Kaufberatung gebrauchter Volkswagen Sharan: Probleme nach Baujahr

Kaufberatung gebrauchter Volkswagen Sharan: Probleme nach Baujahr

Der Volkswagen Sharan ist ein beliebtes Familienauto mit reichlich Komfort und großem Kofferraum, aber gebrauchte Exemplare haben immer wiederkehrende Schwachstellen wie hohen Ölverbrauch, Verschleiß der Steuerkette und Probleme mit dem Reifendruck. Wenn du das Auto vor dem Kauf gründlich prüfst und gezielt nach gut gepflegten Fahrzeugen mit lückenloser Servicehistorie suchst, vermeidest du teure Reparaturen. Lies weiter und erfahre pro Baujahr, worauf du beim Kauf eines gebrauchten Sharan achten musst.

Erste Generation: ältere Modelle mit höheren Wartungskosten

Die erste Generation des Volkswagen Sharan, gebaut zwischen 1995 und 2010, ist in der Anschaffung günstig, erfordert aber vorausschauende Wartung. Diese Autos haben oft bereits eine hohe Laufleistung hinter sich, was zu typischen Verschleißproblemen an Motor und Fahrwerk führt.

Modelle von 2004 bis 2010 erfordern besondere Aufmerksamkeit

Das auffälligste Problem bei diesem Bauzeitraum ist der hohe Ölverbrauch. Besitzer berichten von Verbräuchen bis zu 1 Liter pro 1000 Kilometer, ohne sichtbare Undichtigkeiten. Dieses Problem tritt bei mehreren Motorvarianten auf und macht eine ständige Kontrolle des Ölstands erforderlich. Lass dich davon nicht überraschen: Überprüfe bei jedem Tankstopp den Ölstand.

Darüber hinaus fallen Klimakompressoren häufig schon nach zwei Jahren Nutzung aus. Startprobleme und Ruckeln während der Fahrt können auf Masseprobleme oder ein defektes AGR-Ventil hinweisen. Die Steuerkette kann rasselnde Geräusche verursachen, besonders nach Überhitzung. Das kann zu schweren Motorschäden an Zylinderkopfdichtung oder Nockenwelle führen.

Die Kupplung muss oft nach 200.000 bis 250.000 Kilometern erneuert werden. Automatikgetriebe können beim Anfahren ruckeln, verursacht durch verschmutztes Öl oder eine defekte Mechatronik-Einheit. Teste deshalb das Getriebe während der Probefahrt immer ausgiebig.

Häufige Probleme bei allen Modellen bis 2010

Die folgenden Punkte gelten für die gesamte erste Generation:

  • Turbolader kann ausfallen, verbunden mit Leistungsverlust und Rauchentwicklung
  • Verstopfter Dieselpartikelfilter (DPF) bei Dieselmotoren durch viele Kurzstrecken
  • Beschleunigter Verschleiß von Bremsen, Querlenkern und Stabilisatorstangen durch das hohe Eigengewicht
  • Hintere Schwingarme können unter Belastung brechen
  • Radlager fallen häufig nach rund 200.000 Kilometern aus
  • Heizungswärmetauscher kann nach etwa 400.000 Kilometern undicht werden

Ersetze den Zahnriemen bei Dieselmotoren vorsorglich nach 100.000 Kilometern. Prüfe bei Gebrauchtwagen immer das Fahrwerk auf Knarrgeräusche und Spiel. Meide Autos ohne nachweisbare Ölwechselhistorie, denn bei denen ist das Risiko für Motorschäden am größten.

„ Achtung: Euro 5 TDI-Motoren haben eine Schummelsoftware, was Auswirkungen auf Leistung und Emissionen haben kann. “

Zweite Generation: zuverlässiger, aber nicht sorgenfrei

Ab 2010 brachte Volkswagen die zweite Generation des Sharan auf den Markt. Diese Version schneidet in puncto Zuverlässigkeit besser ab, hat aber ihre eigenen Schwachstellen. Vor allem Modelle mit Facelift ab 2015 verfügen über eine bessere Ausstattung und ein moderneres Design.

HU-/TÜV-Probleme pro Baujahr von 2011 bis 2018

Bei der Hauptuntersuchung (HU/TÜV) treten je nach Baujahr typische Mängel auf. Beim Baujahr 2018 fällt fast die Hälfte aller Sharans wegen Problemen mit dem Reifendruck durch: 48 Prozent der Prüfungen weisen dieses Problem aus. Kontrolliere daher wöchentlich den Reifendruck, um Bußgelder und zusätzliche Prüftermine zu vermeiden.

Im Jahr 2017 bleiben Reifendruckprobleme bei 20 Prozent der Fahrzeuge bestehen. Außerdem sorgen Scheibenwischer bei 16 Prozent für unzureichende Sicht, gefolgt von zu geringem Reifenprofil und falscher Einstellung des Abblendlichts mit jeweils 13 Prozent. Tausche Wischerblätter rechtzeitig aus und lass die Lichtanlage in einer Werkstatt einstellen.

