Eine verschlissene Kupplung zwischen Lenksäule und Lenkgetriebe verursacht Knack- und Poltergeräusche beim Lenken, insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten oder wenn du das Lenkrad hin- und herbewegst. Dieses Problem tritt regelmäßig beim Audi A4 B8 aus dem Zeitraum 2007 bis 2015 auf und erfordert den Austausch von Teilen, um eine sichere Lenkung zu gewährleisten. Möchtest du wissen, was diese Geräusche genau bedeuten und wie du damit umgehst?
Welche Geräusche hörst du bei Lenkungsproblemen?
Der Audi A4 B8 macht sich auf verschiedene Weise bemerkbar, wenn etwas mit der Lenkung nicht stimmt. Polternde Geräusche, die du im Lenkrad spürst, deuten oft auf ein defektes Kugelgelenk oder Verschleiß im Lenkgetriebe hin. Dieses Geräusch wird hörbar, wenn du das Lenkrad hin und her bewegst, vor allem im Stand oder beim Einparken.
Ein jaulendes oder quietschendes Geräusch beim Lenken wird meist durch einen zu niedrigen Füllstand der Servolenkungsflüssigkeit oder eine defekte Pumpe verursacht. Dieses Whine-Geräusch klingt schriller und verschwindet manchmal vorübergehend, wenn du Flüssigkeit nachfüllst. Schleifende Geräusche beim Kaltstart verschwinden häufig nach dem Warmwerden, weisen aber auf verschlissene Lager hin, die Aufmerksamkeit benötigen.
„ Eine gute Balance zwischen Komfort und Lenkpräzision erfordert maßgeschneiderte Arbeit deines Mechanikers. “
Warum zieht das Lenkrad beim Beschleunigen?
Ein Ziehen im Lenkrad beim Gasgeben oder Überholen ist eine bekannte Beschwerde bei frontgetriebenen Modellen mit TFSI-Motoren. Das liegt daran, dass die Kraft ungleich auf die Vorderräder verteilt wird. Bei den Facelift-Modellen wird dieser Effekt durch Verschleiß in der Lenkung oder eine falsche Spureinstellung verstärkt.
Mehr Vorspur in der Achsvermessung hilft oft, dieses Ziehen zu reduzieren. Achte aber darauf, dass zu viel Vorspur zu einem schnelleren Reifenverschleiß an der Innenseite führt. Eine gute Balance zwischen Komfort und Lenkpräzision erfordert maßgeschneiderte Arbeit deines Mechanikers. Kontrolliere außerdem immer den Reifendruck, denn zu hoher Druck verstärkt das Ziehverhalten.
Was sind die häufigsten Ursachen?
Verschiedene Komponenten können für Lenkgeräusche und Lenkungsprobleme verantwortlich sein:
- Defektes Kugelgelenk am Spurstangenende: Verursacht Poltergeräusche mit Vibrationen; erfordert sofortigen Austausch
- Verschlissenes Lenkgetriebe: Durch Verschleiß entstehen Spiel und Knackgeräusche, vor allem nach 100.000 Kilometern
- Niedriger Flüssigkeitsstand der Servolenkung: Führt zu schwergängiger Lenkung und jaulenden Geräuschen aus der Pumpe
- Gealterter Lenkriemen: Zu geringe Spannung verursacht Quietschgeräusche, die einem Whine ähneln
- Falsche Spureinstellung: Zu wenig Vorspur sorgt für Ziehen und ein unruhiges Lenkverhalten
Was kannst du selbst kontrollieren?
Beginne mit dem Reifendruck. Achte darauf, dass dieser nicht zu hoch ist, denn das verstärkt jedes Lenkungsproblem. Kontrolliere den Flüssigkeitsstand der Servolenkung im Motorraum. Ist dieser zu niedrig, füllst du mit der vorgeschriebenen Flüssigkeit nach. Achtung: Das behebt nur das Symptom, nicht die Ursache, wenn ein Leck vorhanden ist.
Teste die Lenkung im Stand, indem du das Lenkrad langsam von links nach rechts bewegst. Hörst du Poltern oder spürst du Vibrationen? Dann weist das auf Verschleiß im Lenkgetriebe oder in den Kugelgelenken hin. Lass im Zweifel einen Mechaniker einen Hörtest mit dem Auto auf der Hebebühne durchführen. Er kann dann genau orten, woher das Geräusch kommt.
„ Defekte Kugelgelenke stellen ein direktes Sicherheitsrisiko dar, weil sie während der Fahrt ausreißen können. “
Wann ist professionelle Hilfe nötig?
