Die Steuerkette der 0.9- und 1.2‑TCe‑Motoren (Turbo‑Benzinmotoren von Renault und Dacia) längt sich, was zu Leerlaufproblemen und Falschluft führt. Dies ist ein bekanntes Problem, das bei vielen Modellen mit diesen Motoren bereits nach wenigen Jahren auftritt und schwere Motorschäden verursachen kann. Erfahre, wie du die Symptome erkennst und was du dagegen tun kannst.
Die TCe‑Motoren, wie sie im Dacia Sandero und verschiedenen Renault‑Modellen eingesetzt werden, haben mit einem hartnäckigen Problem zu kämpfen: Die Steuerkette längt sich durch Materialverschleiß. Das kann bereits nach 4 bis 5 Jahren auftreten, selbst bei Fahrzeugen, die regelmäßig gewartet werden. Die Folgen sind nicht zu unterschätzen und können bis hin zu einem vollständigen Motorschaden reichen, wenn das Problem nicht rechtzeitig angegangen wird.
Die Längung der Kette entsteht durch Verschleiß an der Kette selbst, aber auch an Zahnrädern, Führungsschienen und Spannern. Lange Ölwechselintervalle und minderwertiges Öl beschleunigen diesen Prozess. Obwohl die Hersteller von einer Lebensdauer sprechen, die der Lebensdauer des Fahrzeugs entsprechen soll, zeigt die Praxis ein anderes Bild. Bei Gebrauchtwagen sind Probleme eher die Regel als die Ausnahme.
Symptome einer defekten Kette erkennen
Eine sich längende Steuerkette macht sich durch verschiedene typische Anzeichen bemerkbar. Es ist wichtig, diese Signale ernst zu nehmen, da eine frühe Erkennung teure Motorschäden verhindern kann.
- Rasselndes oder klapperndes Geräusch aus dem vorderen Bereich des Motors, besonders vorne rechts, beim Kaltstart oder im Leerlauf
- Unruhiger Leerlauf mit Ruckeln, Aussetzern oder Leistungsverlust beim Beschleunigen
- Leuchtende Motorkontrollleuchte im Kombiinstrument, häufig mit Fehlercodes, die auf eine gestörte Steuerzeitenverstellung hinweisen
- Falschluft durch verschobene Ventilstellungen infolge der gelängten Kette
Fahrzeughalter berichten, dass das Geräusch anfangs kaum auffällt, sich aber schnell verschlimmert. Dieses Rasseln ist vor allem kurz nach dem Starten eines kalten Motors deutlich zu hören. In fortgeschrittenen Stadien kann die Kette über Zähne springen, was zu krummen Ventilen, beschädigten Kolben oder verbogenen Pleuelstangen führt. Bei einem vollständigen Kettenriss ist Motorschaden praktisch unvermeidlich.
„ Die Praxis zeigt jedoch, dass ein Austausch oft zwischen 80.000 und 100.000 Kilometern nötig ist, teils sogar früher bei intensiver Nutzung oder unzureichender Wartung. “
Wann solltest du die Steuerkette ersetzen?
Renault und Dacia behaupten, dass die Steuerkette wartungsfrei sei und die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs halten soll. Die Praxis zeigt jedoch, dass ein Austausch oft zwischen 80.000 und 100.000 Kilometern nötig ist, teils sogar früher bei intensiver Nutzung oder unzureichender Wartung.
Bei den ersten Symptomen ist Handeln angesagt. Warte nicht zu lange mit einer Diagnose, denn das Problem verschlimmert sich schnell. Die Kosten für einen Kettenwechsel liegen zwischen 1.000 und 1.500 Euro, inklusive aller dazugehörigen Verschleißteile wie Spanner und Führungen. Das wirkt wie ein hoher Betrag, ist aber deutlich günstiger als die Kosten für einen kompletten Austauschmotor nach schwerem Schaden.