Bei Modellen aus 2016 stehen die Scheibenwischer mit 31 Prozent an erster Stelle, gefolgt vom Reifendruck mit 17 Prozent. Teste die Funktion der Wischer während der Probefahrt am besten bei Regenwetter.

Beim Baujahr 2015 liegen die Mängel beim Reifendruck bei 26 Prozent und beim Reifenprofil bei 13 Prozent. Miss das Profil: Es sollte mindestens 3 Millimeter betragen, auch wenn die gesetzliche Mindestgrenze bei 1,6 Millimetern liegt.

Modelle aus 2014 und 2013 zeigen ähnliche Werte: Reifendruck rund 23 Prozent, Reifenprofil zwischen 14 und 17 Prozent. Abwechselnd mit etwa 10 Prozent fallen Scheibenwischer und Abblendlichteinstellung auf. Kontrolliere außerdem die Kennzeichenbeleuchtung und inspiziere die Türdichtungen auf Rost.

Motorprobleme bleiben ein Thema

Auch in der zweiten Generation tritt bei verschiedenen Motoren ein hoher Ölverbrauch auf. Steuerketten verschleißen, vor allem beim 1.4 TSI aus dem Jahr 2011. Wähle im Zweifel den 2.0 TDI, der eine zuverlässigere Kette besitzt.

AGR-Ventile setzen sich durch Rußpartikel zu, was zu Motorproblemen führt. Bei späteren Modellen mit AdBlue-System können Pumpe und NOx-Sensor defekt werden. Achtung: Euro 5 TDI-Motoren haben eine Schummelsoftware, was Auswirkungen auf Leistung und Emissionen haben kann.

Zündspulen, Kraftstoffpumpen und Turbolader können sowohl bei den 1.4- als auch bei den 2.0-Motoren Probleme bereiten. Prüfe bei Gebrauchtwagen, ob diese Teile in jüngerer Zeit erneuert wurden.

Weitere bekannte Schwachstellen

Unter Türen und an der Heckklappe bildet sich durch schlechte Dichtgummis Rost. Dafür gab es von Volkswagen eine Rückrufaktion. Untersuche diese Stellen bei der Kaufprüfung besonders gründlich.

Schiebetürmotoren können ausfallen und verursachen dann teure Reparaturen. Teste beide Schiebetüren bei der Besichtigung mehrmals. Außerdem berichten Besitzer von Störungen beim Start-Stopp-System und Infotainment. Gebrochene Fahrwerksfedern treten bei Fahrzeugen mit hoher Laufleistung auf.

DSG-Automatikgetriebe können ein pendelndes Drehzahlniveau oder Ruckeln zeigen, verursacht durch altes Öl. Lasse das Öl vorbeugend im Rahmen der Wartung spülen. So vermeidest du größere Schäden am Getriebe.

Volkswagen Sharan Volkswagen Sharan

Kaufempfehlung: worauf du beim Kauf achten solltest

Suche nach Möglichkeit nach Facelift-Modellen ab 2015 mit niedriger Laufleistung. Diese Versionen haben eine bessere Ausstattung und weniger Kinderkrankheiten. Teste immer beide Schiebetüren, die Klimaanlage und die Bedienung aller elektrischen Funktionen.

Kontrolliere die Servicehistorie auf regelmäßige Ölwechsel und vorsorgliche Arbeiten an der Steuerkette. Frage nach einem kürzlich erfolgten Austausch von Turbolader, Wasserpumpe oder DSG-Öl. Lass vor dem Kauf eine unabhängige Inspektion durchführen, mit besonderem Augenmerk auf Motor, Fahrwerk und Automatikgetriebe.

Plane bei älteren Exemplaren zusätzlich ein Budget von 1.000 bis 2.000 Euro für anfängliche Reparaturen ein. Besitzer bewerten den Komfort des Sharan mit 8 von 10 Punkten, betonen aber, dass du den Ölstand bei jedem Tankstopp kontrollieren solltest. Diese Disziplin verhindert teure Motorschäden.

Zuverlässigkeit unterscheidet sich je nach Generation

Die erste Generation des Sharan schafft bei guter Wartung zuverlässig rund 385.000 Kilometer. Ruckeln während der Fahrt und klickende Relais deuten auf Masseprobleme in der Elektrik hin, die du vorbeugend beheben lassen kannst. Diese älteren Modelle erfordern mehr Wartung, sind aber in der Anschaffung relativ günstig.

Die zweite Generation schneidet bei der Zuverlässigkeit besser ab und hat weniger schwerwiegende Motorprobleme. Allerdings erfordert diese Generation mehr Aufmerksamkeit bei Reifendruck, Scheibenwischern und Beleuchtung. Diese kleinen Mängel lassen sich zwar leicht beheben, kosten dich aber Zeit und Geld bei der HU, wenn du sie vernachlässigst.

