Sicherheitsprobleme beim Volkswagen Sharan im Überblick

Sicherheitsprobleme beim Volkswagen Sharan im Überblick

Der Volkswagen Sharan weist spezifische Sicherheitsprobleme auf, die du als Halter kennen solltest: blockierende Gurte in der dritten Reihe, eine enttäuschende Euro‑NCAP‑Bewertung von vier Sternen und nur mäßiger Schutz für die Fondpassagiere bei bestimmten Crashs. Diese Schwachstellen erfordern regelmäßige Kontrolle und Wartung. Lies weiter, um zu erfahren, worauf du genau achten musst.

Warum der Sharan keine fünf Sterne bekommen hat

Euro NCAP (European New Car Assessment Programme, ein unabhängiges Crashtest-Programm) hat den Volkswagen Sharan 2019 erneut getestet und dem Modell vier von fünf Sternen gegeben. Das klingt zunächst gut, ist aber ein Rückschritt im Vergleich zu den fünf Sternen aus dem Jahr 2010. Der Grund? Strengere Testkriterien und konkrete Schwachpunkte, die zum Vorschein kamen. Bei Frontalcrashs bleibt der Insassenraum stabil und der Schutz für Knie und Oberschenkel ist gut. In der Full‑Width‑Barrier‑Test jedoch zeigte sich ein großes Problem: hohe Kräfte auf den Schultergurt der Fondpassagiere. Das führte zu einem nur grenzwertigen bis schlechten Brustschutz auf den Rücksitzen.

Bei seitlichen Unfällen schnitt der Sharan unterschiedlich ab. Der Barriertest verlief sehr gut, mit Maximalpunkten für alle kritischen Körperregionen. Der seitliche Pfahltest ergab jedoch ein bedenkliches Ergebnis: Die Seitentür löste sich beim Aufprall. Dadurch steigt das Risiko, dass Insassen aus dem Fahrzeug geschleudert werden. Trotz ausreichendem Brustschutz an anderer Stelle kostete diese sich lösende Tür den Sharan wertvolle Punkte. Weitere Informationen zu Autoproblemen bei Volkswagen-Modellen findest du ausführlich auf unserer Website.

„ Das Problem wird häufig durch Verschmutzung oder Verschleiß des Aufrollmechanismus verursacht. “

Gurtprobleme in der dritten Sitzreihe

Besitzer der siebensitzigen Version berichten regelmäßig von Problemen mit den Sicherheitsgurten in der dritten Reihe. Die Gurte blockieren beim Herausziehen oder ziehen zu stark an. Dadurch wird es schwierig, Mitfahrer – insbesondere Kinder – bequem anzuschnallen. Das Problem wird häufig durch Verschmutzung oder Verschleiß des Aufrollmechanismus verursacht. Nach jahrelanger Nutzung kann das System weniger geschmeidig arbeiten.

Teste regelmäßig, ob die Gurte in allen Reihen gut heraus- und wieder einziehen. Ziehe den Gurt ganz heraus und lass ihn langsam zurücklaufen. Bleibt der Gurt unterwegs hängen oder fühlt er sich rau an? Dann ist Wartung oder ein Austausch nötig. Achte vor allem auf folgende Anzeichen:

  • Gurt lässt sich nur schwer herausziehen oder bleibt stecken
  • Aufrollmechanismus macht knackende oder knirschende Geräusche
  • Gurt zieht bei Fondpassagieren zu stramm an
  • Gurtgewebe zeigt Verschleiß oder Ausfransungen
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Zu hoher Druck auf den Schultergurt

Die Messungen im Test zeigten, dass der Schultergurt bei einem Frontalaufprall zu viel Kraft auf die Brust der Fondpassagiere ausübt. Das führte zu einem Punktabzug im Full‑Width‑Test. Die Gurtspannung oder -positionierung hinten ist nicht optimal abgestimmt. Bei einem realen Unfall kann dies zu schwereren Brustverletzungen führen, als nötig wäre.

Stelle die Gurthöhe immer so ein, dass sie optimal schützt. Der Gurt sollte über die Mitte der Schulter verlaufen, weder zu nah am Hals noch von der Schulter herunterrutschen. Trage keine dicken Winterjacken unter dem Gurt, da dies die Gurtspannung negativ beeinflusst. Für Kinder ist ein passender Kindersitz, der zu ihrem Gewicht und ihrer Körpergröße passt, gesetzlich vorgeschrieben.