Besitzer von Gebrauchtwagen sollten besonders aufmerksam sein. Frage beim Kauf immer nach der Wartungshistorie, dem Baujahr und dem Kilometerstand. Lass das Fahrzeug auf verdächtige Geräusche prüfen und frage, ob Fehlermeldungen im Speicher abgelegt sind. Modelle mit dem 0.9 TCe scheinen in der Praxis etwas weniger anfällig zu sein als die Variante mit 1.2 TCe, aber beide Motoren können dieses Problem entwickeln.
Ursachen und Risikofaktoren bei TCe‑Motoren
Die Längung der Steuerkette hat mehrere Ursachen. An erster Stelle steht Materialverschleiß, aber die Wartungsgewohnheiten spielen eine große Rolle dabei, wie schnell sich das Problem entwickelt.
- Lange Ölwechselintervalle von mehr als 20.000 Kilometern erhöhen den Verschleiß deutlich
- Die Verwendung von minderwertigem oder nicht vorgeschriebenem Öl beschleunigt den Prozess
- Häufiger Stop‑and‑Go‑Verkehr und Kurzstrecken belasten die Kette zusätzlich
- Defekte Spanner oder gebrochene Führungsschienen treten neben Kettenproblemen häufig auf
Vor allem Fahrzeuge, die viel in der Stadt eingesetzt werden, mit häufigen Kaltstarts und kurzen Fahrten, sind gefährdet. Der Motor erreicht dann nicht ausreichend Betriebstemperatur und das Öl baut den optimalen Druck nicht auf. Dadurch steigt die Belastung von Kette und Spannern.
Tipps, um Probleme zu vermeiden
Vorbeugung ist bei TCe‑Motoren die beste Strategie. Mit dem richtigen Wartungskonzept kannst du die Lebensdauer der Steuerkette verlängern und kostspielige Reparaturen hinauszögern oder ganz vermeiden.
- Wechsle das Motoröl alle 10.000 bis 15.000 Kilometer mit Öl, das den Herstellerspezifikationen entspricht. Vermeide lange Intervalle von 20.000 Kilometern oder mehr.
- Höre genau hin und achte beim Kaltstart auf ungewöhnliche Geräusche aus dem Motorraum. Lass bei Zweifeln sofort eine Diagnose durchführen.
- Plane einen vorbeugenden Austausch um 80.000 bis 100.000 Kilometer, besonders wenn du das Fahrzeug länger behalten möchtest.
- Ziehe einen Spezialisten hinzu für den Kettenwechsel und achte darauf, dass alle Verschleißteile mitgetauscht werden, inklusive Spanner und Führungen.
- Ignoriere frühe Warnsignale nicht, auch wenn sie harmlos wirken. Ein leichtes Rasseln kann sich innerhalb weniger Monate zu einem ernsten Problem auswachsen.
Bei Fahrzeugen mit hoher Laufleistung kann ein Upgrade‑Kit mit verbesserten Komponenten eine sinnvolle Investition sein. Das ist zwar teurer, bietet aber eine bessere Haltbarkeit als die Originalteile.
„ Werkstätten berichten, dass das Problem strukturell ist und nicht auf individuelles Fahrverhalten oder Pech zurückzuführen ist. “
Erfahrungen von Haltern
In Foren und Werkstätten wird das Problem allgemein als bekanntes Leiden der TCe‑Motoren anerkannt. Halter berichten von wiederholten Kettenwechseln innerhalb von fünf Jahren, teils sogar zweimal beim selben Fahrzeug. Werkstätten berichten, dass das Problem strukturell ist und nicht auf individuelles Fahrverhalten oder Pech zurückzuführen ist.
Verständlich, dass unerwartete Kosten frustrieren, doch rechtzeitiges Handeln macht den Unterschied. Halter, die bei den ersten Symptomen aktiv werden, halten ihren Motor meist ohne weitere Schäden am Laufen. Wer zu lange wartet, riskiert einen Motorschaden und eine Rechnung, die um ein Vielfaches höher liegt als bei einem vorbeugenden Kettenwechsel.