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Praktische Checkliste für die Besichtigung

Nutze diese Punkte, wenn du einen gebrauchten Volkswagen Sharan besichtigst:

  • Ölstand kontrollieren und den Vorbesitzer nach dem Ölverbrauch fragen
  • Getriebe auf Ruckeln und knirschende Geräusche testen
  • Fahrwerk prüfen, indem du über Verkehsberuhigungsschwellen fährst
  • Türen und Heckklappe auf Rostbildung untersuchen
  • Funktion beider Schiebetüren mehrfach testen
  • Reifenprofil messen und Reifendruck prüfen
  • Scheibenwischer und Beleuchtung vollständig testen
  • Nach einem kürzlich erfolgten Wechsel von Steuerkette oder Turbolader fragen
  • Beim Diesel kontrollieren, ob das AdBlue-System korrekt funktioniert
  • Klimaanlage auf ausreichende Kühlleistung prüfen

Nimm dir Zeit für eine ausgiebige Probefahrt von mindestens 30 Minuten. Fahre sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn, um alle Systeme zu überprüfen. Hörst du rasselnde Geräusche aus dem Motor oder spürst du Vibrationen im Lenkrad? Lass dann vor dem Kauf einen Fachmann einen Blick darauf werfen.

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Häufig gestellte Fragen

Bei Sharans von 2004–2010 treten vor allem hoher Ölverbrauch, Verschleiß von Steuerkette und Turbolader, Kupplungsprobleme sowie defekte Klimakompressoren auf, zusätzlich verstärkter Verschleiß an Fahrwerk und Bremsen durch das hohe Fahrzeuggewicht. Bei der zweiten Generation (ab 2010) sind Reifendruck, schnell verschleißende Reifen und Scheibenwischer, Rost an Tür- und Klappendichtungen, elektronische Störungen (Start-Stopp/Infotainment) und DSG-Ruckeln typisch; beim 1.4 TSI ist die Steuerkette eine bekannte Schwachstelle. Für ältere Exemplare solltest du mit einer anfänglichen Reparaturreserve von rund 1.000 bis 2.000 € rechnen. Größere Eingriffe wie Steuerketten- oder Turbotausch können einzeln bereits schnell zwischen 800 und 2.000 € kosten, abhängig von Motor und Werkstatt.

Achte beim Sharan vor allem auf hohen Ölverbrauch, Verschleiß oder Rasseln der Steuerkette sowie Turbo- oder AGR-Probleme, insbesondere bei den TSI- und TDI-Motoren. Prüfe bei Automatikgetrieben (insbesondere DSG) auf Ruckeln, pendelnde Drehzahl und verzögerte Reaktion, was auf Mechatronik- oder Ölprobleme hindeuten kann. Elektronikseitig kommen Störungen bei Start-Stopp-System, Infotainment und Masseverbindungen (Ruckeln, Relaisgeräusche) vor, außerdem defekte Schiebetürmotoren. Achte außerdem auf Rost an Türen/Heckklappe, schnell verschleißende Fahrwerksteile und erhöhten Reifenverschleiß durch das hohe Gewicht.

Im Allgemeinen gelten die Sharans der zweiten Generation ab dem Facelift 2015 bis etwa 2018 als am zuverlässigsten, vorausgesetzt, es wurden regelmäßige Wartungen und rechtzeitige Ölwechsel durchgeführt. Die erste Generation (1995–2010), insbesondere die Baujahre 2004–2010, solltest du eher meiden, da dort strukturell hoher Ölverbrauch, Verschleiß an Steuerketten und häufige Turbo- und Fahrwerksprobleme auftreten. Auch der 1.4 TSI um 2011 ist für Kettenprobleme bekannt; hier ist der 2.0 TDI die sicherere Wahl. Achte bei allen Baujahren auf eine vollständige Wartungshistorie und eine Kaufinspektion mit besonderem Fokus auf Motor, Steuertrieb und Automatikgetriebe.

Regelmäßige Kontrolle des Ölstands und rechtzeitige Öl- und Filterwechsel sind entscheidend, um bekannte Probleme mit Ölverbrauch und Verschleiß der Steuerkette zu begrenzen. Ersetze bei Dieseln den Zahnriemen vorsorglich um 100.000 km und lass DSG-Getriebe oder Automatikgetriebe regelmäßig spülen, um Ruckeln und teure Revisionen zu vermeiden. Prüfe wöchentlich Reifendruck und Reifenprofil, um unnötigen Verschleiß, höhere Verbrauchskosten und eine mögliche HU-/TÜV-Nachprüfung zu verhindern. Lass Fahrwerk, Aufhängung und Schiebetüren regelmäßig kontrollieren, insbesondere bei hoher Laufleistung, um Brüche oder Festgehen frühzeitig zu erkennen.