Schleudertrauma-Risiko für die Rückbank

Der Schutz vor Schleudertrauma durch die Vordersitze schneidet in Tests gut ab, für die Rücksitze ist er jedoch nur grenzwertig. Bei einem Auffahrunfall besteht für die Fondpassagiere daher ein höheres Risiko für Nackenverletzungen. Die Kopfstützen und die Sitzkonstruktion bieten hinten weniger Unterstützung als vorne.

Stelle die Kopfstützen auf der Rückbank immer richtig ein. Die Oberkante der Kopfstütze sollte mit der Oberkante des Kopfes abschließen. Ist die Kopfstütze zu niedrig, bietet sie in einer Schleudertrauma-Situation unzureichenden Schutz. Prüfe dies jedes Mal, wenn eine neue Person hinten Platz nimmt, besonders bei längeren Fahrten.

„ Diese Updates können die Funktionsweise verbessern und neue Szenarien besser erkennen. “

Sicherheitssysteme, die gut funktionieren

Trotz der genannten Schwächen verfügt der Sharan über gut arbeitende aktive Sicherheitssysteme. Das Autonomous Emergency Braking-System (Notbremsassistent) funktioniert ab 5 Kilometern pro Stunde und schneidet sowohl gegen Fahrzeuge als auch gegen Fußgänger und Radfahrer gut ab. Spurhalteassistent und Geschwindigkeitsbegrenzungserkennung über Kamera und Navigationskarte sind serienmäßig vorhanden. Die Gurtwarner arbeiten auf allen Sitzplätzen mit optischen und akustischen Signalen.

Sorge dafür, dass die Software dieser Systeme auf dem neuesten Stand ist. Frage bei Wartungsterminen nach, ob Updates für AEB und Spurhalteassistent verfügbar sind. Diese Updates können die Funktionsweise verbessern und neue Szenarien besser erkennen. Halte Kameras und Sensoren sauber, um die Leistung zu optimieren.

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Praktische Tipps für Sharan-Besitzer

Mache die Kontrolle der Gurte zu einem festen Bestandteil deiner Wartungsroutine. Teste mindestens zweimal im Jahr alle Gurte auf einwandfreie Funktion. Prüfe nicht nur das Herausziehen und Einziehen, sondern auch, ob die Schlosszunge gut einrastet und sich leicht wieder öffnen lässt. Ersetze Gurte bereits bei kleinsten Zweifeln am Zustand, denn ein beschädigter Gurt kann bei einem Unfall versagen.

Achte beim Einsteigen auf die Seitentüren. Auch wenn sich die Tür nur in der extremen Pfahlseitenkollision im Test gelöst hat, ist es sinnvoll, Scharniere regelmäßig auf Spiel oder Rost zu prüfen. Das gilt besonders für ältere Sharan-Modelle vor 2019. Rost am Türrahmen kann die Struktur auf Dauer schwächen.

Optimiere die Sitzpositionen für maximale Sicherheit. Schiebe die Rücksitze nicht unnötig weit nach vorne, da dies die Deformationszone bei einem Frontalaufprall verkleinert. Nutze alle vorhandenen Sicherheitsfunktionen aktiv und stelle sicher, dass Mitfahrer wissen, wie sie die Gurte korrekt anlegen.

Ältere gegenüber neueren Modellen

Für Sharan-Modelle vor 2019 galten mildere Testnormen, die zu fünf Sternen geführt haben. Das bedeutet nicht automatisch, dass diese Fahrzeuge unsicherer sind, aber sie wurden nach anderen Kriterien beurteilt. Die modernen Tests sind strenger und legen mehr Wert auf Kindersicherheit, Assistenzsysteme und den Schutz gefährdeter Verkehrsteilnehmer.

Entscheidest du dich für einen Gebrauchtwagen, überprüfe zuerst die komplette Sicherheitsausstattung. Nicht alle Sharan-Ausführungen haben die gleiche Serienausstattung. Frage den Verkäufer oder Händler nach der Ausstattung mit AEB, Spurhalteassistent und nach dem Zustand aller Sicherheitsgurte. Lass im Zweifel einen Fachmann die Gurtmechanismen testen.

„ Doch die konkreten Schwachstellen erfordern Aufmerksamkeit und vorbeugendes Handeln. “

Was das für dein Fahrerlebnis bedeutet

Die genannten Sicherheitsprobleme bedeuten nicht, dass der Sharan ein unsicheres Auto ist. Die Grundstruktur bleibt bei Crashs intakt und die meisten Körperregionen werden gut geschützt. Doch die konkreten Schwachstellen erfordern Aufmerksamkeit und vorbeugendes Handeln. Regelmäßige Kontrolle der Gurte und korrekt eingestellte Kopfstützen machen einen messbaren Unterschied.

