Die 1.2 TCe- und 0.9 TCe-Motoren von Renault und Dacia haben mit einem hartnäckigen Problem zu kämpfen: einem übermäßig hohen Ölverbrauch durch verstopfte Ölabstreifringe und Verschleiß der Kolbenringe. In extremen Fällen verbrauchen diese Motoren bis zu 4 Liter Öl auf 1.000 Kilometer. Häufiges Nachfüllen ist dann notwendig und Motorschäden drohen. In diesem Artikel wird erklärt, woher dieses Problem kommt und was du dagegen tun kannst.
Warum verbrauchen TCe-Motoren so viel Öl?
Der übermäßige Ölverbrauch bei TCe-Motoren hat eine technische Ursache. Die Ölabstreifringe in diesen Motoren sind relativ dünn ausgeführt. Sie sind konstruktiv nicht stark genug dimensioniert. Diese Ringe haben die Aufgabe, überschüssiges Öl von der Zylinderwand abzustreifen und zurück in die Ölwanne zu führen (den unteren Teil des Motors, in dem sich das Öl befindet). Durch die dünne Konstruktion setzen sie sich jedoch frühzeitig zu oder verschleißen.
Die Ölabstreifringe arbeiten dann nicht mehr richtig. Es bleibt Öl im Zylinder zurück. Dieses Öl gelangt anschließend in den Brennraum und wird zusammen mit dem Kraftstoff verbrannt. Das Ergebnis ist ein Auto, das beim Fahren ständig Öl verbraucht. Dieses Problem betrifft vor allem den Dacia Sandero mit 1.2 TCe-Motor, tritt aber auch bei anderen Modellen mit diesen Motortypen auf.
Neben den verstopften Ölabstreifringen spielt auch Verschleiß an den Kolbenringen (Ringe rund um den Kolben, die für die Abdichtung sorgen) eine Rolle. Diese Bauteile gewährleisten normalerweise eine gute Abdichtung zwischen Kolben und Zylinder. Bei starkem Verschleiß lassen sie mehr Öl in den Brennraum durch, was das Problem weiter verschärft.
Wie erkennst du das Problem?
Einen erhöhten Ölverbrauch bemerkst du auf verschiedene Weise. Das deutlichste Signal ist ein schnell sinkender Ölstand. Ein Motor darf im normalen Betrieb höchstens einige hundert Milliliter pro 1.000 Kilometer verbrauchen. Bei TCe-Motoren mit diesem Problem kann der Verbrauch auf 1 bis 4 Liter pro 1.000 Kilometer ansteigen.
Außerdem kannst du die folgenden Symptome feststellen:
- Die Warnleuchte für den Ölstand geht regelmäßig an
- Der Motor läuft nicht mehr rund und es kommt zu Ruckeln
- In schweren Fällen kann der Motor unerwartet ausgehen
- Blaue Abgasfahnen können sichtbar sein, besonders beim Beschleunigen
Der Motor hat dann zu wenig Schmiermittel. Zudem können sich Verbrennungsrückstände im Zylinder ablagern. Je weiter das Problem fortschreitet, desto größer wird das Risiko eines dauerhaften Motorschadens. Kontrolliere daher den Ölstand regelmäßig, besonders wenn du einen TCe-Motor hast.

Was ist ein normaler Ölverbrauch und was nicht?
Um festzustellen, ob dein Motor ein Problem hat, ist es wichtig zu wissen, was normal ist. Bei normaler Nutzung darf ein moderner Benzinmotor einen leichten Ölverbrauch haben. Für TCe-Motoren gilt, dass ein gewisser Verbrauch akzeptabel ist. Die Grenze liegt bei ungefähr 1 Liter pro 1.000 Kilometer.
Alles, was darüber liegt, ist nicht normal. In der Praxis sind Fälle mit extrem hohem Ölverbrauch bekannt. TCe 90-Motoren verbrauchen dann 4 Liter Öl pro 1.000 Kilometer. Zum Vergleich: dieselben Motoren haben einen Kraftstoffverbrauch von rund 5 Litern pro 100 Kilometer. Das bedeutet, dass in Extremfällen fast genauso viel Öl wie Kraftstoff zugeführt wird.
Der Ölverbrauch nimmt dabei schnell zu. Das ist immer ein deutliches Warnsignal. Du musst innerhalb kurzer Zeit mehrmals nachfüllen. Dann stimmt etwas nicht. Warte nicht zu lange mit Gegenmaßnahmen, denn hoher Ölverbrauch verschwindet nicht von selbst und kann zu kostspieligen Schäden führen.
