sturz prüfen lassen, wenn die Reifen ungleichmäßig abnutzen
- Querlenkergummis, wo möglich, schmieren, um vorzeitigen Verschleiß zu begrenzen

Karosserie und Innenraum: die sichtbaren Mängel
Rostbildung ist ein bekanntes Problem beim Nemo, vor allem rund um die Radläufe und die Scharniere der Hecktüren. Durch unzureichenden Schutz vor Steinschlag und Streusalz setzt nach einigen Jahren Korrosion ein. Auch die Unterkanten der Schiebetüren und die Einstiege sind rostanfällig.
Wassereinbrüche kommen ebenfalls häufig vor, insbesondere über die Rückleuchteneinheiten und die Dachkante. Feuchtigkeit dringt in den Laderaum oder hinter die Verkleidung ein. Das führt zu Schimmelbildung und weiterem Rost. Im Innenraum verschleißen Sitzbezüge und die Tasten am Armaturenbrett bei intensiver Nutzung relativ schnell.
Karosserie und Innenraum schützen
- Radläufe vorsorglich mit Hohlraumwachs oder Rostschutzbeschichtung behandeln
- Fenster- und Türdichtungen jährlich kontrollieren und bei Rissen ersetzen
- Ablauflöcher in Türen und Laderaum reinigen, um Wasseransammlungen zu vermeiden
- Feuchte Stellen sofort untersuchen und die Ursache von Undichtigkeiten finden
Vorbeugung und Wartung: so hältst du deinen Nemo in Bestform
Regelmäßige Wartung reduziert das Risiko für die meisten Probleme deutlich. Halte dich an die von Citroën vorgeschriebenen Wartungsintervalle und nutze Originalteile oder hochwertige Ersatzteile. Für Dieselmotoren ist es wichtig, den Motor regelmäßig richtig warmzufahren, indem du längere Strecken zurücklegst.
Prüfe die Betriebsflüssigkeiten monatlich, insbesondere Motoröl, Kühlmittel und Bremsflüssigkeit. Ein zu niedriger Ölstand verursacht Schäden an Turbo und Motor. Kontrolliere Räder und Reifen auf Verschleiß und halte den Reifendruck auf dem richtigen Niveau, um Leistung und Sicherheit zu optimieren.
Praktischer Wartungskalender
- Alle 15.000 Kilometer oder jährlich: kleinere Inspektion mit Öl- und Filterwechsel
- Alle 30.000 Kilometer: große Inspektion mit Kontrolle von Bremsen und Fahrwerk
- Alle 50.000 Kilometer: Reinigung oder Austausch des AGR-Ventils bei Dieselmotoren
- Alle 100.000 Kilometer: Wechsel der Steuerkette und des Getriebeöls
„ Viele Probleme lassen sich in einem frühen Stadium leichter und günstiger beheben, als wenn man sie eskalieren lässt. “
Was tun bei Problemen?
Treten Probleme auf, ist schnelles Handeln wichtig. Ignoriere Warnleuchten nicht und lass Fehlercodes umgehend in einer Werkstatt auslesen. Viele Probleme lassen sich in einem frühen Stadium leichter und günstiger beheben, als wenn man sie eskalieren lässt.
Bewahre alle Wartungsnachweise sorgfältig auf. Das hilft, wiederkehrende Probleme nachzuvollziehen und erhöht gleichzeitig den Wiederverkaufswert. Bei komplexen Störungen ist es sinnvoll, einen Spezialisten zu konsultieren, der sich mit PSA-Modellen (Peugeot, Citroën und Fiat) auskennt, da sich der Nemo die Technik mit diesen Marken teilt.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen bei Mängeln
- Symptome notieren, etwa Geräusche, Verhalten und Situationen, in denen das Problem auftritt
- Flüssigkeitsstände und Warnleuchten im Kombiinstrument prüfen
- Das Fahrzeug in einer Werkstatt auslesen lassen, um Fehlercodes zu identifizieren
- Kostenvoranschlag für die Reparatur einholen und Preise mehrerer Werkstätten vergleichen
- Gegebenenfalls verwandte Bauteile vorsorglich mitwechseln lassen, um neue Störungen zu verhindern

Fazit
Der Citroën Nemo bietet praktische Abmessungen und sparsame Motoren für den Einsatz in der Stadt, weist jedoch Schwachstellen auf, die du nicht ignorieren solltest. Motorprobleme wie AGR-Verschmutzung und Kettenverschleiß, Getriebeausfälle und elektrische Störungen sind keine Seltenheit. Rostanfälligkeit und Wassereinbrüche erfordern besondere Aufmerksamkeit für die Karosserie.
Mit vorausschauender Wartung und rechtzeitigen Reparaturen kannst du viele Probleme verhindern oder zumindest begrenzen. Bevorzuge beim Kauf Modelle ab Baujahr 2012 mit lückenloser Wartungshistorie. Inspiziere Radläufe besonders sorgfältig. Kontrolliere den Zustand der Steuerkette genau. Achte verstärkt auf die Elektronik. Der Nemo kann ein zuverlässiger Partner sein – vorausgesetzt, du kennst seine Schwachpunkte und gehst aktiv damit um.