Fahre defensiv und rechne mit Verkehrssituationen, um seitliche Kollisionen möglichst zu vermeiden. Die sich lösende Tür im Test ist ein Extremszenario, zeigt aber, wo die Konstruktion verwundbar ist. Nutze die aktiven Sicherheitssysteme als zusätzliche Schutzschicht und schalte sie nicht ab.

Auf der Website von Carnews findest du weitere ausführliche Informationen zu Volkswagen-Modellen, häufigen Autoproblemen und praktischen Wartungstipps. Entdecke, welche Checks du selbst durchführen kannst und wann du besser einen Spezialisten hinzuziehst. Außerdem findest du dort Vergleiche mit anderen Siebensitzer-Modellen und deren Sicherheitsleistungen, damit du eine fundierte Entscheidung für deine Familiensituation treffen kannst.

Häufig gestellte Fragen

Bei der Volkswagen Sharan wurden in Euro‑NCAP‑Tests vor allem hohe Kräfte im hinteren Schultergurt festgestellt, was zu einem nur grenzwertigen bis schlechten Brustschutz für die Fondpassagiere führt. Das weist auf eine weniger optimale Gurtspannung und -positionierung hin, wodurch bei einem heftigen Frontalaufprall das Risiko von Brust- und Schulterverletzungen für die Insassen auf der Rückbank steigt. Außerdem wird erwähnt, dass Gurte hinten im Alltag teils als zu stramm und unbequem empfunden werden, was dazu führen kann, dass Insassen sie falsch tragen oder lockerer einstellen. Trotz insgesamt guter struktureller Schutzwirkung des Fahrzeugs selbst sorgen gerade diese gurtbezogenen Punkte für einen Sicherheitsnachteil insbesondere für die Passagiere im Fond.

Crashtests zeigen, dass der Volkswagen Sharan insgesamt über eine stabile Fahrgastzelle verfügt und bei frontalen sowie seitlichen Kollisionen guten Schutz bietet. Gleichzeitig belegen die Full‑Width‑Tests, dass der Brustschutz von Fondpassagieren durch hohe Kräfte des Schultergurts nur mäßig bis schlecht ist. Die Gurte funktionieren technisch zwar einwandfrei, ihre Abstimmung und Kraftverteilung im Fond sind jedoch suboptimal, was zu zusätzlicher Belastung des Brustbereichs führen kann. Diese Punkte trugen dazu bei, dass der Sharan in neueren Tests statt fünf nur vier Euro‑NCAP‑Sterne erhalten hat.

Kontrolliere regelmäßig auf Ausfransungen, Beschädigungen, stockendes Aufrollen oder festhängende Gurte und lasse einen verschlissenen oder schlecht aufrollenden Gurt umgehend ersetzen. Reinige Gurtführungen, Schlösser und Aufroller (zum Beispiel Krümel und Schmutz aus dem Schloss entfernen) und verwende keine aggressiven Reinigungsmittel auf dem Gurtgewebe. Stelle Gurt- und Kopfstützenhöhe korrekt ein und achte darauf, dass der Gurt flach über Brust und Hüfte verläuft – nicht über Hals oder Bauch; passe gegebenenfalls die Sitzposition an. Lasse im Zweifel oder nach einem Unfall die Gurte und Gurtstraffer immer von einem VW‑Händler prüfen und bei Bedarf austauschen.

Achte auf Ausfransungen, Risse, Verfärbungen und starre Stellen im Gurtband, auf ein ruckelndes oder nicht vollständig aufrollendes Gurtaufrollsystem sowie auf ein Schloss, das nicht sauber einrastet oder sich von selbst wieder löst. Kontrolliere hinten besonders sorgfältig die Passform und Höheneinstellung der Schultergurte, da dort in Crashtests höhere Gurtkräfte auf die Brust gemessen wurden. Inspiziere die Karosserie rund um Türöffnungen und B‑Säulen auf Anzeichen von (Über‑)Lackierung, Verformungen, Rost oder schlecht ausgerichtete Türen, da der Sharan im seitlichen Pfahltest eine sich lösende Tür zeigte. Teste, ob alle Türen gut schließen, nicht „federn“, wenn sie ins Schloss fallen, und ob Scharniere oder Schließbügel kein Spiel haben.