Welche TCe-Motoren haben dieses Problem?
Das Problem mit hohem Ölverbrauch tritt vor allem bei den Benzinmotoren 1.2 TCe und 0.9 TCe auf. Diese Turbomotoren werden in verschiedenen Modellen eingesetzt. Sie stecken in Autos von Renault, Dacia und Nissan. Der Dacia Sandero und Sandero Stepway mit dem 1.2 TCe-Motor sind für diese Probleme bekannt, aber auch andere Modelle können davon betroffen sein.
Die Motoren wurden jahrelang in beliebten Modellen wie dem Renault Clio, Captur und Mégane sowie im Nissan Juke und Pulsar verbaut. Nicht jedes Auto mit einem TCe-Motor entwickelt dieses Problem. Das Risiko ist jedoch vorhanden. Vor allem Exemplare mit hoher Laufleistung und älteren Baujahren sind stärker gefährdet.
Was kannst du dagegen tun?
Wenn du mit einem erhöhten Ölverbrauch zu tun hast, gibt es verschiedene Handlungsmöglichkeiten. Der erste Schritt ist immer: das Problem fachgerecht diagnostizieren lassen. Fahre zu einer spezialisierten Werkstatt. Dort kann festgestellt werden, ob es sich um verstopfte Ölabstreifringe handelt. Außerdem lässt sich erkennen, ob Verschleiß an den Kolbenringen vorliegt.
Mögliche Lösungen sind:
- Motorentkohlung: eine Behandlung, bei der Ablagerungen entfernt werden
- Austausch von Kolbenringen und Ölabstreifringen
- In schweren Fällen: komplette Motorüberholung oder Motortausch
Die Kosten einer Reparatur variieren stark. Eine Motorentkohlung ist relativ günstig. Beim Austausch von Bauteilen oder einer vollständigen Überholung steigen die Kosten schnell auf mehrere tausend Euro. Bei sehr hoher Laufleistung oder starkem Verschleiß kann ein Motortausch die einzige Option sein.

Vorbeugung und Wartung
Vorbeugen ist besser als reparieren – das gilt auch für TCe-Motoren. Das Problem ist zwar ein Konstruktionsfehler, dennoch kannst du die Lebensdauer deines Motors durch gute Wartung verlängern. Verwende immer das vorgeschriebene Öl mit den richtigen Spezifikationen und wechsle es rechtzeitig gemäß Wartungsplan.
Kontrolliere den Ölstand mindestens einmal im Monat oder häufiger, wenn du bereits Anzeichen eines erhöhten Verbrauchs festgestellt hast. Bewahre eine Flasche Motoröl im Auto auf, falls du nachfüllen musst. Fordere den Motor nicht zu stark, bevor er Betriebstemperatur erreicht hat. So verringerst du den Verschleiß an Zylinderwänden und Ringen.
Achte auch auf deinen Fahrstil. Viele Kurzstrecken erhöhen das Risiko von Verstopfungen und Ablagerungen im Motor. Stadtverkehr hat denselben Effekt. Plane, wo möglich, längere Fahrten. So kann der Motor richtig warm werden und sich freibrennen.
Garantie und Beschwerdeabwicklung
Besitzer von Autos mit TCe-Motoren und diesem Problem konnten in einigen Fällen auf Kulanz des Herstellers hoffen, auch außerhalb der regulären Garantiezeit. Das hängt vom Fahrzeugalter ab. Auch die Laufleistung spielt eine Rolle. Ebenso wichtig ist die Wartungshistorie.
Bewahre deine Wartungsrechnungen immer auf und dokumentiere den Ölverbrauch genau. Notiere bei jedem Nachfüllen den Kilometerstand. Vermerke außerdem die Ölmenge, die du nachgefüllt hast. Diese Daten können bei Diskussionen über Garantie oder Kulanz hilfreich sein. Nimm Kontakt mit deinem Händler auf, wenn du glaubst, dass du über den Hersteller eine Lösung einfordern kannst.
„ Diese Motoren haben sich als anfällig für Ölverbrauch erwiesen, was ein ernsthafter Nachteil ist. “
Ist ein TCe-Motor noch zuverlässig?
Solltest du noch ein Auto mit TCe-Motor kaufen? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Diese Motoren haben sich als anfällig für Ölverbrauch erwiesen, was ein ernstzunehmender Nachteil ist. Gleichzeitig sind aber auch viele TCe-Motoren völlig problemlos unterwegs, insbesondere wenn sie gut gewartet wurden.