Auf der Website von Carnews findest du weitere Informationen zu häufigen Autoproblemen, Wartungstipps und Erfahrungen mit bestimmten Modellen. Finde heraus, welche anderen Probleme bei deiner Automarke bekannt sind und wie du sie am besten angehst.
Häufig gestellte Fragen
Die häufigsten Symptome sind ein rasselndes oder klapperndes Geräusch aus dem Motor, vor allem beim Kaltstart oder bei erhöhtem Leerlauf. Außerdem treten häufig unruhiger Leerlauf, Ruckeln, Aussetzer und spürbarer Leistungsverlust beim Beschleunigen auf. Oft leuchtet auch die Motorkontrollleuchte aufgrund gestörter Steuerzeiten. In einem weiter fortgeschrittenen Stadium kann der Motor Aussetzer haben oder schwere mechanische Schäden erleiden.
Vor allem die 0.9‑TCe‑ und 1.2‑TCe‑Benzinmotoren aus den ersten Baureihen (etwa die ersten Produktions‑ bzw. Modelljahre, u. a. im Dacia Sandero und verwandten Renault‑Modellen) sind für Probleme mit der Steuerkette bekannt. Bei diesen Motoren längt sich die Steuerkette vorzeitig durch Materialverschleiß in Verbindung mit langen Ölwechselintervallen und teils mäßiger Ölqualität. Dadurch verschleißen Kette, Zahnräder, Führungen und Spanner beschleunigt, was zu Rasselgeräuschen, Fehlern in der Steuerzeitenverstellung und letztlich schweren Motorschäden führen kann.
Wechsle das Motoröl häufiger als vom Hersteller vorgegeben (idealerweise alle 10.000–15.000 km) und verwende ausschließlich hochwertiges Öl gemäß Spezifikation, um den Verschleiß von Kette, Spannern und Führungen zu begrenzen. Höre regelmäßig beim Kaltstart auf Rassel‑ oder Klappergeräusche und lass bei dem kleinsten Verdacht die Steuerzeiten und den Kettensatz sofort überprüfen. Ziehe einen vorbeugenden Austausch des kompletten Kettensatzes (einschließlich Führungen und Spanner) um 80.000–100.000 km oder bei ersten Symptomen in Betracht. Überwache und dokumentiere die Wartungshistorie sorgfältig, besonders beim Kauf eines Gebrauchtwagens, und lass Arbeiten von einem Fachbetrieb mit Erfahrung bei TCe‑Motoren durchführen.
Das Ignorieren von Steuerkettenproblemen kann zu gestörter Ventilsteuerung, erheblichem Leistungsverlust und schließlich schweren Motorschäden wie krummen Ventilen, beschädigten Kolben oder sogar einem komplett defekten Motor führen. Anfangs äußert sich dies oft nur durch ein Rasselgeräusch, doch ohne Eingreifen kann die Kette über Zähne springen oder reißen. Dadurch können die Gesamtkosten bis zu einer kompletten Motorüberholung oder einem Austauschmotor steigen, was viele Tausend Euro kosten kann. Ein rechtzeitiger Wechsel der Steuerkette selbst liegt in der Regel bei etwa 1.000 bis 1.500 €.
Für TCe‑Motoren sind verbesserte Steuerkettensätze mit einer verstärkten Kette, modifizierten Kettenspannern und haltbareren Führungsschienen erhältlich. Spezialisierte Werkstätten verbauen häufig komplette Upgrade‑Kits, bei denen alle verschleißanfälligen Komponenten (Kette, Zahnräder, Spanner und Führungen) in einer verbesserten Ausführung ersetzt werden. Zusätzlich kommen teilweise optimierte Zahnräder zum Einsatz, die besser gegen Verschleiß und Kettenlängung bestehen. Die Verwendung der vorgeschriebenen hochwertigen Motoröle und kürzere Ölwechselintervalle werden als ergänzende Maßnahme empfohlen, um die Zuverlässigkeit weiter zu erhöhen.