Wenn Knack- oder Poltergeräusche hartnäckig bleiben oder schlimmer werden, ist eine Diagnose durch einen Spezialisten erforderlich. Defekte Kugelgelenke stellen ein direktes Sicherheitsrisiko dar, weil sie während der Fahrt ausreißen können. Bei Geräuschen, die mit Spiel im Lenkrad einhergehen, ist der Austausch des Lenkgetriebes oft die einzige dauerhafte Lösung.
Probleme mit der Pumpe eskalieren schnell. Ein jaulendes Geräusch kann innerhalb weniger Wochen in schwergängige Lenkung und schließlich in den Ausfall der Servolenkung übergehen. Die Pumpe wird beim Austausch oft komplett ersetzt, da eine Reparatur selten wirtschaftlich ist. Rechne mit Kosten zwischen 500 und 1.200 Euro, abhängig vom Bauteil und vom Händlerstundensatz.
Softwareupdates können bei einigen Modellen helfen, die Lenkung geschmeidiger zu machen. Dies gilt insbesondere für ältere Servolenkungssysteme, die von einem Update auf neuere Software profitieren. Frag bei deinem Händler nach, ob es technische Serviceinformationen (TSB) für dein Baujahr gibt.

Welche Lösungen stehen zur Verfügung?
Additive gegen Whine-Geräusche und kleine Lecks bieten vorübergehend Erleichterung, sind aber keine dauerhafte Lösung. Verwende sie nur als Übergang bis zur Reparatur. Für besseres Lenkverhalten kannst du erwägen, Servotronic (geschwindigkeitsabhängige Servolenkung) oder Adaptive Drive Select (ADS, ein System, mit dem du die Lenkcharakteristik anpassen kannst) über das MMI-System (Multi Media Interface, das Bediensystem von Audi) aktivieren zu lassen. Der Dynamic-Modus sorgt für ein strafferes Lenkverhalten, während der Auto-Modus auf Kreisverkehren leichter lenkt.
Bei kaltem Wetter kann schwergängige Lenkung durch die Verhärtung von Kunststoffteilen zunehmen. Wärme den Innenraum auf, bevor du losfährst, damit auch die Lenkungskomponenten auf Temperatur kommen. So verhinderst du unnötige Belastung von Pumpe und Lenkgetriebe beim Starten.
Welche Sicherheitsrisiken bestehen?
Verschlissene Kugelgelenke können während der Fahrt ausreißen, was zum Verlust der Fahrzeugkontrolle führt. Das macht einen sofortigen Austausch bei festgestelltem Verschleiß notwendig. Spiel im Lenkgetriebe vermindert die Lenkpräzision und vergrößert die Reaktionszeit in Notsituationen. Bei Autobahngeschwindigkeiten kann das lebensgefährlich sein.
Eine ausfallende Servolenkungspumpe lässt die Lenkung nicht komplett versagen, macht sie aber sehr schwergängig. Das erfordert viel Kraft, vor allem beim Einparken oder langsamen Rangieren. Menschen mit geringerer Muskelkraft, etwa viele Frauen und ältere Personen, haben damit oft große Schwierigkeiten. Plane die Reparatur daher rechtzeitig ein, bevor die Pumpe komplett den Dienst verweigert.
„ Schleifende Geräusche beim Kaltstart verschwinden zwar nach dem Warmwerden, weisen aber auf Lager hin, die mittelfristig Aufmerksamkeit verlangen. “
Erfahrungen anderer Besitzer
Besitzer berichten, dass polternde Geräusche schnell eskalieren, wenn du nicht rechtzeitig reagierst. Was als leichtes Klopfen beginnt, entwickelt sich innerhalb weniger Monate zu deutlich spürbaren Schlägen. Vibrationen im Lenkrad lassen sich oft durch Auswuchten der Räder beheben, beginne daher immer mit der einfachsten Kontrolle.
Das Ziehen beim Beschleunigen wird von vielen Fahrern als normal bei leistungsstarken Fronttrieblern empfunden, verschlimmert sich jedoch durch Verschleiß. Eine Kombination aus mehr Vorspur und dem Austausch verschlissener Gummilager im Fahrwerk hilft in vielen Fällen. Schleifende Geräusche beim Kaltstart verschwinden zwar nach dem Warmwerden, weisen aber auf Lager hin, die mittelfristig Aufmerksamkeit verlangen.