Wenn du den Kauf eines Gebrauchtwagens mit TCe-Motor in Erwägung ziehst, frage immer nach der Wartungshistorie und nach dem Ölverbrauch. Lasse bei Zweifeln eine professionelle Begutachtung durchführen. Dabei wird auch der Ölverbrauch geprüft. Ein Kompressionstest kann Klarheit schaffen. Dieser Test zeigt den Zustand von Kolben und Zylindern.
Für Eigentümer von Autos mit diesem Motor gilt: Sei aufmerksam bei den ersten Anzeichen und handle schnell. Regelmäßige Kontrolle des Ölstands und vorbeugende Wartung können helfen, größere Probleme zu vermeiden.
Auf der Website von Carnews findest du viele weitere Informationen über häufig auftretende Probleme bei bestimmten Autos und Motoren. Dort gibt es praktische Tipps zu Wartung und Reparatur. Erfahre mehr über deine Automarke und bleibe über wichtige technische Punkte auf dem Laufenden.
Häufig gestellte Fragen
Du erkennst einen erhöhten Ölverbrauch bei deinem TCe-Motor vor allem an einem schnell sinkenden Ölstand, zum Beispiel (mehr als) etwa 1 Liter pro 1.000 Kilometer bei normaler Nutzung. Du musst dann auffallend häufig Öl zwischen den Wartungsintervallen nachfüllen. Außerdem kannst du bemerken, dass der Motor nicht mehr ganz rund läuft und teilweise sogar zum Ausgehen neigt.
Die häufigsten Ursachen sind verstopfte und zu dünn ausgeführte Ölabstreifringe, wodurch Öl entlang der Zylinderwände in den Brennraum gelangt. Zusätzlich tritt ein beschleunigter Verschleiß an den Kolbenringen auf, was die Abdichtung verschlechtert und den Ölverbrauch weiter erhöht.
Kontrolliere regelmäßig den Ölstand und notiere genau, wie viel Öl du pro 1.000 Kilometer nachfüllen musst. Vereinbare so schnell wie möglich einen Termin bei einem (Marken-)Händler oder einer spezialisierten Werkstatt, um den erhöhten Ölverbrauch diagnostizieren zu lassen. Gib dabei an, wie viel Öl der Motor verbraucht und seit wann dir dies auffällt. Folge dem Rat des Fachbetriebs, etwa zu vorbeugender Reparatur oder Überholung, um schwere Motorschäden zu vermeiden.
Regelmäßige Kontrolle des Ölstands (zum Beispiel alle 1.000 km) und gegebenenfalls Nachfüllen hilft, Schäden durch Ölverbrauch zu vermeiden. Halte dich an die vorgeschriebene Ölspezifikation und wechsle Öl und Filter rechtzeitig, möglichst etwas früher als das maximale Werksintervall. Vermeide lange Phasen mit hohen Drehzahlen und Vollgasbeschleunigungen im kalten Zustand, damit die Belastung von Kolben- und Ölabstreifringen begrenzt wird. Lasse bei beginnendem erhöhtem Ölverbrauch den Motor frühzeitig von einem Spezialisten auf Verschleiß oder Verschmutzung der Kolben- und Ölabstreifringe überprüfen.
Unbehandelter, hoher Ölverbrauch kann zu beschleunigtem Verschleiß von Kolbenringen und Ölabstreifringen führen, wodurch der Motor intern stärker beschädigt wird. Dies erhöht das Risiko schwerer Motorschäden, etwa eines Kolbenfressers oder der Notwendigkeit einer kompletten Motorüberholung oder eines Motortauschs. Zudem lassen die Motorleistung und der Wirkungsgrad nach, weil es zu Kompressionsverlust kommt und der Motor unruhig laufen oder ausgehen kann. Auch die Emissionen können steigen und der Katalysator kann schneller verschmutzen oder beschädigt werden.
Ja, vor allem die 1.2 TCe-Motoren (wie sie u. a. im Dacia Sandero und in einigen Renault-/Nissan-Modellen verwendet werden) aus bestimmten Baujahren sind für hohen Ölverbrauch bekannt. Das hängt mit konstruktiven Problemen insbesondere an den (zu dünn ausgeführten) Ölabstreifringen und mit Verschleiß der Kolbenringe zusammen. Dadurch kann der Ölverbrauch stark ansteigen, teils auf mehrere Liter pro 1.000 Kilometer. Bei diesen Motoren ist eine besonders häufige Kontrolle des Ölstands dringend zu empfehlen.