Praktische Tipps für die Wartung
Kontrolliere regelmäßig den Flüssigkeitsstand der Servolenkung, insbesondere bei Autos mit mehr als 80.000 Kilometern Laufleistung. Plane bei jedem Reifenwechsel eine Achsvermessung ein, um den Verschleiß gleichmäßig zu halten. Lass bei einer Wartung immer das Spiel in den Kugelgelenken kontrollieren, auch wenn du keine Geräusche hörst.
Vermeide langes Lenken im Stand, denn das belastet Pumpe und Lenkgetriebe unnötig. Drehe das Lenkrad lieber beim langsamen Fahren. Beim Austausch von Teilen kannst du zwischen originalen Audi-Komponenten und Qualitätsalternativen wie Lemförder oder TRW wählen. Diese Marken bieten oft die gleiche Qualität zu einem niedrigeren Preis.
Auf der Website von Carnews findest du viele weitere Informationen zu häufigen Problemen bei verschiedenen Audi-Modellen, Wartungsplänen und praktischen Tipps zur Behebung technischer Beschwerden. Entdecke weitere Artikel zu deinem Auto und bleib über bekannte Schwachstellen auf dem Laufenden.
Häufig gestellte Fragen
Die häufigsten Ursachen sind Verschleiß oder Spiel im Lenkgetriebe und in den Kugelgelenken der Spurstangenenden, was polternde oder schleifende Geräusche verursacht. Auch Probleme mit der Servolenkung, wie eine defekte Pumpe oder ein niedriger Servolenkungsflüssigkeitsstand, führen häufig zu jaulenden oder quietschenden Geräuschen beim Lenken. Darüber hinaus können ein loser oder verschlissener Lenkriemen sowie eine falsche Spureinstellung oder Unwucht der Räder Vibrationen und Geräusche im Lenkrad hervorrufen.
Beginne mit dem Auto im Stand auf ebenem Untergrund und bewege das Lenkrad langsam nach links und rechts; spürst du deutliche Klopf- oder Poltergeräusche im Lenkrad, sind häufig Lenkgetriebe oder Spurstangenenden verdächtig. Lass vorne am Auto jemanden zuhören, während du hin- und herlenkst: Kommt das Geräusch hörbar aus der Mitte unter dem Motor, weist das meist auf das Lenkgetriebe hin; hörst du es eher an einem Rad, dann eher auf ein Kugelgelenk oder die Spurstange. Kontrolliere außerdem Reifendruck, Spureinstellung und (bei hydraulischer Lenkung) den Servolenkungsflüssigkeitsstand; falscher Druck oder niedriger Flüssigkeitsstand verursachen oft jaulende oder schleifende Geräusche beim Lenken. Tritt das Geräusch nur während der Fahrt auf und verändert sich mit Gasgeben oder Bremsen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Ursache im Fahrwerk, in den Reifen oder den Motorlagern liegt als im Lenkgetriebe selbst.
Es gibt grob drei Optionen bei einem defekten Lenkgetriebe im Audi A4 B8: Überholung des vorhandenen Lenkgetriebes, Einbau eines überholten Austauschteils oder Einbau eines komplett neuen originalen Lenkgetriebes. Eine Überholung oder ein Austauschlenkgetriebe bei einem freien Spezialisten kostet in der Regel etwa 500–900 € inklusive Einbau und Achsvermessung. Ein neues originales Lenkgetriebe beim Vertragshändler liegt häufig zwischen etwa 1.200 und 2.000 € inklusive Arbeitszeit. Zusätzliche Kosten können entstehen, wenn zugleich Spurstangen, Achsvermessung oder Servolenkungspumpe mitgemacht werden müssen.
Vermeide Lenkgetriebeprobleme, indem du die Servolenkungsflüssigkeit regelmäßig auf dem richtigen Niveau und in gutem Zustand hältst und Pumpe, Riemen sowie eventuelle Undichtigkeiten rechtzeitig prüfen lässt. Lass bei jeder Wartung Spurstangen, Kugelgelenke und das Lenkgetriebe auf Spiel und Verschleiß prüfen, besonders ab etwa 100.000 km. Sorge für korrekten Reifendruck und eine saubere Achsvermessung (ausreichende Vorspur), um zusätzliche Belastungen und Vibrationen im Lenkgetriebe zu begrenzen. Plane bei ungewöhnlichen Polter-, Quietsch- oder Jaulgeräuschen sofort eine Diagnose ein, damit beginnender Verschleiß nicht bis zu einem teuren Austausch des Lenkgetriebes fortschreiten kann.





